Verfolgte Christen und die Corona-Krise

Neuigkeiten zu Auswirkungen der Pandemie auf unseren Dienst

Christen erhalten während der Corona-Krise Lebensmittel

Was bedeutet die Corona-Krise für verfolgte Christen? Welche Auswirkungen hat sie auf den Dienst von Open Doors? Wie gehen wir mit ihr um – praktisch und geistlich? Auf dieser Seite möchten wir Ihnen Updates zu unserer Perspektive auf das Thema geben – und von neuen Herausforderungen, aber auch neuen Chancen berichten.
 

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Verzweifelte Hilferufe – können wir helfen?

Botschaft eines Leiters unseres Dienstes in Asien

 

Christen in Asien erhalten Lebensmittel
Christen in Asien erhalten Lebensmittel

Bruder John* berichtet:

Die Covid-19-Krise und die anschließenden „Lockdowns“ haben zu erschütternden Situationen geführt. Meine Teams und unsere lokalen Partner haben eine unglaubliche Zahl von Textnachrichten und Telefonanrufen erhalten. Als die ersten verzweifelten Botschaften eintrafen, hielt ich ein Online-Treffen mit allen Teamleitern ab. Ich wollte von ihnen nur eines wissen: „Können wir helfen?“ – „Mit Gottes Gnade können wir das“, antworteten sie und gingen an die Arbeit. […] Doch wir alle wissen, dass Covid-19 immer noch unter uns ist. Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass die verfolgte Kirche in Asien überleben kann. Bei Open Doors pflegen wir zu sagen: „Arbeite, als ob alles von dir abhängt, und bete, als ob alles von Gott abhängt.“ Mit anderen Worten: Wir arbeiten mit den Fähigkeiten und dem Verstand, die der Herr uns geschenkt hat, und doch erkennen wir, dass wir ohne Gott nichts tun können. Nur er kann uns zum Durchbruch verhelfen, also beten wir.
 

Darum möchten wir Sie heute bitten: Bitte seien Sie treu in Ihren Gebeten und wachen Sie mit Ihren verfolgten Geschwistern – denn in dieser herausfordernden Zeit, benötigen sie Ihre Gebete so sehr!
 

*Name geändert

 

Ganze Botschaft des Leiters lesen

In der Stadt waren alle Geschäfte geschlossen, bis auf eines. In diesen Laden hatte die Regierung Lebensmittel gebracht, damit Menschen ohne Arbeit – Menschen wie ich – kostenlos Lebensmittel bekommen konnten. Seit zwei Tagen hatte ich meiner Frau und meinen Kindern nichts zu essen geben können. Endlich war Hilfe eingetroffen, und mindestens ein, zwei Wochen würden wir klarkommen. Als ich in die Nähe des Geschäfts kam, sah ich Dutzende andere Leute, die bereits Schlange standen. Ich wartete geduldig und schweigend. Niemand sprach mit mir. Das war in Ordnung. Ich war daran gewöhnt. In wenigen Stunden könnte ich eine Tasche voller Vorräte nach Hause bringen. Ja, meine Beine taten weh, aber das war nicht schlimm. Ich dachte die ganze Zeit an das Lächeln auf den Gesichtern meiner Frau und meiner Kinder.


Schließlich war ich an der Reihe. Ich nahm meine Lebensmittelkarte heraus und gab sie dem Ladenbesitzer hinter der Theke. „Warum bist du hier?“, fragte er und ignorierte die Karte. „Was meinen Sie damit?“ antwortete ich. „Ich bin hier, um Lebensmittel abzuholen. Sehen Sie, ich habe die Erlaubnis der Regierung. Ich bin berechtigt.” „Nein. Du bist Christ. Verschwinde von hier.” „Ja, ich bin Christ, aber ich habe eine Lebensmittelkarte.“ „Verschwinde. Oder ich rufe die Polizei. Willst du die Nacht im Gefängnis verbringen? Hau ab!” Ich steckte die Karte langsam wieder in meine Tasche und verließ den Laden. Die Leute starrten mich an. Ich ging nicht nach Hause, sondern zum Fluss. Gedanken schossen mir durch den Kopf. Ich betete. In meiner Verzweiflung dachte über Möglichkeiten nach, Essen zu bekommen, und Möglichkeiten, meiner Familie zu sagen, dass ich nicht sicher war, ob wir jemals wieder essen würden. Ich fragte mich, ob ich von der Brücke springen sollte.


