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Kamerun

Kamerun

Stand Juni 2015. (Berichtszeitraum: 1. November 2013 bis 31. Oktober 2014)

Informationen zur gegenwärtigen Entwicklung des Landes entnehmen Sie unseren Aktuellen Meldungen.

Kamerun wurde im Weltverfolgungsindex 2014 mit 38 Punkten und im Weltverfolgungsindex 2015 mit 44 Punkten bewertet. ´Islamischer Extremismus´ ist die Hauptursache für die Verfolgung in diesem Land. Trotz der Tatsache, dass etwa 70% der Kameruner Christen sind und die Regierung eigentlich als pro-christlich eingeschätzt werden kann, wurde die historisch moderate Form des Islam, der die Religion von nur 20 % der Bevölkerung ist (oder 5 Millionen Menschen), durchdrungen von der Entwicklung von Dschihad-Gruppen in der Sahelzone und der Sahara und den Aktivitäten von Boko Haram innerhalb der Landesgrenzen. Boko Haram benutzte in den letzten Jahren das Land als Basis für Operationen und als Rückzugsort, um sich neu zu formieren, während sie aber auch verschiedene Entführungsoperationen und Terroranschläge in Kameruns Norden verübten.

Hier ist zu bemerken, dass die mehr als 200 Mädchen, die aus Chibok, Nigeria, entführt wurden, vermutlich in die Grenzregion zwischen Kamerun und Nigeria gebracht worden sind. Viele andere schreckliche Angriffe während des Berichtszeitraums brachten Dutzenden von Christen den Tod. Zusätzlich wurde ein stärker auftretender Salafismus im Norden beobachtet (und etwas weniger stark in den Städten im Süden wie Yaounde und Douala). Dies lässt sich mit der Verbreitung der Ideologie von Boko Haram erklären, die hauptsächlich durch die ethnischen Verknüpfungen der Bevölkerung von Nord-Nigeria und Kamerun möglich wurde. Im Norden Kameruns leben aber auch viele Christen, die somit direkt von diesen Entwicklungen betroffen sind. Zahlreiche Christen, die im Laufe der letzten Jahre Opfer von Terroranschlägen im Norden Kameruns und auch im Norden Nigerias wurden, bestätigen diese Entwicklung.

Entlang der Grenzregion und auch in Kamerun selbst verübte Boko Haram zahlreiche Anschläge während des Berichtszeitraums. Fakt ist, dass über sehr viele von Boko Haram verübte Gräueltaten nicht berichtet wird, und selbst bei den Vorfällen, über die berichtet wird, sind die Details oft unklar. Des Weiteren ist es schwierig, den genauen religiösen Hintergrund der Opfer festzustellen, selbst bei belegten, gemeldeten Anschlägen. Es gab keine Berichte von Kirchenschließungen durch die Regierung, anders als im vorangegangenen Berichtszeitraum, als von Massenschließungen berichtet wurde. Offensichtlich wurden mindestens zehn Kirchen während des Berichtszeitraums von Boko Haram angegriffen. Aufgrund schlechter Berichterstattung ist es jedoch möglich, dass die Zahl in Wirklichkeit viel höher ist.