Länderprofil Malaysia

Malaysia

23
Weltverfolgungsindex
2018
Flagge Malaysia
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Konstitutionelle Wahlmonarchie
Platz Vorjahr
31
ISO
MY
Karte Malaysia
Karte Malaysia
Christen
2,87
Bevölkerung
31.16
Islamische Unterdrückung
Diktatorische paranoia
Privatleben: 12.000
Familienleben: 14.900
Gesellschaftliches Leben: 12.800
Leben im Staat: 12.400
Kirchliches Leben: 9.300
Auftreten von Gewalt: 3.900
Länderprofil Malaysia

Berichtszeitraum: 1. November 2016 – 31. Oktober 2017

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex

65 Punkte / Platz 23 (WVI 2017: 60 Punkte / Platz 31)

Von wem Verfolgung ausgeht

Die Verfassung untersagt es Malaien, zu anderen Religionen zu konvertieren und schränkt die Verbreitung nichtmuslimischer Religionen ein. Politische Parteien wie die regierende United Malays National Organisation (UMNO) und die oppositionelle Parti Islam Se-Malaysia (PAS) unterstützen und protegieren den Islam. Daher sind Regierungsbeamte bemüht, den islamischen Einfluss auf die Gesellschaft zu erhalten oder zu verstärken, zum Nachteil der nichtmuslimischen Minderheiten, indem sie z.B. Islamisierungskampagnen durchführen. Ihre Aussagen und Handlungen zielen darauf ab, ethnische Unruhen anzuheizen und aus religiösen Gründen zu diskriminieren. Für Christen mit muslimischem Hintergrund sind Familienangehörige die stärksten Verfolger.

Auswirkung der Verfolgung auf Christen

Christliche Konvertiten erleben die stärkste Verfolgung, da jeder ethnische Malaie als Muslim angesehen wird. Jeder, der davon abweicht, verstößt nicht nur gegen die Verfassung, sondern wendet sich auch gegen die Gesellschaft als Ganzes und natürlich gegen die Familie und Nachbarn. Während Katholiken und Methodisten von den Behörden und Nichtregierungsorganisationen überwacht werden, sind protestantische Freikirchen deutlich stärker im Fokus, da sie eher missionarisch aktiv sind.

Die malaiische Bevölkerung profitiert von einer Förderpolitik der Regierung, was zur Folge hat, dass jeder Nicht-Malaie (und damit die Mehrheit der Christen) faktisch als Bürger zweiter Klasse behandelt werden. Das betrifft auch die große Gruppe der Christen, die zur ethnischen Stammesbevölkerung der Bumiputra gehören (wörtlich übersetzt „Söhne des Bodens“).

Der Vorsitzende der PAS, der die Einführung des Strafrechts der Scharia (Hudud) für den nordöstlichen Bundesstaat Kelantan beantragt hat, verleumdete Christen öffentlich, indem er behauptete, sie würden Muslime mit Geld bestechen, um sie zu Christen zu machen. Solche Kommentare säen Unfrieden und Hass auf Christen.

Beispiele

  • Erfährt jemand von einem Wechsel zum christlichen Glauben, wird der konvertierte Christ entweder bei den islamischen Behörden angezeigt oder einfach aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Diese Christen werden von der Erbfolge ausgeschlossen und das Sorgerecht zu bekommen, ist immer noch ein Problem für den nichtmuslimischen Ehepartner. Allerdings kommt es auch vor, dass konvertierte Christen von ihren Familien akzeptiert werden, wenn diese selbst Christen werden. Bei Christen mit einem hinduistischen oder buddhistischen Hintergrund kommt der Druck mehr von den Familien, da die Regierung nur mit der Abkehr vom Islam ein Problem hat.
  • Alle Kinder, die öffentliche Kindergärten und Grundschulen besuchen, müssen am Islamunterricht teilnehmen. In staatlichen Schulen müssen nur muslimische Schüler die Islamkurse besuchen, allerdings zählen dazu auch Christen mit muslimischem Hintergrund. An den Universitäten gibt es das Pflichtfach „Islamische und asiatische Kultur“, das als Regierungsinstrument zur weiteren Islamisierung empfunden wird.
  • Am 13. Februar 2017 wurde Pastor Raymond Koh am helllichten Tage von Unbekannten entführt. Laut Medienberichten könnte die Entführung mit Vorwürfen in Zusammenhang stehen, er sei aktiv an der Bekehrung von Muslimen beteiligt gewesen. Allerdings wurden diese Behauptungen bereits im Jahr 2011 untersucht und aufgrund mangelnder Beweise fallengelassen. Ein anderes Ehepaar, Pastor Joshua Hilmy und seine Frau Ruth, werden seit November 2016 ebenfalls vermisst. Am Ende des Berichtszeitraumes für den Weltverfolgungsindex 2018 ist ihr Verbleib noch immer unbekannt.

