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Länderprofil Kenia

Kenia

Stand des Länderprofils: Januar 2016

Berichtszeitraum: 1. November 2014 bis 31. Oktober 2015
Informationen zur gegenwärtigen Entwicklung des Landes entnehmen Sie unseren Aktuellen Meldungen.

 

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung
1. Position auf dem Weltverfolgungsindex
2. Triebkräfte von Verfolgung
3. Aktuelle Einflüsse
4. Betroffene Kategorien von Christen
5. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt
6. Ausblick
7. Gebetsanliegen

 

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex: 68 Punkte / Rang 16
(WVI-2015: 63 Punkte / Rang 19)

Triebkräfte von Verfolgung: „Islamischer Extremismus“ (Haupttriebkraft), in geringerem Maß auch „Exklusives Stammesdenken“, „Säkulare Intoleranz“ sowie „Organisiertes Verbrechen und Korruption“.

Aktuelle Einflüsse: Erstens muss betont werden, dass die Verfolgung aufgrund von Islamischem Extremismus in den Küstengebieten und dem Nordosten Kenias Elemente ethnischer Säuberungen aufweist. Die Bevölkerung Kenias besteht aus einer hochkomplexen ethnischen Mischung, was sich auch auf die Tagespolitik auswirkt. Zum Zweiten ist die große Mehrheit der Kenianer christlich geprägt (82%), daneben existiert eine deutlich kleinere muslimische Bevölkerungsgruppe (10-15%). Dennoch verfügt diese muslimische Minderheit in vielen Bereichen des Landes über starken politischen Einfluss. Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Ausmaß der Korruption. Sie grassiert in weiten Bereichen der öffentlichen Institutionen und beeinträchtigt nachhaltig deren Fähigkeit, die Bürger zu schützen. Der „Republikanische Rat von Mombasa“ (MRC, eine Interessengruppe mit dem Ziel, die Küstenregion und den Nordosten Kenias vom Land abzuspalten), agiert verstärkt gewaltsam und steht in Verbindung mit islamisch-extremistischen Gruppen wie Al Shabaab. Die deutlich gestiegene Punktzahl Kenias auf dem Weltverfolgungsindex (WVI) 2016 ist auf das Zusammenwirken der einzelnen Faktoren dieser komplexen Lage zurückzuführen.

Betroffene Kategorien von Christen: Mitglieder traditioneller Kirchen, protestantischer Freikirchen (z.B. pfingstliche und charismatische Gemeinden) und Christen muslimischer Herkunft sind gleichermaßen betroffen.

Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt: Den wesentlichen Beitrag zur Punktzahl liefert der Faktor Islamischer Extremismus, gefolgt von Exklusivem Stammesdenken. Säkulare Intoleranz sowie Organisiertes Verbrechen und Korruption fallen sehr viel weniger ins Gewicht, doch die Gesamtentwicklung hat zu einer unberechenbaren Verfolgungssituation geführt, die sich vermutlich weiter zuspitzen wird. Im Berichtszeitraum ist der Druck auf Christen massiv gestiegen. Obwohl die Punktzahl im Bereich von Gewalt aktuell geringer ausfällt als im Vorjahr, liegt die Zahl getöteter Christen sehr hoch; Christen wurden sogar gezielt selektiert und getötet. Die Daten legen nahe, dass sich die feindselige Atmosphäre im Land (verursacht durch die islamischen Extremisten in der Küstenregion und dem Nordosten Kenias) nachhaltig auf die christlichen Gemeinschaften im Land auswirkt. Die intensivste Verfolgung geschieht im Bereich der Familie, gefolgt von den Bereichen gesellschaftliches Leben und Privatleben. Dieses Muster ist charakteristisch für mehrheitlich christliche Länder, in denen der Islamische Extremismus als starke Triebkraft für Verfolgung auftritt.

Ausblick: Das Ausmaß an Verfolgung in Kenia hat stetig zugenommen, was auch künftig zu erwarten ist. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass der Teufelskreis, in dem sich die kenianische Politik und Gesellschaft befinden, in naher Zukunft durchbrochen werden könnte.

