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Iran Länderprofile

Iran

Stand des Länderprofils: Januar 2016

Berichtszeitraum: 1. November 2014 bis 31. Oktober 2015
Informationen zur gegenwärtigen Entwicklung des Landes entnehmen Sie unseren Aktuellen Meldungen.

 

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung
1. Position auf dem Weltverfolgungsindex
2. Triebkräfte von Verfolgung
3. Aktuelle Einflüsse
4. Betroffene Kategorien von Christen
5. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt
6. Ausblick
7. Gebetsanliegen

 

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex: 83 Punkte / Platz 9
(WVI 2015: 80 Punkte / Platz 7)

Triebkräfte von Verfolgung: „Islamischer Extremismus“ (Haupttriebkraft), in etwas geringerem Ausmaß „Diktatorische Paranoia“ und „Organisiertes Verbrechen und Korruption“. Diktatorische Paranoia geht mit Islamischem Extremismus einher.

Aktuelle Einflüsse: Der Schah wurde während der Islamischen Revolution von 1979 abgesetzt und der Iran wurde zu einer islamischen Republik. Seitdem haben schiitische islamische Geistliche die politische Kontrolle, die oberste Macht liegt heute bei dem religiösen Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei. Der Schah rief während seiner Herrschaft ein Modernisierungsprogramm ins Leben, welches zur Folge hatte, dass sich das Land für westliche Einflüsse öffnete, doch wurden zur gleichen Zeit Regimekritiker stark unterdrückt. Dadurch verlor der Schah den Rückhalt populärer religiöser und politischer Mächte. So wurde der Weg für einen Umsturz geebnet. In den Augen der heutigen Anführer des Iran ist die Verbreitung des schiitischen Islam im Nahen Osten ein Mittel zur Ausbreitung der Revolution. Besonders im Irak hat der schiitische Islam seit dem Fall Saddam Husseins und der Ausbreitung des „Islamischen Staats“ (IS) in weiten Teilen des Landes Einfluss zurückgewinnen können. Der christliche Glaube gilt als verwerflicher westlicher Einfluss, eine unmittelbare Bedrohung für die islamische Identität der Republik. Vor allem, da die Anzahl der Christen stetig wächst und angeblich auch Kinder von politischen und geistlichen Machthabern zum Glauben an Jesus Christus kommen und den Islam verlassen. Nicht nur die Rechte der Christen werden verletzt, sondern auch die anderer religiöser Minderheiten wie die der Juden, Bahais, Zoroastrier, Derwisch und Sunniten. Besonders Religionen, die in der Verfassung nicht anerkannt sind, wie die Bahai, sind davon betroffen.

Betroffene Kategorien von Christen: Besonders betroffen sind ehemalige Muslime, die sich zu Jesus Christus bekehrt haben. Außerdem alle Kategorien von Christen, die den Muslimen das Evangelium bringen. Dabei trifft es besonders protestantische Freikirchen.

Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt: Das kirchliche Leben und das Leben im Staat sind besonders stark von der Verfolgung betroffen. In den letzten fünf Jahren wurden fast alle christlichen Gemeinden geschlossen, die ihre Gottesdienste in Farsi gehalten hatten, und die Leiter der Gemeinden wurden verhaftet. Ehemalige Muslime werden in allen Lebensbereichen verfolgt. Alle anderen Christen erleben zumindest Diskriminierungen im sozialen Leben und im Leben im Staat. Davon betroffen sind vor allem Christen, die Muslime erreichen wollen. Konvertiten werden besonders in kleinen Dörfern, in ländlichen Gebieten und in den konservativen Städten des Nordens als unrein angesehen. Ein Muslim, der sich vom Islam abkehrt, muss mit der Todesstrafe rechnen. Mindestens 108 Christen wurden bis November 2015 verhaftet und/oder kamen ins Gefängnis. Die Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr noch einmal gestiegen. Augenscheinlich gibt es eine Verbindung zwischen christlichen Gemeinden, die in den Untergrund gehen, und der gestiegenen Anzahl inhaftierter Christen.