Beiträge zu Malaysia

Nachrichten Nachrichten
Malaysia
Malaysia
(Open Doors, Kelkheim) – Am 2. November feierte die Familie des malaysischen Pastors Raymond Koh seinen 63. Geburtstag in seiner Abwesenheit – fast neun Monate nach seiner Entführung am 13. Februar. Bis heute gibt es weder ein Lebenszeichen von ihm noch eine Lösegeldforderung.
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(Open Doors, Kelkheim) – Der 62-jährige Pastor Raymond Koh Keng Joo wurde am 13. Februar von maskier...

1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Die Wertung für Malaysia ist 5 Punkte höher als im Weltverfolgungsindex (WVI) 2017 und spiegelt damit den Trend wider, der bereits im Verlauf der letzten Jahre beobachtet wurde. Der Druck auf Christen wuchs in allen Lebensbereichen, da die Regierung, politische Parteien und islamische Gruppen ihre Bemühungen verstärkt haben, die christliche Minderheit zu marginalisieren und die bestehende Kluft zwischen Ost- und Westmalaysia zu vertiefen. Das spurlose Verschwinden von drei christlichen Mitarbeitern, von denen einer am helllichten Tag entführt wurde, hat die Unsicherheit der Christen verstärkt und die Wertung für „Auftreten von Gewalt“ fast verdoppelt.

2. Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung

Malaysia gilt international immer noch als das beste Beispiel für ein liberales und tolerantes muslimisches Land. Allerdings beginnt dieses Image zu verblassen; im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex (WVI) 2018 hat es weiter Schaden genommen. Das liegt unter anderem an den Bemühungen, das islamische Strafrecht der Scharia (Hudud) im Bundesstaat Kelantan einzuführen. Der Verfassung zufolge steht das Scharia-Recht nicht auf einer Stufe mit der Zivilgesetzgebung, aber in der Praxis ist diese Regelung außer Kraft gesetzt. Dies wird besonders bei Sorgerechtsstreitigkeiten sichtbar, in denen Zivilgerichte normalerweise den Müttern das Sorgerecht zusprechen. Deswegen konvertieren manche Väter zum Islam, da sie als Muslime vor einem Scharia-Gericht sicher sein können, dass das Sorgerecht ihnen gewährt wird. Die Polizei wird Urteile der Scharia-Gerichte eher umsetzen, da dies am wenigsten Unruhe verursacht. Das wirft die rechtliche Frage nach dem Gelten der Rechtsstaatlichkeit in Malaysia auf. Es gab jedoch einige Ansätze, diese Probleme zu lösen, indem ein Komitee damit beauftragt wurde, Lösungen zu erarbeiten. Im August 2017 entschied die Regierung, einen Artikel des neuen Ehe- und Scheidungsgesetzes zurückzuziehen, der die einseitige Konversion von Kindern untersagt hätte. Der gelöschte Artikel 88 (A) besagte, dass der Übertritt eines Kindes bilateral (d.h. von beiden Eltern genehmigt) sein und der Entscheidung des Kindes an seinem 18. Geburtstag überlassen sein soll, selbst wenn ein Elternteil zum Islam konvertiert.

Weiterhin Bestand hat das gegen eine katholische Zeitung verhängte Verbot, das allgemein gebräuchliche Wort „Allah“ für Gott in der malaiischen Sprache zu verwenden. Nach der Bestätigung des Urteils durch den obersten Gerichtshof im Januar 2015 kam es zu einer Reihe weiterer Gerichtsverfahren, unter anderem im Bundesstaat Sabah. Im Dezember 2015 hielt der Malakka Campus der Technischen Universität von Mara ein „Anti-Christianisierungs-Seminar“ nur für Muslime ab, was zu einem öffentlichen Aufschrei führte. Dass der islamische Extremismus und Konservatismus auf dem Vormarsch sind, zeigte sich erneut im Juni 2016, als bei einem vom sogenannten „Islamischen Staat“ (IS) inspirierten Angriff in Selangor acht Menschen verletzt wurden. Während des Berichtszeitraums für den WVI 2018 wurden zwei Pastoren entführt, deren Verbleib noch immer unbekannt ist (siehe auch unter „Auftreten von Gewalt“).

Diktatorische Paranoia

Während „Diktatorische Paranoia“ in Malaysia derzeit keine aktive Triebkraft der Verfolgung ist, muss man sie dennoch im Blick behalten, um die Situation des Landes voll zu erfassen. Die herrschende Koalition, die „United Malays National Organisation“ (UMNO), regiert das Land seit seiner Unabhängigkeit 1957. Sie besteht aus einer muslimischen Partei und kleineren chinesischen und indischen Parteien und stand nie einer wirklichen Opposition gegenüber. Daher kann die Bedeutung der Wahlen von 2008 und 2013 nicht überschätzt werden: Zum ersten Mal erschien eine nennenswerte Opposition auf der Bildfläche, die jetzt sogar einige Bundesstaaten regiert. Dies führte zu panikartigen Reaktionen auf Seiten der Regierung: Sie betonte neu ihre Politik der bevorzugten Behandlung der malaiischen Bevölkerung, anstatt eine Politik der Gleichberechtigung zu betreiben. Die UMNO setzt mehr und mehr auf religiöse und ethnische Positionen, um an der Macht zu bleiben. Diese Strategie ist sehr riskant, in jedem Fall hat sie die Lage der christlichen Minderheit bereits massiv beeinflusst, da die UMNO möglicherweise einen Schulterschluss mit der extremistischen Parti Islam Se-Malaysia (PAS) in Erwägung zieht, die bis Mai 2017 in der Opposition war, diese jedoch verließ. Die Wahlen, die spätestens im Sommer 2018 stattfinden müssen, werden weiter dazu beitragen, diese Triebkraft zu intensivieren.

