Trends und Entwicklungen

Weltverfolgungsindex 2019

Trends und Hintergründe 2019

Immer mehr Christen weltweit erleiden Einschränkungen ihrer Glaubensfreiheit bis hin zu einem hohen Maß an Verfolgung – oftmals im Widerspruch zu den Verfassungen ihrer Heimatländer. Seit 2013 hat Open Doors eine drastische Zunahme von Gewalt gegen Christen um etwa 50 Prozent dokumentiert. Gleichzeitig stieg ihre Unterdrückung durch extremistische Gruppen, die eigene Regierung, Gesellschaft und Familie um rund 25 Prozent. Betroffen sind Christen in hinduistischen, buddhistischen, islamischen sowie kommunistisch und diktatorisch geprägten Ländern. Der Weltverfolgungsindex 2019 (WVI) zeigt für die Länder, in denen es Christen am schwierigsten haben, Trends und Entwicklungen auf.
 

Die drei Trends des WVI

Entwicklungen: Newcomer, Riser & Top 5

Trend 1: Uneingeschränkte staatliche Herrschaft – Kontrolle der Religion durch Gesetze

Insbesondere Regierungen asiatischer Länder entwickeln zunehmend diktatorische Züge. Nordkorea, seit 2002 auf Platz 1 des Weltverfolgungsindex (WVI), gilt schon lange als Negativbeispiel, gerade auch hinsichtlich der Kontrolle von Glauben und Religion. Doch politische Schwergewichte wie China ziehen nach: China verschlechtert sich von Platz 43 auf 27. Ausgestattet mit einer seit Mao nicht gekannten Machtfülle, treibt Staatspräsident Xi Jinping sein Programm der „Sinisierung“ (Anpassung an chinesische Traditionen), kombiniert mit kommunistischer Ideologie, in allen Gesellschaftsbereichen voran. Die etwa 100 Mio. Christen sind davon stark betroffen. Sie sollen nach den am 1. Februar 2018 eingeführten Vorschriften für religiöse Angelegenheiten ihre Treue zu Jesus Christus durch eine kompromisslose Loyalität zur Kommunistischen Partei ersetzen. Einige Kirchen mussten Bilder von von Xi Jinping und Mao anbringen; Kindern und Jugendlichen wird der Zutritt zum Gottesdienst verboten. Tausende Kirchen wurden seit Februar 2018 geschlossen.

Ähnliche Muster finden sich auch bei autoritären Regierungen in Laos (19), Russland (41) und Vietnam (20).

Trend 2: Ultra-nationalistische Strömungen brandmarken Christen als Anhänger einer „fremden Religion“

In den meisten Ländern des WVI stellen die Christen nur eine kleine Minderheit, die dort jedoch bereits seit Jahrhunderten lebt. Nationalistische Gruppierungen prangern ihren Glauben jedoch als „westlich“ und „fremd“ an. In Indien (10) hat sich der religiös geprägte Nationalismus zum Ultranationalismus gesteigert. Die regierende hindu-nationalistische Partei BJP von Premier Modi setzt ihren harten Kurs gegen Christen und andere religiöse Minderheiten fort: Anti-Bekehrungsgesetze gelten in acht von 29 Bundesstaaten; christlich geführte Schulen, Krankenhäuser, Waisenhäuser und Wohltätigkeitsorganisationen müssen schließen. Hinduistische Gruppen und Mobs griffen im Berichtszeitraum etwa 100 Kirchen sowie mehr als 12.500 Christen an. Eine Strafverfolgung bleibt weitgehend aus, weitere Gewalttaten sind die Folge. Ausländische christliche NGOs mussten das Land verlassen, so dass die christliche Gemeinschaft zusätzlich geschwächt wurde. In Nepal (32), Bhutan (33) sowie in der Türkei (26) appellieren die Regierungen immer stärker an die nationale religiöse Identität und verstärken dadurch den Druck auf Christen. Präsident Erdogan hat die Trennung von Staat und Religion weitgehend aufgehoben und treibt einen islamischen Nationalismus gezielt voran.