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1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit einer Wertung von 68 Punkten belegt Kenia Platz 16 auf dem Weltverfolgungsindex (WVI) 2016. Im vergangenen Jahr rückte Kenia aufgrund eines Zuwachses von 15 Punkten stärker als jedes andere Land auf dem WVI vor und rangierte auf Platz 19. Der weitere Anstieg in diesem Jahr ist hauptsächlich auf die hohe Zahl religiös motivierter Morde zurückzuführen, die zu einer deutlichen Zunahme des Drucks auf Christen in weiten Teilen des Landes geführt hat. Die Ermordung von 148 Studenten der Universität von Garissa war einer der Vorfälle, die das Land und die Welt erschüttert haben.

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2. Triebkräfte von Verfolgung

Die für Christen in Kenia maßgeblichen Triebkräfte von Verfolgung sind „Islamischer Extremismus“ (Haupttriebkraft), in geringerem Maß auch „Exklusives Stammesdenken“, „Säkulare Intoleranz“ sowie „Organisiertes Verbrechen und Korruption“.

Islamischer Extremismus: Obwohl Kenia eine deutlich christliche Bevölkerungsmehrheit aufweist (82% der Einwohner sind Christen), ist Islamischer Extremismus die wesentliche Triebkraft von Verfolgung. Etwa 10-15% der kenianischen Bevölkerung sind Muslime, die meisten davon Sunniten. Der Großteil von ihnen lebt in der Küstenregion und dem Nordosten des Landes. Doch auch in den anderen Landesteilen leben Muslime und haben begonnen, sich gegen die von ihnen empfundene Entrechtung in der kenianischen Gesellschaft zur Wehr zu setzen. Inspiriert durch extremistische Einflüsse aus dem benachbarten Somalia verfolgen islamische Politiker als Vertreter mehrheitlich muslimischer Wahlkreise das Ziel, alle christlichen Gemeinden aus diesen Gebieten zu vertreiben. Fanatische Muslime aus Kenia betreiben gemeinsam mit militanten Grenzgängern aus Somalia eine massive Christenverfolgung und sind verantwortlich für den Tod Hunderter Christen, die allein wegen ihres Glaubens ermordet wurden.

Exklusives Stammesdenken: Kenia ist die Heimat von über 40 Stämmen. Im Nordosten des Landes gehen Islamischer Extremismus und Exklusives Stammesdenken Hand in Hand. In diesem Umfeld kommt es hauptsächlich dann zu Verfolgung, wenn Stammesangehörige zum christlichen Glauben kommen. Ähnliches ist jedoch auf nationaler Ebene zu beobachten, wenn Politiker traditionelle Werte und Überzeugungen hervorheben. Ein Beispiel dafür lieferte das kenianische Gesetz zur Legitimierung von Polygamie. Dieses Gesetz räumt der ersten Ehefrau nicht einmal ein Mitspracherecht ein, sollte ihr Mann die Verehelichung einer oder mehrerer zusätzlicher Frauen anstreben. Da keine christliche Denomination Polygamie gestattet, könnte dies zu vielen Scheidungsfällen führen. Auf diese Art schwächt das Gesetz die Werte und Prinzipien des christlichen Glaubens und unterminiert dadurch den Zusammenhalt christlicher Familien.

Säkulare Intoleranz: Dieses Phänomen spielt in der kenianischen Gesellschaft erst seit kurzem eine Rolle. Anlässlich der kürzlich erfolgten Verfassungsreform überarbeitet die Regierung ihre Leitlinien für öffentliche Institutionen und die Zivilgesellschaft. Einige dieser Leitlinien, beispielsweise in den Bereichen Bildung und Familienplanung, nehmen keine Rücksicht auf religiöse Prägungen.

Organisiertes Verbrechen und Korruption: In Kenia grassiert die Korruption. Auf dem Korruptionsindex der Organisation ‚Transparency International‘ rangiert Kenia auf Platz 145 von 175 aufgeführten Ländern. So gibt es Berichte von kenianischen Soldaten, die zum Kampfeinsatz in Somalia stationiert sind und Millionen US-Dollar mit dem Schmuggeln von Zucker und Holzkohle verdienen. Vor Ort kursieren außerdem Anschuldigungen, nach denen Al Shabaab vor ihrem tödlichen Anschlag an der Universität von Garissa Sicherheitsbeamte bestochen hat, die ihnen dafür Waffen und Munition geliefert haben sollen. Andere Berichte sprechen davon, dass Al Shabaab und ihre Unterstützer durch den Import von Zucker und anderen Gütern über den Seehafen von Kismayo (Somalia) ein Vermögen verdienen, wofür sie Regierungsbeamten hohe Geldsummen zahlen. Dieser Aspekt ist ein wichtiger Bestandteil, um die herrschende Verfolgung zu verstehen. In solchen Fällen hinzugezogene Beamte ergreifen keinerlei Maßnahmen gegen die Verfolger von Christen, was diese wiederum zu weiteren Verfolgungshandlungen ermutigt.

