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Todesurteil gegen Asia Bibi ausgesetzt - Oberster Gerichtshof ermöglicht Berufungsverfahren für pakistanische Christin

 

(KELKHEIM, 23. Juli 2015) - Das höchste pakistanische Gericht hat die gegen die Christin Asia Noreen verhängte Todesstrafe in einem Beschluss vom 22. Juli ausgesetzt. Die Richter ordneten eine neue Anhörung an, in der die Anklage gegen die besser als Asia Bibi bekannte fünffache Mutter einer neuen Prüfung unterzogen werden soll. Sie war im Juni 2009 wegen angeblicher Beleidigung des Propheten Mohammed verhaftet und im November 2010 als erste Frau in Pakistan zum Tod verurteilt worden.

Der Leiter von Open Doors Deutschland, Markus Rode, äußerte sich zuversichtlich zu dem Beschluss, bittet aber weiter um Gebet für Asia Bibi: "Die Aufhebung der Todesstrafe durch den Obersten Gerichtshof ist ein sehr ermutigendes Zeichen und ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung. Wir glauben, dass das internationale Engagement und die Gebete vieler Menschen hierzu beigetragen haben. Bis zur tatsächlichen Freilassung von Asia kann jedoch noch viel Zeit vergehen. Das Urteil schafft die Voraussetzung dafür; wenn sie jetzt das Gefängnis verlassen würde, wäre das Risiko für Asia Bibi jedoch sehr hoch, einem Anschlag zum Opfer zu fallen. Wir bitten darum, weiter für sie und ihre Familie zu beten, auch um Schutz vor islamischen Extremisten." Pakistan belegt Rang 8 auf dem Open Doors Weltverfolgungsindex.

15 weitere Blasphemieklagen - Pakistans Christen hoffnungsvoll

Die Freude unter Pakistans Christen ist angesichts des Urteils sehr groß. Viele schöpfen neue Hoffnung, auch im Hinblick auf mindestens 15 weitere Christen, die aufgrund von Blasphemieklagen im Gefängnis sitzen. Eine Anwältin, die aus Sicherheitsgründen nicht namentlich genannt werden will, ist da skeptischer: "Asia Bibi ist noch nicht frei!"

Die Blasphemiegesetze Pakistans stellen für die einheimischen Christen eine ständige Bedrohung dar. Politiker wagen sich aus Furcht von den Reaktionen islamistischer Gruppierungen kaum an eine Reform. Aus gutem Grund: Im Jahr 2011 wurden sowohl der einflussreiche Gouverneur der Provinz Punjab, Salman Taseer, als auch der damalige Minister für Minderheiten, Shahbaz Bhatti, ermordet. Beide hatten sich zuvor für die Freilassung von Asia Bibi ausgesprochen und kritisch zu den bestehenden Blasphemiegesetzen geäußert. Der Bruder Bhattis und Leiter der ‚All Pakistan Minorities Alliance' (APMA), Paul Bhatti, bewertet den Ausgang der Anhörung positiv für Asia Bibi. Der Vorsitzende des Nationalen Kirchenrates, Bischof Azad Marshall, bittet um Gebet für die Richter, die er einer Gefahr durch Extremisten ausgesetzt sieht.

Für Fotos und Interviews mit Markus Rode wenden Sie sich bitte an unser Pressebüro.

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