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Unruhen in Syrien: Die Lage ist 'düster'

Lebensumstände werden zunehmend schwieriger - Christen helfen Landsleuten

(Open Doors) - "Es wird immer schwieriger, alltägliche Dinge zu kaufen", erzählt uns Daniel, ein Christ aus Syrien, in einem persönlichen Gespräch. Die Unruhen im ganzen Land scheinen sich in den vergangenen Tagen zwar etwas beruhigt zu haben. Doch die monatelangen Proteste gegen die Assad-Regierung haben sichtliche Spuren hinterlassen. Viele Syrer haben ihre Arbeit verloren und damit ihr Einkommen. Geschäfte mussten schließen, und die Preise etwa für Lebensmittel sind in die Höhe geschnellt.

"Wir müssen jetzt helfen"

Mitarbeiter des überkonfessionellen Hilfswerks Open Doors konnten jüngst Christen in Syrien besuchen und mit ihnen über ihre Situation inmitten der Protestbewegung sprechen. Dabei wurde vor allem die Furcht der christlichen Minderheit deutlich, Syrien könnte zu einem zweiten Irak werden. Dort droht die Gemeinde Jesu auszusterben. Daher bitten die Christen um Beistand im Gebet. Wie Jawud*, ein einheimischer Christ, Open Doors berichtete, haben Christen an verschiedenen Orten damit begonnen, sich um völlig mittellose Menschen zu kümmern. "Es bricht mir das Herz, zu sehen was derzeit in Syrien geschieht. Wir müssen jetzt helfen. Die Nöte sind groß." Die Situation in einigen Regionen sei "sehr düster". Jawud: "Und doch will ich auf Gott vertrauen und nach oben schauen; nicht nach unten. Aber wenn sich meine Heimat zu einem zweiten Irak entwickeln sollte, dann werde ich über Jahre hinweg nur noch weinen."

Syrien: ein Jugendgottesdienst irakischer Christen in Aleppo/Open DoorsOpen Doors unterhält in Syrien mehrere Hilfsprojekte. Rodney Brown, einer unserer Mitarbeiter für die Region, erklärt: "Wir stehen in direktem Kontakt mit lokalen Gemeindeleitern, um herauszufinden, wie wir sie am besten unterstützen können. Vor allem wollen wir die Glaubensgeschwister in ihrem Vertrauen zu Gott stärken, damit sie geistlich vorbereitet die Herausforderungen besser bewältigen können. Unsere Projekte zur Stärkung von Pastoren und Gemeindeleitern sowie Schulungen und die Bereitstellung von christlicher Literatur dauern an. Zudem unterstützen wir christliche Flüchtlinge aus dem Irak, die in Syrien dringend auf Hilfe angewiesen sind." (Foto: Jugendgottesdienst irakischer Christen in Aleppo/Open Doors)

Furcht vor Islamisten

Geistliche verschiedener Konfessionen versicherten Open Doors, dass sie für Versöhnung und die Wiederherstellung der Ordnung in Syrien beten. An Protesten beteiligten sie sich nicht. Die christliche Gemeinde in Syrien, mit rund 1,9 Millionen Anhängern die zweitgrößte christliche Minderheit im Nahen Osten, ist in einer sensiblen Lage: Christen waren bislang etablierter Teil der Gesellschaft und fühlten sich sicher. Religiösen Minderheiten wurden deutlich mehr Freiheiten gelassen als in anderen arabischen Staaten. Wenngleich sich auch syrische Christen politische Reformen wünschen, fürchten sie, im Fall eines Umsturzes als erstes ins Visier von Islamisten zu geraten, gelten sie doch als Unterstützer der alawitischen Assad-Regierung. Denn eine Öffnung der Gesellschaft würde auch radikalen Kräften mehr Spielraum geben. Das könnte zur Folge haben, dass sie gegen die christliche Minderheit als schwächstes Glied der Kette vorgehen würden. Derzeit belegt Syrien Platz 38 des Weltverfolgungsindex aus aktuell 51 Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.

Gebetsanliegen:

  • Danken Sie Gott dafür, dass Christen in Syrien in dieser unruhigen und angespannten Zeit ihren Landsleuten beistehen können.
  • Beten Sie um Weisheit für Pastoren und Leiter, damit sie ihre Gemeinden ermutigen und auf die Herausforderungen entsprechend vorbereiten können.
  • Beten Sie für unsere Mitarbeiter vor Ort und die laufenden Projekte.

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