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Länderprofil Jordanien

Jordanien

Stand des Länderprofils: Januar 2017

Berichtszeitraum: 1. November 2015 – 31. Oktober 2016
Informationen zur gegenwärtigen Entwicklung des Landes entnehmen Sie unseren Aktuellen Meldungen.


Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung
Ausführliches Länderprofil
   1. Position auf dem Weltverfolgungsindex
   2. Triebkräfte der Verfolgung
   3. Aktuelle Einflüsse
   4. Betroffene Kategorien von Christen
   5. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt
   6. Ausblick
   7. Gebetsanliegen



Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex

63 Punkte / Platz 27 (WVI 2016: 59 Punkte / Platz 27)

Triebkräfte der Verfolgung

Die Triebkräfte der Verfolgung von Christen in Jordanien sind „Islamische Unterdrückung“ und „Ethnisch begründete Anfeindungen“ (vermischt mit Islamischer Unterdrückung).

Aktuelle Einflüsse

Jordaniens Gesellschaft besteht aus verschiedenen Volksstämmen – was sich auch im Königshaus abbildet. Jordanien beherbergt viele Flüchtlinge. Der Großteil kommt aus Syrien, viele aber auch aus dem Irak und Afrika. Diese Tatsache führt zu wirtschaftlichem, politischem und religiösem Druck, ein potenziell destabilisierender Faktor. Die Zahl der Christen im Land ist in den letzten 50 Jahren stetig zurückgegangen. Lange Zeit galt Jordanien in Bezug auf Religionsfreiheit als eines der liberalsten Länder der Region. Für Christen scheint sich das nun zu ändern, vor allem für Christen muslimischer Herkunft, die am meisten unter Verfolgung leiden.

Betroffene Kategorien von Christen

Es gibt ausländische und eingewanderte Christen in Jordanien, diese sind jedoch nicht als eigenständige Gruppe zu betrachten. Christen aus traditionellen Kirchen, Christen mit muslimischem Hintergrund und Christen aus protestantischen Freikirchen erfahren unterschiedlich schwere Verfolgung.

Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

  • Insgesamt betrachtet ist der Druck auf Christen in Jordanien sehr hoch. Der Durchschnittswert für die fünf Lebensbereiche ist im Vergleich zum vorangegangenen Berichtszeitraum deutlich angestiegen. Dieser Anstieg resultiert jedoch größtenteils aus der Verfügbarkeit von mehr Informationen. Im Vergleich zum Weltverfolgungsindex 2016 ist der tatsächliche Druck auf Christen in Jordanien nicht bedeutend angestiegen.
  • Der Druck ist am stärksten in den Bereichen Privatleben, kirchliches Leben und Familienleben; dort sind die Wertungen sehr hoch. Dies ist typisch für eine Verfolgungssituation, in der Islamische Unterdrückung die Haupttriebkraft der Verfolgung und mit Ethnisch begründeten Anfeindungen vermischt ist.
  • Islamische Unterdrückung wirkt sich im Privatleben, im Familienleben und im gesellschaftlichen Leben aus und betrifft insbesondere Christen muslimischer Herkunft. Die Verfolgung geht dabei vor allem von Familien, lokalen Behörden und nichtchristlichen Leitern aus.
  • Die Wertung für Gewalt ist im Vergleich zum Weltverfolgungsindex 2016 gesunken und verbleibt auf einem niedrigen Level.
  • Der Druck in Jordanien ist insgesamt durch die gravierende Unterdrückung von Christen muslimischer Herkunft und eine relative Freiheit für alle anderen Kategorien von Christen gekennzeichnet, solange letztere nicht versuchen, ihren Glauben an Muslime weiterzugeben.

Ausblick

Der jordanische König Abdullah II. möchte die Gesellschaft verändern und führt Maßnahmen ein, die religiösen Minderheiten wie Christen helfen sollen. Dies führt jedoch auch zu einer Spaltung der Gesellschaft und zu Unruhen, insbesondere unter konservativen Muslimen. Die außergerichtliche Tötung eines prominenten Autors, der einen Cartoon gepostet hatte, in dem „der Gott von Daesh“ (Daesh = Islamischer Staat) verspottet wurde, zeigt, wie extremistische Islamisten versuchen, die Meinungsfreiheit zu unterdrücken. Dies führt zu einem steigenden Druck auf Christen und andere, deren Ansichten nicht einem radikalen Islam entsprechen.

