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Rückkehr der Christen in den Irak und Syrien gefährdet

Open Doors legt UN Petition zum Schutz für verfolgte Christen vor

(Open Doors, Kelkheim) – Die große Mehrheit der Christen ist in den letzten Jahren aus Syrien und dem Irak geflohen – vor Krieg, religiösen Extremisten und der zunehmenden Verfolgung. Nun würden viele von ihnen gerne wieder in ihre Heimat zurückkehren, doch die Regierungen dort bieten den Christen weder Sicherheit noch nennenswerte Möglichkeiten der Mitgestaltung in Politik und Gesellschaft. Das christliche Hilfswerk Open Doors wird deshalb Anfang Dezember der UN eine Petition mit mehreren hunderttausend Unterschriften und der Forderung nach Schutz der Christen im Irak und in Syrien übergeben.

Außerdem fehlen Initiativen seitens der UN und westlicher Regierungen zur gezielten Unterstützung der Christen beim Wiederaufbau ihrer Heimatorte. Eine Ausnahme bildet hier Ungarn. Die Regierung von Viktor Orbán schickte mit dem Hinweis „Die Hilfe muss dorthin gebracht werden, wo sie gebraucht wird“ jeweils eine Million Euro Soforthilfe und weitere Unterstützung direkt an die syrisch-orthodoxe und die katholische Kirche. Dies geschah nicht, wie üblich, über internationale Kanäle wie die Vereinten Nationen, sondern gezielt in Absprache mit der Kirche vor Ort.

Es darf nicht vergessen werden, dass die Christen der Ninive-Ebene und anderswo nicht nur vor islamischen Extremisten flohen, sondern auch vor jenen Muslimen, die Extremisten willkommen hießen und unterstützten. Dabei wurde viel Vertrauen zerstört. Umso wichtiger ist der gezielte Schutz vor Verfolgung, wenn die Wiederansiedlung der Christen in Syrien und Irak gelingen soll.

Hoffnungszentren

Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland, ruft dazu auf, die Christen im Nahen Osten nicht im Stich zu lassen: „Es fehlen sauberes Wasser und Strom, viele Häuser, Kirchen und Schulen sind zerstört, die medizinische und alltägliche Versorgung muss noch aufgebaut werden. Deshalb wollen wir unsere Brüder und Schwestern im Nahen Osten praktisch und geistlich unterstützen. Mit Hilfe einheimischer Kirchen, mit denen Open Doors seit Jahren gut vernetzt ist, haben wir mit dem Aufbau von sogenannten Hoffnungszentren begonnen; geplant sind zunächst 60. Dort werden Schulungen in Life Skills und beruflicher Qualifizierung angeboten, außerdem Traumabegleitung und biblische Lehre, auch wird der Aufbau von Netzwerken zwischen christlichen Gruppen koordiniert. Im geschützten Raum der Hoffnungszentren werden außerdem Projekte für die Dorfgemeinschaft geplant, um Versöhnung und damit das kommunale Leben zu fördern“, so Rode.

Wiederaufbau der Wohn- und Geschäftshäuser

Open Doors unterstützt heimkehrende Familien auch bei der Instandsetzung ihrer zerstörten Häuser. Pastor Poulos und andere Leiter haben ihre Büros im Kurdengebiet geschlossen und sind in die Ninive-Ebene zurückgekehrt. „Meine Familie war die erste, die nach Baschiqa zurückgekehrt ist. Ich habe tagsüber im Haus gearbeitet und nachts in der Kirche geschlafen“, berichtet der Pastor. „Die ersten 52 Häuser sind dank eurer Hilfe repariert.“ Das gibt weiteren Christen Mut, es ihnen gleich zu tun. In ihren Heimatorten erfasst ein Komitee das Ausmaß der Beschädigung einzelner Häuser sowie den Finanzbedarf für die fällige Reparatur. Diese Summe wird dann rückkehrwilligen Familien ausgehändigt, später legen sie eine Abrechnung über die Verwendung des Geldes vor. So vermitteln die Kirchen Beratung, Trost und Hilfe; manche Familien schlafen auch dort, bis ihre Häuser wieder bewohnbar sind.

Beitrag der Christen im Nahen Osten für Frieden, Bildung und Fürsorge

Seit Jahrhunderten – und zuletzt während des Bürgerkrieges – leisten christliche Gemeinschaften in Syrien und dem Irak einen hohen Beitrag in den Bereichen Bildung, medizinische Versorgung, Versöhnung und diakonische Dienste. Aufbauend auf die lange Tradition christlicher Klöster und daran angeschlossener sozialer Einrichtungen, sind christliche Schulen und Krankenhäuser in der Region bis in die Gegenwart hinein für ihren hohen Standard bekannt. Dies muss in Überlegungen zur zukünftigen Gestaltung der Länder einfließen. Langfristig schwächt ihre Vertreibung den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dazu Markus Rode: „Die westlichen Regierungen müssen sich JETZT für Schutz und Sicherheit einsetzen, solange es noch Christen und funktionierende Kirchen in Syrien und dem Irak gibt. Das ist leider viel zu wenig der Fall. Und als Christen im Westen sollten wir intensiv für unsere Glaubensgeschwister im Nahen Osten beten, damit sie neue Hoffnung und Mut für den Wiederaufbau haben.“

 

Die folgenden Bilder können Sie sich zur weiteren Verwendung durch Anklicken des jeweiligen Vorschaubildes herunterladen:

Irak

Pastor Poulos besichtigt eines der zerstörten Häuser in Baschiqa, Irak. Heimkehrende Familien erhalten durch die Kirchen vor Ort finanzielle Hilfe von Open Doors, um ihre Häuser wieder instandzusetzen.

 

Irak

Die Hoffnung der rückkehrenden Christen ist groß: „Morgen wird ein schönerer Tag sein“ heißt es auf der Mauer eines Hauses, das teilweise durch Feuer zerstört ist.

 

 

Für Interviews mit Markus Rode wenden Sie sich bitte an unser Pressebüro.

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