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3. Aktuelle Einflüsse

Es muss betont werden, dass die Verfolgung aufgrund von Islamischem Extremismus Elemente ethnischer Säuberungen aufweist. Darüber hinaus sind eine Reihe anderer Faktoren zu berücksichtigen, um die Dynamik der Verfolgung in Kenia zu verstehen, die in der kenianischen Gesellschaft oftmals im Verborgenen stattfindet. Zunächst einmal besteht die kenianische Bevölkerung aus einem komplexen ethnischen Gemisch, das in der Tagespolitik des Landes eine große Rolle spielt. Des Weiteren ist Kenia ein Land mit einer christlichen Mehrheit und einer deutlich kleineren muslimischen Minderheit. Annährend 82 Prozent der Kenianer betrachten sich selbst als Christen, während sich etwa 10-15 Prozent zum islamischen Glauben bekennen. Dennoch verfügt diese muslimische Minderheit über starken Einfluss in der Politik und anderen Bereichen. Ein führender kenianischer Politiker, Vizepräsident William Ruto, ist derzeit vor dem Internationalen Gerichtshof für Menschenrechte in Den Haag angeklagt, bei den gewaltsamen Ausschreitungen nach der Wahl im Jahr 2007/08 eine federführende Rolle gespielt zu haben. Kenia leidet auch unter immer wieder aufflammenden ethnischen Konflikten und Stammeskämpfen. Diese habe oft eine politische Dimension; die gewaltsamen Ausschreitungen im Nachgang zu den weithin als manipuliert geltenden Wahlen 2007/08 sind ein Beispiel hierfür. Ein weiterer Faktor, um die derzeitige Dynamik der Verfolgung zu verstehen, ist die Rolle von Glauben und Religion im Land. Bis vor kurzem gab es in Kenia praktisch keine interreligiösen Konflikte. Christen und Muslime schienen in friedlicher Koexistenz zusammen zu leben. Dieses Bild hat sich in den letzten Jahren vollständig gewandelt. Besonders der Nordosten und die Küstenregion sind zu Brennpunkten islamisch-extremistischer Aktivitäten geworden – die Hauptursache für die zahlreichen religiös motivierten Gewaltakte. Die lange gemeinsame Grenze mit Somalia und der dort herrschende Mangel an dauerhaftem Frieden und Stabilität färben auf Kenia ab. Hinzu kommt das Engagement der kenianischen Armee in Somalia. Eine große Zahl von Flüchtlingen aus mehreren Nachbarländern, unter anderem Somalia, hat in Kenia Zuflucht gesucht. Auf der politischen Ebene hat Kenia 2010 ein Referendum durchgeführt, durch das eine neue Verfassung und eine neue Regierungsstruktur etabliert wurden. Im Verlauf des vergangenen Jahres hat die Regierung außerdem das Ziel einer Säkularisierung vorangetrieben, ohne den Christen dabei angemessene Freiräume zu gewähren. Auf diese Weise entwirft und implementiert die Regierung neue Leitlinien ohne jede Rücksichtnahme auf fundamentale christliche Werte. Ein klassisches Beispiel hierfür sind der Bildungsplan sowie gender-basierte und andere Richtlinien, die von der Kirche die Abkehr elementarer Positionen einfordern. Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Ausmaß der Korruption. Sie grassiert in weiten Bereichen der öffentlichen Institutionen und beeinträchtigt nachhaltig deren Fähigkeit, die Bürger zu schützen.

Zu erwähnen bleibt schließlich der „Republikanische Rat von Mombasa“ (MRC), eine Interessengruppe mit dem Ziel, die Küstenregion und den Nordosten Kenias vom Land abzuspalten. Er agiert verstärkt mit Gewalt und steht in Verbindung mit islamisch-extremistischen Gruppen wie Al Shabaab. Viele Kirchen in der Küstenregion wurden bereits zerstört und viele Christen aus dem Gebiet vertrieben.

