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Sudan: Zehntausende aus Abyei geflohen

Open Doors bittet dringend um Gebet für die Menschen in der Region

 

(Open Doors) - Die Lage in der sudanesischen Grenzregion Abyei bleibt äußerst angespannt. Wegen der anhaltenden Kämpfe zwischen südsudanesischen Regierungstruppen und nordsudanesischen Milizen sind seit November vorigen Jahres schätzungsweise 36.300 Menschen aus der Region geflohen. Das christliche Hilfswerk Open Doors bittet, für ein Ende der Gewalt und für die Versorgung der vertriebenen Familien zu beten.

Die Region Abyei mit der gleichnamigen Stadt liegt im Bundesstaat Dschanub Kurdufan an der Grenze zwischen Süd- und Nordsudan. Seit Anfang März sollen dort mehr als 100 Menschen bei gewaltsamen Zusammenstößen ums Leben gekommen sein. Viele Dörfer wurden in Brand gesetzt. Schon in der Vergangenheit flackerte immer wieder Gewalt auf zwischen den arabischen Misseriya aus dem Norden des Landes und den Ngok Dinkas, welche die Mehrheitsbevölkerung der Region Abyei bilden. Besonders konfliktreich ist die Zeit, wenn die Misseriya-Nomaden ihr Vieh durch Abyei treiben. Zwar erlauben die Ngok Dinka den saisonalen Viehdurchzug, doch die Jahre politischer Spannungen zwischen dem Norden und dem Süden des Landes haben auch zu einem gestiegenen Misstrauen unter der lokalen Bevölkerung geführt. Dinka-Stammesangehörige verstehen sich als Südsudanesen; die Misseriya fühlen sich dem Norden zugehörig.

Weitere Eskalation befürchtet
Open Doors unterhält in der Region ein Zentrum, das von den Ausschreitungen verschont geblieben ist. Örtliche Mitarbeiter befürchten eine weitere Eskalation der Gewalt. Denn unklar ist, ob die Region künftig zum Süden oder dem Norden des Landes gehören wird. Wie die Mitarbeiter berichten, steigt die Zahl der Menschen rapide, die u.a. in Kirchen Zuflucht gesucht haben. Einheimische Kirchenleiter seien damit beschäftigt, die Versorgung mit Unterkünften, Wasser und Lebensmitteln zu koordinieren. Bei den Flüchtlingen handele es sich überwiegend um Frauen und Kinder. Viele Männer versuchten derweil Hab und Gut der Familien zu schützen. Mitarbeiter von Open Doors konnten einige Flüchtlingsfamilien besuchen, um sie zu ermutigen und mit ihnen zu beten.

Abyei ist eine erdölreiche Region. Bis zur Unabhängigkeitserklärung voraussichtlich im Juli gibt es noch viele strittige Fragen zu klären, u.a. ob Abyei künftig zum Nord- oder zum Südsudan gehören wird. In einer Volksabstimmung im Januar hatten sich die Menschen im Südsudan für einen eigenen Staat und damit für die Unabhängigkeit vom Norden des Landes ausgesprochen. Das Referendum war Teil des Friedensabkommens, mit dem im Jahr 2005 der Bürgerkrieg zwischen dem muslimisch geprägten Norden und dem überwiegend christlichen Südsudan nach 22 Jahren beendet wurde.

 

Gebetsanliegen:

  • Beten Sie, dass die Kämpfe zwischen den rivalisierenden Truppen aufhören und es zu Versöhnung kommt.
  • Beten Sie, dass die Differenzen zwischen den Dinkas und Missiriyas nicht für politische Ziele genutzt werden.
  • Beten Sie für die Versorgung der vertriebenen Familien. Der Bedarf an Hilfe ist enorm. Wer nicht bei Verwandten unterkommen konnte, muss im Freien leben. Die Regenzeit steht vor Tür und ohne Versorgung können sich leicht Krankheiten ausbreiten.
  • Beten Sie für die christlichen Gemeinden, die sich bemühen, den Menschen sowohl praktisch als auch seelsorgerlich beizustehen. Möge Gott Möglichkeiten schaffen, dass lokale Gemeinden in dieser schweren Zeit zu Friedensstiftern werden und Hoffnung säen können.

 

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