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Sudan: Christin nach Amnestie für Häftlinge wieder frei

Präsident kündigt bessere Beziehungen zum Südsudan an

 

(Open Doors) – "Es geht ihr gut. Sie freut sich, wieder bei ihren Brüdern und Schwestern zu sein", kommentiert ein Familienangehöriger die Freilassung von Salwa Fahmi Suleiman Gireis. "Viele haben für sie gebetet und gefastet." Die 64-jährige Buchhalterin aus Khartum wurde nach ihrer Verhaftung durch den Geheimdienst sieben Wochen lang ohne Anklage in Haft behalten. Ein Anwalt wurde ihr verweigert und auch ihrer Familie nur ein einziger Besuch genehmigt. Seit dem 2. April ist Salwa Fahmi in Freiheit.
Am 1. April ordnete Präsident Omar Al Bashir in einer Rede vor dem Parlament die Freilassung aller politischen Gefangenen an. Der Sudan wolle "eine Atmosphäre der Freiheit schaffen und die freie Meinungsäußerung von Einzelnen und Gruppen gewährleisten."

Entspannung mit Süd Sudan?

Die Freilassung der politischen Häftlinge und die Bereitschaft "mit allen politischen und gesellschaftlichen Kräften – einschließlich der bewaffneten – sprechen zu wollen, ohne jemanden auszuschließen" könnten Entspannung im Land bedeuten und geschehen vor dem Hintergrund verbesserter Beziehungen zum Südsudan. So kamen am 2. April auch sieben oppositionelle Aktivisten frei.

Seit der Abspaltung des Südsudan im Jahr 2011 hatten die religiösen Spannungen im Land beständig zugenommen. Streitigkeiten um Öl hatten fast zu einem erneuten Krieg geführt. Im September unterzeichneten die beiden Nachbarstaaten unter Vermittlung der African Union zwar ein Abkommen hinsichtlich Ölverkauf und einer demilitarisierten Pufferzone, und seit dem 6. April wird wieder Öl aus dem Süden im nördlichen Port Sudan verschifft. Doch Präsident Al Bashir hat allen Grund, sein Haus zu ordnen: Die Gerichtsverhandlung vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag steht an, und die oppositionellen Gruppen im Land wachsen zusammen. Nun hat er seinen Rückzug aus der Politik für 2015 angekündigt: "Der Sudan braucht frisches Blut", so Bashir.

Situation der Christen weiterhin bedrohlich

Zerstörte christliche BibliothekDie Ausweisung von etwa 100 ausländischen NGO-Mitarbeitern wegen angeblicher christlicher Aktivitäten und weitere Übergriffe gegen Christen vor einigen Wochen lassen jedoch keinen Zweifel an den Plänen Al Bashirs zur Errichtung eines Scharia Staates. Dass mit Salwa Fahmi nun alle einheimischen Häftlinge wieder auf freiem Fuß sind, ist ein positives Signal. Allerdings wurden Zusagen hinsichtlich der Rückgabe ihres Passes und der bei der Verhaftung konfiszierten Computer sowie anderer persönlicher Gegenstände noch nicht eingehalten. Das Haus ihrer Eltern war ebenfalls durchsucht worden. Dabei wurden mehrere Schweine getötet, ein Motorrad gestohlen, die Bibeln der Familie weggeschlossen. Die Verfolgung von Christen seitens der Behörden hält an. Auch der in Nyala ansässige Kirchenrat des Sudan konnte noch nicht wieder zusammenkommen. (Zerstörte christliche Bibliothek, Foto: Open Doors)

Was Jesus von seiner Gemeinde erwartet

"Tut wohl denen, die euch hassen. Segnet, die euch fluchen", sagt Jesus. Unser Gebet für die Verfolger und dafür, dass Gottes Wort im Land zunimmt, ist Gottes Weg zur Veränderung des Landes. Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors steht der Sudan auf Platz 12. Die Menschen im Land stehen bei Gott an erster Stelle.

Bitte beten Sie für die Christen im Sudan.
 

  • Danken Sie Gott für die Freilassung von Salwa und der anderen Gefangenen.
  • Beten Sie bitte für die Christen, die ihren Glauben im Verborgenen leben müssen.
  • Beten Sie für die Leiter der Gemeinden, dass sie dem Druck der Widersacher standhalten.

 

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