Die deutliche gestiegene Punktzahl Kenias auf dem WVI 2016 ist auf das Zusammenwirken der einzelnen Faktoren in dieser komplexen Lage zurückzuführen.

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4. Betroffene Kategorien von Christen

In Kenia gibt es drei Kategorien von Christen, die von Verfolgung betroffen sind:

Historisch gewachsene christliche Kirchen: Diese christlichen Gemeinschaften sind in vielen Landesteilen anzutreffen. Die Art und Intensität von Verfolgung, der sie ausgesetzt sind, hängen davon ab, wo sie angesiedelt sind. In muslimisch dominierten Gebieten ist die Verfolgung intensiv und wird verursacht durch Islamischen Extremismus.

Konvertiten (besonders Christen muslimischer Herkunft): Diese Christen leben hauptsächlich in muslimisch dominierten Gebieten wie dem Nordosten Kenias und in den Küstengebieten (einschließlich Mombasa). Die Dynamik der Verfolgung von Konvertiten unterscheidet sich von der, die Christen der anderen beiden Kategorien erleben.

Protestantische Freikirchen (z.B. pfingstliche und charismatische Gemeinden): Protestantische Freikirchen gibt es überall in Kenia. Die Christen dieser Kategorie zählen zu den aktivsten und sind daher besonders schweren Formen der Verfolgung ausgesetzt.

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5. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Erläuterung zum Verfolgungsmuster: Das Verfolgungsmuster für Kenia basiert auf der Summe der Wertungen für Islamischen Extremismus, Exklusives Stammesdenken, Säkulare Intoleranz sowie Organisiertes Verbrechen und Korruption. Die durchschnittliche Wertung der fünf Lebensbereiche liegt bei 12,233 Punkten und verdeutlicht, dass der Druck auf Christen gegenüber dem Vorjahr beträchtlich zugenommen hat. Im Bereich „Auftreten von Gewalt“ steht der auf 7,222 Punkte gesunkenen Punktzahl eine hohe Zahl getöteter Christen gegenüber (Dies erklärt sich wie folgt: Die hohe Opferzahl schlägt sich nur indirekt in dieser Wertung nieder, da das Auftreten von Gewalt anhand von zwölf Fragen ermittelt wird. Die Anzahl getöteter Christen fließt hierbei nur zu einem Drittel ein, wobei die maximale Punktzahl bereits bei „zehn oder mehr Ermordungen“ vergeben wird.) Die Zunahme des Verfolgungsdrucks wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus, am stärksten jedoch in den Bereichen „Familienleben“ und „Leben im Staat“. Die ermittelten Daten weisen darauf hin, dass sich die feindselige Atmosphäre im Land (verursacht durch die islamischen Extremisten in der Küstenregion und dem Nordosten Kenias) nachhaltig auf die christlichen Gemeinschaften im Land auswirken. Wie das unten stehende Diagramm veranschaulicht, ist die Verfolgung am intensivsten im Bereich der „Familie“, gefolgt von den Bereichen „gesellschaftliches Leben“ und „Privatleben“. Dieses Muster ist charakteristisch für mehrheitlich christliche Länder, in denen der Islamische Extremismus als starke Triebkraft für Verfolgung auftritt.

(Bitte beachten Sie: Die oberen Zahlen zeigen drei Dezimalstellen an. Sie sind nicht als Tausende zu verstehen.)

Privatleben: Vor dem Hintergrund des verbreiteten Islamischen Extremismus stehen Christen muslimischer Herkunft in erster Linie in ihrem Privatleben unter massivem Druck. Diejenigen von ihnen, die in den islamisch dominierten Regionen an der Küste oder im Nordosten des Landes leben und ihre Bekehrung zum christlichen Glauben öffentlich machen, begeben sich dadurch in Lebensgefahr.

Familienleben: Auch im Bereich der Familien lastet auf Christen muslimischer Herkunft immenser Verfolgungsdruck, obwohl auch andere Kategorien von Christen ein gewisses Maß an Verfolgung erleben. Weit verbreitet sind Zwangsehen, die Verweigerung von Begräbnisplätzen und gezielte Schikanierung von Kindern von Christen.