3. Verfolger

Die Verfassung untersagt Malaien, zu anderen Religionen zu konvertieren und schränkt die Verbreitung nicht-muslimischer Religionen ein. Daher sind Regierungsbeamte bemüht, den islamischen Einfluss auf die Gesellschaft zu erhalten oder zu verstärken, zum Nachteil der nichtmuslimischen Minderheiten. Mehrere islamische Nichtregierungsorganisationen sehen sich selbst als „Verfechter des Islam“ und können mit der Unterstützung der Regierung rechnen. Immer wieder zielen ihre Handlungen und Aussagen darauf ab, ethnisch motivierte Unruhen anzustacheln und aus religiösen Gründen zu diskriminieren. Politische Parteien wie die regierende UMNO und die oppositionelle PAS unterstützen und beschützen den Islam. Die Einführung der Scharia (Hudud) im Bundesstaat Kelantan war beispielsweise ein Vorschlag der PAS. Der Anführer der PAS, Hadi Awang, wurde im Januar 2016 damit zitiert, dass Christen Muslime mit Geld zum Übertritt beeinflussen würden. Auf diese Art wird Unmut und Hass auf Christen gesät. Die UMNO und die PAS benutzen Religion, um die Unterstützung der Malaien zu gewinnen. Für Christen mit einem muslimischen Hintergrund sind die Familienangehörigen die stärksten Verfolger.

4. Hintergrund

Die malaysische Gesellschaft teilt sich mehr und mehr in die malaiische Mehrheit, die weiterhin klar von der Regierung bevorzugt wird, und die chinesischen und indischen Minderheiten sowie die einheimische Stammesbevölkerung, die hauptsächlich im östlichen Teil Malaysias lebt. Die letztgenannten werden allesamt diskriminiert. In der Tat ist Rassismus eine alltägliche Erfahrung für die ethnische Minderheiten in Malaysia. In den letzten Jahren hat die Regierung zunehmend die heiklen Themen Rasse und Religion genutzt, um ihre Macht zu festigen und sich die Unterstützung der ethnischen malaiischen Mehrheit zu sichern, die ca. 60 Prozent der Bevölkerung ausmacht. Kritik aus der Opposition wurde (fälschlicherweise) als Bedrohung der malaiischen Überlegenheit dargestellt oder sogar als Verschwörung, die den Islam aus Malaysia verdrängen will. Christen sind von diesen Spannungen besonders betroffen, da die meisten Christen entweder ethnische Stammesangehörige sind oder einen chinesischen oder indischen Hintergrund haben.

Pastor Raymond Koh wurde am 13. Februar 2017 am helllichten Tage entführt, als sein Auto in Petaling Jaya von drei schwarzen SUVs gestoppt und er zu einem unbekannten Ort gebracht wurde. Dieser Vorfall schockierte die ganze christliche und Minderheitengemeinschaft, besonders nachdem bekannt wurde, dass ein weiteres Pastorenehepaar, Joshua und Ruth Hilmy, bereits im November 2016 verschwunden war. Die fehlenden Fortschritte der Polizei bei der Aufklärung von Pastor Kohs Entführung und das größere Interesse an den ihm vorgeworfenen missionarischen Aktivitäten haben für viele Christen den Feierlichkeiten zur 60-jährigen Unabhängigkeit im Jahr 2017 einen bitteren Beigeschmack verliehen. Doch nicht nur Christen sind Ziel solcher Entführungen – auch ein schiitischer Aktivist wurde entführt.

Derzeit scheint die herrschende UMNO ihre Macht gefestigt zu haben – so nannte eine Zeitung Premierminister Najib Tun Razak „den Unsinkbaren“, doch der Ausgang der Wahlen 2018 ist völlig offen. Die Opposition bleibt gespalten und trotz aller Anstrengungen bis hin zur Gründung einer neuen Partei als Abspaltung von der UMNO, konnte sie nicht von den Schwächen der Regierung profitieren. Allerdings lässt die Versöhnung des ehemaligen Premierministers Mahathir bin Mohamad (der 92-Jährige wird Dr. M genannt) mit dem ehemaligen stellvertretenden Premierminister Anwar Ibrahim (der zur Zeit im Gefängnis ist) die oppositionellen Kräfte neue Hoffnung schöpfen.

