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Rückkehr nach Nordkorea

Als Flüchtling durfte Kim nicht entdeckt werden

 

(Open Doors) – Um das Leben ihrer Tochter zu retten, sah Kim* keinen anderen Ausweg, als Nordkorea zu verlassen und nach China zu gehen. Mutterliebe und Verzweiflung trieben sie vor drei Jahren zu diesem Schritt. In ihrer Heimat hungerten sie, es gab nichts zu essen und keine Aussicht auf Arbeit. Kim hoffte, von China aus ihrer Tochter Geld schicken zu können. Die gefährliche Flucht über den Grenzfluss, vorbei an scharf bewaffneten Soldaten gelang. Aus Angst, abgeschoben zu werden, heiratete sie einen Chinesen. Doch irgendjemand verriet sie bei der Polizei als Flüchtling aus Nordkorea. Gerade noch konnte Kim der Verhaftung entgehen und in einem unserer Zufluchtshäuser untertauchen.

"Als sie bei uns eintraf, konnten wir die Sorgen der jungen Frau quasi an ihrem Gesicht ablesen", erzählte unsere Mitarbeiterin Helen*. "Sie war außerdem sehr abweisend der Bibel gegenüber. Immer wieder schrie sie, sie sei ein aufrichtiger Kommunist." Kim klagte über starke Bauchschmerzen, ließ aber niemanden an sich ran. "Wir beteten für sie und nach und nach zeigte sie Interesse am Evangelium. Sie stellte für sich fest, dass kein Mensch ein ganzes Leben lang für sie sorgen könne, außer Jesus Christus." Am Ende erzählte Kim unter Tränen, dass sie kurz zuvor in einer Klinik auf dem Land ihr Kind abgetrieben hatte. "Also beteten und fasteten wir für sie und nach einer Woche ging es ihr etwas besser. Von da an begann Kim auch in der Bibel zu lesen", erzählte Helen.

Den schweren Weg gewählt
Nach einigen Monaten im Zufluchtshaus bekam Kim die Möglichkeit, nach Südkorea zu fliehen. Doch stattdessen entschied sie sich, nach Nordkorea zurückzugehen. Seit drei Jahren hatte sie ihre Tochter nicht mehr gesehen. "Wir respektierten ihren Wunsch und ich begleitete sie bis zur Grenze", erzählte Helen. Doch es gab ein Problem. Kim hatte keinen Reisepass und als Flüchtling durfte sie auf keinen Fall entdeckt werden. "Das war sehr riskant." Am Grenzbahnhof angekommen, bekam Kim plötzlich Nasenbluten. Als der chinesische Beamte ihren Ausweis sehen wollte, blieb sie stumm, denn sie sprach kein Chinesisch. Helen sagte dem Beamten, Kim könne nicht sprechen und bat ihn um Medizin. Der Mann war so bewegt von der offenbar Mitleid erregenden Erscheinung der jungen Frau, dass er nicht weiter nach ihrem Pass fragte und sie sicher durch alle Kontrollposten schleuste. Am Ende nahmen Helen und Kim ein Taxi bis zur Grenze.

"Ich bezahlte den Fahrer und gab Kim noch etwas Geld", erzählte Helen. "Sie nahm ihre Bibel und überquerte den Fluss. Seitdem habe ich nichts mehr von ihr gehört. Ich bin ein wenig besorgt, doch ich weiß, sie ist sicher in Gottes Hand."

*Name geändert

Gebetsanliegen:

  • Danken Sie, dass Kim Schutz in einem unserer Zufluchtshäuser gefunden hat. Dort hörte sie auch vom Evangelium und lernte Jesus kennen.
  • Beten Sie für Kim und ihre Tochter in Nordkorea.
  • Beten Sie für die vielen Männer und Frauen, die nach China geflohen sind und dort ein unsicheres Leben im Untergrund führen müssen.
  • Beten Sie für unsere Dienste in China, um Bewahrung der Mitarbeiter in den Zufluchtshäusern und um Weisheit in der Begleitung der Flüchtlinge.

 

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