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Ausführliches Länderprofil


1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit einer Wertung von 63 Punkten belegt Jordanien Platz 27 auf dem Weltverfolgungsindex. Im vergangenen Jahr nahm das Land mit 59 Punkten ebenfalls den 27. Rang ein. Der Druck auf Christen – vor allem auf Christen mit muslimischem Hintergrund – bleibt sehr hoch, religiös motivierte Gewalt gegenüber Christen ist dagegen auf einem niedrigen Niveau. Der Wert für Druck auf Christen stieg im Vergleich zum Weltverfolgungsindex 2016 aufgrund der Verfügbarkeit von mehr Informationen deutlich an, der tatsächliche Druck hat sich nicht bedeutend verändert.

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2. Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung: Spannungen zwischen moderaten und islamisch-extremistischen Teilen der jordanischen Gesellschaft nehmen zu. Dschihadisten, die auf dem Weg nach Syrien sind, durchqueren das Land. Berichten zufolge ist zudem eine große Anzahl an Dschihadisten aus Jordanien nach Syrien und in den Irak gereist, um gemeinsam mit anderen Islamisten aus der ganzen Welt zusammen zu kämpfen. Die Triebkraft Islamische Unterdrückung zielt darauf ab, den Islam mit gewalttätigen oder nicht-gewalttätigen Mitteln einer Gesellschaft aufzuzwingen. Für Muslime, die Christen geworden sind, ist der Ausschluss aus der eigenen Familie eines der größten Risiken.

Ethnisch begründete Anfeindungen: Diese Triebkraft der Verfolgung versucht, den Einfluss jahrhundertealter Normen und Werte aus Stammestraditionen durchzusetzen. Ethnisch begründete Anfeindungen treten oft im Zusammenhang mit traditionellen Religionen auf, im Falle Jordaniens gibt es eine deutliche Vermischung mit dem Islam.

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3. Aktuelle Einflüsse

Jordaniens Gesellschaft besteht aus verschiedenen Volksstämmen, was sich auch im Königshaus abbildet: Der verstorbene König Hussein stammte aus Saudi-Arabien, seine zweite Frau und Mutter des derzeitigen Königs Abdullah II. ist Britin. König Abdullah selbst ist mit einer Palästinenserin verheiratet. Die Bevölkerung besteht überwiegend aus Palästinensern, von denen die meisten nach den Arabisch-Israelischen Kriegen von 1948 und 1967 ins Land kamen. In den frühen 1950er-Jahren erhielt ein Großteil von ihnen die Staatsbürgerschaft. Palästinensische Jordanier („Westbankers“) werden allerdings im Vergleich zum Großteil der sonstigen Bevölkerung, der von Beduinen abstammt („Eastbankers“), und seit Jahrhunderten in diesem Gebiet lebt, benachteiligt. Im Allgemeinen halten letztere dem König die Treue. Jordanien hat viele Flüchtlinge aufgenommen, insbesondere aus dem Irak und Syrien: Im Dezember 2016 schätzte das UN-Flüchtlingshilfswerk die Zahl der Flüchtlinge aus Syrien auf 655.314 und die aus dem Irak auf 60.647. Damit hat Jordanien gemessen an der Einwohnerzahl weltweit die zweitmeisten Flüchtlinge aufgenommen. Da so viele verschiedene Nationalitäten in dem Königreich vertreten sind, ist die Frage, was die nationale Identität eines jordanischen Staatsbürgers ausmacht, unklar. Außerdem führt die hohe Anzahl von Flüchtlingen zu wirtschaftlichem, politischem und religiösem Druck und ist so ein potenziell destabilisierender Faktor.

Die Zahl der Christen verringert sich seit der Unabhängigkeit des Landes 1946. Dieser Rückgang liegt in einer niedrigeren Geburtenrate und hohen Auswanderungszahlen begründet. Außerdem kam eine große Zahl muslimischer Flüchtlinge aus dem Irak und Syrien nach Jordanien. Zusammen mit dem Aufstieg eines extremistischen Islam setzt dies die Christen, besonders Evangelikale und Christen muslimischer Herkunft, zunehmend unter Druck. Für lange Zeit galt Jordanien in Bezug auf Religionsfreiheit als eines der liberalsten Länder der Region. Für Christen scheint sich dies aber nun zu ändern. Christen aus traditionellen Kirchen genießen zwar noch immer einen relativ hohen Grad an Religionsfreiheit; Christen muslimischer Herkunft hingegen erleben die Auswirkungen des zunehmenden islamistischen Einflusses in der Gesellschaft.