Gesellschaftliches Leben: In islamisch dominierten Gebieten gestaltet sich die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für Christen sehr viel schwieriger als in anderen Gebieten. Die aktivsten Verfolger sind zunächst direkte Angehörige der erweiterten Familie (bei Christen muslimischer Herkunft), andere sind nicht-christliche religiöse Anführer und ethnische Leiter.

Leben im Staat: Auf staatlicher Ebene erleben Christen aller Kategorien Verfolgung. Dafür verantwortlich sind islamisch geprägte Regierungsbeamte oder politische Parteien sowie das Zusammenspiel religiöser Anführer und ihrer Gefolgschaft (oft ziehen fanatische Bewegungen auch gewöhnliche Bürger in ihren Bann). Ebenfalls spürbar ist der Einfluss von Organisiertem Verbrechen und Korruption.

Kirchliches Leben: Das Gemeindeleben in Kenia wird stark beeinflusst von der wachsenden Verfolgung, besonders in Gebieten mit Islamischem Extremismus. Eine Auswirkung davon ist, dass der Bau einer Kirche oder die Durchführung von Treffen mit Gefahren verbunden sind. Das Zusammenwirken von Islamischem Extremismus, Exklusivem Stammesdenken sowie Organisiertem Verbrechen und Korruption machen es den staatlichen Behörden schwer, Christen zu schützen.

Auftreten von Gewalt: Das Ausmaß von Gewalt, insbesondere in Form von Ermordungen aufgrund des Glaubens, war im Berichtszeitraum sehr groß. Islamisten brachten Hunderte von Christen um. So erging es 28 Passagieren eines Busses, der am 22. November 2014 in Mandera abfuhr. 36 christliche Arbeiter in einem Steinbruch bei Mandera wurden am 2. Dezember 2014 getötet; am 2. April 2015 fielen 148 Studenten der Universität von Garissa einem Überfall zum Opfer, und am 7. Juli wurden erneut 14 christliche Arbeiter in einem Steinbruch bei Mandera umgebracht. Bei den meisten dieser Morde handelte es sich um gezielte Hinrichtungen von Christen, die zuvor von Muslimen abgesondert worden waren.

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6. Ausblick

Erkennbare Trends und ihre Bedeutung für die Kirche:

Während des Berichtszeitraums hat die Zahl der religiös motivierten Morde drastisch zugenommen. Es besteht kaum Hoffnung, dass die kenianische Regierung künftig in der Lage sein wird, die Christen im Land zu schützen. Das liegt wesentlich an der systematischen Korruption, die das Land plagt. Bei den meisten Vorfällen ist es nie zu einer ordentlichen Untersuchung durch die Polizei gekommen. Die christlichen Teile der kenianischen Gesellschaft sind zunehmend frustriert darüber, dass aus den Reihen der Muslime keine klare Verurteilung der Gewalt gegen Christen kommt. Sollte in den kommenden Jahren keine Lösung zur Beendigung der brutalen Gewalt gefunden werden, die das Leben so vieler Christen gefordert hat, könnten einige Christen der Versuchung erliegen, sich gewaltsam zur Wehr zu setzen. Die Zukunftsperspektive kann wie folgt zusammengefasst werden: 1) Aller Wahrscheinlichkeit nach werden die Islamisten ihre Angriffe auf die christliche Gemeinschaft fortsetzen. 2) Die Beziehung zwischen Christen und Muslimen wird sich weiter verschlechtern. 3) Exklusives Stammesdenken, Säkulare Intoleranz sowie Organisiertes Verbrechen und Korruption werden vermutlich noch stärker zutage treten.

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7. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Kenia:

  • um ein Scheitern aller bösen Pläne der Al Shabaab und anderer muslimischer Extremisten, die ganze Regionen durch Gewalt destabilisieren wollen
  • für Brückenbauer, die das Zusammenleben von Muslimen und Christen aktiv verbessern
  • für die Regierung, dass sie der angestrebten Islamisierung des Landes mit Augenmaß und Entschlossenheit wirksam entgegenwirken kann
  • für alle Opfer von Anschlägen, die Verletzungen erlitten oder Angehörige verloren haben
  • für Pastoren und geistliche Leiter, die sowohl die Gemeinden als auch die Gesellschaft im Geiste Jesu prägen

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