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Pakistan: Christen werden boykottiert

Muslimisches Mädchen setzt sich mit christlichem Jungen ab


Dorf in Pakistan(Open Doors) – In der Nähe der pakistanischen Stadt Gojra kommt es immer wieder zu Vorfällen zwischen Christen und Muslimen. Vier Jahre nach einem der schwersten Zwischenfälle, als in Gojra sieben Christen von einem muslimischen Mob getötet wurden, ist die Lage weiterhin angespannt. Bis heute genügt ein kleiner Vorfall, um die Situation eskalieren zu lassen. Genau das geschah in einem kleinen Dorf in der Nähe von Gojra, nachdem der 20-jährige Christ Umair Masih sich gemeinsam mit der 17-jährigen Nadia Shabir, einer Muslima, heimlich absetzte. Seither weigern sich die ortsansässigen muslimischen Grundbesitzer, Christen auf ihren Feldern arbeiten zu lassen.

Boykott bedeutet für Christen, hungern zu müssen

Den 500 ansässigen muslimischen Familien stehen 40 größtenteils ungebildete christliche Familien gegenüber, die auf die Beschäftigung als Tagelöhner angewiesen sind. "Die Christen stehen in der Gefahr zu verhungern", sagte ein Kontakt von Open Doors aus der Region. In Pakistan sind arrangierte Ehen immer noch die Regel. Viele junge Paare laufen deshalb davon. Oft gelingt es aber Verwandten, die Flüchtigen aufzuspüren und zu ihren Familien zurückzubringen. Manchmal werden dann beide bestraft. Der Skandal betrifft zwar stets das ganze Dorf, aber längerfristige Auswirkungen hat eine Flucht meist nur auf innerfamiliäre Beziehungen. Hier war es jedoch anders: Nachdem die Flucht des jungen Paares publik wurde, gingen Dutzende Anwohner bewaffnet auf die Straße. Erst wurden die Felder abgesucht, dann drangen die aufgebrachten Dorfbewohner mit Gewalt in Häuser der Christen ein und drohten damit, alle jungen Frauen mitzunehmen um sie zu demütigen. Außerdem drohten sie damit, die Häuser der Christen niederzubrennen und Christen aus dem Dorf zu verbannen.

Aus Vergeltung Schwestern entführt

Zwei der drei Schwestern von Masih im Alter von 16 und 18 Jahren wurden tatsächlich mitgenommen und entgingen nur dank des Einschreitens einiger älterer Männer der Vergewaltigung durch die aufgebrachte Menge. Erst am nächsten Tag sorgte ein Schiedsgericht dafür, dass die Mädchen wieder freigelassen wurden. Im Gegenzug sollte Nadia zu ihrem Vater zurückkehren und Masih aus dem Dorf verbannt werden. Masihs Vater akzeptierte diese Bedingungen. Später machten einige Muslime jedoch eine Eingabe bei Gericht und behaupteten, Masih und andere Mitglieder seiner Familie hätten Nadia verschleppt und vergewaltigt. Sie drohten den Christen blutige Rache an. Diese erstatteten daraufhin Anzeige gegen die Muslime. Seitdem bemüht sich die Polizei um einen Kompromiss zwischen den Parteien. Der gesellschaftliche Boykott dauert jedoch noch an – und damit auch die Not der Christen, die kaum noch etwas zu essen haben. 

Region Gojra: Christen sind seit Jahren Zielscheibe von radikalen Muslimen

Christen in der Region Gojra sind bereits seit Jahren Zielscheibe für gewalttätige Aktionen. Im August 2009 wurden sieben Christen bei lebendigem Leibe verbrannt und mehr als 100 Häuser zunächst geplündert und dann niedergebrannt. In den vergangenen Monaten wurden mehrere Christen aufgrund der Blasphemie-Gesetze verhaftet und ein Christ erschossen. Pakistan steht aktuell auf Platz 14 des jährlichen Weltverfolgungsindex von Open Doors, einer Liste der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Das internationale und überkonfessionelle Hilfswerk setzt sich in Pakistan mit rechtlicher Unterstützung für Christen ein und leistet praktische Hilfe.

Bitte beten Sie für die Christen in Pakistan
 

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