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Länderprofil Kenia

Kenia

Stand des Länderprofils: Januar 2017

Berichtszeitraum: 1. November 2015 – 31. Oktober 2016
Informationen zur gegenwärtigen Entwicklung des Landes entnehmen Sie unseren Aktuellen Meldungen.


Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung
Ausführliches Länderprofil
   1. Position auf dem Weltverfolgungsindex
   2. Triebkräfte der Verfolgung
   3. Aktuelle Einflüsse
   4. Betroffene Kategorien von Christen
   5. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt
   6. Ausblick
   7. Gebetsanliegen



Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex

68 Punkte / Platz 18 (WVI 2016: 68 Punkte / Platz 16)

Triebkräfte der Verfolgung

In Kenia ist die Haupttriebkraft der Verfolgung „Islamische Unterdrückung“. Sekundäre Triebkräfte sind „Ethnisch begründete Anfeindungen”, „Säkulare Intoleranz” und „Organisiertes Verbrechen und Korruption”.

Aktuelle Einflüsse

Die Bevölkerung Kenias besteht aus einer hochkomplexen Mischung verschiedener Volksgruppen, was sich unter anderem stark auf die Tagespolitik auswirkt. Es gab auch bereits Terroranschläge. Die Verfolgung von Christen aufgrund von Islamischer Unterdrückung (wie sie von Al Shabaab ausgeübt wird) besitzt im Nordosten des Landes schon Elemente von ethnischer Säuberung. Um den Ursprung dieser Angriffe zu bekämpfen, hat Kenia Truppen nach Somalia entsandt. Kenia ist zwar ein Land mit überwiegend christlicher Bevölkerung (82 %) und einem wesentlich geringeren Anteil an Muslimen (10-15 %); doch in Gebieten, die von Muslimen dominiert werden, sind Christen zum Ziel militanter Gruppierungen geworden. Zudem ist das Ausmaß an Korruption zu beachten, die in staatlichen Institutionen um sich greift und den Schutz der Bevölkerung erheblich beeinträchtigt.

Betroffene Kategorien von Christen

Im Land gibt es drei Kategorien von Christen: Christen aus traditionellen Kirchen, Christen muslimischer Herkunft und Christen aus protestantischen Freikirchen (z. B. charismatischen und Pfingstgemeinden).

Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

  • Insgesamt hat sich der Druck auf Christen im Vergleich zum Weltverfolgungsindex 2016 merklich vermindert, er bleibt jedoch weiterhin sehr hoch.
  • Am stärksten war der Druck in den Bereichen „Kirchliches Leben“ und „Privatleben“, die beide mit einer sehr hohen Punktzahl bewertet wurden.
  • Die Wertung für Gewalt ist ebenfalls sehr hoch geblieben und im Vergleich zum Vorjahr sogar noch angestiegen.
  • Anhand des Verfolgungsmusters wird ersichtlich, dass die feindliche Atmosphäre, die von den Gräueltaten der islamistischen Kämpfer im Nordosten und an der Küste Kenias verursacht wurde, allmählich auf die christlichen Gemeinschaften im ganzen Land übergegriffen hat. Ethnisch begründete Anfeindungen, Säkulare Intoleranz und Organisiertes Verbrechen und Korruption haben ebenfalls zur Verfolgung beigetragen, doch die Hauptursache ist Islamische Unterdrückung.

Ausblick

  • In den letzten drei Jahren hat die Verfolgung von Christen in Kenia immer mehr zugenommen und es ist anzunehmen, dass sich dieser Trend fortsetzen wird.
  • Wenn Al Shabaab besiegt werden könnte, würde dies das Ausmaß der Gewalt gegen Christen im Nordosten und in den Küstenregionen reduzieren.
  • Für das Jahr 2017 sind Wahlen im Land geplant. Die Ergebnisse werden tiefgreifende Auswirkungen auf die Christen im Land haben; vor allem auf diejenigen, die im Nordosten und in den Küstenregionen leben, da diese besonders angreifbar sind. Jede größere politische Krise im Land hätte für sie schwere Auswirkungen, weil die Regierung in solchen Fällen ihr Sicherheitspersonal aus diesen Gebieten abzieht, um den Schutz im Landesinneren zu verstärken.

