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Übergriffe auf Christen in mehreren Bundesstaaten

Unvermindert werden in der größten Demokratie der Welt Christen verfolgt. Erneut kam es in Indien in mehreren Bundesstaaten zu Übergriffen auf Christen, denen Hindus willkürlich Zwangsbekehrungen vorwerfen. Nicht selten schaut die Polizei weg. Auf dem Open Doors-Weltverfolgungsindex belegt Indien Platz 22 in der Liste der Länder, in denen Christen am meisten verfolgt werden.

Indien/Karnataka: Pastor aus dem Dorf gejagt
Im südindischen Bundesstaat Karnataka wurde ein Pastor mit seiner Familie aus dem Dorf vertrieben. Laut einem Bericht der Evangelical Fellowship of India (EFI) hatten zuvor etwa 20 Hindu-Extremisten am 9. August den Gottesdienst des "Indian Missionary Service" gestürmt. Dem Pastor wurden Zwangsbekehrungen von Hindus vorgeworfen. Prügelnd zerrten die Angreifer den Mann auf die Straße. Der konnte in die Polizeistation Ganigapura fliehen und erstattete Anzeige. Später am Abend gingen die Hindus zum Haus des Pastors und verprügelten ihn erneut. Anschließend jagten sie ihn, seine Frau und die vier Kinder aus dem Dorf. Die Familie ist nun gezwungen, in einer anderen Gegend zu leben. Es kam zu keiner Festnahme der Angreifer.

Indien/Karnataka: Hindu-Extremisten stürmen Gebetstreffen
Anhänger der hindu-nationalistischen Vishwa Hindu Parishad (Hindu-Weltrat – VHP) stürmten im südindischen Bundesstaat Karnataka das Haus eines Christen. Mehrere Gemeindemitglieder hatten sich dort zu einem Gebetstreffen versammelt. Die Männer durchsuchten das Haus und entwendeten christliche Literatur. Der Vorfall ereignete sich am 16. August. Die Extremisten warfen dem Pastor Zwangsbekehrungen von Hindus vor und zeigten ihn bei der Polizei an. Der Pastor muss nun die Behörde über alle christlichen Aktivitäten informieren.

Indien/Madhya Pradesh: Verhexter Hindu wird trotzdem Christ
Kurze Zeit nachdem sich ein Hindu zum Christentum bekehrte, wurde sein Haus von radikalen Hindus niedergebrannt. Der Vorfall ereignete sich am 2. August im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh. Unter den Angreifern war auch eine Frau, die als Hexe bekannt ist. Sie soll Raj Bahor vor seiner Bekehrung mit einem Zauber belegt haben; bemerkte jedoch, dass er unwirksam blieb. Örtliche Christen erstatteten Anzeige. Die Polizei ermittelt.

Indien/Karnataka: 20 Christen sollen Dorf verlassen
Auch 20 Christen sollen nach dem Willen der Dorfoberen und extremistischen Hindus aus der Ortschaft Gulbarga in Karnataka verschwinden. Auslöser war ein Taufgottesdienst der Gemeinde. Pastor Sukruuth Raj wird vorgeworfen, maßgeblich an der Bekehrung der Täuflinge zu Jesus Christus beteiligt gewesen zu sein. Die Christen wollen standhaft bleiben. Wie der Gesamtindische Christenrat (AICC) berichtete, sagte Pastor Raj: "Alle Christen sind aus demselben Dorf und sie werden dort bleiben."

Indien/West Bengal: Radikale greifen Christen an
Mehrfach kam es in den vergangenen Wochen in Bishnupur im ostindischen Bundesstaat West Bengal zu Übergriffen auf Christen. Am 20. August nötigten 15 mit Bambus- und Eisenstangen bewaffnete Hindus Khagen Majhi seinem Glauben abzuschwören. Manik Jana und Jhama Pradhan, zwei weitere Christen, wurden verprügelt bzw. beschimpft. Zu ähnlichen Vorfällen kam es in der Gegend bereits am 29. Juli und an Weihnachten 2006. Die Christen erstatteten Anzeige. Bislang kam es zu keiner Festnahme. Am 20. August gingen Anhänger der hindu-nationalistischen Organisation Rashtriya Swayamsevak Sangh (RSS) gegen zwei Christen vor. In Amtala/Kolkatta wurden die Männer wegen Zwangsbekehrung von Hindus angezeigt. Gemeindeleiter beschwerten sich bei den Behörden. Derzeit untersucht die Polizei den Vorfall.

Indien/Andhra Pradesh: Neues Gemeindehaus in Brand gesetzt
In der Nacht des 20. August wurde im südostindischen Bundesstaat Andhra Pradesh ein Kirchenneubau in Brand gesetzt. Der Bau der "Beste-Freunde-Kirche" in Mahasamudram war behördlich genehmigt. Am 30. August sollte das Gebäude eingeweiht werden. Wer hinter der Brandstiftung steckt ist unklar. Örtliche Christen vermuten Hindu-Extremisten hinter der Tat. Derzeit ermittelt die Polizei.

Indien/Kerala: Zwei Christen bei Übergriff verletzt
Im südwestindischen Bundesstaat Kerala stürmten etwa 25 Hindus die Full Gospel Church in Pullad. Zwei Männer trugen Schwerter bei sich. Die Gemeinde hatte sich am 7. August zu einem Gebetstreffen versammelt. Laut Medienberichten verwüsteten die Angreifer das Gemeindehaus und griffen den Pastor und ein Gemeindmitglied tätlich an. Die beiden Männer mussten im Krankenhaus behandelt werden. Es wurde Anzeige bei der Polizei erstattet.

Indien/Orissa: Pastor zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt
Wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung einer Schülerin sitzt ein Pastor im ostindischen Orissa seit 28. Januar vorigen Jahres in Haft. Nun wurde S.P. Lima – laut ärztlichem Gutachten unschuldig – zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Der Christ leitete bis zu seiner Verhaftung ein Internat. Hindu-Extremisten bezichtigen ihn, eine Schülerin vergewaltigt zu haben. Zudem soll er den Kindern Rindfleisch, das als Hammel ausgegeben wurde, zu essen gegeben haben. Kühe gelten bei Hindus als heilig; der Verzehr von Rindfleisch ist tabu. Zur Anzeige gegen den Pastor am 12. Januar 2008 kam es, als er sich weigerte, die geforderten umgerechnet über 720 Euro für den Bau eines Hindu-Tempels abzugeben. Eine ärztliche Untersuchung sowie ein DNA-Test widerlegten eine Vergewaltigung. Das Mädchen hatte die Schule am 5. Januar verlassen. Örtliche Christen sind überzeugt, dass die Extremisten Druck auf die Eltern des Mädchens ausgeübt haben, den Pastor zu belasten. Am 12. Juni dieses Jahres verurteilte ein Bezirksgericht den Pastor zur Zahlung von 144 Euro und zehn Jahren Haft. Er sitzt im Gefängnis Sambalpur ein.


Das Hilfswerk Open Doors unterstützt verfolgte Christen in Indien mit der Lieferung von Bibeln und christlicher Literatur, Schulungen und Verfolgungsseminaren sowie Hilfe-zur-Selbsthilfeprojekten und Rechtsbeistand

Quelle: Compass Direct/Open Doors


 

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