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Pakistan: Übergriffe auf Christen

Open Doors bittet, für die Christen in Pakistan zu beten.

 

Christen bilden eine Minderheit unter den rund 164 Millionen Einwohnern Pakistans. Immer wieder kommt es zwischen der muslimischen Mehrheitsbevölkerung und Christen zu Konflikten. Besonders die landesweiten geltenden Blasphemiegesetze werden häufig aus Schikane und Willkür gegen Christen eingesetzt. Das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors ist schockiert darüber, mit welch barbarischen Gewaltakten Radikale gegen Christen vorgehen. Nachfolgend eine Reihe von Meldungen von Übergriffen aus dem vergangenen Monat. Im Rahmen seiner laufenden Gebets- und Hilfskampagne "Gefährlicher Glaube" für Christen in der islamischen Welt appelliert das Hilfswerk, für Christen in Pakistan zu beten. Von der Regierung des Landes fordert Open Doors den Schutz der christlichen Minderheit und die Sicherstellung einer effektiven Strafverfolgung bei Angriffen auf Christen.

Pakistan: Häuslicher Streit endet in Blasphemievorwurf

(GUJRANWALA, 24. März 2010) - Wie einheimische Kirchenleiter berichteten, verhaftete die Polizei in der pakistanischen Provinz Punjab Ende März eine Christin. Rubina Bibi soll den muslimischen Propheten Mohammed beleidigt haben. Wie der Informationsdienst Compass Direct berichtet, versuchten die Beamten die Festnahme vor lokalen Menschenrechtlern geheimzuhalten. Auf Nachfragen von Khalid Gill, Regional-Koordinator der gesamtpakistanischen Minderheitenallianz (APMA) aus Lahore, bestritt die Polizei von Alipur die Verhaftung. Eine Muslima hatte die Christin der Blasphemie beschuldigt. "Der Name der Klägerin wurde geheim gehalten. Uns wurde auch nicht gestattet, Frau Bibi zu besuchen", so Gill. Ein Informant bei der Polizei berichtete Compass Direct, dass in einem polizeilichen Erstbericht (FIR Nr. 194/2010) vom 20. März Rubina Bibi vorgeworfen wird, eine herabsetzende Bemerkung über den islamischen Propheten Mohammed gemacht zu haben. Zum Streit zwischen den beiden Frauen kam es laut APMA-Informationen wegen einer häuslichen Angelegenheit. Ein radikaler muslimischer Verwandter der Klägerin habe dann aus dem Streit der beiden Frauen eine religiöse Angelegenheit gemacht. Bibi droht bei einer Verurteilung die Todesstrafe bzw. lebenslängliche Haft und eine hohe Geldstrafe.

Pakistan: 36-jähriger Christ mit Axt erschlagen

(MIAN CHANNU, 22. März 2010) - Sechs Muslime haben in Pakistan einen Christen mit mehreren Axthieben erschlagen. Der Vorfall ereignete sich am 9. März in einer Ortschaft im Bezirk Khanewal in der Provinz Punjab. Laut dem Informationsdienst Compass Direct hatte sich Rasheed Masih (36) geweigert, zum Islam zu konvertieren. Wie Masihs jüngerer Bruder Munir Asi und ein Geistlicher des Ortes sagten, missfiel konkurrierenden Händlern der geschäftliche Erfolg des Christen. Am 9. März lockten einige von ihnen Rasheed Masih in ein Haus und töteten ihn dort. Seinen Leichnam ließen sie nahe des Ortes Kothi Nand Singh am Straßenrand liegen. Die Polizei nahm die Ermittlungen gegen die sechs Männer auf. Die Tatverdächtigen – Ghulam Rasool, Muhammad Asif, Muhammad Amjad, ein gewisser Kashif sowie zwei namentlich unbekannte Männer – sind weiter auf freiem Fuß.