Der große Skandal um einen Entwicklungsfonds mit dem Namen „1MDB“ überschattet immer noch die Politik, besonders da internationale Ermittlungen in der Schweiz und in den USA weitergehen, aber bisher hat das die Mitglieder der UMNO nur darin bestärkt, entschieden zusammenzuhalten.

Malaysia betreibt eine Förderpolitik, bei der „Bumiputra“ (die „Söhne des Bodens“), bestehend aus Malaien und Stammesangehörigen, in den Bereichen Wohnungsbau, Schulen sowie anderen Regierungsvorhaben bevorzugt werden. Rein theoretisch sollten (christliche) Stammesangehörige in Ost-Malaysia ebenfalls von dieser Politik profitieren, allerdings ist das in der Realität selten der Fall. Ein Christ bringt es folgendermaßen auf den Punkt: „Wir sind die Bumi (=der Boden), sie sind die Putra (=Söhne/Prinzen).“

Im Sommer 2017 wurde eine weitere Untersuchung gegen die Federal Land Development Authority (FELDA) – eine der weltweit größten Palmölfirmen, größtenteils in malaiischem Staatsbesitz – eingeleitet, die die Regierung erneut unter Druck setzte. Sollte sich die Regierung zu sehr in die Ecke gedrängt fühlen, wird sie nicht zögern, die ethnischen und religiösen Minderheiten, also auch die Christen, zu beschuldigen.

Auch die muslimische Minderheit der Schiiten wird in Malaysia schwer verfolgt, wie die Entführung einer ihrer Aktivisten zeigt. Hindus, Anhänger traditioneller chinesischer Religionen und Buddhisten sind ebenfalls von der Vorzugsbehandlung der ethnischen Malaien ausgeschlossen.

5. Betroffene Kategorien von Christen

Um das Christentum in Malaysia besser zu verstehen, ist eine weitere Erläuterung notwendig. In Malaysia ist es hilfreich, Unterscheidungen anhand von geographischer Lage und Herkunft zu treffen. Die Mehrheit der Christen stammt aus einem „Bumiputra“-Hintergrund, wörtlich übersetzt sind sie die „Söhne des Bodens“. Das bedeutet, dass sie zum Land bzw. zur ethnischen Stammesbevölkerung gehören. Aus Sicht der Regierung haben sie damit Anspruch auf Förderungen wie subventionierte Häuser, Stipendien usw., aber in der Praxis gilt das nur, wenn die Bumiputra keine Christen sind. Werden sie Christen, führt dies schnell zu einer Einschränkung ihrer Privilegien. Nicht-Bumiputra-Christen gehören meist den chinesischen und indischen Minderheiten an und gliedern sich in eine Fülle von unterschiedlichen Denominationen, deren Größe von kleinen Hausgemeinden bis zu Mega-Gemeinden reicht. Auch die geographische Lage spielt eine wichtige Rolle. Die meisten Bumiputra-Christen leben in den Bundesstaaten Sabah und Sarawak, in letzterem sind die Mehrheit immer noch Christen. Diese Bundesstaaten bilden Ost-Malaysia und liegen auf der Insel Borneo (die teils zu Brunei und Indonesien gehört). Die Situation wird dadurch noch kompliziert, dass viele Bumiputra aus Bildungs- und wirtschaftlichen Gründen nach West-Malaysia umsiedeln. Malaiische Christen muslimischer Herkunft vervollständigen das Bild der malaysischen Kirche. Diese Konvertiten sind einem hohen Maß an Verfolgung ausgesetzt, da ihre Entscheidung zum Glaubenswechsel als Verrat an ihrer Volksgruppe und ihrer Nation gesehen wird.

Gemeinschaften ausländischer Christen und Arbeitsmigranten

Es gibt viele Nationalitäten, die ihre eigenen, unabhängigen christlichen Gemeinschaften haben. Hin und wieder haben sie Probleme, als legale Gruppierung anerkannt zu werden; im Allgemeinen können sie ihren Glauben aber frei leben, solange dies innerhalb ihrer Privat- bzw. Versammlungsräume geschieht. Nepalesische und vietnamesische Christen treten meist den traditionellen christlichen Kirchen bei.

Christen aus traditionellen Kirchen

Beispiele sind die Römisch-Katholische Kirche, die Anglikanische Kirche, die Methodistische Kirche sowie Lutherische oder Protestantische Kirchen in Sabah. Sie sind weniger von Verfolgung betroffen als Christen aus protestantischen Freikirchen oder Gemeinden von Konvertiten, aber sie leiden unter Benachteiligung.

Christen muslimischer Herkunft

Die Christen muslimischer Herkunft erleiden die stärkste Verfolgung, meist bedingt durch die Familie, Freunde, Nachbarn und die Behörden.

Christen aus protestantischen Freikirchen (wie evangelikale, baptistische und Pfingstgemeinden)

Beispiele sind die „Assemblies of God“, die Heilsarmee, Sabah Injil Borneo und andere. Sie sind häufig Überwachung, Diskriminierung, Einschüchterungen und Belästigungen ausgesetzt.

6. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben: 12.000
Familienleben: 14.900
Gesellschaftliches Leben: 12.800
Leben im Staat: 12.400
Kirchliches Leben: 9.300
Auftreten von Gewalt: 3.900

Grafik: Verfolgungsmuster Malaysia

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die WVI-Platzierung. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Erläuterung zum Verfolgungsmuster

Der durchschnittliche Druck auf Christen bleibt auf einem sehr hohen Niveau und stieg im Berichtszeitraum des WVI 2018 von 11,7 (WVI 2017) auf 12,3.

In den Bereichen „Familienleben“, „Leben im Staat“ und „Gesellschaftliches Leben“ werden Christen am intensivsten bedrängt. Während der Druck im Bereich „Leben im Staat“ typisch ist für Länder, in denen Diktatorische Paranoia großen Einfluss hat, resultiert der Druck im Familienleben, im gesellschaftlichen Leben und im Privatleben hauptsächlich aus dem Glaubenswechsel, den christliche Konvertiten aus dem Islam oder anderen Religionen vollzogen haben, und wird durch die Islamisierungspolitik der Regierung verstärkt. Die herrschende Islamische Unterdrückung wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus. Dies wird zusätzlich durch die Regierung verstärkt, die sich immer stärker einer konservativen Form des Islam zuwendet, um an der Macht zu bleiben. Gleichzeitig will sie sich dadurch die Unterstützung der ethnischen Malaien sichern, wie der Plan der Einführung der Scharia zeigt.

Die Punktwertung für „Auftreten von Gewalt“ hat sich fast verdoppelt und ist von 2,0 (WVI 2017) auf 3,9 im aktuellen Berichtszeitraum gestiegen. Dies ist auf die berichteten Entführungen zurückzuführen. Da die Verfolgung bisher selten gewalttätig war, haben diese Vorfälle die christliche Gemeinschaft umso stärker betroffen.

Privatleben

Laut Gesetz ist es malaiischen Muslimen in allen Bundesstaaten außer Sarawak verboten, den Islam zu verlassen. Die PAS fordert sogar die Todesstrafe für ein solches „Vergehen“. Konvertiten malaiischer Abstammung können sich nicht an öffentlichen Aktivitäten von Kirchengemeinden beteiligen. Andernfalls gehen sie und die Kirchengemeinde, die sie aufgenommen hat, ein hohes Risiko ein. Im Fall einer Entdeckung durch die Behörden drohen beiden schwere Konsequenzen. Daher versammeln sich Christen muslimischer Herkunft für alle christlichen Treffen heimlich in Privathäusern, verborgen vor den neugierigen Augen der Regierung, der Gesellschaft und der registrierten Kirchen. Diese Christen müssen sorgfältig darauf achten, wie sie ihren Glauben leben, besonders wenn sie in ihrer Familie die einzigen Christen sind. Eine Bibel und andere christliche Literatur muss gut versteckt werden und kann nur mit großer Vorsicht gelesen werden, da streng muslimische Familien dies nicht dulden. Wenn ein Christ, der sich vom Islam abgewandt hat, seinen neuen Glauben gegenüber seiner Familie bekennt, riskiert er drastische Strafen. Üblich ist eine Form von Hausarrest; zudem besteht die Möglichkeit, dass er in ein islamisches „Reinigungszentrum“ geschickt wird, wo er gezwungen werden soll, wieder zum Islam zurückzukehren. Christen mit muslimischem Hintergrund können von einem Tag auf den anderen verschwinden, ohne dass irgendjemand über ihren Aufenthaltsort informiert ist.

Familienleben

Jeder Malaie hat einen Personalausweis, auf dem seine Religionszugehörigkeit durch die staatliche Meldebehörde festgehalten wird. Wenn ein Ehepaar, in dem einer der Partner Muslim ist (entweder durch Geburt oder Konversion), ein Kind bekommt, wird dieses Kind laut Gesetz automatisch als Muslim registriert. In Sabah war dies unter einheimischen Christen oft der Fall. Da Bumiputras oft das Wort „bin“ oder „binti“ in ihrem Namen haben, gehen die Behörden davon aus, dass sie Muslime sind und tragen „Islam“ in ihren Personalausweis (MyKad) ein. Das ist eines der Hauptprobleme der Bumiputra-Christen; doch einige versuchen nicht, sich dagegen zu wehren, da es ein langwieriger und mühsamer Prozess ist, bei dem es bisher wenige Erfolge zu verzeichnen gab.