Ausblick: Das Atomabkommen zwischen dem Iran und den sechs Weltmächten wird wahrscheinlich zu einem reicheren und stärkeren Iran führen, dessen Einfluss sich in der Region noch verstärken wird. Auf innenpolitischer Ebene erwartet man jedoch nicht, dass dieses Abkommen eine Verbesserung der allgemeinen Menschenrechtslage, oder spezifischer der Religionsfreiheit, zur Folge haben wird. Im Gegenteil: Die Situation kann sich eher verschlimmern.

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1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit einer Wertung von 83 Punkten belegt der Iran Platz 9 auf dem Weltverfolgungsindex 2016. Das entspricht einem Anstieg um 3 Punkte gegenüber dem Jahr 2015 (80), als der Iran Rang 7 einnahm. Der Iran ist in der Platzierung trotz einer höheren Punktezahl um zwei Plätze nach unten gerutscht, weil sich die Lage in anderen Ländern der ersten Zehn noch stärker verschlechtert hat. Der Trend hat sich fortgesetzt, dass fast alle Kirchengemeinden, die ihre Gottesdienste in Farsi abhalten, geschlossen werden. Infolgedessen gehen immer mehr Gemeinden in den Untergrund. Mindestens 108 Christen wurden verhaftet und/oder kamen ins Gefängnis, ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Augenscheinlich gibt es eine Verbindung zwischen christlichen Gemeinden, die in den Untergrund gehen, und der vermehrten Anzahl an inhaftierten Christen.

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2. Triebkräfte von Verfolgung

Die Triebkräfte von Verfolgung im Iran sind „Islamischer Extremismus“ (Haupttriebkraft) und in geringerem Ausmaß „Diktatorische Paranoia“ und „Organisiertes Verbrechen und Korruption“. Diktatorische Paranoia geht mit Islamischem Extremismus einher.

Islamischer Extremismus: Der schiitische Islam ist Staatsreligion, alle Gesetze müssen mit der offiziellen Auslegung der Scharia übereinstimmen. Die Hauptakteure der Christenverfolgung sind Regierungsbeamte, nicht-christliche religiöse Leiter, fanatische Bewegungen und revolutionäre sowie paramilitärische Gruppierungen. Laut staatlicher Anordnung dürfen nur Armenier und Assyrer Christen sein. Geborene Perser müssen laut Definition Muslime sein, dieser Logik folgend sind persisch-stämmige Christen also „Abtrünnige“ (Apostaten). Somit stellt fast jede christliche Aktivität in Farsi eine Übertretung des Gesetzes dar – von der Evangelisation über biblischen Unterricht, vom Predigen bis zur Publikation von Bibeln und christlicher Literatur.

Diktatorische Paranoia: Der unbedingte Wille des Machterhalts geht mit Islamischem Extremismus einher. Vor allem anderen geht es darum, die Werte der Islamischen Revolution von 1979 zu beschützen.

Organisiertes Verbrechen und Gewalt: Inhaftierte Christen – besonders Konvertiten – können gegen eine Kaution aus dem Gefängnis entlassen werden. Dabei geht es oft um hohe Geldbeträge, die Berichten zufolge zwischen 2.000 und 200.000 US-Dollar angesiedelt sind. Die betroffenen Christen oder deren Familien müssen deshalb oft ihre Häuser mit Hypotheken belasten. Aus dem Gefängnis entlassen, werden sie häufig unter Druck gesetzt, das Land zu verlassen, was sie auch oft tun.

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3. Aktuelle Einflüsse

Durch die Islamische Revolution 1979 wurde der Schah entmachtet und der Iran in eine islamische Republik umgewandelt. Schiitische Geistliche unter dem obersten Führer Ayatollah Ruhollah Khomeini übernahmen die politische Kontrolle. Während seiner Regierungszeit hatte der Schah das Land modernisiert und für Einflüsse aus dem Westen geöffnet. Regimekritiker ließ er jedoch massiv unterdrücken. Daraufhin verlor er die Unterstützung der mächtigen religiösen, politischen und angesehenen Kräfte im Land, der Umsturz war die Folge.

