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Pakistan: Christen nach Wahlausgang besorgt

„Wir stellen uns für die kommenden Monate auf Herausforderungen und Gewalt ein“

(Open Doors, Kelkheim) – Am 26. Juli wurde der ehemalige Kricket-Star Imran Khan zum Wahlsieger und künftigen Präsidenten Pakistans erklärt. Landesweit hatten tausende Christen für die Wahl gebetet, unterstützt von Betern in aller Welt. Wenige Stunden nach der Bekanntgabe erklärte Khan in einer Ansprache an die Nation, seine bevorzugte Regierungsform sei „der islamische Staat, wie er vom Propheten Mohammed in Medina gegründet wurde“.
 

Symbolbild
Symbolbild

Open Doors hat durch seine Partner Christen vor Ort nach ihren Erlebnissen rund um die Wahl und ihren Einschätzungen zu dem Wahlausgang gefragt.

Aufgeheizte Stimmung allerorten

Mitarbeiter christlicher Organisationen waren wochenlang unterwegs, um die Christen im Land zu ermutigen, sie zum Gebet aufzurufen und ihnen dabei zu helfen, sich über die Kandidaten zu informieren. Einer von ihnen berichtet: „Die Atmosphäre der letzten Wochen … war voller Unsicherheit und Rufen nach dem Blut des ‚Feindes‘. Wer der Feind ist, hängt vom Hintergrund des Einzelnen, von seiner Erziehung, seinen politischen und religiösen Ansichten ab. Eine Rhetorik des Hasses erfüllte die Luft.“ Über die sozialen Medien erhielten Christen Nachrichten wie: „Ihr täuscht die Menschen mit euren falschen christlichen Lehren. Wir werden euch nicht dulden. Wir werden euch fertigmachen!“

Kinder beten und stellen schwierige Fragen

Auch bei christlichen Kinderevents waren die Wahl und die Zukunftsperspektiven der Christen seit Wochen ein wichtiges Thema. Ein Mitarbeiter erläutert: „Wir hatten sogar Gebetsfeiern mit Kindern, bei denen wir sie lehrten, ihr Land zu lieben, und für den Frieden beteten. Wir diskutierten auch schwierige Fragen wie: ‚Wenn wir beten und trotzdem sterben 140 Menschen bei einer Bombenexplosion, warum beten wir dann weiter? Terroristen werden immer Terroristen sein, oder? Sie werden uns immer hassen, oder? Stimmt es, dass wir Pakistan verlassen müssen, um leben zu können?‘“

Ernüchternder Ausblick

Imran Khan wurde immer wieder in Verbindung mit den Taliban gebracht und drückte seine Unterstützung für das berüchtigte Blasphemiegesetz aus, das unter anderem zum Todesurteil für Asia Bibi geführt hat. Ein christlicher Leiter analysiert: „Es hat schon immer Schwierigkeiten gegeben. Aber während vergangene Regierungen die Mullahs mit Samthandschuhen anfassten, streckt ihnen die jetzige beide Hände entgegen.“ Der Direktor eines Partnerdienstes von Open Doors resümiert: „Jetzt ist ein Mann an der Macht, der tief verwurzelt ist in genau dem Extremismus, der die Christen seit Jahrzehnten quält. Und doch hat Gott es zugelassen. So kann es die Kirche nur voranbringen.“

Hanna*, eine Gebetsleiterin, ergänzt: „Wir danken Gott für all diejenigen, die uns liebevoll unterstützen und die uns durch Open Doors ermöglicht haben, überall im Land Hoffnung zu verbreiten; besonders dort, wo Verzweiflung und Entrechtung am stärksten sind. Er wird uns unser tägliches Brot geben, uns vergeben und helfen, anderen zu vergeben, so wie er es immer getan hat.“

* Name geändert

Bitte beten Sie für die Christen in Pakistan:

  • Beten Sie, dass die Christen sich nicht entmutigen lassen, sondern trotz aller Enttäuschung im Glauben stark bleiben.
  • Beten Sie, dass der Einfluss antichristlicher Kräfte auf die Regierenden zurückgedrängt wird und stattdessen Gott die Herzen lenkt.
  • Beten Sie für alle christlichen Dienste im Land, dass sie weiterhin mit Kühnheit und unter Gottes Leitung sein Reich in Pakistan bauen.

 

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