Beistand und Ermutigung

Tätigkeitsbericht 2018

Beistand und Ermutigung 2018

Auch wenn Open Doors so vielen verfolgten Christen wie möglich helfen möchte, geht es letztendlich immer um den einzelnen Bruder oder die einzelne Schwester. Unsere Geschwister sollen nicht nur Hilfslieferungen erhalten, sondern persönlich erleben und spüren, dass andere Christen sich um sie sorgen und dass sie in ihrer Not nicht allein sind. Deshalb ist ein wesentlicher Teil des Dienstes, verfolgte Christen zu besuchen, um ihnen zuzuhören, mit ihnen zu beten und sie zu ermutigen.

Bilder: Mitarbeiter von Open Doors besuchen und beten für verfolgte Christen

Neue Hoffnung durch persönliche Besuche

Tchima aus dem Niger entschied sich im Alter von 12 Jahren für ein Leben mit Jesus. Da sie daraufhin von Menschen aus ihrem sozialen Umfeld stark unter Druck gesetzt wurde, schickte die Familie sie zu ihrer Tante, um sie zu schützen. Doch als sie eines Tages in das nächste Dorf unterwegs war, um einige Besorgungen zu machen, wurde sie von dem Taxifahrer vergewaltigt. Als sie merkte, dass sie schwanger geworden war, entschloss sich ihre Gastfamilie, sie mit einem muslimischen Mann zu verheiraten, um die Schande von der Familie abzuwenden.

„Euer Besuch hat mir wieder Hoffnung gegeben.“

Der Mann hatte angeboten, sich um Tchima und das Baby zu kümmern, doch stattdessen stahl er Geld, das Tchima geliehen hatte, um ein kleines Geschäft damit zu beginnen. Als sie das Geld zurückforderte, ließ er sich von ihr scheiden. Tchima zog zu anderen Verwandten und schlug sich mit Gelegenheitsarbeiten durch. Als Mitarbeiter von Open Doors ihre Geschichte hörten, besuchten sie Tchima und beteten mit ihr. Das ermutigte sie sehr und sie sagte: „Euer Besuch hat mir wieder Hoffnung gegeben.“

Seite an Seite mit verfolgten Christen

Seit Jahren steigt in Indien der Druck auf Christen. Christen werden bedroht, Kirchen angegriffen und Gemeindemitglieder werden ermordet. Um die Christen in Indien zu stärken, arbeitet Open Doors mit Partnern vor Ort zusammen. Sie trösten Opfer von Angriffen und schulen Gemeinden mit Verfolgung umzugehen. Pastor Abishek ist einer von ihnen.
 

Christliche Gemeinschaft in Einsamkeit

Als Ayaan* aus dem Volk der Somalis Christin wurde, warf ihre Familie die damals 19-Jährige aus dem Haus. Ihr Bruder sagte, für ihren Glaubenswechsel verdiene sie den Tod, und tatsächlich suchten ihre Verwandten mehrmals nach ihr, um sie umzubringen. Ayaan fand Zuflucht bei der Familie ihres Pastors, doch sie litt schwer unter der Trennung von ihrer Angehörigen und dem daraus resultierenden Gefühl der Einsamkeit. Nach gewaltsamen ethnischen Konflikten in ihrer Heimatstadt im vergangenen Jahr, bei denen auch gezielt Christen angegriffen wurden, mussten sie und andere die Stadt verlassen. Open Doors half den Geflüchteten mit Nothilfe. Ende des Jahres besuchte unsere Mitarbeiterin Hanna* Ayaan, um zu erfahren, wie es ihr inzwischen geht.

„Danke, dass du gekommen bist, Schwester. Es ist so schön, dich zu sehen! Nach allem, was geschehen ist, habe ich jemanden gebraucht, mit dem ich reden kann.“

Ayaan begrüßte Hanna mit einer Umarmung. „Danke, dass du gekommen bist, Schwester. Es ist so schön, dich zu sehen! Nach allem, was geschehen ist, habe ich jemanden gebraucht, mit dem ich reden kann.“ Bei einem gemeinsamen Essen unterhielten sie sich über die schockierenden Ereignisse der letzten Zeit. Die beiden kennen sich schon länger; vor den gewaltsamen Ausschreitungen konnte Ayaan an einem von Open Doors ermöglichten Jüngerschaftskurs teilnehmen. Open Doors berichtete über sie und rief Unterstützer in Deutschland und weiteren Ländern zum Gebet für sie und andere Christen am Horn von Afrika auf. Als Hanna erzählt, dass seit ihrem ersten Besuch viele Christen für Ayaan gebetet haben, hellt sich ihr Gesicht auf. „Gott möge diese Christen sehr segnen. Tatsächlich gibt mir dies das Gefühl, dass gerade in diesem Moment jemand für mich betet. Es fühlt sich an, als wäre jemand direkt an meiner Seite. Ich bin sicher, dass eure Gebete mein Leben gerettet haben!“

Ayaan ist traurig, dass sie ihren Dienst unter Kinder und Jugendlichen durch die Flucht vorerst nicht fortsetzen kann. Aber sie hat auch positive Veränderungen erlebt. Zu ihrer großen Überraschung zeigte sich ihre Familie sehr besorgt, als die Angriffe stattfanden und sagten, sie solle sich in Acht nehmen. Inzwischen telefonieren sie häufig miteinander.

*Name geändert

Mehr vom Tätigkeitsbericht

Durch Verfolgung geraten Christen oftmals in existentielle Not. Open Doors hilft ihnen durch Hilfe-zur-Selbsthilfe-Projekte, für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Im Jahr 2018 waren das über 375.000 Christen.
Verfolgte Christen bitten vor allem um unser Gebet. Daher ruft Open Doors in über 20 Ländern mit Religionsfreiheit zum Gebet und zur Unterstützung auf. Erfahren Sie, welchen Beitrag wir dazu in 2018 mit unserer Arbeit in Deutschland geleistet haben.
Viele Christen aus Deutschland und anderen Ländern haben sich an die Seite ihrer verfolgten Geschwister gestellt. Hier wollen wir stellvertretend auf einige inspirierende Beispiele aus dem Jahr 2018 hinweisen.
Die Verteilung und Herstellung von Bibeln und christlicher Literatur ist ein wichtiger Arbeitsbereich von Open Doors – das ist seit den Anfängen so, und auch 2018 wurden rund 2 Millionen Bibeln und andere christliche Medien verteilt.
Wo Christen stark bedrängt werden, ist es schwierig, Zugang zu biblischer Lehre zu bekommen. Deshalb organisiert Open Doors in vielen Ländern biblische Schulungen – letztes Jahr konnten daran über 570.000 teilnehmen.

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