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Länderprofil Ägypten

Ägypten

Stand des Länderprofils: Januar 2016

Berichtszeitraum: 1. November 2014 bis 31. Oktober 2015
Informationen zur gegenwärtigen Entwicklung des Landes entnehmen Sie unseren Aktuellen Meldungen.

 

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung
1. Position auf dem Weltverfolgungsindex
2. Triebkräfte von Verfolgung
3. Aktuelle Einflüsse
4. Betroffene Kategorien von Christen
5. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt
6. Ausblick
7. Gebetsanliegen

 

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex: 64 Punkte / Platz 22
(WVI 2015: 61 Punkte / Platz 23)

Triebkräfte von Verfolgung: „Islamischer Extremismus“ (Haupttriebkraft) und weniger stark „Diktatorische Paranoia“ sowie „Organisiertes Verbrechen und Korruption“ (beide in Verbindung mit Islamischem Extremismus)

Aktuelle Einflüsse: Mit einem autoritären Regierungsstil hat Präsident al-Sisi die Rechtsstaatlichkeit in Ägypten in gewissem Maß wiederhergestellt. Dabei fordert er jedoch eine strengere Einhaltung der relativ restriktiven Religionsgesetze. Dies ist nicht zum Vorteil der ägyptischen Christen.

Betroffene Kategorien von Christen: Die zahlenmäßig starke Minderheit der Kopten erlebt trotz erheblicher Schwierigkeiten, dass sie aufgrund ihrer historischen Präsenz und demographischen Größe toleriert wird. In den letzten Jahren hat sich ihre Lage jedoch verschlechtert, da auch historisch gewachsene christliche Gemeinschaften Ziel von Angriffen wurden. Es gibt eine kleine aber wachsende Gemeinschaft von Christen muslimischer Herkunft (Konvertiten), die der vollen Wucht von Verfolgung ausgesetzt sind, zumeist durch die eigene (muslimische) Familie.

Betroffene Lebensbereiche und Auftraten von Gewalt: Die Verfolgungssituation in Ägypten wird am stärksten durch den Islamischen Extremismus bestimmt. Dieser schränkt die religiösen Ausdrucksmöglichkeiten in allen Lebensbereichen allmählich mehr und mehr ein. In Kombination mit einem unverändert hohen Maß an Gewalt ergibt sich daraus eine unberechenbare Situation.

Ausblick: Die für Ägyptens Zukunft bestimmenden Elemente sind im Wesentlichen im politischen Sektor zu finden. So lange die politische Instabilität bleibt und wirtschaftliche Probleme nicht angepackt werden, werden auch die Proteste aus der Gesellschaft nicht aufhören. Das Land ist durch eine schier unüberbrückbare religiös-ideologische Spaltung geteilt. Dabei stehen verschiedenen extremistischen Prägungen des Islam (von Salafisten bis hin zur Muslimbruderschaft) auf der einen Seite politisch liberale Kräfte (Säkularisten) auf der anderen Seite gegenüber. Die Bedrohung durch islamisch-extremistische Bewegungen in Ägypten ist keineswegs abgewendet.

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1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit einer Wertung von 64 Punkten belegt Ägypten Platz 22 auf dem Weltverfolgungsindex (WVI) 2016. Das sind drei Punkte mehr als 2015, als das Land mit 61 Punkten Rang 23 belegte. Das Land ist im Juli 2013 in eine tiefgreifende politische Übergangsphase eingetreten, nachdem 33 Millionen Ägypter am 30. Juni 2013 mit landesweiten Protesten in den Straßen die Muslimbruderschaft aus dem Regierungsamt getrieben hatten. Die Christen im Land – nicht nur die ehemaligen Muslime, sondern auch die historische Koptische Kirche – stehen jedoch weiterhin stark unter Druck. Die Mehrheit der Bevölkerung ist muslimisch, und islamisch-extremistische Strömungen mit verschiedenen militanten Gruppierungen machen sich überall bemerkbar. Die Bedrohung durch einen islamistischen Aufstand ist keineswegs beseitigt, deshalb auch der Zuwachs an Punkten im WVI. Folglich ist auch das Verhältnis des extremistischen Islam zur großen koptischen Minderheit, die etwa zehn Prozent der Bevölkerung stellt, stets von Spannungen gekennzeichnet.