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4. Betroffene Kategorien von Christen

Gemeinschaften ausländischer Christen und Arbeitsmigranten: Diese Gruppe ist am wenigsten von der Verfolgung betroffen. Es kam aber zu Verhaftungen, wenn sie Kontakt mit Christen muslimischer Herkunft hatten.

Christen aus traditionellen Kirchen: Sie stellen die größte Gruppe von Christen in Jordanien. Die meisten von ihren gehören der orthodoxen oder der römisch-katholischen Kirche an. Grundsätzlich genießen sie ein relativ hohes Maß an Religionsfreiheit, allerdings können Einzelne im Alltag Benachteiligungen erfahren, beispielsweise am Arbeitsplatz.

Christen muslimischer Herkunft (Konvertiten): Von allen Christen erleben Konvertiten aus dem Islam die stärkste Verfolgung. Wird ihr neuer Glaube bekannt, müssen sie mit Druck von allen Seiten rechnen: von Regierungsbeamten, Stammesführern, nichtchristlichen religiösen Leitern, extremistischen Bewegungen, einfachen Bürgern und der (erweiterten) Familie. Die Situation der Christen muslimischen Hintergrunds – deren kleine Zahl stetig wächst – hat sich in den letzten Jahren verschlechtert, verursacht durch Druck vonseiten ihrer Familien und durch die wachsende Aktivität islamistischer Gruppen.

Christen aus protestantischen Freikirchen: Diese Gruppe besteht größtenteils aus Evangelikalen, Baptisten und Pfingstgemeinden. Nach Christen muslimischer Herkunft erleben die protestantischen Freikirchen den stärksten Widerstand, besonders vonseiten der Regierungsbeamten. Evangelikale Gemeinden werden von der jordanischen Regierung nicht anerkannt. In einigen Fällen wird die Regierung selbst zum Verfolger, indem sie beispielsweise Übergriffe auf Christen ungestraft lässt.

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5. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Grafik: Verfolgungsmuster Jordanien

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die WVI-Platzierung. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenspiel der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Erläuterung zum Verfolgungsmuster Jordanien:

  • Insgesamt ist der durchschnittliche Druck auf Christen in Jordanien – insbesondere auf Christen muslimischer Herkunft – sehr hoch (12,257) und im Vergleich zum letztjährigen Weltverfolgungsindex (11,428) gestiegen. Dieser Anstieg liegt größtenteils an der Verfügbarkeit von mehr Informationen. Im Vergleich zum Weltverfolgungsindex 2016 hat sich der tatsächliche Druck auf Christen in Jordanien nicht bedeutend verändert.
  • Der Druck ist am stärksten in den Bereichen Privatleben, kirchliches Leben und Familienleben; dort sind die Wertungen sehr hoch. Dies ist typisch für eine Verfolgungssituation, in der Islamische Unterdrückung die Haupttriebkraft der Verfolgung und mit Ethnisch begründeten Anfeindungen vermischt ist.
  • Islamische Unterdrückung als Triebkraft der Verfolgung betrifft vor allem Christen muslimischer Herkunft in den Bereichen Privatleben, Familienleben und gesellschaftliches Leben. Sie geht besonders von Familien, lokalen Behörden und nichtchristlichen Leitern aus.
  • Die Wertung für Gewalt (1,481) ist im Vergleich zum Weltverfolgungsindex 2016 (1,852) gesunken und verbleibt auf einem niedrigen Level.
  • Der Druck in Jordanien wird durch die gravierende Unterdrückung von Christen muslimischer Herkunft und relative Freiheit für alle anderen Kategorien von Christen charakterisiert, solange letztere nicht versuchen, ihren Glauben an Muslime weiterzugeben.

