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Saudi Arabien Länderprofil

Saudi-Arabien

Stand des Länderprofils: Januar 2017

Berichtszeitraum: 1. November 2015 – 31. Oktober 2016
Informationen zur gegenwärtigen Entwicklung des Landes entnehmen Sie unseren Aktuellen Meldungen.


Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung
Ausführliches Länderprofil
   1. Position auf dem Weltverfolgungsindex
   2. Triebkräfte der Verfolgung
   3. Aktuelle Einflüsse
   4. Betroffene Kategorien von Christen
   5. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt
   6. Ausblick
   7. Gebetsanliegen



Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex

76 Punkte / Platz 14 (WVI 2016: 76 Punkte / Platz 14)

Triebkräfte der Verfolgung

Die Triebkräfte der Verfolgung von Christen in Saudi-Arabien sind „Islamische Unterdrückung“ und in geringerem Ausmaß „Ethnisch begründete Anfeindungen“ (vermischt mit Islamischer Unterdrückung).

Aktuelle Einflüsse

Zwischen der jüngeren Generation und dem alternden Monarchen besteht eine wachsende Kluft. Die Jugendkultur verändert sich unter dem Einfluss von Satellitenfernsehen, Internet und sozialen Netzwerken. Zudem ist die Arbeitslosenrate unter der Jugend sehr hoch. Die Internetrevolution hat auch die islamischen Führungskräfte erreicht: mehrere Imame haben Twitter-Profile und viele Follower. Die Zahl der Christen muslimischer und anderer religiöser Herkunft wächst, zusammen mit ihrem Mut, ihren neuen Glauben mit anderen zu teilen.

Betroffene Kategorien von Christen

In Saudi-Arabien gibt es nur zwei Weltverfolgungsindex-Kategorien von Christen:

  1. Gemeinschaften von ausländischen Christen und Arbeitsmigranten: Unter den ausländischen Christen sind vor allem die Arbeitsmigranten aus einkommensschwachen Ländern betroffen, sie werden auch aufgrund ihrer Herkunft und ihres sozialen Status schlecht behandelt.
  2. Gemeinschaften von christlichen Konvertiten muslimischer Herkunft: Die Konvertiten saudischer Herkunft und anderer Nationalität erleben starke Verfolgung durch die Familie, die Gesellschaft und die Regierung. Sie müssen ihren neuen Glauben in größter Heimlichkeit ausleben.

Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

  • Insgesamt befindet sich der Druck auf Christen auf einem extrem hohen Niveau, mit einem leichten Anstieg im Vergleich zum Weltverfolgungsindex 2016. Dieser Anstieg ist auf Veränderungen bezüglich der Verfügbarkeit von Informationen zurückzuführen. In der Realität hat sich der Druck auf Christen im Vergleich zum Vorjahr nicht stark verändert.
  • Der Druck auf Christen ist in allen Lebensbereichen extrem hoch, außer in dem Bereich „Familienleben“, in dem er sich auf einem hohen Niveau befindet. Der größte Druck wird in den Bereichen „Kirchliches Leben“ und „Leben im Staat“ ausgeübt, was typisch für eine Situation ist, bei der Islamische Unterdrückung die Haupttriebkraft der Verfolgung darstellt.
  • Der Druck durch Islamische Unterdrückung vermischt mit Ethnisch begründeten Anfeindungen betrifft vor allem die Bereiche „Privatleben“, „Familienleben“ und „Gesellschaftliches Leben“ und geht vom sozialen Umfeld aus.
  • Es gab im Vergleich zum Vorjahr weniger Berichte über Gewalt, mit weniger bestätigten Fällen von Verhaftungen und Übergriffen auf christliche Versammlungen.
  • In einem Land, in dem von den Bürgern erwartet wird, muslimisch zu sein, zeichnet sich die Verfolgungssituation in Saudi-Arabien durch starken Druck vonseiten der Gesellschaft und der Regierung auf Christen muslimischer Herkunft aus.

Ausblick

Für die nächste Zeit sind keine großen Veränderungen zu erwarten. Die „Economist Intelligence Unit“ vermerkt in ihrer jährlichen Prognose den Aufstieg des jungen stellvertretenden Kronprinzen Mohammed bin Salman, der einige gesellschaftliche Restriktionen gelockert hat, was vor allem die junge Generation betrifft. Der Machtkampf mit dem Iran um Einfluss in der Region wird voraussichtlich Saudi-Arabiens außenpolitische Agenda bestimmen. Die schwerwiegenden religiösen Einschränkungen, die typisch sind für die Verfolgung durch Islamische Unterdrückung in ihrer voll ausgeprägten Form, werden weiterhin massiven Druck für die religiösen Minderheiten, einschließlich der Christen, bedeuten.