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2. Triebkräfte von Verfolgung

Die Triebkräfte von Verfolgung, die sich auf die Christen in Ägypten auswirken, sind zuerst der „Islamische Extremismus“ (Haupttriebkraft) und weniger stark „Diktatorische Paranoia“ sowie „Organisiertes Verbrechen und Korruption“ (beide in Verbindung mit Islamischem Extremismus).

Islamischer Extremismus: Der Islamische Extremismus hat viele Gesichter. Auf politischer Ebene sind unterschiedliche Formen von Diskriminierung festzustellen, im Familienleben sind besonders stark ehemalige Muslime betroffen, die sich dem christlichen Glauben zugewandt haben. Es gibt gewaltsame Übergriffe durch Islamisten, die eng mit dem Organisierten Verbrechen in Verbindung stehen. Zu beachten ist, dass die Islamisten 2013 zwar aus der Regierung, nicht aber aus dem Land vertrieben wurden. Sie sind eine ständige Bedrohung für die Stabilität im Land und eine besondere Gefahr für die christliche Bevölkerung. Ihre Gewaltbereitschaft nimmt ständig zu, wobei enttäuschte und verzweifelte Jugendliche sehr anfällig für eine Radikalisierung sind. Im Sinai agieren islamisch-extremistische Gruppierungen weitgehend straffrei.

Diktatorische Paranoia: Der traditionell autoritäre Führungsstil in Ägyptens politischem System ist vielleicht die einzige Konstante bei drei Regierungswechseln in nur drei Jahren. Die jeweiligen Machthaber gleichen sich in ihrem autoritären Regierungsstil. 2011 wurde eine jahrzehntelange Periode aufeinanderfolgender Diktatoren durch massive Proteste aus der Bevölkerung beendet, was schließlich zur umstrittenen Wahl der Muslimbruderschaft führte. Die von Mohammed Mursi geführte und alles andere als sich demokratisch verhaltende Regierung wurde 2013 nach massiven Protesten der Bevölkerung mit Unterstützung des Militärs gestürzt. Gegenwärtig wird das Land durch eine Zivilregierung unter dem früheren General Abd al-Fattah al-Sisi geführt, der nach der Präsidentschaftswahl im Mai 2014 an die Macht kam. Seine Regierung betrachtet offenbar die Einhaltung der Menschenrechte und eine pluralistische Demokratie als nachrangig gegenüber den ungelösten Problemen in der Wirtschaft, der Politik, der Gesellschaft und im Bereich Sicherheit. In diesem Kontext ist daher Religionsfreiheit für die Christen nicht garantiert.

Organisiertes Verbrechen und Korruption: Die weit verbreitete Korruption sowie Kriminalität und Mangel an Sicherheit, besonders im Sinai, haben eine strukturell bedingte Situation der Straflosigkeit geschaffen. So werden feindselige Handlungen gegen besonders gefährdete Gruppen (solche, die keinen Fürsprecher in der politischen Arena haben) nicht bestraft. Davon sind auch die Christen betroffen. Darüber hinaus hat die Belästigung und Gewalt gegen Frauen zugenommen. Darunter leiden in einem islamisch-extremistischen Umfeld Frauen jeder Religionsgemeinschaft, besonders jedoch die von Randgruppen wie den Christen.

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3. Aktuelle Einflüsse

Das Versagen von Ex-Präsident Mursi bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Probleme des Landes zusammen mit einer fortschreitenden Auflösung der demokratischen Institutionen und beschleunigten Islamisierung der ägyptischen Politik waren die Hauptauslöser für die massiven Proteste im Juli 2013. Die schnelle Aufeinanderfolge von Revolutionen spiegelt die tiefsitzende Frustration der Bevölkerung über die schwierige wirtschaftliche Situation wider. Gleichzeitig verdeutlichen sie das mühsame Ringen um ein demokratisches System sowie die enorme Polarisierung der ägyptischen Gesellschaft. Für viele Menschen kam das Einschreiten des Militärs 2013 eher überraschend, und doch betrachteten vielleicht sogar die meisten Ägypter al-Sisi und das Militär als Retter aus dem stählernen Griff des extremistischen Mursi-Regimes.