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Ausführliches Länderprofil


1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit einer Wertung von 68 Punkten belegt Kenia Platz 18 auf dem Weltverfolgungsindex 2017. Damit entspricht die Punktzahl der des Jahres 2016, als Kenia auf Rang 16 rangierte. Die unverändert hohe Punktzahl ist hauptsächlich auf folgende Gründe zurückzuführen: Zum einen ist die Wertung für das Ausmaß an Gewalt sehr hoch, da mehr als 30 Personen wegen ihres Glaubens ermordet wurden; zum anderen haben die Angriffe, die in den letzten Jahren verübt wurden, massive Auswirkungen bis tief ins Landesinnere hinein gehabt.

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2. Triebkräfte der Verfolgung

Die Triebkräfte der Verfolgung von Christen in Kenia sind „Islamische Unterdrückung“ und in geringerem Ausmaß „Ethnisch begründete Anfeindungen“, „Säkulare Intoleranz“ und „Organisiertes Verbrechen und Korruption“.

Islamische Unterdrückung: Obwohl die Bevölkerung Kenias überwiegend christlich ist (82 % der Einwohner sind Christen), ist Islamische Unterdrückung die Haupttriebkraft der Verfolgung. Etwa 10-15 % der kenianischen Bevölkerung sind Muslime, die meisten davon Sunniten. Der Großteil von ihnen lebt in der Küstenregion und im Nordosten des Landes, sie haben sich jedoch mittlerweile auch in andere Gebiete des Landes ausgebreitet und begonnen, sich gegen die von ihnen empfundene Entrechtung in der kenianischen Gesellschaft zur Wehr zu setzen. Beeinflusst von islamistischen Bewegungen aus dem benachbarten Somalia verfolgen muslimische Politiker, die mehrheitlich muslimische Wahlkreise in Kenia vertreten, das Ziel, die Christen aus ihrem Wahlkreisen zu verdrängen. Der nordöstliche Teil des Landes ist ebenfalls stark von Islamischer Unterdrückung betroffen. Dort haben sich einheimische extremistische Muslime mit Kämpfern aus Somalia verbündet. Gemeinsam sind sie für eine massive Christenverfolgung und die Ermordung hunderter Christen allein wegen ihres Glaubens in den letzten Jahren verantwortlich.

Ethnisch begründete Anfeindungen: Kenia beheimatet über 40 Stämme. Im Nordosten des Landes gehen Islamische Unterdrückung und Ethnisch begründete Anfeindungen miteinander einher. In diesem Zusammenhang kommt es hauptsächlich dann zu Verfolgung, wenn Stammesangehörige zum christlichen Glauben konvertieren, aber auch auf nationaler Ebene, wenn Politiker traditionelle Werte und Überzeugungen hervorheben. Ein Beispiel dafür ist das kenianische Gesetz zur Legitimierung von Polygamie. Dieses Gesetz räumt der ersten Ehefrau nicht einmal ein Mitspracherecht ein, sollte ihr Mann eine oder mehrere weitere Frauen heiraten wollen. Da keine christliche Kirche Polygamie erlaubt, könnte dies in vielen Fällen zu Scheidungen als dem letzten Ausweg führen, falls der Mann auf seinem Recht zur Polygamie beharrt. So greift das Gesetz christliche Werte und Grundsätze an und kann zur Auflösung christlicher Familien führen.

Säkulare Intoleranz: Dieses Phänomen spielt in der kenianischen Gesellschaft erst seit kurzem eine Rolle. Anlässlich der jüngst erfolgten Verfassungsreform überarbeitet die Regierung ihre Leitlinien für öffentliche Institutionen und die Zivilgesellschaft. Einige dieser Leitlinien, beispielsweise in den Bereichen Bildung und Familienplanung, berücksichtigen dabei keine religiösen Fragen.

Organisiertes Verbrechen und Korruption: In Kenia ist Korruption an der Tagesordnung. Auf dem Korruptionsindex von „Transparency International“ belegt Kenia Platz 139 von 168 aufgeführten Ländern. So gibt es Berichte von kenianischen Soldaten, die zum Kampfeinsatz in Somalia stationiert sind und mit dem Schmuggel von Zucker und Holzkohle gewaltige Gewinne machen. Vor Ort kursieren außerdem Berichte, nach denen der tödliche Angriff von Al Shabaab an der Universität in Garissa durch bestochene Sicherheitsbeamte ermöglicht wurde, die ihnen dafür Waffen und Munition geliefert haben sollen. Weitere Berichte handeln davon, dass Al Shabaab und ihre Unterstützer durch den Import von Zucker und anderen Gütern über den Seehafen von Kismayo (Somalia) ein Vermögen verdient und den Regierungsbeamten im Gegenzug Millionen von Schilling bezahlt haben sollen. In diesem Kontext muss man die Verfolgung von Christen sehen. Hinzugezogene Beamte ergreifen im Falle von Christenverfolgung keinerlei Maßnahmen gegen die Verfolger, wodurch diese zu weiteren Übergriffen ermutigt werden.