Pakistan: Ahndung einer Vergewaltigung sollte mit Gewalt verhindert werden

(LAHORE, 18. März 2010) – Mit Gewalt setzten fünf Männer eine verarmte christliche Familie unter Druck, ihre Anzeige wegen Vergewaltigung gegen einen Muslim zurückzuziehen. Die Männer drangen am 26. Februar mit einer Pistole und einem Dolch sowie Bambusknüppeln bewaffnet in das Haus von Piyara Masih in Lahore, der Hauptstadt des Punjabs, ein und prügelten auf seine 15-jährige Tochter und ihre 21-jährige Schwester Muniran Bibi ein. "Sie zerrissen meine Kleider und auch die meiner Schwester", sagte Bibi dem Informationsdienst Compass Direct. Laut Aussage der Familie haben vier der Angreifer am Ostersonntag im Jahr 2007 die damals 13-jährige Tochter Masihs vergewaltigt. Danach entführten die Peiniger das Mädchen und hielten es versteckt. Die Polizei konnte sie später befreien. Erst nach intensiven Bemühungen des Anwaltes, christlicher Politiker und Geistlicher sowie aufgrund eines Beschlusses des Obersten Gerichtshofs von Lahore nahm die Polizei am 2. März die Anzeige gegen die Tätergruppe an. Wie die Familie berichtete, erhält sie weiterhin Todesdrohungen.

Pakistan: Drei Christen zu lebenslanger Haft verurteilt

(KARACHI, 10. März 2010) – Ein christliches Ehepaar ist Anfang März gemäß der in Pakistan geltenden Blasphemiegesetze wegen Entweihung des Islam zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Paar weist jeden Vorwurf zurück. Eine Woche zuvor verurteilte ein Gericht auch einen anderen Christen wegen Blasphemie zu 25 Jahren Gefängnis.

Vorwurf: Koran-Entweihung durch Magie
Am 3. März verurteilte ein Gericht Ruggiya Bibi und ihren Mann Munir Masih aus Kasur nach Abschnitt 295-B des pakistanischen Strafrechts (Entweihung des Korans). Die beiden waren im Dezember 2008 in Mustafabad verhaftet worden, weil sie einen Koran ohne die im Islam vorgeschriebene rituelle Waschung berührt haben sollen. Ihr Anwalt Tahir Gul vom Rechtshilfezentrums CLAAS berichtete dem Informationsdienst Compass Direct, dass es im Vorfeld zu einem Streit zwischen muslimischen und christlichen Kindern gekommen war. Der eskalierte später in einen Konflikt zwischen den Eltern der Kinder. Im Gerichtsverfahren sagten Zeugen aus, das Paar benutze den Koran für schwarze Magie. Zudem soll es das islamische Glaubensbekenntnis an die Wände ihres Hauses geschrieben haben.

Vorwurf: Christ verschickte lästerliche SMS
Ebenfalls zu 25 Jahren Haft – das entspricht in Pakistan lebenslanger Haft – verurteilte am 25. Februar ein Gericht in Karachi den Christen Qamar David. Das Urteil erging nach Abschnitt 295-A wegen Verletzung religiöser Gefühle einer Gemeinschaft sowie Abschnitt 295-C wegen herabsetzender Bemerkungen über den islamischen Propheten Mohammed. Zudem muss David eine Geldstrafe von umgerechnet 875 Euro zahlen. Der Christ soll im Mai 2006 Textnachrichten (SMS) mit blasphemischen Äußerungen per Telefon verschickt haben. Sein Anwalt Pervaiz Aslam Chaudhry teilte dem Informationsdienst Compass Direct mit, dass der Schuldspruch jeder Grundlage entbehre. Alle 16 Zeugen hätten vor Gericht ausgesagt, dass nicht David der Absender der Nachrichten gewesen sei, sondern der Besitzer des Telefons, von dem die Zeugen die blasphemischen Botschaften erhalten hatten. Das fragliche Handy gehöre dem Muslim Munawar Ahmad. "Trotz dieser Tatsachen hat das Gericht Ahmad nun von allen Anklagen reingewaschen", so Anwalt Chaudhry.

Quelle Meldungen: Compass Direct

 

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