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Sudan: Pastoren Peter Yen und Yat Michael sind frei

Hoffnung auf mehr Religionsfreiheit im Land

 

(Open Doors, Kelkheim) - Die Anklagen gegen die beiden südsudanesischen Pastoren Peter Yen und Yat Michael wurden fallengelassen. Heute Mittag bestätigten überaus glückliche Familienangehörige nach der Gerichtsverhandlung gegenüber dem unabhängigen Internet-Radiosender Tamazuj und Open Doors, dass beide Christen frei sind. Maßnahmen zu ihrer Entlassung aus dem Gefängnis sind bereits im Gang. Die gute Nachricht wurde von ihren Familien und den Christen im Sudan mit großer Erleichterung aufgenommen. Yat Michael war im Dezember 2014 und Peter Yen im Januar 2015 verhaftet worden [Open Doors berichtete].

Richter Ahmad Ghaboush vom Zentralgericht Nord in Khartum sprach beide Pastoren insbesondere von der Anklage wegen Spionage frei. Eine Verurteilung hätte die Todesstrafe bedeuten können. Von den Anklagen wegen "Verletzung des Friedens" (Art. 69) gegen Yat Michael und "Leitung einer terroristischen Vereinigung" (Art. 65) gegen Peter Yen wurden sie nicht freigesprochen, der Richter erklärte die Strafe aber mit der 8-monatigen Haft als abgegolten.

Beobachter mehrerer ausländischer Botschaften wohnten der Gerichtsverhandlung bei. Ein Vertreter des sudanesischen Justizministeriums teilte einem der Anwälte mit, dass die Regierung aufgrund der hohen internationalen Aufmerksamkeit dem Fall besonderes Interesse gegeben habe.

Mehr Religionsfreiheit gefordert

Nach Angaben des Sudan Tribune hatte es vergangene Woche ein Treffen zwischen dem Untersekretär des sudanesischen Außenministeriums, Abdel-Gari Al-Naeim, und dem US-Botschafter für internationale Religionsfreiheit, David N. Saperstein, gegeben. Themen des Gesprächs waren u.a. Religionsfreiheit und die Situation von Nicht-Muslimen im Land. Gegenüber den Medien betonte Al-Naeim nach dem Treffen, dass die Mehrheit der Bevölkerung des Sudans die Anwendung der Scharia-Gesetzgebung unterstütze und die Berichterstattung der westlichen Medien über die Situation der Religionsfreiheit im Sudan einseitig und vom Ton her feindselig sei. Man sei aber zu Gesprächen bereit. Weiter führte Al-Naeim aus, dass die USA die Einsetzung einer Kommission für die Rechte von Nicht-Muslimen gefordert habe, um Religionsfreiheit und den Schutz von Nicht-Muslimen im Sudan zu gewährleisten.

Der Sudan belegt aktuell Platz 6 auf dem Open Doors Weltverfolgungsindex, einer Rangliste der Länder, in denen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

 

 

  • Danken Sie Gott für die Freilassung der beiden Pastoren.
  • Beten Sie bitte weiter für die christliche Gemeinschaft im Sudan, dass sie sich von den Druckmitteln des Staates nicht einschüchtern lassen, sondern Güte und Frieden bewahren.

 

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