Die heutige iranische Führung sieht in der Ausweitung des schiitischen Islam im Mittleren Osten eine Fortführung der Revolution. Besonders im Irak hat der schiitische Islam seit dem Fall Saddam Husseins und der starken Ausbreitung des „Islamischen Staats“ (IS) an Einfluss zugenommen, denn schiitisch-islamische Milizen bekämpfen den IS am Boden. Diese Entwicklungen haben die Stellung des Irans als Regionalmacht gefestigt und die Pläne der USA für den Nahen Osten durchkreuzt. Der christliche Glaube gilt als verwerflicher westlicher Einfluss, eine anhaltende Bedrohung für die islamische Identität der Republik. Vor allem, da die Anzahl der Christen stetig wächst und angeblich auch Kinder von politischen und geistlichen Machthabern zum Glauben an Jesus Christus kommen und den Islam verlassen. Nicht nur die Rechte der Christen werden verletzt, sondern auch die religiöser Minderheiten wie die der Juden, Bahais, Zoroastrier, Derwisch und Sunniten. Besonders Religionen, die in der Verfassung nicht anerkannt sind, wie die Bahai, sind davon betroffen.

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4. Betroffene Kategorien von Christen

Es gibt drei Kategorien von Christen im Iran, die verfolgt werden:

Christen aus traditionellen Kirchen: Alteingesessene christliche Volksgruppen wie die Armenier oder Assyrer dürfen ihren eigenen Volksangehörigen in ihrer jeweiligen Muttersprache predigen, es ist jedoch verboten, Menschen muslimischer Herkunft (Farsi-Sprachige) mit einzubeziehen. Sie sind zwar formell vom Staat anerkannt und vom Gesetz geschützt, doch sie werden als Bürger zweiter Klasse behandelt. So gibt es Berichte über Freiheitsentzug, körperliche Misshandlungen, Schikanen und Diskriminierung, für den Fall, dass sie Muslime mit dem Evangelium erreicht haben.

Ehemalige Muslime, die sich zu Jesus Christus bekehrt haben, werden zur größten Gruppe von Christen im Iran gerechnet. Sie erleiden die stärkste Verfolgung. Menschen, die sich vom Islam zum christlichen Glauben bekehren, hält man für Abtrünnige. Eine Abwendung vom Islam bedeutet für Männer die Todesstrafe und für Frauen lebenslanges Gefängnis.

Protestantische Freikirchen: Die zweite Hauptgruppe, die unter Verfolgung zu leiden hat, sind Christen aus protestantischen oder charismatischen Gemeinschaften, vor allem solche, die den Muslimen aktiv das Evangelium bringen oder Menschen, die noch als Muslime angesehen werden (Konvertiten der 2. Generation). Nicht-traditionelle Christen sind oft armenischer, assyrischer (oder sonstiger traditioneller) Herkunft. Zudem sind davon ehemalige Muslime der dritten Generation betroffen (ihre Eltern oder Großeltern waren Muslime und haben sich zu Jesus Christus bekehrt).

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5. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Erläuterung zum Verfolgungsmuster: Das Verfolgungsmuster für den Iran setzt sich aus den Wertungen für Islamischen Extremismus (vermischt mit Diktatorischer Paranoia) zusammen. Die durchschnittliche Wertung für die ersten fünf Säulen (14,822) steht für den Druck auf die Christen, der im Vergleich zum letzten Jahr (13,917) angestiegen ist. Die Werte für Gewalt sind im Vergleich zu letztem Jahr schwächer ausgeprägt, aber noch immer hoch: 9,260 zu 10,000 (WVI 2015). Die höhere Wertung für den Druck erklärt sich teilweise durch die Entscheidung des WVI-Teams, nur noch drei Kategorien von Christen in die Bewertung einzubeziehen (Arbeitsmigranten sind von den Christen des Landes so vollständig abgeschirmt, dass sie mit der Lage im Land faktisch nichts zu tun haben), und zum Teil durch die Tatsache, dass sich der Druck auf die Christen im Land verstärkt hat. Wie das untenstehende Verfolgungsmuster verdeutlicht, ist die Verfolgung im kirchlichen Leben am stärksten, wobei alle 5 Lebensbereiche hohe Werte erreichen. Ehemalige Muslime und Christen, die Muslimen das Evangelium bringen wollen, werden am schärfsten verfolgt und auch körperlich angegriffen.