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Ausführliches Länderprofil


1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit einer Wertung von 76 Punkten belegt Saudi-Arabien Platz 14 auf dem Weltverfolgungsindex (WVI) 2017. Auf dem WVI 2016 belegte Saudi-Arabien ebenfalls mit 76 Punkten Platz 14. Die Verfolgungssituation bleibt für Christen relativ konstant: Der Druck auf Christen ist extrem hoch. Der Wert im Bereich Gewalt ist leicht gesunken. Der Durchschnittswert ist leicht gestiegen, was daran liegt, dass mehr Informationen verfügbar waren. Letztlich haben sich diese Differenzen jedoch ausgeglichen, und somit wurde die gleiche Punktzahl erreicht wie im Vorjahr.

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2. Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung: Das Wüstenkönigreich wird durch die Lehre des Wahhabismus bestimmt, einer puristischen und strengen Auslegung des Islam. Demnach dürfen andere Religionen ihren Glauben nicht öffentlich praktizieren. Saudi-Arabien wacht über die heiligen islamischen Städte, Mekka und Medina, welche die Geburts- und Begräbnisstätten von Mohammed sind, dem bedeutendsten Propheten des Islam. Im eigenen Land bekämpft die saudische Regierung den islamischen Terrorismus, weil dieser zur Bedrohung für die Herrschaft der königlichen Familie werden kann. Saudi-Arabien gilt als Hauptsponsor des militanten sunnitischen Extremismus, beispielsweise im Irak und in Syrien, hauptsächlich durch private Spenden. Das Rechtssystem des Königreichs gründet auf der islamischen Rechtsprechung, der Scharia. Apostasie – der Abfall vom Islam und die Hinwendung zu einer anderen Religion – kann mit dem Tod bestraft werden, sollte der Konvertit seine Bekehrung nicht widerrufen.

Ethnisch begründete Anfeindungen (vermischt mit Islamischer Unterdrückung): Typisch für diese Triebkraft ist der Druck durch den Versuch, den Einfluss jahrhundertealter Normen und Werte aus Stammestraditionen durchzusetzen. Ethnisch begründete Anfeindungen sind im Falle Saudi-Arabiens deutlich mit dem Islam vermischt. Dies betrifft vor allem die Christen muslimischer Herkunft.

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3. Aktuelle Einflüsse

Zwischen der jüngeren Generation und dem alternden Monarchen besteht eine wachsende Kluft. Die Mehrheit der Bevölkerung ist jünger als 30 Jahre, und die Jugendkultur hat sich unter dem Einfluss von Satellitenfernsehen, Internet und sozialen Netzwerken extrem verändert. Die Jugend sehnt sich nach mehr Freiheit, besonders für Frauen, und will nicht mehr von der Religionspolizei eingeschränkt sein. Die Entscheidung des verstorbenen Königs Abdullah bin Abdul-Aziz Al Saud, Frauen ein Wahlrecht zu geben, ist ein erster Schritt der Öffnung. Es gibt ein erhebliches Ausmaß an Jugendarbeitslosigkeit, was zu weitverbreiteter gesellschaftlicher Unzufriedenheit führt. Diese Faktoren könnten die Jugend dazu führen, sich dem islamischen Extremismus zuzuwenden. Die Lage wird zusätzlich durch den Gegensatz zwischen einer reichen, sehr kleinen Elite und einer armen Mehrheit destabilisiert. Andererseits ist die gesellschaftliche Unzufriedenheit nichts Neues und wurde in der Vergangenheit durch hohe finanzielle Zuwendungen an die Bevölkerung beschwichtigt. Diese Unzufriedenheit existiert seit mindestens 20 Jahren (einschließlich zivilen Ungehorsams, der sich zum Beispiel durch illegales Autofahren von Frauen zeigt). Darüber hinaus hat die Internetrevolution auch die islamischen Führungskräfte erreicht: mehrere Imame haben eigene Twitter-Profile und viele Follower. Die Zahl der Christen muslimischer und anderer religiöser Herkunft wächst, zusammen mit ihrem Mut, ihren neuen Glauben mit anderen zu teilen.

