Biblische Schulungen 2018

Tätigkeitsbericht 2018

Biblische Schulungen 2018

Um auch in Verfolgung Jesus treu bleiben zu können, ist es von fundamentaler Bedeutung, dass Christen in Gottes Wort fest verankert sind. Doch gerade dort, wo Christen stark bedrängt und unterdrückt werden, erweist es sich – vor allem für christliche Konvertiten – oft als schwierig, Zugang zu biblischer Lehre zu bekommen. Deshalb organisiert Open Doors in vielen Ländern biblische Schulungen, an denen 2018 über 570.000 Christen teilnehmen konnten.

Unsere bibiblischen Schulungen 2018 in Zahlen

Diagramm Bibelische Schulungen 2018

570.702 Christen konnten 2018 an von Open Doors ermöglichten biblischen Schulungen in verschiedenen Bereichen wie Jüngerschaft, Gemeindearbeit, Trauma-Seelsorge und zum Umgang mit Verfolgung teilnehmen.

Bilder: Biblische Schulungen in den Nuba-Bergen (Sudan)

 

Ausbildung von Mitarbeitern für Untergrundgemeinden

Wenn sich Christen nur heimlich treffen können und es an Bibeln mangelt, brauchen die Untergrundgemeinden besonders dringend qualifizierte Leiter, die in der Bibel verwurzelt sind. Um potenzielle zukünftige Gemeindeleiter und -mitarbeiter zu fördern, bringt Open Doors junge Christen aus islamisch dominierten Gebieten im Nahen Osten zu fünftägigen Kursen zusammen, in denen sie gemeinsam die Bibel studieren und Wissen über spezielle Themen wie zum Beispiel Trauma-Seelsorge erwerben können. Einer der Teilnehmer ist der 28-jährige Samuel*. Seit seiner Teenagerzeit folgen er und seine Eltern Jesus nach. Er hat selbst Ablehnung und Diskriminierung wegen seines Glaubens erlebt, aber sein Herz brennt dafür, Menschen für Jesus zu gewinnen. Eine besondere Herausforderung ist für ihn, dass er kaum andere Christen in seinem Alter kennt – die gemeinsame Zeit bei dem Seminar hat ihm deshalb besonders gutgetan.

„Hier habe ich gelernt, auf Jesu Stimme zu hören. Und was ich gelernt habe, werde ich mit den Menschen in meinem Umfeld teilen.“

Die 19-jährige Farideh* erzählt ebenfalls, wie sie durch das Treffen ermutigt wurde. Sie sagt: „Hier habe ich gelernt, auf Jesu Stimme zu hören. Und was ich gelernt habe, werde ich mit den Menschen in meinem Umfeld teilen.“ Trauma-Seelsorge liegt ihr besonders am Herzen. So tragen die Kurse dazu bei, inmitten schwieriger Umstände Gemeinde zu bauen.

Seminare zum Umgang mit Verfolgung

Für viele Christen im ländlichen Tansania ist es schwer, der subtilen Form von Verfolgung zu widerstehen – besonders dann, wenn die vorherrschende islamische Kultur vermittelt, dass ihr Glaube an Jesus Christus als Sohn Gottes und an einen liebenden Vater falsch ist. In Schulungen lernen sie standhaft zu bleiben und ihren Glauben zu verteidigen.
 

Auch Agung* nahm 2018 an einem von Open Doors durchgeführten Seminar zum Umgang mit Verfolgung teil. Er stammt aus Indonesien aus einer hinduistischen Familie, wuchs aber nach dem Tod seiner Mutter bei einer christlichen Pflegefamilie auf und kam dadurch zum Glauben an Jesus. Doch viele Jahre später, als er bereits verheiratet war, forderten seine leiblichen Verwandten ihn auf, das Erbe seiner Herkunftsfamilie anzutreten – allerdings könne er dies nur, wenn er zum Hinduismus zurückkehre. „Meine Verwandten jagten mir Angst ein, indem sie sagten, dass sie und die Dorfbewohner mir sonst nicht helfen würden, wenn uns etwas zustieße, oder dass ich es nicht schaffen würde, meine Familie zu ernähren“, berichtet Agung. In dem Dorf lebten keine anderen Christen, die ihn hätten unterstützen können, sodass er schließlich dem Druck nachgab.

„Ich bin so glücklich über die Teilnahme an diesem Seminar. Es hat mir Kraft gegeben. Es gibt zum jetzigen Zeitpunkt nur zwei christliche Familien in unserem Dorf, aber das ist für mich in Ordnung. Wir werden weiterhin die Liebe Jesu an andere weitergeben.“

Doch nachdem er seinen Glauben an Jesus widerrufen hatte, fühlte er sich allein und unglücklich. Er hatte keinen Frieden und keine Freude mehr. Als ein Evangelist sein Dorf besuchte, tat Agung Buße und kehrte zu Jesus zurück. Daraufhin wurde er von seiner Verwandtschaft und der Dorfgemeinschaft verstoßen und verlor seinen Besitz. Aber er durfte auch erleben, wie Jesus seine Hilferufe hörte, seine Familie versorgte und ihm einen anderen Christen an die Seite stellte. Im Juli 2018 konnte Agung dann an einem von Open Doors durchgeführten Seminar zum Umgang mit Verfolgung teilnehmen. „Eine der einprägsamsten Lektionen für mich war der Satz: ‘Verlass Jesus und das Kreuz niemals – egal, wie sehr du leidest!’“, sagt er. „Ich werde Jesus nie wieder verlassen. Ich bin so glücklich über die Teilnahme an diesem Seminar. Es hat mir Kraft gegeben. Es gibt zum jetzigen Zeitpunkt nur zwei christliche Familien in unserem Dorf, aber das ist für mich in Ordnung. Wir werden weiterhin die Liebe Jesu an andere weitergeben.“


*Name geändert

Mehr vom Tätigkeitsbericht

Letztendlich geht es uns immer um den einzelnen Bruder oder die einzelne Schwester. Deshalb war es ein wesentlicher Teil unseres Dienstes im vergangenen Jahr, verfolgte Christen zu besuchen, ihnen zuzuhören, mit ihnen zu beten und sie zu ermutigen.
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