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Länderprofil Mauretanien

Mauretanien

Stand Januar 2015 (Berichtszeitraum: 1. November 2013 bis 31. Oktober 2014)

Informationen zur gegenwärtigen Entwicklung des Landes entnehmen Sie unseren Aktuellen Meldungen.

Position auf dem Weltverfolgungsindex

 Mit einer Wertung von 50 Punkten belegt Mauretanien Platz 48 auf dem Weltverfolgungsindex 2015. Im Jahr 2014 nahm Mauretanien mit 51 Punkten Rang 36 ein. Mauretanien bleibt eines der am meisten verschlossenen Länder der Welt. Obwohl sich die Situation im Land im vergangenen Jahr kaum verändert hat, wurden keine Fälle von gewalttätigen Übergriffen auf Christen aufgrund ihres Glaubens bekannt.

Triebkräfte von Verfolgung

Die Hauptantriebskraft der Verfolgung in Mauretanien ist der "Islamische Extremismus".

Islamischer Extremismus: Die Blasphemiegesetze des Landes verstärken die Wirkung des islamischen Extremismus, da sie gegen jede Aktivität von Nicht-Muslimen gerichtet sind. Von jeglicher Gemeinschaft mit Nicht-Muslimen wird – entsprechend der kulturellen Normen - auf Schärfste abgeraten. Mauretanien ist eine der vier offiziellen ‚Islamischen Republiken‘, die es weltweit gibt. Die Verfassung schreibt den Islam als einzige Religion und die Scharia (das Islamisches Gesetz) als die einzige, offiziell anerkannte Quelle der Gesetzgebung für die etwa vier Millionen Einwohner vor.
Christen sind unter dem Gesetz des Landes geschützt, solange sie nicht evangelisieren, dies gilt als kriminelle Handlung. Mauretanier, die den Islam verlassen und sich zum Christentum bekehren, werden mit dem Tod bestraft. Alle christlichen Versammlungen müssen von der Regierung genehmigt werden. Missionarische Aktivitäten beschränken sich ausschließlich auf Ausbildungs- und Entwicklungsprojekte.

Darüber hinaus nimmt der Einfluss von "Al Kaida im Maghreb" (AQIM) beständig zu. Einheimische Mauretanier unterstützen die Gruppe vermehrt, welche bestrebt ist, christliche Aktivitäten im Land zu überwachen. Regionen im Norden und Osten des Landes geraten zunehmend unter den Einfluss extremistischer, muslimischer Gruppierungen, die meist mit Al Kaida in Verbindung stehen. Der Einfluss der Salafisten, welche eine Befolgung der Regeln der islamischen Moral durchsetzen wollen, wächst zusehends, schreibt ‚Magharebia‘, eine von der USA gesponserte Webseite in ihrem Länderbericht.

Aktuelle Einflüsse

Mauretanien taucht selten in den Schlagzeilen auf und scheint von der internationalen Gemeinschaft vergessen zu sein. Sehr wenig beachtet wird das Leid der kleinen, einheimischen Kirche. Aufgrund strenger Einschränkungen durch die Regierung ist jegliche Tätigkeit von christlichen Missionswerken und Christen im Allgemeinen sehr schwierig. Auf dem ‚Index über Einschränkungen durch Regierungen‘ des PEW Forums wird Mauretanien mit "hoch" eingestuft; religiöse Gemeinschaften und deren Aktivitäten werden durch Gesetze, Richtlinien und Maßnahmen seitens der Regierung stark eingeschränkt.

Obwohl islamistische Gruppen stärker werden, gewinnt auch das säkulare Lager an Ausdruck und Einfluss. Außerdem gibt es eine größere Offenheit für Ideen und Einflüsse von außen, was teilweise auf die aufgelockerte Einreisepolitik und die relativ freien Medien zurückzuführen ist. Viele Einwohner schauen Fernsehen, lesen Bücher oder besuchen Websites mit kritischem Inhalt. Filme und Entertainment des Westens haben einen starken Einfluss auf die Bevölkerung und lösen vermehrt ein Hinterfragen der Traditionen aus. Darüber hinaus hat Mauretanien im September 2014 das Wochenende auf Samstag und Sonntag verlagert, um mit europäischen Geschäftspartnern mehr in Einklang zu sein. Dies kann als Zeichen dafür gewertet werden, dass westlich denkende Mächte im Land existieren. Dies kann zur gleichen Zeit jedoch auch starke Spannungen mit den Konservativen verursachen.

Betroffene Kategorien von Christen

Mauretanien beheimatet zwei Kategorien von Christen: ausländische Christen und einheimische Christen mit muslimischem Hintergrund.

