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Open Doors Tag 2010: Glaube wächst an Widerständen

Was wir von verfolgten Christen lernen können

"Glaube wächst an Widerständen": Unter diesem Motto stand unser diesjähriger Open Doors Tag 2010. Wir sind dankbar für die zahlreichen Besucher nicht nur am Hauptveranstaltungsort in Marburg. Denn erstmals wurde der Jahrestag am 23. Oktober auch an fünf weiteren Orten live ausgestrahlt: in Bielefeld, Bremen, Chemnitz, München und in Schorndorf. Zu Gast in Marburg waren diesmal Christen aus dem ostafrikanischen Eritrea und der Islamischen Republik Iran. Weiterer Redner war Deryck Stone, einer der Gründungsväter von Open Doors.

Open Doors Tag 2010 in der Evangeliumshalle in MarburgDie Begegnung mit Christen, die wegen ihres Bekenntnisses zu Jesus Christus selbst Verfolgung erlitten haben, stand auch diesmal im Zentrum. Glaubensgeschwister aus dem Iran und Eritrea berichteten, wie sie in den wohl schwersten Stunden ihres Lebens erfahren haben, dass Jesus an ihrer Seite ist und welche Kraft ihnen das Gebet von Christen weltweit während dieser Zeit gegeben hat. Und sie sprachen darüber, wie ihr Glaube inmitten von Schwierigkeiten gewachsen ist.

Verfolgung als Glaubensschule
"Glaube wächst an Widerständen" ist auch der Titel unseres neuen Buches, das wir auf dem Open Doors Tag am 23. Oktober der Öffentlichkeit vorstellten. Das Buch inkl. DVD ist ein Arbeitsheft für Kleingruppen, das den persönlichen Glauben der Leser herausfordern will - motiviert durch Erfahrungsberichte verfolgter Christen. Es ist ab sofort im Handel erhältlich.

Helen Berhane aus Eritrea auf dem Open Doors Tag 2010Helen Berhane aus Eritrea
Die 36-jährige in ihrer Heimat bekannte Gospelsängerin saß 32 Monate im Gefängnis. Während dieser Zeit war sie unter anderem monatelang in einem Frachtcontainer eingesperrt. Sie wurde gefoltert, quälender Durst, glühende Hitze am Tag und in der Nacht eisige Kälte setzten ihr zu. Sie sagte über diese Zeit: "Es war die Hölle. Doch Gott war immer an meiner Seite. Im Gefängnis war ich mir sicher, dass es draußen Menschen gibt, die für mich beten. Als Antwort darauf sitze ich heute hier. Euer Gebet hat mir Kraft gegeben."

Helen Berhane erzählte weiter, dass sie all die Monate ohne Kontakt zur Außenwelt war. Generell dringen aus Eritrea, derzeit auf Platz 11 des Weltverfolgungsindex von Open Doors, kaum Informationen an die Öffentlichkeit. Auf der Rangliste der Pressefreiheit 2010 von "Reporter ohne Grenzen" belegt Eritrea den letzten Platz. Derzeit sitzen rund 2.200 Christen, zumeist ohne Gerichtsverhandlung, in eritreischen Gefängnissen. Helen Berhane rief dazu auf, die Christen in Eritrea nicht zu vergessen und für sie zu beten.

Hannah und Mark aus dem Iran
Jesus Christus selbst hat Verfolgung für diejenigen vorausgesagt, die an ihn glauben. Was für viele noch Theorie sein mag, haben Hannah und Mark* aus dem Iran am eigenen Leib erfahren. Beide stammen aus einer streng gläubigen muslimischen Familie. Ihre Bekehrung zum christlichen Glauben und die Besuche in einer Hausgemeinde blieben nicht unbemerkt. Festnahme, Gefängnis und Misshandlungen sollten das Ehepaar zurück zum Islam bringen. Die beiden sind inzwischen mit ihrer Tochter aus dem Iran geflohen.

Deryck Stone aus Südafrika
Der 66-jährige Südafrikaner hat selbst viele Christen getroffen, die durch harte Prüfungen gehen mussten. Was können wir von verfolgten Christen lernen? Während seines 40-jährigen Einsatzes für verfolgte Christen entdeckte Stone immer mehr, wie Widerstände deren Leben verändert haben. Die Zeugnisse von einem gefestigten Vertrauen auf Gott gerade in schweren Zeiten haben auch sein Leben geprägt. "Die Menschen, die für ihren Glauben leiden, sind nicht anders als wir. Die Gründe, die sie auch in schweren Zeiten an Gott festhalten lassen, können auch uns dazu bringen, an Jesus festzuhalten", so Stone. "Wir sollten nicht eigene Träume oder Wünsche an die erste Stelle in unserem Leben stellen, sondern Jesus Christus. Die leidende Gemeinde Jesu braucht uns, aber genauso brauchen wir sie auch."

Deryk StoneSeid ihre Stimme!

Deryck Stone appellierte an Christen in der freien Welt, den "Mund aufzutun" und die Stimme zu erheben für verfolgte Christen. Denn sie könnten oft nicht für sich selbst eintreten. "Sprecht mit anderen darüber und gebt die Informationen auch an eure Politiker und die Mitglieder des Deutschen Bundestag weiter."

 

 

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