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Länderprofil Laos

Laos

Stand des Länderprofils: Januar 2016

Berichtszeitraum: 1. November 2014 bis 31. Oktober 2015
Informationen zur gegenwärtigen Entwicklung des Landes entnehmen Sie unseren Aktuellen Meldungen.

 

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung
1. Position auf dem Weltverfolgungsindex
2. Triebkräfte von Verfolgung
3. Aktuelle Einflüsse
4. Betroffene Kategorien von Christen
5. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt
6. Ausblick
7. Gebetsanliegen

 

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex: 58 Punkte / Platz 29
(WVI 2015: 58 Punkte / Platz 28)

Triebkräfte von Verfolgung: „Kommunistische Unterdrückung“ und in einem geringeren Umfang „Exklusives Stammesdenken“. „Religiös motivierter Nationalismus“ mischt sich mit „Kommunistischer Unterdrückung“.

Aktuelle Einflüsse: Laos ist seit 1975 fest in der Hand der Laotisch Revolutionären Volkspartei. Ihre exklusiven Netzwerke aus Familien oder Freunden von Parteimitgliedern setzen jeden Bürger, aber vor allem die Minderheiten, zusätzlich unter Druck. Im Land fehlt es an jeglicher Meinungsfreiheit, ganz zu schweigen von einer freien Presse, die Fälle von Korruption aufdecken könnte. Im September 2014 wurden strenge Gesetze bezüglich der Gründung und Überwachung von Nichtregierungsorganisationen sowie der Nutzung sozialer Medien erlassen, die auch die Möglichkeiten der Regimekritik per Internet beschneiden. Diese Gesetze werden seitdem strikt umgesetzt. Buddhistische Tempel sind die Zentren des gesellschaftlichen und religiösen Lebens. Von den meisten laotischen Männern wird erwartet, dass sie einige Zeit im Tempel dienen. Das zeigt, wie tief verwurzelt der Buddhismus im Denken und Alltag der Gesellschaft ist. Obwohl er oft mit animistischen Elementen und Praktiken vermischt ist, gilt jede Abweichung als undenkbar und gefährlich. Daher werden Christen, die sich den gängigen religiösen Praktiken verweigern, als ausländisch beeinflusste Bedrohung der traditionellen Kultur gesehen.

Betroffene Kategorien von Christen: In Laos leiden alle Kategorien von Christen unter Verfolgung. Am stärksten sind aber zum christlichen Glauben konvertierte Buddhisten oder Animisten sowie Mitglieder der nicht-traditionellen protestantischen Kirchen betroffen.

Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt: Zum Christentum konvertierte ehemalige Buddhisten stehen unter einem enormen Druck von Seiten ihrer Familie, Freunde und Nachbarn, den christlichen Glauben aufzugeben und an allen gesellschaftlichen Veranstaltungen teilzunehmen. Weigern sie sich, können Christen sogar aus ihren Dörfern vertrieben werden. Kinder von Christen erleben in der Schule Diskriminierung und Benachteiligung durch Lehrer und Mitschüler. Die Verfolgung hat im Berichtszeitraum gewalttätigere Züge angenommen: Am 8. September 2015 wurde Pastor Singkeaw Wongkongpheng in der Provinz Luang Prabang erstochen. Am 17. September 2015 starb ein Christ aus der Provinz Savannakhet im Gefängnis, weil seine Diabetes nicht behandelt wurde.

Ausblick: Die christliche Minderheit wird weiterhin Druck und Übergriffen ausgesetzt sein, da die Situation in Laos voraussichtlich stabil bleiben wird.

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1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit einer Wertung von 58 Punkten belegt Laos Platz 29 auf dem Weltverfolgungsindex 2016. Damit entspricht die Punktzahl der des Jahres 2015, als Laos auf Rang 28 eingestuft wurde. Die Wertung des Landes hat sich trotz der leichten Zunahme von Gewalt nicht stark verändert und verteilt sich gleichmäßig auf alle Lebensbereiche, mit Ausnahme des Familienlebens.

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2. Triebkräfte von Verfolgung

Die Triebkräfte der Verfolgung von Christen in Laos sind „Kommunistische Unterdrückung“ und in einem geringeren Ausmaß „Exklusives Stammesdenken“. „Religiös motivierter Nationalismus“ mischt sich mit „Kommunistischer Unterdrückung“.