(Bitte beachten Sie: Die oberen Zahlen zeigen drei Dezimalstellen an. Sie sind nicht als Tausende zu verstehen.)

Privatleben: Konvertiten aus dem Islam können ihren christlichen Glauben nicht öffentlich leben. Jeder Hinweis für ihr Umfeld, dass sie Christen sein könnten, hätte ernsthafte Folgen. Wenn außer ihnen niemand anderes aus der Familie an Jesus Christus glaubt, müssen sie sehr darauf bedacht sein, wie sie ihren Glauben ausleben. Für alle Kategorien von Christen kann es gefährlich sein, christliche Literatur in Farsi zu besitzen. Vor allem, wenn es davon beachtliche Mengen gibt, denn das ein Hinweis darauf, dass die Literatur zur Verteilung an iranisch-stämmige (ehemalige) Muslime gedacht ist. Alteingesessene christliche Gemeinschaften dürfen ohne Furcht christliche Literatur in ihrer Muttersprache (Armenisch oder Assyrisch) besitzen.

Familienleben: Es ist für eine muslimische Familie eine große Schande, wenn eines ihrer Mitglieder den Islam verlässt. Im Falle einer Erbschaft oder eines Sorgerechtstreits bei Scheidung wird häufig zum Nachteil christlicher Betroffener entschieden, wenn der Rest der Familie muslimisch ist. In der Schule werden Kinder christlicher Eltern muslimischer Herkunft zu den Muslimen gezählt und sind verpflichtet, am islamischen Unterricht teilzunehmen. In den weiterführenden Schulen sind alle Kategorien von Christen dazu gezwungen, islamische Kurse zu belegen.

Gesellschaftliches Leben: Die Diskriminierung setzt alle Christen im Iran mehr oder weniger unter Druck, ihren Glauben aufzugeben. Christen muslimischer Herkunft werden in ländlichen Regionen, in Dörfern und in konservativ geprägten Städten des Nordens als unrein angesehen. Muslime sollten Christen nicht die Hand geben, sie gar berühren oder von ihnen zubereitetes Essen zu sich nehmen. Wird ihr Glauben bekannt, müssen ehemalige Muslime mit Schikane und Diskriminierung am Arbeitsplatz rechnen.

Leben im Staat: Einem Muslim, der den Islam verlässt, droht die Todesstrafe. Dabei liegt das Augenmerk der Regierung auf denen, die sich um Konvertiten kümmern. Auch gut etablierte Kirchen sind in diesem Fall nicht sicher vor Schikane: Ihre Mitglieder werden verhört, verhaftet, ins Gefängnis gesteckt und geschlagen. Viele Gottesdienste werden geheimdienstlich überwacht.

Kirchliches Leben: Die Regierung hat ihre Anstrengungen verstärkt, Farsi-sprachige Christen aus dem Land zu vertreiben. In den letzten fünf Jahren wurden mindestens acht Kirchengemeinden geschlossen oder dazu gezwungen, Gottesdienste nicht mehr in Farsi zu halten. Auch wurden die Kirchenleiter oft verhaftet. Kirchen dürfen keine neuen Mitglieder muslimischer Herkunft mehr aufnehmen, was zur Überalterung der Gemeinden führt. Die strenge Überwachung von Hauskirchen löst bei den Besuchern zunehmend Furcht aus. Jede Form von Evangelisation, biblischer Unterricht sowie die Veröffentlichung oder der Import von Bibeln in Farsi ist illegal.

Gewalt: Bis zum Ende des Berichtszeitraums wurden mindestens 108 Christen wegen ihres Glaubens verhaftet oder ins Gefängnis geworfen. Das ist ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Es scheint einen Zusammenhang zwischen Gemeinden, die in den Untergrund abwandern, und der Anzahl von Verhaftungen zu geben. Die Verhörmethoden im Gefängnis sind brutal und es kann dabei auch zu sexuellen Übergriffen kommen, so wurden Christen in zahlreichen Fällen körperlich und mental schwer misshandelt. Es kam zu Razzien bei mehr als 10 Hauskirchen und mehrere Besucher wurden verhaftet. Aufgrund der Verfolgung halten sich viele Christen im Land verborgen oder sie fliehen ins Ausland.