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3. Aktuelle Einflüsse

Es ist hervorzuheben, dass die Verfolgung durch Islamische Unterdrückung in Kenia Elemente ethnischer Säuberungen aufweist. Daneben gibt es jedoch eine Reihe anderer Faktoren, die für das Verständnis der Verfolgungssituation relevant sind, welche in der kenianischen Gesellschaft häufig kaum sichtbar stattfindet. Diese besteht aus einer hochkomplexen Mischung verschiedener Volksgruppen, die im politischen Tagesgeschäft des Landes eine wichtige Rolle spielt. Des Weiteren ist Kenia ein Land mit einer überwiegend christlichen Bevölkerung und einem deutlichen geringerem Anteil von Muslimen. Ungefähr 82 % der kenianischen Bevölkerung sind Christen (oder bezeichnen sich zumindest so), während etwa 10-15 % Muslime sind. Allerdings ist diese muslimische Minderheit in vielen Bereichen des Landes politisch aktiv und einflussreich geworden. Zudem leidet Kenia unter immer wiederkehrenden Ausbrüchen von Gewalt zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen und Stämmen. Diese habe oft eine politische Dimension; die gewaltsamen Ausschreitungen im Nachgang zu den weithin als manipuliert geltenden Wahlen 2007/08 sind ein gutes Beispiel hierfür.

Ein weiterer Faktor, um die derzeitige Verfolgungssituation zu verstehen, ist die Bedeutung der Religion im Land. Bis vor kurzem gab es in Kenia praktisch keine interreligiösen Konflikte. Christen und Muslime schienen in friedlicher Koexistenz zusammenzuleben, doch dies hat sich in den letzten Jahren vollständig verändert. Besonders der Nordosten und die Küstenregion sind zu Brennpunkten islamisch-extremistischer Aktivitäten geworden – die Hauptursache für die zahlreichen religiös motivierten Gewaltakte. Kenia und Somalia teilen sich eine lange Grenze; der Mangel an Frieden und Stabilität in Somalia hinterlässt auch in Kenia seine Spuren. Hinzu kommen die Kampfhandlungen der kenianischen Armee in Somalia. Sehr viele Flüchtlinge aus verschiedenen Nachbarländern, unter anderem Somalia, haben in Kenia Zuflucht gesucht.

Auf der politischen Ebene hat Kenia 2010 eine Volksabstimmung durchgeführt, mit der eine neue Verfassung und eine neue Regierungsstruktur eingeführt wurden. Im Verlauf des vergangenen Jahres hat die Regierung außerdem die Säkularisierung des Landes vorangetrieben, ohne den Christen dabei angemessene Freiräume zu gewähren. So entwirft und implementiert die Regierung neue Leitlinien ohne jede Rücksichtnahme auf grundlegende christliche Werte. Beispiele dafür sind der Bildungsplan, Regelungen zum Thema Geschlechteridentität und andere Gesetze, welche die Kirche hinnehmen muss. Ebenfalls bedeutsam ist das Ausmaß an Korruption, die in staatlichen Institutionen weit verbreitet ist und nachhaltig deren Fähigkeit beeinträchtigt, die Bürger zu schützen. Zu erwähnen bleibt schließlich der „Republikanische Rat von Mombasa“ (MRC), eine Interessengruppe, die das Ziel hat, die Küstenregion und den Nordosten Kenias vom Rest des Landes abzuspalten. Diese Gruppe wurde von der kenianischen Regierung mit extremistischen Vereinigungen wie Al Shabaab in Verbindung gebracht. Viele Kirchen in der Küstenregion wurden bereits zerstört und viele Christen aus dem Gebiet vertrieben. Das komplexe Zusammenspiel all dieser verschiedenen Faktoren führt zu der hohen Punktzahl, die Kenia auf dem Weltverfolgungsindex 2017 erhalten hat.