Kommunistische Unterdrückung: Laos ist eines der fünf verbleibenden marxistisch-leninistischen Ländern der Welt und steht folglich jedem als ausländisch oder gar westlich empfundenen Einfluss feindlich gegenüber. Um die Kontrolle zu behalten, setzt die kommunistische Partei die kleine christliche Minderheit im Land enorm unter Druck, da ein negatives Bild von Christen vorherrscht und sie als ausländische Agenten und demnach als Feinde betrachtet werden. Der christliche Glaube gilt als westliche Ideologie, die den Kommunismus in Frage stellt. Christen müssen extrem vorsichtig sein, wenn sie über ihren Glauben sprechen. Um Reaktionen der Behörden zu vermeiden, müssen sie sich innerhalb bestimmter Grenzen bewegen, die durch ungeschriebene Gesetze festgelegt sind. Die lokalen Behörden nutzen die in der Gesellschaft weit verbreitete Feindseligkeit gegenüber Christen aus, um Überwachungsmaßnahmen zu rechtfertigen.

Religiös motivierter Nationalismus: Laos ist eines der fünf Länder, die dem Theravada Buddhismus (der ältesten buddhistischen Tradition) folgen; der buddhistische Glaube ist tief in Land und Leuten verankert. In der Gesellschaft herrscht die feste Überzeugung, dass Laos und der Buddhismus untrennbar miteinander verbunden sind und dass dem Buddhismus zu jeder Zeit die vorrangige Stellung im Land zusteht. Das Ziel lokaler buddhistischer Führer, ihr Land ‚rein‘ zu halten, und das Ziel der politischen Führung, die Zügel in der Hand zu halten, ergänzen sich hervorragend: Beide wollen die Gesellschaft kontrollieren und Abweichungen von der Norm vermeiden.

Exklusives Stammesdenken: In weiten Teilen des Landes wird noch immer der Animismus und zunehmend auch der Buddhismus praktiziert. Dorfälteste und Familienangehörige schließen immer wieder die Christen aus der Gemeinschaft aus, weil sie befürchten, der fremde Glaube könne die Geister verärgern. Ein Zwischenfall vom Mai 2014 zeigt, wie ernst die ‚Geisterbeschwörung‘ genommen wird: Ein Christ wurde verhaftet und wegen unrechtmäßiger ‚Anwendung von Heilverfahren‘ verurteilt, nur weil er für eine ältere Frau in der Nachbarschaft gebetet hatte. Auch lokale Behörden zwingen Christen gelegentlich, ihren Glauben aufzugeben und manchmal werden sie von Dorfältesten gerufen, um Christen zu verhaften.

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3. Aktuelle Einflüsse

Die Laotische Revolutionäre Volkspartei hat Laos seit 1975 fest im Griff. Ihre exklusiven Netzwerke aus Familien oder Freunden von Parteimitgliedern setzen jeden Bürger, aber vor allem die Minderheiten, zusätzlich unter Druck. Im Land fehlt es an jeglicher Meinungsfreiheit, ganz zu schweigen von einer freien Presse, die Fälle von Korruption aufdecken könnte. Jede Organisation, besonders solche, die der staatlich verordneten Ideologie nicht bedingungslos folgen, werden als Gefahr für den Erhalt des Kommunismus angesehen. Im September 2014 wurden strenge Gesetze bezüglich der Gründung und Überwachung von Nichtregierungsorganisationen sowie der Nutzung sozialer Medien erlassen, die auch die Möglichkeiten der Regimekritik per Internet beschneiden. Diese Gesetze werden seitdem strikt umgesetzt.

Momentan sieht sich Laos Herausforderungen gegenüber, die in kommunistischen Ländern typisch zu sein scheinen. Regelmäßig dringen Berichte über Fälle schwerer Korruption an die Öffentlichkeit. Aufgrund der neuen Medien ist es für die politische Führung nicht leicht, dies und die Verbreitung der entsprechenden Reaktionen darauf zu unterbinden. Allerdings existiert auch keine Zivilgesellschaft, die dies deutlich kritisieren und so Einfluss nehmen könnte. Der bedeutendste Wortführer in Sachen Bürgerrechte verschwand vor mehr als zwei Jahren spurlos – eine deutliche Erinnerung an die bittere Realität, die jeden erwartet, der sich der Sache der kommunistischen Führung in den Weg stellt.

