Ermutigungsbotschafter Indien

Reisetagebuch: Tag 6

Ermutigungsbotschafter Indien Tag 6

Ermutigungsbotschafter Marco Michalzik in Indien – Tag 6

Welche Geschichte hat Marco Michalzik auf unserer Reise nach Indien am meisten bewegt? Für unser Reisetagebuch erzählt er sie:

„Eigentlich sind wir schon viel zu spät. Laut Zeitplan sollen wir schon im Auto sitzen und auf dem Weg zum Flughafen sein, um zurück nach Delhi fliegen. Von dort aus sollen wir am nächsten Tag die Heimreise antreten. Wir haben die letzten Tage damit verbracht, drei größere Jugendevents zu besuchen und teilweise auch das Programm zu gestalten. Auch an diesem Tag haut der Zeitplan natürlich mal wieder überhaupt nicht hin und alles schiebt sich entsprechend nach hinten. Für das deutsche Pünktlichkeitsempfinden kann das schon mal herausfordernd sein. Besonders wenn man im Hinterkopf hat, dass man einen Flug unbedingt bekommen muss … :)

Als diese drei Schwestern jedoch anfangen, ihre Geschichte zu erzählen, wissen wir schnell, warum es richtig ist, noch zu bleiben. Sie leben mit ihrem Vater in einem kleinen Dorf. Ihre Mutter ist leider bereits vor einiger Zeit gestorben. Sie erzählen, dass sie bei nahezu allen Freizeitaktivitäten, die es in ihrem Ort gibt, ausgegrenzt werden. Niemand möchte mit ihnen befreundet sein oder mit ihnen abhängen. Ich versuche, mir vorzustellen, wie das für mich gewesen wäre, als Teenager von allen gemieden und in der Schule gemobbt zu werden, keine Freunde zu haben und überall nur Außenseiter zu sein. Es gelingt mir nicht. Es macht mich traurig und wütend, was diese jungen Mädchen in ihrem Alltag erleben müssen, einfach nur weil sie an Jesus glauben.“

 

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Komischerweise werde ich nie gebeten, für ein Ende der Schwierigkeiten zu beten. Nur dafür, dass ihr Glaube nicht aufhört. ‚Weißt du, wenn man sich entscheidet, Christ zu werden, dann weiß man ja, dass Verfolgung auch irgendwann dazu gehören kann. Schließlich haben wir das so in der Bibel gelesen‘, sagen sie zu mir. ‚Ach ja?‘, denke ich. ‚Weiß man das?‘

Sie bitten mich, für ihren Vater zu beten, damit er seinen Glauben nicht verliert bei all dem Druck, den sie als Familie von außen erleben. Und ich soll beten, dass sie durch ihr Verhalten ein Beweis von Gottes Liebe für ihr Dorf sein können. Wieder diese unerklärbare Liebe für die, die sie ausgrenzen und benachteiligen. Und wieder frage ich mich, wo ich das schon gehört habe: Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was tun … Für mich persönlich war Jesus selten so sichtbar wie in den Gesichtern und Geschichten dieser drei Mädchen.“

 

 

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