Mit einem autoritären Regierungsstil hat Präsident al-Sisi die Rechtsstaatlichkeit in Ägypten in gewissem Maß wiederhergestellt. Dabei fordert er jedoch eine strengere Einhaltung der relativ restriktiven Religionsgesetze, was sich auch zum Nachteil der ägyptischen Christen auswirkt. Dies gilt umso mehr, da ein Gesetz vom November 2013 zur Regulierung öffentlicher Proteste die freie Meinungsäußerung in der Öffentlichkeit einschränkt.

Am 16. Juni 2015 bestätigte ein Gericht die Todesstrafe für den ehemaligen Präsidenten Mohammed Mursi und mehrere Mitglieder der Muslimbruderschaft. Mursi wurde außerdem wegen Spionage für die palästinensische Hamas, Libanons schiitische Hisbollah und den Iran zu lebenslanger Haft verurteilt. Er kann gegen dieses Urteil zwar noch Einspruch erheben, hat dies aber bislang mit der Begründung abgelehnt, dass dies einer Anerkennung der Rechtmäßigkeit des Gerichtshofes gleichkäme. Besorgniserregend ist, dass Mursi im Fall seiner Hinrichtung von seinen Anhängern als Märtyrer gefeiert würde. Diese sind sehr wahrscheinlich auch verantwortlich für einen massiven Autobombenanschlag Ende Juni 2015 in Kairo, bei dem Ägyptens Generalstaatsanwalt und weitere neun Personen getötet wurden.

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4. Betroffene Kategorien von Christen

Beide Kategorien von Ägyptens Christen sind von Verfolgung betroffen.

Historisch gewachsene Kirchen: Die größte dieser Gemeinschaften ist die der Kopten, die zumeist der Koptisch-Orthodoxen Kirche angehören. Es gibt auch gut etablierte protestantische Gemeinschaften im gesamten Land. Die zahlenmäßig starke Minderheit der Kopten erlebt trotz erheblicher Schwierigkeiten (einschließlich Diskriminierung in Ausbildung, Gesundheitsversorgung und bei Behörden sowie in der Rechtsprechung, die das Gemeindeleben erheblich einschränkt) ein gewisses Maß an Toleranz aufgrund ihrer historischen Präsenz und Größe (über neun Millionen Mitglieder). In den letzten Jahren hat sich die Lage jedoch verschlechtert, da auch historisch gewachsene christliche Gemeinschaften Ziel von Angriffen wurden.

Christen muslimischer Herkunft (Konvertiten): Es gibt eine kleine aber wachsende Gemeinschaft von Christen muslimischer Herkunft, die der vollen Wucht von Verfolgung ausgesetzt sind, zumeist durch die eigene (muslimische) Familie. Diese bestraft die vom Islam „Abgefallenen“ zumeist durch Prügelattacken oder durch Verstoß aus der Familie.

Christen muslimischer Herkunft wie auch koptische Christen sind im gesamten Land anzutreffen, allerdings gibt es Schwerpunkte koptischer Christen in Oberägypten, Kairo und Alexandria. Das Maß an Verfolgung ist im gesamten Land etwa gleich stark.

