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Pakistan: Ausschluss christlicher Journalisten gefordert

Islamischer Leiter des Journalistenverbandes stellt sich vor Kollegen

 

(Open Doors, Kelkheim) – "Schämt ihr euch nicht dafür, was ein paar christliche Journalisten seit Monaten im Presseclub tun? Ihr Anführer Musa Masih verleitet Muslime zum Abfall vom Glauben […] Als Muslime fordern wir euch ein letztes Mal auf, die Lästerer des Islam und unseres geliebten Propheten aus dem Presseclub auszuschließen!" Diese Worte sind Teil eines Schreibens, das der Presseclub von Quetta, Hauptstadt der pakistanischen Provinz Belutschistan, bereits im Februar 2015 erhielt. Gemeint waren christliche Mitglieder des Clubs, die sich aufgrund ihres Glaubens und ihrer öffentlichen Tätigkeit offenbar den Unmut radikalislamischer Kräfte zugezogen haben. Wie ernst solche Drohungen zu nehmen sind, wurde zuletzt am 24. April deutlich, als die Sozialaktivistin Sabeen Mahmud in Karachi erschossen wurde. Unmittelbar zuvor hatte sie eine Debatte über Menschenrechtsverletzungen in Belutschistan organisiert.

 

Ermittlungen bislang ohne Ergebnis

Belutschistan ist die flächenmäßig größte Provinz Pakistans, allerdings leben dort nur 5 Prozent der Bevölkerung. Sie grenzt an Afghanistan und hat in den letzten Jahren eine deutliche Zunahme an religiös motivierter Gewalt erlebt. Einige jüngere Berichte deuten auf Aktivitäten des Islamischen Staates (IS) in Belutschistan hin. Die vier betroffenen Journalisten nehmen die Drohungen entsprechend ernst. Absender des Schreibens ist eine bislang unbekannte Gruppierung namens "Fidayeen-e-Islam" ("Die Opferbereiten des Islam"). Der Presseclub hat das Schreiben umgehend an die zuständige Polizeistelle weitergeleitet. Zwei Monate später liegen jedoch noch immer keine Ermittlungsergebnisse vor.

Der in dem Schreiben fälschlich als Musa Masih bezeichnete Musa Farman sagte gegenüber World Watch Monitor: "Diese Anschuldigungen sind völlig haltlos. Es ist aber möglich, dass jemand aus dem Presseclub einen Groll gegen uns hegt." Farman hat in mehreren Journalistenverbänden eine leitende Stellung. Der Präsident des Journalistenverbandes von Belutschistan, Irfan Saeed, sagte: "Unsere Vereinigung hat über 120 registrierte Mitglieder, und diese Christen sind unsere Brüder. Ich kenne sie schon sehr lange, und sie haben weder den christlichen Glauben verbreitet, noch irgendeinen anderen Glauben verunglimpft."

 

Benachteiligungen und Übergriffe gehören zum Alltag der Christen

Christen in Pakistan erleben immer wieder, dass sie aufgrund ihres Glaubens bedroht oder gesellschaftlich an den Rand gedrängt werden. Die blutigen Anschläge auf die Kirchen in Lahore am 15. März sowie der Lynchmord an dem jungen christlichen Ehepaar im November 2014 stehen ihnen noch immer vor Augen. Ein unverhältnismäßig hoher Prozentsatz der Anklagen aufgrund der berüchtigten Blasphemiegesetze entfällt auf Christen. Der bekannteste Fall ist der von Asia Bibi, deren Todesurteil im Oktober 2014 bestätigt, jedoch noch nicht vollzogen wurde.

Open Doors unterstützt die Christen in Pakistan durch Kooperation mit einheimischen Hilfsorganisationen besonders in den Bereichen Bildung und Hilfe zur Selbsthilfe. Auf dem Weltverfolgungsindex 2015 nimmt das Land Platz 8 unter den Ländern ein, in denen Christen weltweit wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

 

Bitte beten Sie für die Christen in Pakistan

 

  • Bitte beten Sie um Schutz für die bedrohten Journalisten
  • Beten Sie für die christliche Minderheit im Land, dass sie Trost und Stärke in ihrem Glauben an Jesus finden
  • Beten Sie weiter für Asia Bibi und ihre Familie, die seit Jahren dem fürchterlichen Druck der Blasphemieklage und der drohenden Hinrichtung ausgesetzt ist

 

 

QuelleOpen Doors, Word Watch Monitor

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