Etwas Hoffnung für Betroffene brachte der Fall von Rebit Rooney, den das höchste Gericht von Sarawak im März 2016 positiv entschied. Allerdings muss angemerkt werden, dass nach Einschätzung einiger Beobachter solch ein Fall in West-Malaysia anders ausgegangen wäre. Malaysia ist zudem weltweit das einzige Land, in dem ein Religionswechsel angeblich ebenfalls die Volkszugehörigkeit ändert. Nach bestätigten Berichten traten Kinder von zum christlichen Glauben konvertierten Stammeszugehörigen plötzlich als muslimische Malaien auf, obwohl sie zur Volksgruppe der Iban gehörten. Auf Nachfrage antworteten sie: „Unsere (muslimischen) Lehrer haben uns das gesagt!“

Die Meldebehörde stellt außerdem Sterbeurkunden aus. Wenn die verstorbene Person als Muslim registriert war, wird die Islambehörde informiert. Da Muslime nach islamischem Ritus beerdigt werden müssen, ist die Islambehörde befugt, einer nichtmuslimischen Familie den Leichnam wegzunehmen, um eine „angemessene“ Beerdigung des Verstorbenen zu gewährleisten. Verheiratete Christen muslimischer Herkunft können zudem zur Scheidung gezwungen werden, und sie verlieren ihre Erbrechte, wenn sie entdeckt werden. Eine Taufe, eine christliche Hochzeit oder eine Beerdigung zu organisieren, kann schwierig oder sogar unmöglich werden. Konvertiten können isoliert und von ihren Familien verstoßen oder sogar in islamische „Reinigungslager“ (gemeint sind Umerziehungslager) geschickt werden. Kinder von Konvertiten müssen den Islamunterricht in der Schule besuchen und einigen Berichten zufolge werden christliche Kinder dort unter Druck gesetzt zu konvertieren.

Einige Christen aus den einheimischen Stämmen, besonders in Sabah, werden durch Tricks zu Muslimen gemacht. Um finanzielle Hilfen der Regierung zu erhalten, gaben einige ihre Personalausweise ab und unterzeichneten ein Formular, das sich später als Absichtserklärung entpuppte, zum Islam zu konvertieren. Bei der Rückgabe ihrer Ausweise, bemerkten sie den neuen Eintrag „Islam“ bei der Religionszugehörigkeit. Als sie dies ändern lassen wollten, wurde ihnen von der staatlichen Meldebehörde mitgeteilt, dass ihre Religionszugehörigkeit nur mit Zustimmung der Scharia-Gerichte geändert werden könne –ein absolut undenkbarer Vorgang.

Gesellschaftliches Leben

Christen werden sowohl von staatlichen Behörden als auch von lokalen muslimischen Gruppierungen und malaiischen Gruppen überwacht, die für die Rechte des Islam eintreten (z.B. Perkasa und ISMA). Es gibt einen wachsenden Druck durch die Regierung, sich im Einklang mit islamischen Vorschriften zu kleiden. In entlegenen Gebieten in Sabah und Sarawak haben malaiische Gemeinschaften Zugang zu Wasser und Elektrizität, aber einigen als christlich bekannten Gemeinschaften wird dieser Zugang verweigert. Um für höhere Bildung und Stipendien zugelassen zu werden, müssen Christen weitaus höhere Hürden meistern als Muslime, bedingt durch die Förderungspolitik der Regierung für Malaien. Ein weiterer Teil dieser Politik gewährt ethnischen Malaien einen zehnprozentigen Preisnachlass beim Grundstückskauf, während andere den vollen Preis zahlen müssen. Für chinesische und indische Christen ist dies eine Form der Dschizya (Extrasteuer für Nicht-Muslime, die unter islamischer Herrschaft leben), da sie keinen Anspruch auf diese Vergünstigung haben. Muslime sind von bestimmten Steuern ausgenommen, da sie Zakat (für Muslime vorgeschriebene Almosenspende) bezahlen; zudem profitieren sie von einer verringerten Einkommenssteuer, während alle anderen die volle Einkommenssteuer bezahlen müssen.

In einer seiner Reden im Jahr 2017 versprach der malaiische Premierminister, dass die Vorzugsbehandlung der Malaien weiter ausgebaut würde, wenn seine Partei (UMNO) an der Macht bliebe und nannte als Beispiel, dass die Hälfte der Verkaufsflächen in den neu gebauten Nahverkehrsbahnhöfen für Malaien reserviert werde. Selbstständige Unternehmen (wie die von chinesischen Christen) müssen laut Gesetz einen Bumiputra-Partner vorweisen können, um einen Auftrag der Regierung zu bekommen. Um dies zu umgehen, haben einige Unternehmen einen Bumiputra-Partner nur auf dem Papier. Christen mit muslimischem Hintergrund werden von ihrer Familie, Freunden und Nachbarn massiv unter Druck gesetzt, ihren christlichen Glauben zu widerrufen. Auch im geschäftlichen Leben erfahren Christen Diskriminierung und haben keine Aussicht auf höhere Positionen im Regierungsdienst.