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4. Betroffene Kategorien von Christen

Gemeinschaften von ausländischen Christen und Arbeitsmigranten: Die meisten Christen in Saudi-Arabien sind Ausländer oder Arbeitsmigranten, die für eine bestimmte Zeit im Land leben und arbeiten. Die Mehrheit der Ausländer stammt aus westlichen Ländern, die christlichen Arbeitsmigranten stammen zumeist aus Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, wie z.B. Indien, den Philippinen oder aus Afrika. Die asiatischen und afrikanischen Gastarbeiter werden nicht nur ausgebeutet und schlecht bezahlt; aufgrund ihrer ethnischen Herkunft und ihres geringen Ansehens sind sie regelmäßig körperlicher und verbaler Gewalt ausgesetzt – ihr christlicher Glaube spielt dabei allerdings auch eine Rolle. Ausländische Christen sind in ihren Möglichkeiten, sich zum Gottesdienst zu versammeln und ihren Glauben zu teilen, extrem eingeschränkt. Ihnen droht dabei Verhaftung und Ausweisung. Christen muslimischer Herkunft stehen unter noch stärkerem Druck.

Gemeinschaften von christlichen Konvertiten haben hauptsächlich einen muslimischen Hintergrund. Es gibt nur wenige saudische Christen muslimischer Herkunft im Land, und meist müssen sie ihren Glauben streng geheim halten. Viele von ihnen sind durch christliches Satellitenfernsehen zum Glauben gekommen oder nachdem Gott sich ihnen in Träumen und Visionen offenbart hat. Einige von ihnen berichteten, dass sie in dem aufrichtigen Wunsch, Gott zu gehorchen, den Hadsch (die islamische Pilgerreise) nach Mekka unternahmen und dabei eine göttliche Offenbarung erhielten, die sie auf Jesus verwies. Das Internet, obwohl dessen Nutzung in Saudi-Arabien streng kontrolliert ist, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, denn dadurch erhalten Einheimische Zugang zu christlichen Materialien. Die kleine Anzahl der Christen in Saudi-Arabien, die zuvor Muslime waren, wächst weiter und sie werden immer mutiger, ihren Glauben weiterzugeben, auch im Internet und in christlichen Fernsehprogrammen. Das öffentliche Zeugnis der Christen hat zu ernsten Konsequenzen vonseiten der Familien oder der Behörden geführt.

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5. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Grafik: Verfolgungsmuster Saudi-Arabien

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die WVI-Platzierung. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenspiel der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Erläuterung zum Verfolgungsmuster Saudi-Arabien:

  • Der Durchschnittswert des Drucks auf Christen bleibt weiterhin auf einem sehr hohen Niveau (14,892) und stellt im Vergleich zum WVI 2016 (14,620) einen sehr leichten Anstieg dar, weil mehr Informationen verfügbar waren.
  • Der Wert ist für alle Lebensbereiche extrem hoch, außer im Bereich „Familienleben“. Der Wert für diesen Bereich ist niedriger, weil ausländische Christen und Arbeitsmigranten in diesem Bereich geringen oder weniger Druck erleben als die einheimischen Christen muslimischer Herkunft. Der Grund dafür ist, dass die Familien der christlichen Migranten oft nicht mit ihnen in Saudi-Arabien leben.
  • Der höchste Druck wird in den Bereichen „Kirchliches Leben“ und „Leben im Staat“ ausgeübt, was typisch für eine Situation ist, bei der Islamische Unterdrückung die Haupttriebkraft der Verfolgung darstellt.
  • Der Druck durch Islamische Unterdrückung vermischt mit Ethnisch begründeter Anfeindung wirkt sich auf die Bereiche „Privatleben“, „Familienleben“ und „Gesellschaftliches Leben“ aus und wird vor allem auf Christen muslimischer Herkunft durch das soziale Umfeld ausgeübt.
  • Es gab im Vergleich zum WVI 2016 weniger Berichte über Gewalt, mit weniger bestätigten Fällen von Verhaftungen und Übergriffen auf christliche Versammlungen. Der Wert bleibt weiterhin niedrig, da die Christen im Land sich äußerst vorsichtig verhalten, um harte Folgen zu vermeiden.
  • In einem Land, in dem von den Bürgern erwartet wird, muslimisch zu sein, zeichnet sich die Verfolgungssituation in Saudi-Arabien durch den starken Druck vonseiten der Gesellschaft und Regierung auf alle ihre Bürger aus.