Da die einheimische, islamische Kultur sowie das mauretanische Gesetz entschieden gegen Evangelisation vorgehen, sind die Mehrheit der Christen im Land entweder Gastarbeiter oder Einwanderer (Ausländer). Die Gemeinschaft der ausländischen Gläubigen setzt sich vor allem aus Gastarbeitern aus den Ländern der Subsahara zusammen. Sie erleben starke Diskriminierung. Die katholische Kirche unterhält mehrere Diözesen wie in Nouakchott, einer Hafenstadt im nördlichen Nouadhibou, in der Stadt Rosso am Senegal-Fluss, in der nördlich der Landesmitte liegenden Oasenstadt Zouerat sowie in der Wüsten-Oasenstadt Atar und auch in Kaedi, das südlich der Landesmitte am Senegal-Fluss liegt.

Der Druck auf Christen muslimischer Herkunft seitens der Familie, der Stammesmitglieder und der Leiter lokaler Moscheen ist sehr hoch. Ausländische Gemeinden haben etwas mehr Freiheiten, jedoch ist es für Ausländer sehr kompliziert, in Mauretanien zu leben. Für alle mauretanischen Christen bleibt es unmöglich, ihre Gemeinden offiziell registrieren zu lassen, so dass sie sich heimlich treffen müssen.

Betroffene Lebensbereiche

Der Druck auf die Christen in Mauretanien ist in allen Lebensbereichen (Privat, Familie, Gesellschaft, Staat, Kirche) so hoch, dass sie ihren Glauben kaum ausleben können. Jeder Ausdruck der Zugehörigkeit zum Christentum erscheint direkt verdächtig. Durch den Druck seitens Familie, Regierung und bewaffneter Gruppen wie Al Qaida im Maghreb ist die Furcht der Christen groß. Es gibt vereinzelte Berichte, dass Familien Druck auf Christen ausgeübt haben, um sie zur Abkehr von ihrer neuen Religion zu bewegen.

Islamische Extremisten bauen gezielt Spannungen und Widerstände gegen die Christen auf. In der Nationalversammlung im Dezember 2010 befragten islamistisch orientierte Parlamentarier die Regierung nach ihrer Einstellung zu ausländischen, christlichen Organisationen. Das führte zu einer erhöhten Überwachung angeblich verdächtiger, christlicher Aktivitäten. Im Juli 2011 bat der Rat der Imame Mauretaniens die Regierung, den erkennbaren Abfall vom Islam sowie das Evangelisieren als Straftat zu werten.

Auftreten von Gewalt

Es wurden keine gewaltsamen Übergriffe auf Christen während des Berichtszeitraums (01. November 2013 - 31. Oktober 2014) aus Mauretanien gemeldet. Das bedeutet jedoch nicht, dass es keine Gewalttaten mit Glaubensbezug gab. Es zeigt viel mehr, wie schwierig es ist, Informationen aus dem Land zu bekommen. Zwar existieren für diesen Zeitraum keine Berichte über neue Verhaftungen von Christen, aber der Druck auf die Gläubigen ist weiterhin präsent.

Vor nicht allzu langer Zeit gab es allerdings einige Vorfälle gewaltsamer Verfolgung von Christen in Mauretanien. Im Jahr 2009 wurde der Lehrer und Leiter eines Gemeinschaftszentrums in Mauretanien, Chris Leggett, von islamistischen Extremisten ermordet, weil er missioniert haben soll. Laut einem anderen Bericht sollen Vater und Brüder eine junge Frau zu Tode geprügelt haben, weil diese sich weigerte, ihren kürzlich gefundenen Glauben an Jesus Christus aufzugeben.

Ausblick

Der Islam, seit 1.000 Jahren fest verwurzelt in Mauretanien, wurde in diesem Zeitraum kaum infrage gestellt. Die weite Wüste und das harte Regime haben dieses Land vom Rest der Welt isoliert. So ist nachzuvollziehen, dass eine dem arabischen Frühling vergleichbare Entwicklung bislang ausgeblieben ist, welche in den Nachbarländern große soziale und politische Verschiebungen ausgelöst haben.

Die Aussicht auf einen Aufstand der an Stärke zunehmenden, gewaltbereiten Salafisten in Mauretanien ist eine der größten Bedrohungen für die Christen im Land. Der verbesserte Internetzugang, sowie Foren militanter Salafisten in den sozialen Netzwerken, kombiniert mit der ausländischen Finanzierung von Schulen und islamischen NGOs (Nicht-Regierungs-Organisationen) führt zu einer immer stärkeren Radikalisierung der muslimischen Gesellschaft in Mauretanien, was den Druck auf die Gemeinde der Christen verstärkt.


Bitte beten Sie für Mauretanien:

  • dass Jesus die kleinen Gruppen von Christen muslimischer Herkunft immer wieder mit Freude, Mut und Hoffnung erfüllt
  • dass Muslime, die von Jesus geträumt haben, mit einheimischen Christen in Kontakt kommen
  • dass islamistische Kräfte im Land nicht überhand nehmen