Leben im Staat

Die Verfassung definiert ethnische Malaien als Muslime. Daher wird Malaien das Recht verwehrt, den Islam zu verlassen und eine andere Religion anzunehmen. Außerdem verbietet die Verfassung Angehörigen anderer Religionen, ihren Glauben unter malaiischen Muslimen zu verbreiten. Muslimen dagegen ist es erlaubt, den Islam überall im Land zu verbreiten. Das Scharia-Recht hat ebenso Gültigkeit wie das Zivilrecht; darüber hinaus ist das Parlament noch zu keiner Entscheidung über den sogenannten „Hudud-Erlass“ gekommen, der die Einführung des islamischen Strafrechts im Bundesstaat Kelantan vorsieht. Auf Webseiten von Islamrechtsgruppen und Medien in Regierungsbesitz werden Christen regelmäßig verleumdet. So sind z.B. Gerüchte verbreitet worden, dass Christen und Juden „Malaysia übernehmen“ wollen. Dies geschah auch in einem Seminar, das auf dem Malakka Campus der Technischen Universität Mara gehalten wurde. Das Thema dort lautete, bezogen auf Malaysia: „Die Gefahr der Christianisierung“. „Christlichen Missionaren“ wird vorgeworfen, soziale Unruhen anzustacheln. Die bekannte christliche Politikerin Hannah Yeoh wurde etwa öffentlich beschuldigt, durch ihre Autobiographie „Becoming Hannah“ bekehren zu wollen; sie erzählt darin allerdings einfach nur ihre Lebensgeschichte.

Die strengen Gesetze des Landes zur Volksverhetzung sind häufig von internationalen Beobachtern verurteilt worden. Allerdings ist es in zahlreichen Fällen, bei denen Hass gegen Christen gesät und rassenbezogene wie auch religiöse Vorurteile gegen Christen verbreitet wurden, nie zu einer entsprechenden Anklage gekommen. Jeder Akt, jede Rede oder Publikation, die als Diskreditierung der Regierung oder der neun angesehenen Sultane Malaysias aufgefasst wird, sind gesetzlich verboten. Gleiches gilt für das Säen von Hass zwischen Rassen und Religionen – doch die Anwendung der Gesetze geschieht nur sehr einseitig. Die herausgehobene Position der malaiischen Mehrheit und der Einwohner von Sabah und Sarawak in Frage zu stellen, gilt ebenfalls als Volksverhetzung. Auch Regierungskritiker wurden wegen Volksverhetzung angeklagt. Einheimische sehen sich unterdessen aggressiven Versuchen ausgesetzt, sie zum Übertritt zum Islam zu bewegen. Davon sind besonders diejenigen betroffen, die in den Westen umgesiedelt sind; hier ist es leicht, ihre soziale Isolation und wirtschaftlich schwache Stellung auszunutzen. Auf lange Sicht könnte dadurch die christliche Bevölkerung schrumpfen, besonders in Ost-Malaysia.

Kirchliches Leben

Die meisten protestantischen Freikirchen sind nicht als Kirchen registriert, sondern arbeiten als Organisationen oder als Gemeindezentren. Dazu kaufen sie oft Geschäftsräume oder Fabrikgrundstücke, um von dort aus zu arbeiten. Während die meisten Gemeinden überwacht werden, erleben sie keine Beschränkungen ihrer Gottesdienste. Allerdings ist es unmöglich, malaiische Konvertiten offen zu integrieren. Jeder Druck von christlichem Material erfordert eine Zustimmung der Regierung. Der Import von Literatur in malaiischer Sprache ist generell eingeschränkt, dies betrifft besonders die Einfuhr von Bibeln und christlichen Büchern aus Indonesien, von wo die meiste Literatur stammt. Die Regierung hat 2015 eine Dienstanweisung erlassen, nach der alle importierten christlichen Publikationen (die malaiische Bibel eingeschlossen) durch die Koranabteilung des Heimatministeriums überprüft werden müssen. Trotz Einwänden von Kirchenleitern fuhr die Regierung mit der Umsetzung dieser Anweisung fort. Außerdem ist der Gebrauch des Wortes „Allah“ für Gott den Christen praktisch verboten, nachdem das oberste malaysische Gericht im Jahr 2015 ein entsprechendes Urteil gegen eine katholische Zeitung bestätigte. Das geschah ungeachtet der Tatsache, dass dieser Begriff über Hunderte von Jahren in Bibeln und anderen christlichen Publikationen verwendet wurde – und in der indonesischen Bibel weiterhin verwendet wird, die viele malaysische Christen nutzen. Der Vorschlag (der im Laufe des Falls Jill Ireland im November 2017 gemacht wurde), beim nationalen (islamischen) Sprachinstitut eine neue Bibelübersetzung ohne das Wort „Allah“ zu erstellen, verärgerte die christliche Gemeinschaft. Er zeigt außerdem die Einstellung der islamischen Behörden, die eine Übersetzung der Bibel von staatlicher Seite vorschlagen – anstatt durch die Christen selbst.

Auftreten von Gewalt

Seit dem 30. November 2016 werden Pastor Joshua Hilmy und seine Frau Ruth vermisst, als sie von ihrem Zuhause in Selangor verschwanden. Am 13. Februar 2017 wurde Pastor Raymond Koh von einer Gruppe unbekannter Männer entführt, als er auf einer vielbefahrenen Straße in Petaling Jaya unterwegs war. Diese Entführung fand am helllichten Tage statt und wurde von Überwachungskameras aufgezeichnet. Seine Aufenthaltsort ist weiterhin unbekannt und es wird spekuliert, dass die Regierung daran beteiligt war.

