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Afghanistan Länderprofil

Afghanistan

Stand des Länderprofils: Januar 2016

Berichtszeitraum: 1. November 2014 bis 31. Oktober 2015

 

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung
1. Position auf dem Weltverfolgungsindex
2. Triebkräfte von Verfolgung
3. Aktuelle Einflüsse
4. Betroffene Kategorien von Christen
5. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt
6. Ausblick
7. Gebetsanliegen

 

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex: 88 Punkte / Platz 4
(WVI 2015: 81 Punkte / Platz 5)

Triebkräfte von Verfolgung: „Islamischer Extremismus“ (Haupttriebkraft) und weniger stark „Exklusives Stammesdenken“ (vermischt mit Islamischem Extremismus) sowie „Organisiertes Verbrechen und Korruption“.

Aktuelle Einflüsse: Afghanistan liegt in einer Region, die schon seit langer Zeit unberechenbar ist. Im Juni 2014 fanden Wahlen statt, allerdings gab es dabei auch vielerorts Betrug, Manipulation und Gewalt. Der frühere Außenminister und gebürtige Tadschike Abdullah Abdullah räumte seine Niederlage ein und erkannte Ashraf Ghani als den neuen Präsidenten an. Er selbst wurde dann als „Geschäftsführer“ des Landes eingesetzt – ein Posten, der so in der Verfassung nicht vorkommt. Die Eroberung der Stadt Kundus durch die Taliban im September 2015 sandte eine Schockwelle durchs Land, war es doch die erste Provinzhauptstadt seit 2001, die komplett – wenn auch nur kurz – in die Hände der Taliban gefallen war. Kundus wurde ein paar Tage später wieder befreit. Dass die Taliban den „Islamischen Staat“(IS) öffentlich davor gewarnt haben, in ihr Territorium einzudringen und ihnen Konkurrenz zu machen, zeigt die zunehmende Nervosität unter den extremistischen islamischen Gruppierungen. Einige haben sich bereits gespalten und ein Teil dem IS Gefolgschaft geschworen.

Betroffene Kategorien von Christen: Christen muslimischer Herkunft Im Berichtszeitraum wurden ausländische Christen nicht einbezogen, da nur noch sehr wenige von ihnen im Land sind und ihre Zahl aufgrund steigender Spannungen beständig abnimmt.

Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt: Werden vom Islam konvertierte Christen als solche erkannt, setzen ihre Familien, Freunde und Nachbarn sie enorm unter Druck, ihrem neuen Glauben abzuschwören, denn Abfall vom Islam ist undenkbar. Je nach Familie müssen diese Christen sogar ihre Ermordung fürchten. Es ist unmöglich, den christlichen Glauben offen zu zeigen; Geschäfte wurden bereits nur auf den Verdacht hin zerstört, jemand könnte ein Christ muslimischer Herkunft sein. Kinder von ihnen leben ein Doppelleben unter extremer Anspannung, da sie den Glauben ihrer Eltern geheim halten müssen. Berichte über Gewalt gegen Christen wurden bekannt, trauriger Höhepunkt war Ende November 2014 die Ermordung von drei Christen, südafrikanische Mitarbeiter einer Nothilfeorganisation. Steht jemand unter Verdacht, sich dem christlichen Glauben zugewandt zu haben, so wird er oder sie mit einer Fülle von Anschuldigungen überzogen und verhaftet. Viele Christen aus Afghanistan haben ihr Land verlassen und leben im Ausland.

Ausblick: Die kleine Schar von Christen muslimischer Herkunft muss sich versteckt halten, da ihnen Familie, Freunde und die Gesellschaft feindselig gesinnt sind. Die zunehmende Gewalt verstärkt die allgemeine Unsicherheit, Zeichen einer Verbesserung sind nicht in Sicht.

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1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit einer Wertung von 88 Punkten belegt Afghanistan Platz 4 auf dem Weltverfolgungsindex (WVI) 2016. 2015 nahm das Land mit 81 Punkten Rang 5 ein. Ursache für diesen Anstieg ist zum einen die zunehmende Gewalt und zum anderen, dass ausländische Christen, die sich in einem Hochsicherheitsbereich treffen, nicht in die Statistik aufgenommen wurden. Ihre Anzahl ist sehr gering und nimmt aufgrund zunehmender Spannungen weiter ab.