Ist das Realität? Nicht für Sie und mich, aber für viele unserer Geschwister. Die Covid-19-Krise und die anschließenden „Lockdowns“ haben zu erschütternden Situationen geführt. Meine Teams und unsere lokalen Partner haben eine unglaubliche Zahl von Textnachrichten und Telefonanrufen erhalten. Als die ersten verzweifelten Botschaften eintrafen, hielt ich ein Online-Treffen mit allen Teamleitern ab. Ich wollte von ihnen nur eines wissen: „Können wir helfen?“ – „Mit Gottes Gnade können wir das“, antworteten sie und gingen an die Arbeit.


Spulen wir sechs Monate vor. Ich schaue auf die Tabelle auf meinem Schreibtisch. Ich sehe die Zahl. Mehr als 163.000 verfolgte Christen in Asien haben lebenswichtige Überlebenspakete mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln wie Seife und Mund-Nasen-Masken erhalten. Mein Herz ist von Dankbarkeit erfüllt, denn ich kenne die Geschichten hinter der Zahl. Ich denke an eine Gemeinschaft von ausgegrenzten, gehörlosen Christen in Zentralasien, die gezwungen waren, Gras zu essen, weil ihnen niemand etwas gab. Sie erhielten Nahrung und Liebe. Ich denke an unsere lokalen Partner in Myanmar, die ihr Leben riskierten, um isolierte christliche Familien zu besuchen. Sie gaben Nahrung und Liebe. Ich denke an nordkoreanische Christen, die heimlich mit uns in China Kontakt aufnehmen konnten. Sie empfingen Nahrung und Liebe. Ich danke Gott, dass er Türen öffnet, und ich danke Gott für Sie. Diese 163.000 Menschen waren alle von schwerer Unterernährung und sogar vom Hungertod bedroht. Wenn Hoffnung wie ein Seil ist, dann waren sie am Ende angelangt. Dank Ihnen konnten wir ihnen ein neues Seil geben, eines, das stärker und länger ist als das, das sie hatten. Danke, dass Sie uns dies ermöglicht haben. Ihre Gebete und Gaben bedeuten, dass wir wissen, dass Gott mit uns ist in diesem schwierigen und oft gefährlichen Dienst.


Wir alle wissen, dass Covid-19 immer noch unter uns ist. Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass die verfolgte Kirche in Asien überleben kann. Bei Open Doors pflegen wir zu sagen: „Arbeite, als ob alles von dir abhängt, und bete, als ob alles von Gott abhängt.“ Mit anderen Worten: Wir arbeiten mit den Fähigkeiten und dem Verstand, die der Herr uns geschenkt hat, und doch erkennen wir, dass wir ohne Gott nichts tun können. Nur er kann uns zum Durchbruch verhelfen, also beten wir. Ich stieß auf einige Zitate unseres Gründers Bruder Andrew, der sagt: „Auf den Knien wird gekämpft.“ Bei einer Gelegenheit sagte er:


„Wir sagen oft, dass Gebet Dinge verändert. Aber zunächst einmal verändert das Gebet dich selbst. Natürlich beantwortet Gott unsere Gebete – aber das Erste, was das Gebet verändert, bin ich. Und das ist dringend notwendig, denn unserer Natur nach ...

… wollen wir beten, aber uns nicht einmischen;
… wollen wir beten, aber uns nicht ändern;
… wollen wir beten, aber es sollte uns nicht zu viel kosten. Und mit Sicherheit nicht Zeit.


Aber wenn wir beten, ist die Frage, was sollten wir beten? Es gibt ein altes Lied von einem Holländer namens Johan Bos. Er singt: ‚Herr, vergib mir meine trockenen Augen.‘ Beten ist Leiden mit einem anderen Menschen. Vor einigen Jahren las ich in den Evangelien die Bitte Jesu an seine Jünger, als sie in den Garten Gethsemane kamen. Er weiß, dass er verhaftet, gefoltert und getötet werden wird. Er betet allein und kehrt zu seinen schlafenden Jüngern zurück. Und er sagt: „Könnt ihr nicht eine Stunde lang mit mir wachen?“ Mein Herz begann zu weinen, als ich dies las. Natürlich müssen wir nachts mit unseren verfolgten Geschwistern wachen. Nachts, wenn es gefährlich ist. Nachts, wenn man sich seinen Problemen stellen muss. Dann braucht man Gebet am meisten. Wir müssen in unseren Gebeten treu sein! In dem Maße, wie wir treu sind, werden sie in ihrem Glauben gestärkt.“


Nachdem Bruder Andrew seine Rede beendet hatte, schaute er seine Zuhörer an und fragte: „Können wir noch eine Stunde mit denen wachen, die Leid durchleben? Oder ist unser Gebet nicht mehr als ein ‚post scriptum‘ nach dem Abendessen?“ Herausfordernde Worte, besonders in dieser Krise.