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4. Betroffene Kategorien von Christen

In Kenia leben drei verschiedene Kategorien von Christen:

Christen aus traditionellen Kirchen: Traditionelle Kirchen gibt es in allen Teilen des Landes. Die Art und die Intensität der Verfolgung, der diese Christen ausgesetzt sind, hängt davon ab, in welcher Region sie leben. In muslimisch dominierten Gebieten ist die Verfolgung sehr intensiv und wird durch Islamische Unterdrückung verursacht.

Christliche Konvertiten (vor allem mit muslimischem Hintergrund): Diese Christen leben hauptsächlich in muslimisch dominierten Gebieten wie im Nordosten Kenias und in den Küstengebieten (einschließlich Mombasa). Grundsätzlich unterscheidet sich die Art der Verfolgung, die Christen muslimischer Herkunft erleben, von der, mit der die anderen beiden Kategorien von Christen konfrontiert sind.

Christen aus protestantischen Freikirchen (z. B. Baptisten, evangelikale, charismatische und Pfingstgemeinden): Diese Gemeinden sind überall im Land zu finden. Sie sind die aktivste Gruppe von Christen im Land und aus diesem Grund besonders schwerer Verfolgung ausgesetzt.

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5. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Grafik: Verfolgungsmuster Kenia

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die WVI-Platzierung. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenspiel der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Erläuterung zum Verfolgungsmuster Kenia:

  • Außer im Bereich „Leben im Staat” stehen die Christen in allen Lebensbereichen sehr stark unter Druck. Der durchschnittliche Druck auf Christen ist sehr hoch (11,746 Punkte), hat sich jedoch im Vergleich zum Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2016 (12,233 Punkte) deutlich verringert.
  • Am stärksten ist der Druck im kirchlichen, im gesellschaftlichen und im Privatleben.
  • Während sich Islamische Unterdrückung auf alle Lebensbereiche niederschlägt, äußern sich Ethnisch begründete Anfeindungen am stärksten im gesellschaftlichen und im Familienleben. In Gebieten, die überwiegend von Muslimen bewohnt sind, werden Christen – insbesondere Christen muslimischer Herkunft – von ihrer Familie, der Gesellschaft und religiösen Leitern sehr stark unter Druck gesetzt.
  • Die Punktzahl für Gewalt ist von 7,222 im Weltverfolgungsindex 2016 auf 9,630 gestiegen. Dies liegt vor allem an den Aktivitäten extremistischer militanter Gruppierungen wie Al Shabaab.
  • Insgesamt wird ersichtlich, dass der Druck und die Gewalt, unter denen Christen im Nordosten und in den Küstenregionen leiden, Auswirkungen bis tief ins Landesinnere hinein haben (Welleneffekt im Sinne eines Aufschaukelns).

Privatleben: Die Verfolgung, die Christen muslimischer Herkunft durch Islamische Unterdrückung erleben, äußert sich vor allem (wenn auch nicht ausschließlich) im Privatleben. So riskieren sie in den islamisch dominierten Gebieten an der Küste und im Nordosten des Landes ihr Leben, wenn jemand erfährt, dass sie Christen geworden sind. Dabei können die Angriffe sowohl von Familienmitgliedern als auch von anderen Personen aus dem gesellschaftlichen Umfeld ausgehen.

Familienleben: In diesem Bereich leiden Christen muslimischer Herkunft am meisten, obwohl grundsätzlich alle Kategorien von Christen betroffen sind. Der Druck äußert sich typischerweise zum Beispiel darin, dass Begräbnisstätten für Christen verweigert, Zwangsehen geschlossen und Kinder von Christen schikaniert werden. Vor allem Christinnen muslimischer Herkunft bekommen sehr große Probleme, wenn sie heiraten und eine Familie gründen wollen.

Gesellschaftliches Leben: Im Nordosten und den Küstengebieten ist es ganz normal, Weideland oder Trinkwasser gemeinschaftlich zu teilen. Doch in muslimisch dominierten Gegenden haben es die Christen in ihrem Wohn- und Lebensumfeld weitaus schwerer. Die Verfolgung geht hauptsächlich von der direkten oder entfernten Verwandtschaft aus (bei Christen muslimischer Herkunft), doch auch nichtchristliche religiöse Anführer und Stammesvorsteher sind daran beteiligt.