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2. Triebkräfte von Verfolgung

Die Triebkräfte von Verfolgung sind in Afghanistan der „Islamische Extremismus“ (Haupttriebkraft) und weniger stark „Exklusives Stammesdenken“ (vermischt mit Islamischem Extremismus) sowie „Organisiertes Verbrechen und Korruption“.

Islamischer Extremismus: Die Islamische Republik Afghanistan erlaubt keine Hinwendung zum christlichen Glauben und erkennt Christen nicht an. Abfall vom Islam bringt Unehre auf die Familie und Gemeinschaft. Christen muslimischer Herkunft verbergen deshalb ihren neuen Glauben, so gut es geht. Mit beachtlichem Einfluss beherrschen die Taliban noch immer Teile des Landes. Ein Beobachter berichtet: „Nach 20 Jahren Krieg wäre die einfachste Definition für die Taliban ‚bewaffnete Religionsgelehrte‘ (Mullahs) oder ‚kriegerische Geistliche‘. Beide Elemente, das kriegerische und das religiöse, sind bezeichnend. Die Taliban werden angeführt von geistlichen Leitern, die in Koranschulen unterwiesen wurden. Sie loben und vergeistlichen ausdrücklich den zum Märtyrertod verklärten Selbstmord. Sie gehen sogar so weit, den Müttern gegenüber ihr Bedauern auszudrücken, deren Söhne als Soldaten der Afghanischen Nationalstreitkräfte (ANA) getötet wurden, und sie zu fragen, wie sie es zulassen konnten, dass ihre Kinder nicht als ‚Shahid‘, d.h. als Märtyrer, sondern für eine rein weltliche Sache ihr Leben ließen. Alle Christen afghanischer Abstammung sind auch muslimischer Herkunft. Werden sie entdeckt, erleben sie Diskriminierung und Feindseligkeiten bis hin zu Gewalt vonseiten der Familie, Freunden und der Gesellschaft. Geistliche muslimische Leiter sind dabei oft die Anstifter, lokale Behörden nicht selten involviert. Solche Christen werden massiv unter Druck gesetzt, ihrem Glauben abzuschwören. Wer den Islam verlässt und entsprechend als Abtrünniger angesehen wird, befindet sich in einer äußerst schwierigen Situation.

Exklusives Stammesdenken: Das Konzept eines Staates ist der afghanischen Denkweise fremd. Zuerst kommt die Familie, dann der Clan, der Stamm und dann die Volksgruppe – sie alle zusammen sind wesentlich wichtiger als das Land. Sich um die Familie, das Dorf, den Stamm oder das eigene Volk zu kümmern, ist tief verwurzelt. Sollte jemand wagen, den Stamm und damit uralte Traditionen zu verlassen, um sich etwas Neuem und gar noch Ausländischem zu öffnen, so wird ungeheurer Druck auf ihn ausgeübt, zu den Traditionen zurückzukehren. Tut er das nicht, so gilt er als Verräter und wird aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Dies gilt für alle Arten von Abweichung, ganz besonders aber für den christlichen Glauben. Der ist erklärtermaßen eine westliche Religion und wird als feindlich gegenüber der afghanischen Kultur, Gesellschaft und dem Islam angesehen.