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4. Betroffene Kategorien von Christen

In Laos leiden alle Kategorien von Christen unter Verfolgung:

Wanderarbeiter und ausländische Christen leben hauptsächlich in Städten und müssen mit Einschränkungen und Überwachung rechnen.

Christen aus traditionellen Kirchen wie der Katholische Kirche und der Lao Evangelical Church (LEC), sind zwar vom Staat anerkannt, aber sie werden unter Druck gesetzt und teilweise offen angefeindet.

Christen mit einem buddhistischen oder animistischen Hintergrund werden von ihren Familien, Freunden, Nachbarn und vor allem von lokalen Behörden unter Druck gesetzt.

Mitglieder von protestantischen Freikirchen wie etwa Baptisten- oder Pfingstgemeinden erleben Feindseligkeiten und Widerstand, da sie unter dem Verdacht stehen, mit ausländischen Mächten verbündet zu sein.

Die generell feindliche Haltung gegenüber Christen hindert viele daran, ihren Glauben frei ausleben zu können. Die Lao Evangelical Church (LEC) erzielte im Jahr 2014 einen Durchbruch, als sie von der Regierung die Erlaubnis erhielt, ein zweitägiges evangelistisches Konzert zu veranstalten. Allerdings leiden LEC-Mitglieder in ländlichen Gebieten weiterhin unter dem strengen behördlichen Genehmigungsverfahren, das für jede Gemeindeveranstaltung vorgeschrieben ist.

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5. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Erläuterung zum Verfolgungsmuster: Das Verfolgungsmuster für Laos basiert auf der Summe der Wertungen für „Kommunistische Unterdrückung“ (vermischt mit „Religiös motiviertem Nationalismus“) und „Exklusives Stammesdenken“,. Die durchschnittliche Wertung der fünf Lebensbereiche liegt bei 10,902 Punkten und ist damit vergleichbar mit den Zahlen des letzten Jahres (11,109). Der Wert im Bereich „Auftreten von Gewalt“ ist von 2,037 (2015) auf 3,519 leicht angestiegen. Dies bedeutet, dass trotz der gewaltsamen Vorfälle der beständige Druck die vorherrschende Form der Verfolgung für Christen in Laos ist. Wie das unten stehende Diagramm veranschaulicht,, ist die Verfolgung im Bereich „Kirchliches Leben“ am stärksten, dicht gefolgt von „Leben im Staat“, „Privatleben“ und „Gesellschaftliches Leben“. Der Druck auf Konvertiten ist vor allem in den Bereichen „Privatleben“ und „Gesellschaftliches Leben“ sehr hoch und wird von ihrem sozialen Umfeld ausgeübt. Insgesamt ist die Verfolgung der christlichen Minderheit in Laos ein Ergebnis der Vermischung von Kommunismus, animistischem Ahnenkult und Geisterbeschwörung sowie des wachsenden buddhistischen Einflusses im Land.

(Bitte beachten Sie: Die oberen Zahlen zeigen drei Dezimalstellen an. Sie sind nicht als Tausende zu verstehen.)

Privatleben: Konvertiten müssen immer besonders vorsichtig bei der Ausübung ihres Glaubens sein, vor allem wenn sie die einzigen Christen in ihrer Familie sind. In entlegenen Gebieten haben Häuser oft nur einen Raum, so dass es sehr schwer ist einen Platz zu finden, an dem man ungestört und unbemerkt die Bibel lesen, beten oder singen kann. Manchmal rufen sogar Familienangehörige die Polizei, wenn ein Christ seinen Glauben ausübt. Ebenso hindert die Familie christliche Verwandte daran, andere Christen zu treffen oder das Haus zu verlassen. Bibeln und andere christliche Materialien müssen sorgfältig versteckt werden und können nur mit höchster Vorsicht gelesen werden. Alle Christen werden genauestens überwacht und manchmal werden auch staatliche anerkannte Kirchen dazu herangezogen, die Christen im Auge zu behalten.

Familienleben: Die Wertung in diesem Bereich ist überraschend niedrig, was teilweise darauf zurückzuführen ist, dass die Regierung die Religionszugehörigkeit nicht in offiziellen Dokumenten vermerkt. Nichtsdestotrotz gab es aus zwei Provinzen Berichte von Familien, deren Familienbücher durch lokale Behörden beschlagnahmt wurden – offenbar als Strafe für deren Christsein. Diese Bücher werden für die Registrierung von Geburten, Eheschließungen und Todesfällen benötigt. Konvertiten wird manchmal mit Scheidung gedroht und sie verlieren ihre Erbrechte. Taufen müssen unter strengster Geheimhaltung stattfinden, in stark animistischen oder buddhistischen Dörfern werden Beerdigungen teilweise behindert. Kinder von Christen werden gezwungen, den buddhistischen Unterricht zu besuchen und werden oft durch schlechtere Noten diskriminiert.

