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ZAR: Bedrängte Kirche im Nordosten

Pastoren aus Kaga Bandoro und Bambari berichten von massiver Gewalt

 

(Open Doors) - Kürzlich besuchte Open Doors bedrängte Christen im Nordosten der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) [Open Doors berichtete]. Pastor Lucien Debriel leitet eine Gemeinde in Kaga Bandoro, das an der Straße in den Tschad liegt. Die Christen dort erleiden bereits seit dem 19. Jahrhundert Bedrängnis, Urheber waren häufig muslimische Fulani-Hirten. Als die Seleka-Rebellen 2012 in die Stadt einfielen, brannten sie Kirchen und Häuser der Christen nieder und stoppten jede kirchliche Aktivität. "Wir hörten Schüsse schwerer Waffen aus allen Richtungen", erinnert sich Lucien. Nach der Ermordung dreier Nachbarn floh er mit seiner Frau Angelique und den sechs Kindern in den Busch. Angelique (42) überlebte den Stress nicht und hinterließ eine schwer traumatisierte Familie. Lucien und seine Familie sind mit vielen anderen Christen in ein Flüchtlingscamp geflohen. Die Versorgung mit Essen und Zelten ist jedoch äußerst unzureichend.

Rückkehr der Christen nach Kaga Bandoro ungewiss

Inzwischen hat die Übergangsregierung die Seleka zwar aufgelöst, die Gewalt durch die Fulani hält jedoch an. Die Bevölkerung kann ihre Felder nicht bestellen, da ihnen verboten wird, sich mehr als 2 Kilometer von der Stadt zu entfernen. Vom Hunger getriebene Christen, die sich gegen die Anordnung auf ihre Felder vorwagten, wurden ermordet, Frauen auf der Suche nach Feuerholz mit vorgehaltenem Gewehr vergewaltigt. Die UN bietet den Betroffenen kaum Schutz.

Bambari: "Versöhnung nur durch das Evangelium möglich"

Daud* ist Christ und lebt in Bambari, einer Handelsstadt etwa 200 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bangui. Als ehemaliger Muslim ist er in einer besonders schwierigen Lage, denn auch seine Familie will ihn töten. 50 Jahre lang lebten Muslime und Christen friedlich zusammen und trieben Handel miteinander. Als im Januar 2013 die Seleka nach Bambari einfiel, beteiligten sich lokale Muslime jedoch massiv an der Ermordung und Vergewaltigung von Christen und der Zerstörung ihrer Häuser, Ernten und Kirchen. Bei einem Angriff im Dezember 2013 auf ein Flüchtlingslager der St. Josefs Kathedrale ermordete die Seleka 87 Christen. Die Stadt ist seitdem gespalten. Im Westen der Stadt gibt es Gottesdienste, im Osten ist das unmöglich. Die Christen ringen um Versöhnung, wenngleich die Gräueltaten ihrer ehemaligen Nachbarn noch im Gedächtnis sind.

Daud sieht nur einen Weg aus Chaos und Gewalt: "Die Menschen brauchen die Botschaft der Versöhnung des Evangeliums. Ich bete, dass Gott sich allen in meiner Familie offenbart und allen, die noch immer kämpfen wollen. Selbst viele der Fulani sind nun offen für das Evangelium. Sie wollen sich uns anschließen. Wir müssen für sie beten, damit es wieder Frieden gibt und sie erreicht werden."

*Name aus Sicherheitsgründen geändert

Bitte vergessen Sie die Christen der Zentralafrikanischen Republik nicht!

 

  • Beten Sie für die Regierung, die ein unabhängiges Sondergericht mit der Untersuchung und Strafverfolgung aller Menschenrechtsverletzungen seit 2003 beauftragt hat.
  • Beten Sie, dass Jesus alle Christen im Glauben stärkt und die Familien tröstet, die Angehörige verloren haben.
  • Bitten Sie um Demut und Kühnheit für die Christen, dass sie entgegen aller Furcht und Feindseligkeit Gottes Liebe leben und verkünden.
  • Beten Sie besonders für den Schutz der Pastoren und Leiter, die nach wie vor gezielt getötet werden.
  • Beten Sie dafür, dass die Christen ihren Verfolgern vergeben können und Versöhnung geschieht.

 

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