Organisiertes Verbrechen und Korruption: Der Mangel von Ausfuhrgütern führt zu einer großen Schieflage in der Handelsbilanz und damit zu ständiger Geldnot. Erschreckende 80% des Bruttoinlandproduktes kommen aus dem inoffiziellen Sektor. Korruption und das organisierte Verbrechen sind überall. Deutlich wurde dies 2010 beim Vorfall in der „Kabul Bank“, als Angestellte – unter ihnen der Bruder des damaligen Präsidenten Karzai – mehr als 850 Millionen USD veruntreut hatten und damit einen Sturm auf das bereits angeschlagene Bankwesen auslösten. Nach Präsident Ghanis Amtsantritt wurden die Untersuchungen dazu im Oktober 2014 wieder aufgenommen. Wer die Hilfe von Behörden benötigt, weiß, dass Bestechungsgelder alle Türen öffnen. Davon sind auch Christen betroffen, die zum großen Teil der ärmeren Bevölkerung gehören. Eines der großen wirtschaftlichen Probleme Afghanistans ist der lukrative Anbau und Handel mit Drogen wie Opium, keine andere Ernte bringt einem Bauern ähnlich viel Geld in die Kassen, beispielsweise elfmal so viel wie Getreideanbau. Der Drogenhandel macht etwa 15% des offiziellen BIP aus. Die Taliban sind intensiv an diesem Geschäft beteiligt, geschätzte 70-80% der Einnahmen landen in ihren Taschen. Das Zentrum des Mohnanbaus ist die im Süden gelegene Provinz Helmand, etwa 50% des für Mohnanbau geeigneten Bodens befinden sich dort – und auch eine Hochburg der Taliban. Wer sich den Drogenbossen in den Weg stellt, wird aus dem Weg geräumt. Das betrifft zumeist nicht speziell Christen, denn die sind praktisch nicht erkennbar, doch sie sind von dieser Situation ebenfalls betroffen und wissen oft nicht, wo sie Hilfe finden können.

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3. Aktuelle Einflüsse

Afghanistan liegt in einer Region, die unberechenbar ist – und das schon seit Jahrhunderten. Bevor es 1709 die Unabhängigkeit erreichte, wurde es von den Persern regiert. Der Nordwesten des Landes ist auch als „Khorasan“ bekannt; ein Name, der wieder Bedeutung erlangte, als militante Muslime dem „Islamischen Staat“ (IS) Treue schworen und die Einführung des „Kalifats von Khorasan“ ankündigten. Das alte Khorasan umschloss auch Landesteile des Iran und von Pakistan. Das westliche Verständnis eines Staates ist der afghanischen Denkweise fremd, denn Loyalität gilt zuerst dem Stamm, der Sprache und dem Volk, nicht aber einem Staat. Jede Entscheidung im Land muss also im Licht dieser Einteilung betrachtet werden. Auch wenn jemand in Kabul das Sagen hat, so bedeutet das für die Provinzen eventuell nicht viel.

Dies erklärt zumindest teilweise die komplizierte Politik des Landes. Seit den 70er-Jahren wurde Afghanistan mit Kriegen überzogen und diente als Arena für das „Große Spiel“ von Nachbarstaaten und Supermächten, allen voran Pakistan, Indien, Russland, China und den USA. Alle Bemühungen, zu einer Einigung mit den Taliban zu gelangen, werden durch diese Faktoren behindert. Die kürzlich erfolgte Aufsplitterung der Taliban kompliziert die Friedensgespräche noch, die die Regierung nur zu gerne mit den Aufständischen führen würde. Es gab diesbezüglich bereits zahlreiche Anläufe (der letzte im März 2015), doch da die Leiterschaft der Aufständischen derzeit umkämpft ist und abzuwarten bleibt, welche Fraktionen sich bilden und wo sie sich dann niederlassen, sind alle Gespräche gegenwärtig zum Stillstand gekommen.

Das Sicherheitsproblem stellt noch immer eine große Herausforderung dar. Die Sicherheitskräfte Afghanistans sind weniger Teil der Lösung als vielmehr des Problems. Die Afghanische Lokale Polizei (ALP) beispielsweise sollte andere Streitkräfte unterstützen und stellt den Versuch dar, einige der aufständischen ethnischen Gruppen und Stämme einzubinden. Die 29.000 Polizisten sind jedoch dürftig organisiert und schlecht ausgebildet, allerdings in 29 der 34 Provinzen tätig. Ihre Loyalität ist umstritten, wie einem Bericht und dem Zitat eines Religionsgelehrten von Parwan zu entnehmen ist: „Wir mögen die ALP – und sollten wir sie nicht mögen, beschweren wir uns beim Distriktchef der Polizei, der sie dann entwaffnet.“ Ein weiteres Problem sind die Milizen, die zum Kampf gegen die Taliban bewaffnet und herangezogen werden, jedoch auch die Bevölkerung misshandeln. So kommt es, dass regierungstreue Milizen größeren Schaden anrichten als die Taliban, wie ein Dorfbewohner in einem Bericht vom September 2015 erklärte.