Gesellschaftliches Leben: Die Vorstellung, dass der christliche Glaube „Teil des Westens“ ist und Christen Verräter sind herrscht nicht nur in ländlichen Gebieten vor, sondern auch in Städten und ist sowohl bei jungen Gebildeten als auch bei der älteren Generation anzutreffen. Dieses Denken macht Christen zu Opfern von Schikane und Anschuldigungen, wenn sie nicht an buddhistischen oder animistischen Zeremonien der Dorfbewohner teilnehmen. In animistischen Dörfern werden Christen gezwungen, bei Ritualen wie Beerdigungen und Festlichkeiten anwesend zu sein, um die Geister nicht zu verärgern. Bei der Regierung angestellte Christen stehen unter dem Zwang, an buddhistischen Ritualen teilzunehmen. Die Regierung hat buddhistische Rituale als Teil der laotischen Kultur in öffentlichen Schulen als Teil des Unterrichts eingeführt. Ein Teil dieses „Kulturunterrichts“ findet in buddhistischen Tempeln statt. Außerdem gibt es Berichte von Christen, die ein Unternehmen gründen wollten, denen aber aufgrund ihres Glaubens die dafür vorgesehene staatliche Unterstützung verweigert wurde. Regelmäßig werden Christen von der Polizei und den Behörden verhört und zu ihren Gemeindeaktivitäten befragt.

Leben im Staat: Artikel 9 der Verfassung von 2009 besagt, dass es die Pflicht des Staates ist, alle Religionen anzuerkennen und zu schützen. Gleichzeitig schreibt der Artikel aber den besonderen Status des Buddhismus und der Mönche fest. Artikel 43 besagt darüber hinaus, dass laotische Bürger das Recht und die Freiheit haben, einer Religion anzugehören auch nicht. Allerdings wurden die allgemeinen Bestimmungen zur Religionsausübung des Dekrets 92 seit dessen Verkündung im Jahr 2002 missbraucht, um die tatsächliche Ausübung der Religionsfreiheit zu erschweren. Dieses Dekret macht die Zustimmung der Regierung zur Voraussetzung jeglicher religiöser Aktivitäten; jede Aktivität ohne diese Zustimmung gilt als gesetzwidrig. Somit benötigt man für einen Religionswechsel, die Verbreitung des Evangeliums und die Durchführung von Gemeindeveranstaltungen eine Erlaubnis. Die Erfahrung von christlichen Leitern zeigt, dass diese selten erteilt wird. Der Druck und die Verbreitung christlichen Materials werden durch dieses Dekret ebenfalls eingeschränkt. Da Laos ein kommunistisches Land ist, wird jede Bewegung der Christen überwacht und verhindert, wenn die Regierung dies für nötig hält. Daher ist die Schulung von Christen eine besondere Herausforderung, da die Regierung jede Zusammenkunft und jede Form von Ausbildung kontrollieren will. Dies macht es auch für Außenstehende schwer, die winzige christliche Minderheit in Laos zu unterstützen, die dringend die Gemeinschaft mit anderen Christen braucht. Besonders trifft dies auf Konvertiten zu. Bei Übergriffen auf Christen oder Kirchen kommen die Täter stets ungestraft davon. Christen erhalten keine gerechte Behandlung oder Urteile, weder von der Polizei noch von den Behörden oder vor Gericht. In den Medien wird der christliche Glaube weiterhin als Überbleibsel der Kolonialzeit dargestellt, das den Geistern ein Dorn im Auge ist.

