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Syrien/Irak: Christen ringen um Hoffnung

Ein Jahr nach dem Fall von Mossul droht Christen erneut Vertreibung durch IS

 

(Open Doors) - Am 10. Juni 2014 eroberten IS-Kämpfer die Millionenstadt Mossul, um wenige Wochen später ein eigenes Kalifat in Teilen von Syrien und dem Irak auszurufen. Die Christen und andere religiöse Minderheiten wurden aus der gesamten Ninive-Ebene vertrieben. Derzeit rückt der IS auf Aleppo und Damaskus vor, vor kurzem fiel die syrische Stadt Palmyra. "Von den etwa 1 Million Christen sind deshalb immer weniger bereit, in Syrien bleiben zu wollen", berichtet unser Nothilfe-Koordinator Roger*. "Von Gemeindeleitern hören wir, dass viele ihrer Mitglieder keine Hoffnung mehr für ihr Land haben."

 

Auch bislang relativ ruhige Regionen in Syrien sind nun gefährdet

"Jeden Tag müssen wir weiter zurückweichen. Der IS ist etwa 30 km entfernt, es werden bereits Leute entführt. Kürzlich gab es viele Explosionen", berichtet ein Pastor aus Latakia, einer Stadt am Mittelmeer. Große Teile des Küstengebietes sind überwiegend von schiitischen Alawiten besiedelt, zu denen auch Präsident Bashar al-Assad gehört. Weil viele junge Männer von hier in der syrischen Armee dienen, war die Region bislang relativ sicher.

Aus diesem Grund sind Städte wie Latakia und Tartus mit Flüchtlingen regelrecht überschwemmt. Inzwischen ist der IS nahe an Damaskus herangerückt. Ein Open Doors Kontaktmann sprach dort mit Christen. Sie fragten ihn: "Warum müssen wir das alles durchmachen?" Doch viele machen sich auch gegenseitig Mut: "Wir wissen, dass Gott bei uns ist", versichern sie sich. Von den Ende Februar vom IS entführten mehr als 200 Christen fehlt allerdings noch immer jede Spur.

 

Gebetstreffen in Erbil mit Flüchtlingen aus Mossul

Am 10. Juni 2015 trafen sich aus Mossul vertriebene Christen zu einem Gebetstreffen im kurdischen Erbil. "Wir kommen nicht zusammen, um Verzweiflung und Niedergeschlagenheit zu pflegen, sondern uns vielmehr an all das zu erinnern, was Gott Gutes getan hat", erzählte ein Teilnehmer im Vorfeld. "Gott war sehr gut zu uns. Meine Frau und ich gehören nun zu einer kleinen Gemeinde hier, die sich so liebevoll um uns gekümmert hat."

Durch die lokalen Kirchen und Partnerorganisationen versorgt Open Doors weiter christliche Flüchtlinge im Irak und in Syrien, oft aber auch Jesiden und andere. Sie alle brauchen dringend die Gewissheit, nicht alleine zu stehen.

*Name aus Sicherheitsgründen geändert

 

Danke, dass Sie sich an die Seite der Christen in Syrien und im Irak stellen

 

  • Bitte beten Sie für die Christen, die erwägen, das Land zu verlassen.
  • Beten Sie für die Christen, die vom Vorrücken des IS bedroht sind, dass Gott ihre Herzen und Leben bewahrt und sie im Glauben gestärkt werden.
  • Bitte beten Sie für alle verschleppten und vermissten Christen
  • Beten Sie für die vielen Christen, die aus Mossul und der Ninive-Ebene ins Kurdengebiet geflohen sind, dass sie Frieden finden trotz der Bedrängnis.

Pastor Farouk aus dem Irak spricht beim Open Doors Tag 2015 in Karlsruhe.

 

 

 

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