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5. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Erläuterung zum Verfolgungsmuster: Das Verfolgungsmuster für Ägypten basiert auf der Summe der Wertungen für die Triebkraft Islamischer Extremismus (in Verbindung mit Diktatorischer Paranoia sowie Organisiertes Verbrechen und Korruption). Die durchschnittliche Wertung der fünf Lebensbereiche, die den Druck auf Christen widerspiegelt, liegt bei 9,913 Punkten und verdeutlicht, dass der Druck auf Christen gegenüber dem Vorjahr (9,126) zugenommen hat. Die Wertung für den Bereich „Auftreten von Gewalt“ mit 14,445 Punkten hat gegenüber dem Vorjahr mit 15,186 Punkten leicht abgenommen. Der Verfolgungsdruck durch die Triebkraft Islamischer Extremismus hat sich verstärkt und schränkt die religiösen Ausdrucksmöglichkeiten in allen Lebensbereichen immer weiter ein. In Verbindung mit einem relativ hohen Niveau an Gewalt ergibt sich eine insgesamt unberechenbare Situation. Wie das unten stehende Verfolgungsmuster veranschaulicht, weist der Bereich „Leben in der Gesellschaft“ die höchste Punktzahl auf, was sich aus den vielen Einschränkungen für Christen in ländlichen Regionen erklärt. Die relativ hohe Punktzahl in den Bereichen „Privatleben“ und „Familienleben“ ist zurückzuführen auf die Schwierigkeiten von Christen muslimischer Herkunft, die sie nach Bekanntwerden ihrer Hinwendung zum christlichen Glauben erleben, aber auch von Familien, die Taufen, Hochzeiten und Todesfälle registrieren lassen wollen. Die Punktzahl in den Bereichen „Leben im Staat“ sowie „Kirchliches Leben“ ist vergleichsweise niedrig, denn noch immer gibt es eine große einheimische Kirche in Ägypten. Sie ist zwar bedrängt, aber sie existiert.

(Bitte beachten Sie: Die oberen Zahlen zeigen drei Dezimalstellen an. Sie sind nicht als Tausende zu verstehen.)

Privat- und Familienleben: Innerhalb der großen Gemeinschaft der Kopten ist der Druck im Privat- und Familienleben eher niedrig. Im Gegensatz dazu stehen die starken Einschränkungen der Christen muslimischer Herkunft, die sie in ihren (erweiterten) Familien erfahren.

Gesellschaftliches Leben: Kopten werden oft aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Feldforschern zufolge erleben Christen andauernde Diskriminierung in den Bereichen Justiz, Ausbildung und kommunalen Versorgungsleistungen, was die Gefahr ihrer Verarmung bzw. die bereits herrschende Armut verstärkt.
Darüber hinaus müssen sich koptische Christen vermehrt mit „Gerichtsverhandlungen nach Gewohnheitsrecht“ auseinandersetzen, in denen meist Zwistigkeiten zwischen Muslimen und Christen verhandelt werden. Mutmaßlich stehen Salafisten hinter der Ausbreitung dieser inoffiziellen Anhörungen. Feldexperten führen dieses Phänomen zurück auf das frühere Stammesleben und Stammesdenken, welche den gelebten Islam in der Region noch heute prägen. Ein ägyptischer Menschenrechtsaktivist berichtete beispielsweise am 4. Juni 2015 von einem Vorfall, wonach mehrere koptische Familien aus einem Dorf vertrieben wurden, nachdem ein Kopte wegen der Veröffentlichung von angeblich islamfeindlichen Bildern schuldig gesprochen worden war. Die Entscheidung zur Vertreibung der koptischen Familien – also eine Kollektivstrafe – wurde in einer solchen „traditionellen Gerichtsverhandlung“ getroffen. Diese Verhandlungen gefährden die Christen erheblich, da sie die Stelle offizieller Gerichtsverhandlungen einnehmen, allerdings ohne Angehörigen von Minderheiten ihre Rechte zuzugestehen. Wie auch andere Formen der Bedrohung haben die „traditionellen Gerichtsverhandlungen“ nach der Revolution im Januar 2011 weiter fortbestanden und sich unter dem Schutz islamistischer Gruppierungen sogar ausgebreitet. Diese Entwicklung hält auch unter dem am 8. Juni 2014 vereidigten Präsidenten al-Sisi an. Die alternative Rechtsprechung in derartigen Verhandlungen führt fast immer zu sehr unfairen Urteilen gegen die Kopten. Besonders deutlich wird dies bei der Verhängung von Kollektivstrafen gegen eine ganze Gemeinschaft wegen der angeblichen Straftat eines Einzelnen.

