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Usbekistan: Polizei misshandelt Christen

 

In Usbekistan werden unverändert Menschen wegen religiöser Betätigung ohne staatliche Registrierung bestraft. Der 28-jährige Baptist Tohar Haydarov wurde am 18. Januar 2010 in der zentralusbekischen Region Syrdarya verhaftet, zu einer Polizeistation gebracht und unter Drohungen aufgefordert, seinem Glauben abzuschwören. Ihm droht nun eine Anklage wegen Herstellung oder Besitz von Drogen. Dafür drohen ihm im Falle einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft. Auf dem Open Doors-Weltverfolgungsindex ist Usbekistan auf Platz 10 unter den zehn Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.

Drogen untergeschoben

Einheimische Christen sind davon überzeugt, dass die Polizei die Zündholzschachtel mit Drogen, die in seiner Manteltasche gefunden wurde, dorthin geschmuggelt hat. Ebenso wie eine Tüte mit Marihuana, die danach im Badezimmer seiner Wohnung "entdeckt"worden sein soll, als man seine Wohnung in seiner Abwesenheit durchsuchte. Die Baptisten, die Haydarov kurz im Gerichtsgebäude gesehen haben, als er von der Polizei dem Haftrichter vorgeführt wurde, berichten: "Tohar hat uns gesagt, dass er von der Polizei geschlagen und gezwungen wurde, verschiedene Papiere zu unterschreiben. Sein Gesicht war angeschwollen, er wirkte erschöpft und konnte kaum gehen. Er konnte sich nicht einmal erinnern, was auf diesen Papieren stand." Die Behörden behaupten, dass dies Lügen seien. Auch Christen aus Taschkent, die Tohar Haydarov kennen, sind von seiner Unschuld überzeugt: "Er raucht nicht, und nimmt schon gar keine Drogen". Mitglieder seiner Baptiengemeinde, zehn Nachbarn und Arbeitskollegen haben Petitionen für seine Freilassung geschrieben, da sie ihn für unschuldig halten.

Auch in der Stadt Almalyk in der Region Taschkent droht der örtlichen nicht registrierten Baptistengemeinde ein Strafverfahren. Am 24. Januar stürmte die Stadtpolizei die Wohnung des Gemeindemitglieds Sergej Brislavski, während er gerade mit achtzehn anderen Christen zu einem Treffen versammelt hatte und mit ihnen Tee trank. Bei dieser Aktion brach die Polizei sowohl eine hölzerne als auch eine eiserne Tür auf, um in die Wohnung zu gelangen. Alle neunzehn Anwesenden wurden zur Polizeistation gebracht. Dabei wurden Sergejs Ehefrau Olga Brislavskaya, Azamat Nazarov und Lola Mamalova an den Armen gezerrt und gleichzeitig geschlagen. Im Bericht des Gerichtsarztes werden Blutergüsse im Bereich der Schultern und des Nackens erwähnt. Nach dem Abtransport der Verhafteten wurde die Wohnung in Abwesenheit Brislavskis durchsucht. Bibeln, christliche Liederbücher und CDs wurden konfisziert. Einheimische Christen in Almalyk vermuten, dass jetzt ein Strafverfahren wegen Artikel 216-2 des Strafgesetzbuches ("Verstoß gegen das Religionsgesetz") gegen einige von ihnen vorbereitet wird.

Quelle: Forum 18 News Service, Oslo/AKREF

 

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