Privatleben: Christen mit muslimischem Hintergrund können ihren Glauben nicht öffentlich ausleben. Jede Andeutung ihres neu gewonnenen Glaubens kann ernsthafte Konsequenzen haben. Ausländische Christen haben etwas mehr Freiheit, ihren Glauben privat auszuleben, solange sie ihn nicht mit Muslimen teilen. Christliche Arbeitsmigranten müssen sich vorsichtig verhalten, die Verfolgung hängt von der Haltung und der Religion anderer Arbeitsmigranten ab, die mit ihnen in der gleichen Unterkunft leben.

Familienleben: Alle Saudis werden als Muslime betrachtet. Es ist eine große Schande für eine Familie, wenn sich eines ihrer Familienmitglieder vom Islam abwendet. Christen muslimischer Herkunft stehen in großer Gefahr, einem Ehrenmord zum Opfer zu fallen oder körperlich misshandelt zu werden, wenn ihre Familien oder ihr gesellschaftliches Umfeld von ihrem Glauben erfahren. Etliche haben deshalb das Land verlassen. Christliche Hochzeiten können in Saudi-Arabien nicht öffentlich gefeiert werden, Konvertiten müssen deshalb nach islamischem Brauch heiraten. Sie dürfen ihre Kinder amtlich nicht als Christen registrieren lassen oder ihnen christliche Namen geben. In der Schule sind die Kinder von Christen muslimischer Herkunft gezwungen, den Islamunterricht zu besuchen. Auch in Fragen des Sorgerechts für ihre Kinder nach einer Scheidung oder bei Erbschaftsfragen erfahren Christen oft Benachteiligung.

Gesellschaftliches Leben: Alle Christen werden mehr oder weniger durch Diskriminierung unter Druck gesetzt, ihrem Glauben abzuschwören. Christliche Konvertiten werden an ihrem Arbeitsplatz diskriminiert und schikaniert, wenn bekannt wird, dass sie Christen sind. Die saudische Gesellschaft hat starke Vorbehalte gegenüber anderen Religionen. Viele Gastarbeiter, einschließlich Christen, wurden durch ihre Arbeitgeber verbal angefeindet, körperlich und manchmal sexuell missbraucht. Internationalen Schulen ist es verboten, an nichtislamischen Feiertagen wie Weihnachten und Neujahr Ferien zu geben. Schulen, die diese Sperre missachten, riskieren den Verlust ihrer Lizenz.

Leben im Staat: Religionsfreiheit ist weder in der Verfassung des Königreiches noch in den wesentlichen Gesetzen erwähnt. Das Rechtssystem basiert auf der Scharia, die Abkehr vom Islam zu einer anderen Religion kann mit dem Tod bestraft werden. Muslime haben mehr Rechte als Anhänger anderer Religionen. Besonders Christen muslimischer Herkunft erleben schweren Druck seitens der Behörden, wenn ihr neuer Glaube bekannt wird. Ausländische Christen und Arbeitsmigranten bekommen große Probleme, wenn sie unter Muslimen missionieren; Verhaftung und Ausweisung können die Folge sein.

Kirchliches Leben: In Saudi-Arabien gibt es keine Kirchengebäude, christliche Gottesdienste können nur im Verborgenen gehalten werden. Die Regierung erkennt das Recht von Nicht-Muslimen auf ein privates Glaubensleben zwar an, doch die Religionspolizei (Muttawa) respektiert dieses Recht oft nicht. Die Versammlungsfreiheit ist durch die strikte Trennung der Geschlechter stark eingeschränkt; sie verbietet Männern und Frauen aus verschiedenen Familien, gemeinsam im selben Raum Gottesdienste zu feiern. Tun sie es doch, riskieren sie Verhaftung, werden auf brutale Weise körperlich durchsucht, ins Gefängnis gesteckt, ausgepeitscht, deportiert und manchmal auch gefoltert. Da das Gesetz nicht formell festschreibt, wie Religion im Privaten ausgeübt werden darf, ist die rechtliche Situation vage und orientiert sich eher an Aussagen Offizieller in den Medien. Die Weitergabe des Evangeliums an Muslime, biblische Unterweisung sowie der Druck und Import von Bibeln (und anderen christlichen Materialien) in arabischer Sprache sind illegal.