Trend 3: Verbreitung des extremistischen Islam über den Nahen Osten nach Subsahara-Afrika

Trotz Gebietsverlusten im Nahen Osten ist der Islamische Staat (IS) weiterhin aktiv, mittlerweile verstärkt in Subsahara-Afrika. IS-Anhänger wie auch andere islamistische Gruppierungen streben nach wie vor ein islamisches Kalifat an. In Somalia (3) machen sie regelrecht Jagd auf die wenigen verbliebenen Christen. Ebenfalls dramatisch ist die Lage im Norden Nigerias (12), wo muslimische Fulani-Viehhirten im Stil einer ethnischen Säuberung mit großer Brutalität gegen christliche Dörfer und Gemeinden vorgehen und dabei hunderte Christen umbringen. In Ägypten (16) greift der IS die Christen mit tödlichen Anschlägen auf Kirchen und gezielten Ermordungen frontal an. Die wenigen Christen muslimischer Herkunft im vom Krieg geschundenen Jemen (8) müssen ihre Gottesdienste im Untergrund feiern, um nicht entdeckt und ermordet zu werden.

Insgesamt sind etwa 30 gewalttätige islamische Gruppen in der Region Subsahara-Afrika aktiv. Die Lage der Christen in der Zentralafrikanischen Republik (21), Mali (24) und Mauretanien (25) hat sich deutlich verschlechtert.

 

 

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Die Entwicklungen 2019 im Video

Weltverfolgungsindex

Wo Christenverfolgung am stärksten ist

03:31 Minuten
Nordkorea
Afghanistan

Dies sind die fünf Länder, in den Christen die stärkste Verfolgung erfahren: Nordkorea, Afghanistan, Somalia, Libyen, Pakistan. Erfahren Sie in diesem Video, wie Christen dort verfolgt werden und warum diese Länder an der Spitze des Weltverfolgungsindex stehen.

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Weltverfolgungsindex

Christenverfolgung nimmt zu – in diesen Ländern am deutlichsten

03:48 Minuten
Zentralafrikanische Republik
Algerien

Zentralafrikanische Republik, Algerien und China – drei Länder, in denen die Christenverfolgung im Besonderen zugenommen hat. Sehen Sie, wie sich dies für die Christen vor Ort auswirkt, wer die Verfolger sind und welche Platzierung diese Länder nun auf dem Weltverfolgungsindex 2019 einnehmen.

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Weltverfolgungsindex

Diese Länder sind dieses Jahr neu auf dem Weltverfolgungsindex

02:19 Minuten
Marokko
Russische Föderation

Marokko und die Russische Föderation – dies sind die beiden Länder, die 2019 neu auf dem Weltverfolgungsindex stehen. Erfahren Sie, wieso sie zu den 50 Ländern gehören, in denen Christen am sätksten unterdrückt werden und wie sich die Lage für die Christen dort verschlechtert hat.

Alle Informationen zum Weltverfolgungsindex finden Sie hier.

Mehr zum Weltverfolgungsindex

Die 50 Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden – dargestellt als interaktive Weltkarte. Jedes Land des Weltverfolgungsindex wird mit Profil und Rang übersichtlich und geografisch eingeordnet. Informieren Sie sich und gehen Sie ins Gebet!
Der Weltverfolgungsindex wird von Open Doors jedes Jahr neu veröffentlicht. Er entsteht durch die Zusammenarbeit mit Christen vor Ort und externen Experten sowie einem internationalen Team von Open Doors. Wie dabei vorgegangen wird und auf welcher Grundlage der Index erstellt wird, können Sie hier erfahren.
Um die Menschen hinter den Zahlen des Weltverfolgungsindex im Vordergrund zu behalten, stellt Open Doors immer wieder Christen vor, die wegen ihres Glaubens an Jesus Christus verfolgt werden – die „Gesichter der Verfolgung“.

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