Privatleben: Hier sind vor allem Christen muslimischer Herkunft betroffen. Sie können ihren Glauben nicht öffentlich ausüben. Jedes kleinste Signal an ihre Umgebung, dass sie Christen sein könnten, kann schwerwiegende Konsequenzen haben. Alle anderen Christen haben mehr Freiheiten, ihren Glauben im Privaten zu leben, solange sie nicht versuchen, das Evangelium an Muslime weiterzugeben.

Familienleben: Besonders Christen muslimischer Herkunft erleben Druck durch die eigene Familie, welche teilweise gewalttätig bis hin zu Mord sein kann. Um Druck auf die Konvertiten auszuüben, informieren einige Familien sogar die Behörden, was dann zu einer Verhaftung führt. Open Doors erhielt Berichte von Christen mit muslimischem Hintergrund, denen aufgrund ihres Übertritts zum christlichen Glauben mit dem Entzug des Sorgerechts für ihre Kinder gedroht wurde. Der Staat spielt dabei allerdings keine aktive Rolle.

Gesellschaftliches Leben: Auch in diesem Lebensbereich stehen Christen muslimischen Hintergrunds ganz besonders unter Druck, wenn ihr Glaube bekannt wird. Aber auch andere Christen erleben Diskriminierung, zum Beispiel an ihren Arbeitsplätzen in Unternehmen oder im öffentlichen Dienst, wo sie auf unsichtbare Barrieren stoßen und bei Beförderungen übergangen werden. Besonders Christen, die Konvertiten aus dem Islam unterstützen – durch Beratung, Seelsorge und biblische Ausbildung – müssen mit Bedrohungen und Einschränkungen im Alltag sowie mit Überwachung durch ihr Umfeld rechnen.

Leben im Staat: Hier erleben alle Christen Druck, besonders betrifft dies wieder Christen muslimischer Herkunft. Der Islam ist Staatsreligion. Beim Erbrecht gilt ausschließlich die islamische Gesetzgebung, ungeachtet des Glaubens der Betroffenen. Das Familienrecht basiert auf der Scharia und gilt für alle, die der Staat als muslimisch definiert. Dazu gehören auch Kinder von Vätern, die zum muslimischen Glauben übergetreten sind. Glaubenswechsel aus dem Islam heraus werden vom Staat nicht anerkannt. Das öffentliche Missionieren von Muslimen verstößt gegen die Regierungspolitik. Ehemalige Muslime, die Christen geworden sind, fallen noch immer unter die Gerichtsbarkeit der Scharia, ihre Ehen können annulliert werden und es ist auch möglich, dass sie das Sorgerecht für ihre Kinder sowie ihre Bürgerrechte verlieren. Berichten zufolge wurden Christen mit muslimischem Hintergrund vom Geheimdienst bezüglich ihres Glaubens verhört und mit Anklagen vor Gericht und anderen möglichen Konsequenzen bedroht. Zudem wurden ihnen Belohnungen, wie zum Beispiel berufliche Chancen, für eine Rückkehr zum Islam versprochen. Weiter wurde berichtet, dass Behörden Arbeitszeugnisse verweigerten, die für Bewerbungen und Firmengründungen notwendig waren. Arbeitgebern wurde aufgetragen, Christen muslimischer Herkunft zu entlassen. Diejenigen, die Christen muslimischer Herkunft angreifen, können mit Straffreiheit rechnen.

Kirchliches Leben: Christen mit muslimischem Hintergrund erfahren auch im Bereich des kirchlichen Lebens den größten Druck. Dennoch müssen auch andere Christen, besonders aus protestantischen Freikirchen, mit gewissen Einschränkungen leben. Für Christen muslimischer Herkunft ist jede Form des öffentlichen und legalen kirchlichen Lebens unmöglich. Im Vergleich zu anderen Ländern der Region ist das Kirchenleben jedoch generell weniger eingeschränkt – besonders für Christen aus traditionellen Kirchen. Dies lässt sich unter anderem daran erkennen, dass es eine Reihe von anerkannten, schon lange bestehenden Kirchen im Land gibt. Evangelikale Gemeinden haben Schwierigkeiten, eine Registrierung zu erhalten. Baugenehmigungen für Kirchen sind schwer zu erhalten und es gibt alle Arten subtiler Diskriminierung. Berichten zufolge werden Aktivitäten evangelikaler Gemeinden und von Untergrundgemeinden (von Christen muslimischer Herkunft) von der Geheimpolizei überwacht. Öffentliche Verteilung von christlicher Literatur ist nicht erlaubt, der Verkauf ist ausschließlich an offiziell genehmigten Orten möglich.