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4. Betroffene Kategorien von Christen

Alle Christen Afghanistans sind muslimischer Herkunft und erleben Verfolgung.

Christen muslimischer Herkunft: Afghanistan ist eines der wenigen Länder, wo nur eine Kategorie von Christen anzutreffen ist. Ausländische Christen wurden im aktuellen Berichtszeitraum nicht einbezogen, ihre Anzahl ist gering und nimmt wegen der Sicherheitslage weiter ab. Außerdem sind sie derart isoliert, dass sie praktisch keinen Einfluss auf die Lage im Land haben. Zumeist leben sie auf einem abgegrenzten Gelände mit allen westlichen Freiheiten. Christen muslimischer Herkunft dagegen tun alles, um nicht von Familien, Freunden, Nachbarn und der Gesellschaft entdeckt zu werden. Je nach Haltung der Familie, droht ihnen sonst sogar der Tod. Als Christ den Glauben offen zu zeigen, ist schlicht unmöglich; selbst bei dem Verdacht, jemand könnte sich dem christlichen Glauben geöffnet haben, wurden Berichten zufolge bereits Geschäfte und Läden zerstört.

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5. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Erläuterung zum Verfolgungsmuster: Das untenstehende Verfolgungsmuster zeigt die Wertung für Islamischen Extremismus (in Verbindung mit Exklusivem Stammesdenken). Der Durchschnittswert der ersten 5 Balken (15,478), der den Druck auf Christen widerspiegelt, liegt etwas über dem Vorjahreswert (15,262). Der Wert für den Block „Gewalt“ ist mit 10,741 wesentlich höher als der Vorjahreswert (5,185). Die Verfolgungssituation ist demnach unberechenbar, dazu kommt noch der sehr hohe Druck auf Christen. Der Verlauf unten weist auf eine extreme Verfolgung hin mit den höchsten Wertungen in den Bereichen „Privat- und Familienleben“, der niedrigste Wert fällt auf den Bereich „Leben im Staat“. Konvertiten erleben gerade auch deshalb so viel Druck, weil sie sich nicht nur von dem gebräuchlichen Glauben abwenden, sondern sich selbst außerhalb der Familie, des Clans, des Stammes und sogar des Volkes stellen. Deshalb müssen Christen mit größter Vorsicht agieren. Viele haben das Land verlassen, entweder weil sie entdeckt wurden oder diesbezüglich in Gefahr standen oder weil der Druck für sie nicht mehr erträglich war.

(Bitte beachten Sie: Die oberen Zahlen zeigen drei Dezimalstellen an. Sie sind nicht als Tausende zu verstehen.)

Privat-, Familien- und gesellschaftliches Leben: Christen muslimischer Herkunft müssen immer auf der Hut sein, denn sogar nur der Verdacht, sie könnten konvertiert sein, kann beträchtliche Konsequenzen nach sich ziehen, wie Verhaftung oder Zerstörung von Geschäftsräumen. Die soziale Kontrolle ist hoch, es ist kaum möglich, den neu gewonnenen Glauben über lange Zeit geheim zu halten, besonders wenn ein solcher Christ Kinder hat. Zum einen möchte er/sie die Kinder nicht in eine Medresse (Koranschule) schicken, zum anderen ist es sehr gefährlich, die Kinder über den neuen Glauben zu informieren.

Leben im Staat: Da Artikel 3 der Verfassung festlegt, dass kein Gesetz den Lehren und Grundlagen der „heiligen Religion“ des Islam entgegenstehen darf, sind Einschränkungen in vielen Lebensbereichen vorgegeben. Und da die Wortwahl viel Spielraum zulässt, bleibt oft unklar, was als unpassend oder gegen den Islam gerichtet verstanden werden kann. In der Islamischen Republik Afghanistan ist es niemandem erlaubt, den Islam zu verlassen. Wird jemand der Konversion beschuldigt, so kommt diese einer Blasphemie des Islam und des Propheten gleich. Weder Christen noch Angehörige anderer religiöser – selbst muslimischer – Minderheiten genießen Religionsfreiheit.

