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Syrien: IS lässt weitere 25 Christen frei

130 aus der Provinz Hassaka weiterhin in den Händen der Islamisten

 

(Open Doors, Kelkheim) – Der "Islamische Staat" (IS) hat weitere 25 Christen aus der Provinz Hassaka im Nordosten Syriens freigelassen. Sie trafen am 9. Dezember in der Stadt Tel Tamer ein und befanden sich bei guter Gesundheit, 24 von ihnen stammen aus den Dörfern Tel Jazira und Tel Shamiran.

Horrende Lösegeldforderung als "Steuer für Ungläubige"

Im Februar und März 2015 war der IS zunächst entlang des Khabur Flusses vorgedrungen und hatte 3.000 Assyrer aus insgesamt 35 Dörfern vertrieben, die darauf Zuflucht in den Städten Kamishli und Hassaka nahmen. 253 Personen gerieten jedoch in Gefangenschaft. Unterhändler der Kirche hatten daraufhin Kontakt zu den Entführern aufgenommen und sich um die Freilassung der Entführten bemüht. Der australische Erzbischof von der Assyrischen Kirche des Ostens, Mar Meelins, erklärte gegenüber Newsweek, die Islamisten hätten 23 Mio. US Dollar als Lösegeld gefordert – ca. 100.000 USD pro Person. Dies entspreche der islamischen Dschizya, also der Kopfsteuer für Ungläubige unter islamischer Herrschaft. An der Höhe der Forderungen waren die Verhandlungen nach zwei Monaten gescheitert.

Die 25 nun Freigelassenen waren am 23. Februar 2015 in IS-Gefangenschaft geraten. Bereits im März hatte der IS ein Video veröffentlicht, auf dem einer der Gefangenen angibt, freiwillig und "ohne Druck" zum Islam konvertiert zu sein. Der Mann wurde daraufhin freigelassen. Ein assyrischer Geistlicher kommentierte den Vorgang so: "Der Mann ist für ein paar Stunden vordergründig zum Islam konvertiert, um sein Leben zu retten und freizukommen."

Gefangenen Christen droht Ermordung

In den vergangenen Monaten kam es immer wieder zur Freilassung kleiner Gruppierungen unter nicht näher bekannten Umständen. Auf der anderen Seite erschossen die Islamisten zwischenzeitlich drei ihrer Geiseln vor laufender Kamera und drohten damit, weitere umzubringen, sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Insgesamt befinden sich 130 assyrische Christen aus den Dörfern am Khabur-Fluss weiterhin in den Händen des IS. Hinzu kommen 185 Assyrer, die im westsyrischen Qaryatain entführt wurden. Open Doors ruft zum Gebet für die Entführten auf.

Syrien rangiert auf dem Open Doors Weltverfolgungsindex aktuell an 4. Stelle unter den Ländern, in denen Christen weltweit wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Open Doors steht dort mehr als 10.000 Flüchtlingsfamilien mit Not- und Soforthilfe zur Seite und unterstützt die einheimischen Kirchengemeinden durch Schulungen, Trauma-Seelsorge und christliche Literatur.

Quellen: World Watch Monitor, Open Doors, AINA

Bitte beten Sie für die Christen in Syrien

  • Danke Sie für die wiedergewonnene Freiheit und das Wohlergehen der jetzt freigelassenen Christen.
  • Beten Sie für die übrigen Geiseln, dass Jesus sie beschützt, im Glauben stärkt und auch sie bald freikommen.
  • Beten Sie für alle in Syrien verblieben Christen um Kraft, Gottes Schutz und klare Führung, damit die Gemeinde Jesu nicht Land nicht noch mehr geschwächt wird.
  • Beten Sie für die IS-Kämpfer, dass Jesus ihnen die Augen öffnet und Gottes Güte sie zur Umkehr leitet (vgl. Röm 2,4).

 

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