Auftreten von Gewalt: Der Druck auf und die Gewalt gegen Christen mit muslimischem Hintergrund dauern an. Open Doors erhielt Berichte über Christen, die von der Polizei zum Verhör festgehalten wurden oder physisch oder psychisch misshandelt wurden. Einige wurden von ihren Familien wegen ihres Glaubens in psychiatrische Anstalten eingewiesen. Selbst ausländische Christen können verhaftet werden, wenn sie Kontakt zu Christen muslimischer Herkunft haben. Die Anzahl von Christen, die wegen ihres Glaubens das Land verlassen mussten, ist leicht angestiegen. Die Wertung für die Kategorie ist vor allem deswegen gesunken, weil es – anders als im vorangegangenen Berichtszeitraum – keine Berichte über Christen gab, die entführt wurden oder ihre Häuser verlassen und sich im Land verstecken mussten. Es ist jedoch nicht unwahrscheinlich, dass es solche Vorfälle gab, die jedoch unbemerkt blieben.

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6. Ausblick

Erkennbare Trends und ihre Bedeutung für die Kirche

Der jordanische König Abdullah II. möchte die Gesellschaft verändern und führt Maßnahmen ein, die religiösen Minderheiten wie Christen helfen sollen. So hat Jordanien Reformen in den Lehrplänen mit dem Ziel eingeführt, den Einfluss extremistischer islamischer Kräfte in der Gesellschaft zu bekämpfen. Beispielsweise wird im Bereich der zivilen Bildung „darauf hingewiesen, dass Christen als demografischer Bestandteil der Bevölkerung anerkannt werden, indem Kirchen ebenso wie Moscheen in Bildern gezeigt werden. Im Religionsunterricht werden ganze Passagen aus dem Koran und Aussprüche des Propheten Mohammed ausgelassen und in Arabischer Literatur wird ein Bild einer verhüllten Frau durch das einer unverhüllten Frau ersetzt.“ Dieser Schritt spaltet das Königreich und traf bereits auf viel Widerstand, insbesondere von konservativen Muslimen wie der Islamischen Aktionsfront (IAF), die den politischen Arm der Muslimbruderschaft in Jordanien darstellt.

Die islamistische Partei nahm 2016 erstmals wieder an den Wahlen teil, nachdem sie sie fast ein Jahrzehnt boykottiert hatte. Dabei gewann sie 15 der insgesamt 130 Sitze im Parlament. Auch wenn diese Rückkehr auf kurze Sicht wahrscheinlich keinen großen Einfluss haben wird, ist es noch zu früh, vorauszusagen, was sie auf lange Zeit bedeuten kann. Die Polarisierung der Gesellschaft durch die Reformen des Königs ermutigt liberale Kräfte und Christen, die Stimme gegen die islamistischen Entwicklungen in Teilen der Gesellschaft zu erheben, doch dies hatte bereits einige ernsthafte Konsequenzen zur Folge. Die außergerichtliche Tötung eines prominenten Autors, der einen Cartoon gepostet hatte, in dem „der Gott von Daesh“ (Daesh = Islamischer Staat) verspottet wurde, zeigt, wie extremistische Islamisten versuchen, die Meinungsfreiheit zu unterdrücken. Dies führt zu einem steigenden Druck auf Christen und andere, deren Ansichten nicht dem radikalen Islam entsprechen. Es wird erwartet, dass sich diese Entwicklung in naher Zukunft nicht abschwächt.

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7. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Jordanien:

  • Bitte beten Sie für die Christen muslimischer Herkunft, die von der Polizei verhört werden und diejenigen, die von ihren Familien missbraucht oder verschleppt wurden. Beten Sie dafür, dass Jesus sie schützt und heilt.
  • Beten Sie, dass die Flüchtlingskrise eine Gelegenheit für viele darstellt, das Evangelium zu hören.
  • Bitte beten Sie für Muslime, dass sie von der Liebe ihrer christlichen Nachbarn überwältigt werden und zu Christus gezogen werden.

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