7. Ausblick

Erkennbare Trends und ihre Bedeutung für die Kirche

Die andauernde Diskussion um die Einführung der Scharia im Bundesstaat Kelantan offenbart die Richtung, die die Regierungspartei UMNO einschlägt. Sie umwirbt konservative Muslime, indem sie sich der konservativ-muslimischen früheren Oppositionspartei PAS annähert und gleichzeitig die ethnische und religiöse Spaltung im Land vertieft und ausnutzt. Die Jugendgruppierung der PAS forderte wiederholt ein Verbot von christlichen Evangelisationen und fügte hinzu, dass die Gesetze derzeit „den Islam unzureichend schützen“. Ein Beobachter bezeichnete Malaysia nicht als ein ganzes Land, sondern vielmehr als die „Summe unterschiedlicher ethnischer Teile“. Nichtsdestotrotz scheint die Regierung entschlossen, diese Spaltung zu vertiefen.

Der Anführer des malaiischen Zweigs des Islamischen Staates (IS) in Syrien wurde im April 2017 bei einem Drohnenangriff getötet, was die Rekrutierungsbemühungen des IS bremst. Im Juni 2016 verübte er seinen ersten Anschlag, bei dem eine Handgranate in einem Café in Selangor explodierte und acht Menschen verletzte. Allerdings gibt es Dutzende und vielleicht Hunderte weitere Verdächtige, die mit dem IS in Verbindung gebracht werden. Als IS-nahe Gruppierungen auf den benachbarten Philippinen im Mai 2017 die Stadt Marawi einnahmen, sandte dies Schockwellen durch die Region, und alle Sicherheitsmaßnahmen wurden erhöht. Obwohl Malaysia einwilligte, zusammen mit Indonesien und den Philippinen gemeinsame See-Patrouillen gegen Aktivitäten von Islamisten zu entsenden, und die Polizei Unterstützer des IS verhaftete, wächst die Gefahr. Folglich wird die Situation in Malaysia unberechenbar bleiben, da die Haupttriebkraft der Verfolgung, die Islamische Unterdrückung, weiter aktiv bleibt. Dies wird künftig zu mehr Herausforderungen und Bedrohungen für die christliche Minderheit führen.

Ermutigend ist, dass der Sultan von Johor einen amtlichen Kommentar abgab, in dem er die Einführung einer ‚Nur für Muslime‘-Politik in einem Waschsalon verurteilte: „Dies ist kein Talibanstaat und als Oberhaupt des Islam in Johor beurteile ich dieses Vorgehen als absolut inakzeptabel, da es extremistischer Natur ist.“ Des Weiteren bestätigte er, dass Johor „allen Rassen und Religionen gehört“. Die Bundesregierung scheint jedoch einen anderen Weg einzuschlagen, da Malaysia dem extremistisch-muslimischen Prediger Zakir Naik Asyl gewährte, dem die Inspiration für den Bombenanschlag 2016 in Dhaka/Bangladesch nachgesagt wird. Dies geschah anscheinend im Hinblick auf die Wahlen, die Mitte 2018 anstehen, angesichts derer die Regierungsparteien die konservativen Muslime umwerben. Dies könnte Anzeichen für zunehmende Bemühungen um eine weitere Islamisierung des Landes sein.

Mit der Rückkehr extremistischer islamischer Gelehrter aus Ägypten und Saudi-Arabien verschiebt sich die Politik zu einem strengeren und politischer praktizierten Islam. Viele dieser malaiischen Gelehrten traten der Regierung als Mitglieder der Abteilung für die Förderung des Islam in Malaysia (JAKIM) bei, um in Moscheen zu predigen und den Islam zu verbreiten. Die Islamisierung von einheimischen Christen in Sabah und Sarawak (in Ostmalaysia) schreitet schnell voran, wobei die Christen in Sarawak im Vergleich zu Westmalaysia noch immer ein größeres Maß an Religionsfreiheit genießen (Sarawak ist der einzige Bundesstaat, in dem der Islam nicht Staatsreligion ist). Wächst der muslimische Bevölkerungsanteil allerdings, werden mit Sicherheit zunehmend islamische Gesetze in Kraft treten.

8. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Malaysia

  • Für den Schutz von Treffen der neuen Christen. Beten Sie dafür, dass diese Zeiten der Gemeinschaft ermutigend sind und Einheit schaffen.
  • Für die neuen Christen, die oft aus ihrem Zuhause vertrieben werden, von ihren Familien isoliert und manchmal in islamische Umerziehungslager geschickt werden. Beten Sie für Kraft und Mut.
  • Malaysia hat in der letzten Zeit eine wachsende politische, soziale und religiöse Instabilität erlebt. Die Verfassung sieht alle einheimischen Malaien als Muslime. Deswegen haben Malaien nicht die Freiheit den Islam zu verlassen, und diejenigen, die eine andere Religion praktizieren, dürfen ihren Glauben nicht unter Malaien verkündigen. Bitte beten Sie für Veränderung in Malaysia.

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