Leben im Staat: Auf staatlicher Ebene erleben Christen aller Kategorien Verfolgung. Dafür verantwortlich sind muslimisch geprägte Regierungsbeamte und politische Parteien sowie religiöse Anführer und deren Anhänger. Der Einfluss von Organisiertem Verbrechen und Korruption wird in diesem Bereich ebenfalls deutlich. Die Dezentralisierungspolitik, welche das Land seit fünf Jahren betreibt, wirkt sich auch auf die Christen aus; muslimische Politiker betrachten Christen als unbedeutend für ihre politischen Zwecke.

Kirchliches Leben: Der Druck in diesem Bereich steht in direktem Verhältnis zu den Gewalttaten, die von militanten Muslimen in dieser Region verübt werden. Die gezielte Gewalt hat dazu geführt, dass die Christen in ständiger Angst leben. Eine Kirche zu bauen oder sich zu Gemeindeaktivitäten zu treffen, ist in manchen Gegenden gefährlich geworden. Das Zusammenwirken von Islamischer Unterdrückung, Ethnisch begründeten Anfeindungen, Säkularer Intoleranz und Organisiertem Verbrechen und Korruption hat das kirchliche Leben in den vergangenen Jahren immer schwieriger gemacht. Organisiertes Verbrechen und Korruption hindern die Behörden daran, ihrer Pflicht zum Schutz der Bürger nachzukommen. In den meisten Fällen gewalttätiger Übergriffe auf Christen führte die Polizei keine angemessene Untersuchung durch.

Auftreten von Gewalt: Das Ausmaß der Gewalt, insbesondere in Form von Ermordungen aufgrund des Glaubens, war im Berichtszeitraum sehr groß. Mehr als dreißig Christen wurden von Islamisten ermordet. So wurden zum Beispiel im Dezember 2015 zwei Christen getötet, als Al-Shabaab-Kämpfer in einen Bus eindrangen, um gezielt Christen zu exekutieren. Im Januar 2016 wurden in der Region von Lamu fünf Polizisten (die man für Christen hielt) und drei christliche Männer in ihren Häusern getötet.

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6. Ausblick

Erkennbare Trends und ihre Bedeutung für die Kirche

Während des Berichtszeitraums blieb das Ausmaß von gewalttätigen Übergriffen (eingeschlossen Ermordungen aufgrund des Glaubens) sehr hoch. Es besteht keine Hoffnung, dass die kenianische Regierung die kenianischen Christen wirksam schützen wird. Das liegt wesentlich an der institutionalisierten Korruption im Land. Die meisten Vorfälle werden nicht polizeilich untersucht. Der christliche Teil der kenianischen Gesellschaft ist enttäuscht darüber, dass die muslimische Gemeinschaft die Gewalt gegen Christen nicht klar verurteilt. Sollte in den kommenden Jahren keine Lösung zur Beendigung der offenkundigen Gewalt gefunden werden, die das Leben so vieler Christen gefordert hat, könnten einige Christen versucht sein, sich gewaltsam zur Wehr zu setzen. Die Zukunftsaussichten können wie folgt zusammengefasst werden:

  • In den letzten drei Jahren hat die Verfolgung von Christen in Kenia immer mehr zugenommen und es ist anzunehmen, dass sich dieser Trend fortsetzen wird.
  • Wenn Al Shabaab besiegt werden könnte, würde dies das Ausmaß der Gewalt gegen Christen im Nordosten und in den Küstenregionen reduzieren.
  • Für das Jahr 2017 sind Wahlen im Land geplant. Die Ergebnisse werden tiefgreifende Auswirkungen auf die Christen im Land haben; vor allem auf diejenigen, die im Nordosten und in den Küstenregionen leben, da diese besonders angreifbar sind. Jede größere politische Krise im Land hätte für sie schwere Auswirkungen, weil die Regierung in solchen Fällen ihr Sicherheitspersonal aus diesen Gebieten abzieht, um den Schutz im Landesinneren zu verstärken.

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7. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Kenia:

  • Bitte beten Sie für die islamistischen Kämpfer, die Christen angreifen, dass sie Jesus als den Weg, die Wahrheit und das Leben kennenlernen.
  • Beeinflusst von islamistischen Bewegungen aus dem benachbarten Somalia verfolgen einige muslimische Politiker das Ziel, die Christen insbesondere aus dem Nordosten und den Küstenregionen des Landes zu verdrängen. Beten Sie dafür, dass die Herzen dieser Politiker verändert werden.
  • Bitte beten Sie, dass die Christen unter den Politikern die Weisheit bekommen, die sie brauchen, dass Jesus sie beschützt und ihre Stimme Gehör findet.

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