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Zweiter 'Tag des Zorns' in Ägypten

Großkundgebungen am 24. August – Fatwa gegen Demonstranten

 

Aktualisierung 29. August 2012: Über die angekündigten Freitags-Demonstrationen in Ägypten schreibt uns Anis, einer unserer Mitarbeiter in Kairo:

"Wir hatten erwartet, dass es am Freitag erneut zu Unruhen in Ägypten kommen würde. Der Tag wurde von Oppositionsgruppen angekündigt als landesweiter Protest gegen islamische Parteien und gegen einen streng muslimischen Staat. Doch der Aufruf hat nur wenige Menschen auf die Straße gezogen. In Kairo und ein paar größeren Städten gab es recht ansehnliche Demonstrationen. Einige Gruppen versammelten sich hier und da, trugen Banner und forderten ein offenes Ägypten. Es gab auch direkte Rücktrittsrufe an Präsident Mursi und seine Partei. Sie sollten Ägypten 'loslassen', damit das gebeutelte Land sich hin zu Stabilität und Wohlstand entwickeln könne. Auch Anhänger der Muslimbruderschaft und des Präsidenten waren auf der Straße. Abgesehen von einigen abgeriegelten Wohnblocks und ein paar Zusammenstößen zwischen den beiden Gruppen verlief der Tag ohne nennenswerte Zwischenfälle oder Gewalt. Viele Menschen sagten mir, dass sie Angst hatten, von Donnerstagabend bis Freitag auf die Straße zu gehen. Ich fuhr durch Kairo und stellte fest, dass weniger Autos unterwegs waren als für Kairoer Verhältnisse üblich. Allerdings sehe ich die Situation aus einem anderen Blickwinkel: Wir haben gebetet – und mit uns bestimmt viele Christen auf der Welt. Wir baten den Herrn, Ägypten vor einem Chaos zu bewahren und unser himmlischer Vater hat geantwortet. Manche werden denken, dass mein Blick darauf, wie sich die komplizierte, unvorhersehbare Situation am Freitag entwickelt hat, ziemlich oberflächlich, vielleicht sogar naiv ist: Doch, was hätten wir anderes tun können als beten?"

(Meldung vom 24. August 2012, Open Doors) – Regelmäßig berichten uns Mitarbeiter in Kairo auch von den Entwicklungen nach dem Umsturz in Ägypten. Für heute haben Oppositionsgruppen zu landesweiten Demonstrationen aufgerufen. Die Angst vor einer gewaltsamen Eskalation sei groß, schreibt Anis*. Wir bitten Sie daher, besonders heute für Ägypten zu beten.

Anis schreibt:

"Einige Ägypter nennen den 24. August 2012 bereits den "Zweiten Tag des Zorns". Zum ersten "Tag des Zorns" am 25. Januar 2011 protestierten Zehntausende gegen die damalige Regierung und forderten den Rücktritt von Präsident Hosni Mubarak. Bei den landesweiten Protesten kam es zu Toten und Verletzten. Heute nun soll es wieder landesweite Demonstrationen geben – diesmal gegen Präsident Mursi und den wachsenden Einfluss der Muslimbruderschaft. Hinter dem Aufruf sollen Gegner der Islamisten, aber auch Schriftsteller und Politiker stehen. Sie wollen für einen zivilen Rechtsstaat und gegen islamistische Parteien eintreten, die Ägypten zu einem konservativen Staat machen wollen. Die Hoffnung dieser Oppositionsbewegung ist es, die Ziele und Errungenschaften der Revolution vom 25. Januar 2011 wiederherzustellen. Sie befürchten, dass die erreichten Fortschritte in Richtung Demokratie zunichte gemacht werden und kämpfen für ein Ägypten, in dem Menschen unabhängig von Geschlecht, Herkunft und Religion, frei leben können."

Angst vor Chaos

Anis schreibt weiter: "Wir wissen nicht, wie groß oder klein die Demonstrationen werden, und ob sie nur in Kairo oder auch in anderen Städten stattfinden. Auch ist fraglich, wie viele Ägypter den Mut haben werden, aus Angst vor Eskalationen erneut auf die Straße zu gehen. Anhänger der Muslimbruderschaft sollen am Freitag die Büros der Partei schützen. Viele Ägypter zögern angesichts der traurigen Erinnerungen an die jungen Männer und Frauen, die in den Tagen des Umsturzes Anfang 2011 ihr Leben lassen mussten. Die Angst ist nicht unbegründet: Von einer Fatwa-Kommission der anerkannten Al-Azhar-Moschee in Kairo wurde vor einigen Tagen erklärt, dass jeder, der am 24. August demonstriert, ein Feind Allahs sei und getötet werden solle. Angst hat sich bereits in den Herzen vieler ägyptischer Christen und Muslime ausgebreitet; Angst vor dem Chaos. Einige Menschen haben die großen Städte zeitweise bereits verlassen – sie warten ab, bis der Sturm vorüber ist. Wir bitten euch, betet besonders heute für Ägypten!"

Dieses dringende Gebetsanliegen geben wir an Sie weiter und danken Ihnen, wenn Sie für Ägypten und für die Menschen dort beten.

 

  • Beten Sie, dass die Demonstrationen friedlich verlaufen.
  • Beten Sie, dass sich Ägypten zu einem zivilen Rechtsstaat entwickelt, wo jeder Bürger auch seine Religion frei und ungestraft praktizieren kann.
  • Danken Sie für die Christen in Ägypten, die ihren Landsleuten, Nachbarn und Freunden in Nächstenliebe begegnen und an der Entwicklung ihrer Heimat mitwirken wollen.
  • Beten Sie für die Christen in Ägypten, dass sie sich nicht von Ängsten leiten lassen, sondern in der angespannten Situation Gottes Willen erkennen und mutig Jesus nachfolgen.

* Name ais Sicherheitsgründen geändert

 

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