Auftreten von Gewalt: Hinsichtlich der Gewalt gegen Christen hat sich die Situation in Saudi-Arabien nicht sehr verändert, auch wenn der Wert leicht gesunken ist im Vergleich zum Berichtszeitraum des WVI 2016, als es einen bestätigten Bericht eines Überfalls auf eine Gemeinde gab, bei dem mehrere Christen festgenommen wurden. Dies war im Berichtszeitraum des WVI 2017 nicht der Fall. Trotzdem sind Vergewaltigungen und sexueller Missbrauch in Saudi-Arabien weiterhin ein sehr großes Problem. Arbeitsmigranten, besonders Frauen, die in saudischen Haushalten arbeiten, sind in dieser Hinsicht sehr gefährdet. Viele der Christen muslimischer Herkunft stehen unter großem Druck von ihren Familien und anderen und befürchten aggressive Reaktionen, falls ihr neuer Glaube bekannt wird. Es gab mehrere Berichte von körperlichem Missbrauch und Drohungen wegen ihres Glaubens. Viele Christen mussten aufgrund ihres Glaubens auch das Land verlassen. Aus jüngster Zeit liegen keine Berichte vor, dass saudische Bürger wegen Apostasie angeklagt und zum Tode verurteilt wurden. Dennoch besteht für sie das Risiko, außerhalb der Gerichtsbarkeit ermordet zu werden – häufig ein Versuch der Familie, ihre Ehre wiederherzustellen.

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6. Ausblick

Erkennbare Trends und ihre Bedeutung für die Kirche

Die „Economist Intelligence Unit“ beobachtet in ihrer jährlichen Prognose den Aufstieg des jungen stellvertretenden Kronprinzen Mohammed bin Salman, der einige gesellschaftliche Restriktionen gelockert hat, was vor allem die junge Generation betrifft. Dies könnte jedoch den Kronprinzen Mohammed bin Nayef verärgern. Die offenbare Neigung hin zu einer jungen, toleranteren Führung und weg von den traditionellen Wurzeln ist möglicherweise ein Versuch, einen Kompromiss mit der großen Gruppe der saudischen Jugendlichen einzugehen, die sich nach mehr Freiheit sehnt. In einer aktuellen Umfrage unter der Jugend in arabischen Ländern gibt es in der saudischen Jugend die höchste Zustimmung (90 Prozent zu der Aussage, dass arabische Führer mehr für Frauenrechte und Freiheit tun müssen. Laut der Umfrage ist die saudische Jugend unter der gesamten arabischen Jugend am meisten im Internet aktiv hinsichtlich der Nutzung von Twitter und YouTube. Dennoch ist der fundamentalistische Islam immer noch aktiv und lebendig in Saudi-Arabien und wird keine umfassenden Veränderungen in der Gesellschaft zulassen. Reformen könnten vielmehr zu einer Polarisierung der Gesellschaft führen, und damit zu einer stärkeren Aussonderung und Verfolgung von Minderheiten (auch Christen) vonseiten der fundamentalistischen Gruppen.

Auf internationaler Ebene wird der Machtkampf mit dem Iran um Einfluss in der Region – im Jemen und anderen Gebieten – voraussichtlich Saudi-Arabiens außenpolitische Agenda bestimmen. Aufgrund dieses Machtkampfes und der Konfrontation mit dem Islamischen Staat (IS) und anderen islamistischen Gruppen könnte die Regierung dazu geneigt sein, der Aktivität von Christen weniger Aufmerksamkeit zu schenken. Es ist zu erwarten, dass die schwerwiegenden religiösen Einschränkungen, die typisch sind für die Verfolgung durch Islamische Unterdrückung in ihrer voll ausgeprägten Form sind, auch weiterhin massiven Druck für die religiösen Minderheiten, einschließlich Christen, bedeuten.

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7. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Saudi-Arabien:

  • Bitte beten Sie dafür, dass Saudis, die vor kurzem die Wahrheit des Evangeliums angenommen haben, im Glauben an Jesus Christus wachsen und reifen. Bitte beten Sie auch dafür, dass sie andere erreichen, damit das ganze Land den Namen Jesus Christus erkennt.
  • Beten Sie, dass saudische Christen Wege finden, die Wahrheit ihren eigenen Familienmitgliedern mitzuteilen und beten Sie für die Familien, die Wahrheit zu suchen und nicht mit Zorn zu reagieren.
  • Das Wüstenkönigreich ist bestimmt vom Wahhabismus, einer puristischen und strengen Interpretation des Islam. Es ist verboten, andere Religionen offen zu praktizieren. Das Verlassen des Islam kann mit dem Tode bestraft werden. Bitte beten Sie, dass muslimische Saudis Jesus kennenlernen.

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