Danke für Ihre Gebete, danke für Ihre Unterstützung, danke für Ihre Liebe zu Ihren Geschwistern. Dank Ihnen kam der Mann, von dem ich am Anfang dieses Briefes geschrieben hatte, im Laufe des Abends nach Hause und fand Säcke voll Reis, Speiseöl, Gemüse und vieles mehr vor. Und seine Frau und seine Kinder begrüßten ihn mit einem strahlenden Lächeln.

Ihr Bruder John*

*Name geändert

So können Sie verfolgte Christen in der Pandemie unterstützen

Wir bitten Sie, zweckfrei zu spenden. So können wir verfolgte Christen in dieser dynamischen Zeit dort unterstützen, wo die Hilfe am dringendsten benötigt wird.

Auswirkungen der Pandemie für verfolgte Christen

Jesus gebraucht selbst hoffnungslose Situationen, um Segen zu wirken und baut seine Gemeinde inmitten von Schwierigkeiten. Das erleben verfolgte Christen auch in der Corona-Krise.
Als die Covid-19-Pandemie begann, musste schnell reagiert und die Arbeit umgestellt werden – und weiterhin steht der Dienst für verfolgte Christen vor großen Herausforderungen …

Wie können wir geistlich auf die Krise reagieren?

Ich habe viele verfolgte Christen vor Augen, die gegenwärtig so wie Petrus zu versinken drohen. Die Angst und Verzweiflung sind derzeit groß. Viele Christen wissen aufgrund der Corona-Krise nicht, wie sie ihre Familien versorgen sollen. ...
Das Coronavirus bestimmt mittlerweile unseren Alltag. Wie schaffen wir es, uns nicht von Angst leiten zu lassen? Schauen wir auf unsere verfolgten Geschwister. Sie kennen Angst und Unsicherheit nur zu gut – und erfahren darin Jesu Wirken.

Bitte beten Sie mit!

  • Bitten Sie Jesus, seine Gemeinde als einen Leib enger zusammenrücken zu lassen. Beten Sie, dass die Verbindung zwischen Christen, die jetzt schon Verfolgung erleben, und Christen in Deutschland gestärkt wird.
     
  • Beten Sie für Christen, die durch die Folgen der Corona-Krise kein Einkommen mehr haben, weil sie ihren Job verloren haben oder ihr Geschäft schließen mussten. In vielen Ländern mit Verfolgung gehören Christen ohnehin zu den Ärmsten der Armen – sie sind nun besonders betroffen. Auch Christen muslimischer Herkunft haben es ohne eigenes Einkommen besonders schwer, denn sie werden nicht von ihrer Familie unterstützt. Beten Sie für unsere Teams und Partner vor Ort, damit sie diese Christen erreichen und mit dem Nötigsten unterstützen können.
     
  • Beten Sie für unsere Geschwister, die in überfüllte Lager für Binnenvertriebene fliehen mussten oder auf engstem Raum in Gefängnissen sitzen. Dort sind sie nicht nur von Hunger bedroht, sondern auch einer erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt, sollte das Virus ein Lager oder ein Gefängnis erreichen. Beten Sie um Schutz und Kraft.
     
  • Bitte beten Sie ganz besonders für die Christen in Ländern, die von totalitären Regimen regiert werden. Dass die Anwesenheit der Krankheit in einigen Ländern geleugnet wird, erschwert den Kampf gegen die Pandemie noch zusätzlich. Beten Sie, dass Gott dem Mangel an Lebensmitteln und Medikamenten in diesen Ländern begegnet und Versorgung schenkt.
     
  • Danken Sie, dass durch die Verteilung von Nothilfe durch christliche Gemeinden die Wahrnehmung der Christen in ihrem Umfeld sich bessern konnte und Gott diese herausfordernde Zeit gebraucht, um an Menschen zu wirken.
     
  • Danken Sie für technische Möglichkeiten wie Livestreams und Videochats, durch die Christen weiterhin Gemeinschaft haben können. Danken Sie, dass Online-Aktivitäten ausgebaut werden und so mehr Menschen mit Schulungen erreicht werden konnten und kreative Wege gefunden werden, um die Kirche in Verfolgung zu erreichen.
     

Vielen Dank für Ihr Gebet

Unser Gebet macht einen Unterschied – wie viel es unseren verfolgten Geschwistern bedeutet, lesen Sie hier


Vielen Dank für Ihr Gebet!