Leben im Staat: Religionsfreiheit ist nicht gewährleistet und das Justizwesen ist gegenüber Nicht-Muslimen voreingenommen. So wurden beispielsweise im Juni 2015 ein junger Christ und zwei seiner Freunde in Alexandria verhaftet, weil ihre evangelistische Tätigkeit als Missachtung des Islam gewertet wurde. Einer der beiden hatte während des Ramadan kostenlos Tüten verteilt, die neben Datteln auch christliche Schriften enthielten. Die jungen Männer kamen auf Kaution frei und müssen weitere Untersuchungen abwarten.

Kirchliches Leben: Die Autonomie der Kirchen wird in weiten Teilen respektiert, allerdings erleben die Kopten Hindernisse im Verwaltungsbereich, so etwa bei Genehmigungen zur Renovierung von Kirchengebäuden.

Auftreten von Gewalt: Für den Berichtszeitraum liegen Berichte über Gewalt gegen Christen aus verschiedenen Quellen vor. Demnach wurden mindestens zwölf Christen von islamistischen Gruppen ermordet, zumeist nachdem sie entführt, schwer geschlagen und gefoltert worden waren. Der Menschenhandel speziell in der Provinz Sinai hat ebenfalls zur hohen Punktzahl in diesem Bereich beigetragen. Open Doors liegen Berichte von jungen christlichen Frauen vor, die ihren christlichen in einen muslimischen Namen ändern, um Vergewaltigungen und Entführungen vorzubeugen. Vom Menschenhandel sind offenbar speziell christliche Frauen betroffen.

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6. Ausblick

Erkennbare Trends und ihre Bedeutung für die Kirche:

  1. Die für Ägyptens Zukunft bestimmenden Elemente sind im Wesentlichen im politischen Sektor zu finden. So lange die politische Instabilität bleibt und wirtschaftliche Probleme nicht gelöst werden, werden auch die Proteste aus der Gesellschaft nicht aufhören. Das Land ist durch eine schier unüberbrückbar scheinende religiös-ideologische Spaltung geteilt. Dabei stehen verschiedenen extremistischen Prägungen des Islam (von Salafisten bis hin zur Muslimbruderschaft) auf der einen Seite politisch liberale Kräfte (Säkularisten) auf der anderen Seite gegenüber.
  2. Die gegenwärtigen politischen Entwicklungen machen ein Szenario wahrscheinlich, in dem die Kirche bzw. die Christen als „Dhimmis“ („Schutzbefohlene“ des Islam mit eingeschränkten Rechten) einen Sonderstatus einnehmen. Ursache dafür ist die zunehmende Opposition seitens der muslimischen Gesellschaft, die unzureichend über das Wesen des christlichen Glaubens informiert ist.
  3. Die Bedrohung durch islamisch-extremistische Bewegungen in Ägypten ist keineswegs abgewendet. Deutlich wird dies auch in einem Bericht der Zeitschrift „Foreign Policy“ vom 2. Juli 2015. Die gewaltsamen Zusammenstöße zwischen der ägyptischen Regierung und militanten Dschihadisten mit Verbindung zum Islamischen Staat (IS) in der Provinz Sinai sind eskaliert. Viele koptische Christen sind ins Visier dieser Gruppierungen geraten und mussten deshalb ihre Heimatregion verlassen. Es ist anzunehmen, dass die Gewalt im Sinai andauern wird.

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7. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Ägypten:

  • für Christen in ländlichen Gebieten, die oft die schlimmsten Angriffe erleben
  • dass Jesus besonders zu den fanatischen Muslimen spricht
  • dass mehr Muslime zu Jesus finden
  • dass die Einheit unter den verschiedenen Denominationen weiter wächst
  • für einen friedlichen Ausweg aus der angespannten Situation zwischen Mursi-Anhängern und der Regierung

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