Kirchliches Leben: In Afghanistan gibt es keine öffentliche Kirche. Die einzige genutzte Kapelle befindet sich im Keller der italienischen Botschaft in Kabul. Sie ist nur für die kleine Zahl von ausländischen Christen in Kabul zugänglich, überwiegend diplomatisches und militärisches Personal. Ausländische Christen sind Ziel extremistischer Muslime, selbst wenn sie ihren Glauben nicht öffentlich bekennen, sondern ihre christliche Motivation nur in Form von Wohltätigkeit zeigen.

Auftreten von Gewalt: Zu Beginn des Berichtszeitraums wurden am 29. November 2014 drei Christen aus Südafrika, die für eine Hilfsorganisation tätig waren, bei einem Angriff auf das Gästehaus in Kabul, wo sie untergebracht waren, ermordet. Jedes Gebäude, das mit der Kirche im Untergrund in Verbindung stehen könnte, wird attackiert, geschlossen oder sogar zerstört, ganz gleich, ob der Verdacht zutrifft oder nicht. Acht Monate nach seiner Entführung wurde ein Priester aus Indien, der das Flüchtlingsprogramm der Jesuiten in Afghanistan beaufsichtigt, am 22. Februar 2015 freigelassen.

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6. Ausblick

Erkennbare Trends und ihre Bedeutung für die Kirche:

Afghanistan sieht weiterhin einer unsicheren und gewaltbeladenen Zukunft entgegen, ein einfacher Ausweg zeichnet sich nicht ab. Deshalb befinden sich unter den Flüchtlingen nach Europa relativ viele Menschen aus Afghanistan. Christen im Land geht es keineswegs besser. Beobachter sehen kaum Anzeichen für einen fest vereinbarten und respektierten Frieden mit den Taliban, anderen Aufständischen und Bandenchefs. Vier Gründe sprechen dagegen:

1)      Politik: Präsident Ghanis Basis, auf die er seine Regierung bauen könnte, ist wacklig und seine Beziehung zum „Geschäftsführer“ des Landes, Abdullah Abdullah, ist angespannt.

2)      Wirtschaft: Die staatlichen Einnahmen decken gerade 29% des Budgets ab. Die Regierung ist damit kaum in der Lage, die Grundversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten.

3)      Militär: Wenigstens ein Drittel von Afghanistan ist von Aufständischen bedroht und ihre Angriffe nehmen noch zu, wobei sie weiter Land gewinnen.

4)      Geostrategie: Gegenwärtig hält Pakistan die Schlüssel einer umfassenden Lösung für Afghanistan in der Hand.

Aber vielleicht gibt es doch einen Silberstreifen am Horizont. Eines der großen Probleme des Landes ist die Abhängigkeit von Kräften von außerhalb, inklusive von Pakistan, um seine Lage in der – geografisch betrachtet – eingeschlossenen Situation zu überwinden. Von der Aufhebung oder zumindest Lockerung der internationalen Wirtschaftssanktionen gegen den Iran könnte dessen Nachbar Afghanistan profitieren. Die beiden Länder verbindet eine 936 Kilometer lange gemeinsame Grenze. Eine Öffnung für internationale Handelsströme würde Afghanistans Abhängigkeit von Pakistan schmälern, hätte es doch dann einen Zugang zum Meer. Durch die Öffnung des Hafens Chabbar im Iran, vielleicht mit Unterstützung der Chinesen, in deren Bemühen, die alte Seidenstraße wiederzubeleben, wäre das möglich. Die Frage nach der Stabilität im Land bleibt dabei unbeantwortet, doch zumindest eine so dringend notwendige Perspektive tut sich auf. Allerdings werden diese möglichen Änderungen die Christen kaum betreffen und ihre Situation wird sich kaum verbessern. Ein Ende der Verfolgung ist nicht in Sicht.

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7. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Afghanistan:

  • um mehr Gelegenheiten für die einheimischen Christen, Gemeinschaft miteinander zu erleben
  • dass Neubekehrte geschützte Wege finden, Gottes Wort zu studieren
  • um Schutz für die christlichen Mitarbeiter in den unterschiedlichen internationalen Hilfsorganisationen im Land
  • dass die Ausstrahlung von christlichen Radio- und Fernsehsendungen nicht verhindert wird

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