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Open Doors - Jahresrückblick 2009

Verfolgte Christen sind nicht nur Hilfsempfänger - Unverminderte Nachfrage nach Bibeln und Schulungen zeigt Glaubenstreue

(KELKHEIM, 18. Juni 2010, Open Doors) – Das internationale Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors blickt "dankbar und ermutigt" auf das Jahr 2009 zurück. Trotz Spendenrückgängen in einigen Ländern konnte das in über 50 Ländern tätige Hilfswerk seine Dienste unvermindert fortführen und leicht ausbauen.

In 2009 stellte Open Doors mehr als 3,5 Millionen Exemplare christlicher Literatur bereit, schulte 170.350 Teilnehmer in Seminaren und unterstützte 247.816 Christen mit "Hilfe zur Selbsthilfe"-Projekten. Mit einer breit angelegten Öffentlichkeitsarbeit und einem eigenen Menschenrechtsreferat informierte das überkonfessionelle Hilfswerk auch im vorigen Jahr in der freien Welt in Kirchen und Gemeinden, in Politik und Medien über das Thema Christenverfolgung. Damit verbunden ist der Aufruf zu Gebet und Hilfe für verfolgte Christen.

"Die anhaltende Nachfrage nach Bibeln oder Schulungen ist ein ermutigendes Zeichen", sagt Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland (Kelkheim bei Frankfurt am Main). "Sie zeigt, dass in Ländern mit Christenverfolgung die Zahl der Christen weiter zunimmt und sie sich trotz Bedrängnis zu ihrem Glauben bekennen." Nach Schätzungen von Open Doors werden derzeit 100 Millionen Christen aufgrund ihres Glaubens verfolgt. Jedes Jahr veröffentlicht das Hilfswerk den Weltverfolgungsindex, eine Rangliste von Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.

Irak: ein Soldat auf dem Dach einer Kirche.Besorgniserregender Beginn
Wie dringend diese Hilfe ist, zeigen nach Einschätzung von Open Doors eine ganze Reihe besorgniserregender Entwicklungen seit Beginn des Jahres 2010. Im Iran sind Ende des vorigen Jahres und im ersten Quartal des neuen Jahres mindestens ebenso viele Christen verhaftet worden wie im gesamten Vorjahr (85). In Pakistan und China wurden Christen zu langen Gefängnisstrafen verurteilt und im Irak dauert der Terror gegen Gläubige an.

Von verfolgten Christen lernen
"Verfolgte Christen sind nicht nur Empfangende. Vielmehr können wir auch von ihnen lernen", so Markus Rode. Ihre Lebensberichte fordern in einem Umfeld ohne Verfolgung heraus, mutig zum eigenen Glauben an Jesus Christus zu stehen. "Es wäre eine Fehleinschätzung anzunehmen, verfolgte Christen seien der schwache Teil der weltweiten Gemeinde Jesu", so Rode weiter. Immer wieder werde berichtet, dass gerade in Ländern mit besonders harter Verfolgung wie in Nordkorea oder dem Iran sich Menschen dem christlichen Glauben zuwenden. Die Gebetsunterstützung und die Gewissheit nicht vergessen zu sein, sei besonders ermutigend für Christen in solchen Ländern.

Gottes Wort auf neuen Medien
Wie das Hilfswerk in seinem aktuellen kostenlosen Monatsmagazin darstellt, wurden im Jahr 2009 3,5 Millionen (Vorjahr: 3,9 Mio.) Exemplare christlicher Literatur bereitgestellt bzw. deren Produktion unterstützt. Darunter Bibeln, Studienliteratur, Kinder- und Jugendbibeln, Lehrmaterialien sowie Bibelübersetzungen in lokalen Dialekten. Unter anderem für Analphabeten förderte das Werk die Produktion von Bibeln auf neuen Medien wie CDs, DVDs oder im mp3-Format und unterstützte christliche TV- und Radioprogramme.

Stärken durch Ausbildung
170.350 Christen (Vorjahr: 114.400) nahmen im vorigen Jahr an Verfolgungsseminaren, Glaubenskursen, Schulungen für Pastoren und Gemeindemitarbeiter, Traumakursen und Eheseminaren teil. "Das fundierte Seminar öffnete uns die Augen, wie wichtig eine theologische Ausbildung ist. Bald werden wir unsere eigene Bibelschule eröffnen", sagte ein Pastor aus China.

Existenz selbst sichern
Mehr als 247.800 Christen (Vorjahr: 206.500) profitierten im Jahr 2009 von Existenzgründungs-Krediten, Berufsausbildungs- und Alphabetisierungsprogrammen oder Selbsthilfsprojekten und sichern damit eigenständig ihren Lebensunterhalt. Ein Beispiel für ein Open Doors-Selbsthilfeprojekt ist Adil*, ein ehemaliger Muslim aus dem Mittleren Osten. Nachdem er Christ wurde, verlor er Arbeitsstelle, Anse-hen und soziale Stellung. Dank eines Mikrokredites konnte er ein Taxi kaufen und auf diese Art seine Familie ernähren. Zum Bereich Selbsthilfe gehören auch Nothilfe-Projekte nach Massakern und Flüchtlingswellen sowie die Unterstützung von Angehörigen nach der Verhaftung oder Ermordung von Familienmitgliedern.

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