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6. Ausblick

Für den Iran ist das Atomabkommen mit den sechs Weltmächten wohl eine der bedeutendsten Entwicklungen des vergangenen Jahres. Laut dem Wirtschaftsmagazin „The Economist“ ist das Abkommen ein „starker Wendepunkt für die Wirtschaft und für die Zusammenarbeit des Iran mit dem internationalen System.“ Der Iran könnte sich zum Handelspartner der westlichen Länder entwickeln und auf diese Weise seine Isolation überwinden, was zu einem reicheren und stärkeren Iran führen würde, dessen Einfluss auf die Region wachsen könnte. Dies hätte auch positive Auswirkungen auf den Kampf gegen den IS, gegen den er bereits im Irak kämpft. Andererseits würde ein stärkerer Iran auch dazu beitragen, Religionskonflikte zu verstärken, was zu größerer Eskalation von Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten führen würde. Der Iran und Saudi-Arabien führen bereits Stellvertreterkriege im Jemen und in Syrien und es ist sehr wahrscheinlich, dass sich die Kriegshandlungen noch verstärken werden. Der Einfluss des Iran reicht bis in den Libanon und wohl auch Bahrain. Das Risiko einer wachsenden Destabilisierung der gesamten Region liegt auf der Hand.

Wird aber eine verbesserte Wirtschaftssituation und eine geringere Isolation auch die Lage der Christen im Iran verbessern? Wenn die Aufhebung der Sanktionen zu einer stabileren finanziellen Lage der gesamten Bevölkerung führt, werden wohl auch die Christen davon profitieren. Doch laut dem persischen BBC-Wirtschaftsjournalisten Amir Paivar befürchten Hardliner des Iran, dass verbesserte Beziehungen zur USA die Werte der Islamischen Revolution von 1979 gefährden würden, die „sich 36 Jahre um den Kampf gegen ‚den großen Satan‘ drehte und die den Menschen konsequent strenge religiöse Verhaltensregeln im Alltag auferlegt hat.“ Sehr wahrscheinlich wird das Ansehen Präsident Rouhanis und seines Kabinetts durch das Atomabkommen weiter steigen und Hardliner werden versuchen, „dem innenpolitisch entgegenzuwirken, indem sie jeden Versuch aktiv blockieren werden, soziale und politische Reformen anzukurbeln.“ Zudem würde „ein hartes Vorgehen gegen Medien, Menschenrechts- und politische Aktivisten allen Iranern die klare Botschaft senden, dass ein Atomabkommen nicht das Ende der revolutionären Werte bedeutet.“

Unter dem Reformpräsidenten Mohammad Khatami, der von 1997 bis 2005 an der Macht war, gab es eine vergleichbare Entwicklung, als er versprach, sich den westlichen Ländern weiter zu öffnen und mehr mit ihnen zusammenzuarbeiten. Tatsächlich kam es zu einem verschärften Vorgehen gegen Journalisten und Bürgerrechtler. Außerdem kann eine verstärkte Zusammenarbeit mit anderen Ländern zu einer größeren Überwachung durch den Geheimdienst führen. Religiöse Minderheiten wie die Bahai und Christen würden noch mehr unter Beobachtung stehen, besonders alle Kontakte zu westlichen Mitgläubigen. Kurz gesagt scheint das Atomabkommen eine gute Nachricht für die Christen zu sein, aber es ist unwahrscheinlich, dass es wirklich zu einer Verbesserung der Situation führen wird – sondern es wird eher das Gegenteil eintreten.

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7. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Iran:

  • um Schutz vor Spitzeln und Polizei
  • um bessere Ausbildungsmöglichkeiten für Gemeindeleiter muslimischer Herkunft
  • Dank für die vielen Träume, Visionen und Bekehrungen

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