Kirchliches Leben: Der Druck im diesem Bereich ist extrem hoch. Nur einer begrenzten Zahl von anerkannten christlichen Gemeinden ist es erlaubt, Gottesdienste abzuhalten. Doch auch anerkannte Gemeinden, die zur Lao Evangelical Church gehören, erfahren in ländlichen Gebieten Widerstand, wenn der Dorfälteste keine christlichen Versammlungen genehmigt. Die drei offiziell anerkannten christlichen Denominationen in Laos sind die Katholische Kirche, die LEC und die Siebenten-Tags-Adventisten. Jede christliche Gemeinde, die einen legalen Status beantragen möchte, muss dies unter der Schirmherrschaft einer dieser drei Denominationen tun. Bei illegalen Versammlungen können Razzien durchgeführt und alles christliche Material beschlagnahmt werden. Während es in Laos erlaubt ist, religiöse Schriften zu drucken, muss dies vom Propaganda- und Kulturministerium beaufsichtigt und vom „Ständigen Ausschuss der Laotischen Front für den nationalen Aufbau“ genehmigt werden. Dies beinhaltet normalerweise einen umständlichen Prozess und führt oft dazu, dass keine Erlaubnis erteilt wird; damit wird der Druck von religiösen Schriften faktisch verhindert. Predigten werden überwacht und sind riskant, falls etwas Negatives über die Regierung gesagt oder soziale Missstände erwähnt werden. Bibeln und Unterrichtsmaterialien können praktisch weder veröffentlicht noch ins Land importiert werden. Ebenso fehlt es an Leitern und einer theologischen Ausbildung, da die meisten Christen in entlegenen Gegenden leben. Außerhalb der Lao Evangelical Church und der Katholischen Kirche ist kein biblischer Unterricht erlaubt. Seit der Machtübernahme der Kommunisten im Jahr 1975 wurde keine Bibelschule genehmigt.

Auftreten von Gewalt: Die Gewalt gegen Christen nahm im Berichtszeitraum zu. Am 8. September 2015 wurde Pastor Singkeaw Wongkongpheng in der Provinz Luang Prabang erstochen und am 17. September desselben Jahres starb Herr Tiang Kwentianthong aus der Provinz Savannakhet im Gefängnis, weil sein Diabetes nicht behandelt wurde. Er befand sich seit Juni 2014 in Haft, weil er für eine kranke Frau gebetet hatte, die später verstarb. Von wenigstens einem weiteren Christen ist bekannt, dass er eine Haftstrafe verbüßt. Wie jedes Jahr wurden auch im aktuellen Berichtszeitraum Christen gezwungen, ihre Dörfer zu verlassen.

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6. Ausblick

Erkennbare Trends und ihre Bedeutung für die Kirche:

Laos wird im Jahr 2016 den Vorsitz der Vereinigung Südostasiatischer Nationen (ASEAN) haben. Obwohl die regionale Kooperation des ASEAN in Stärke und Zusammenarbeit nicht mit anderen Regionen vergleichbar ist, lohnt es sich, diese Entwicklung zu beobachten. Laos steht traditionell in einem engen Verhältnis mit seinem großen Nachbarn Vietnam: nicht nur ideologisch, sondern auch geographisch, da Vietnam einen Zugang zum Meer hat. Wie im Länderprofil von Vietnam erwähnt, kühlt die Beziehung zwischen Vietnam und China merklich ab (aufgrund des Konflikts um das Südchinesische Meer/Ostmeer). Laos hingegen wird mehr und mehr abhängig von China, da letzteres große Infrastrukturprojekte im Land finanziert und durchführt. Es bleibt abzuwarten, wie Laos diese unterschiedlichen Interessen ausbalanciert oder sich für eine Seite entscheidet. Auf jeden Fall wird das Land härter gegen jede wahrgenommene Opposition oder Abweichung von der Parteinorm vorgehen (wozu die Christen zählen), da es aufgrund des ASEAN-Vorsitzes stärker im Fokus internationaler Aufmerksamkeit stehen wird als bisher und folglich seinen internationalen Ruf pflegen möchte. Unter anderem aus diesem Grund ist es seit Jahren eine Herausforderung, unabhängige Informationen über Laos zu bekommen.

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7. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Laos:

  • für die Dorfältesten, dass sie sich dem Evangelium nicht verschließen und den Christen Schutz gewähren
  • um Stärkung der laotischen Christen in ihrem Glauben, der durch die Vertreibung oder Inhaftierung oft auf eine harte Probe gestellt wird
  • für die bedrängten Christen, dass sie trotz Bedrohungen nicht nachlassen, Gottes Liebe und Errettung zu verkünden
  • um die geistliche Versorgung der oft kleinen Gruppen von Christen; dass sie Gelegenheiten haben sich zu versammeln, im Glauben zu wachsen und genügend Bibeln zur Verfügung stehen

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