Länderprofil Indonesien

Indonesien

49
Weltverfolgungsindex
2020
Flagge Indonesien
Hauptreligion
Islam
Platz Vorjahr
30
ISO
ID
Karte Indonesien
Christen
32,79
Bevölkerung
269.54
Islamische Unterdrückung
Religiös motivierter Nationalismus
Privatleben: 10.900
Familienleben: 11.100
Gesellschaftliches Leben: 11.600
Leben im Staat: 10.200
Kirchliches Leben: 9.500
Auftreten von Gewalt: 6.500

Länderprofil Indonesien

Position auf dem Weltverfolgungsindex

Platz 49 / 60 Punkte (WVI 2019: Platz 30 / 65 Punkte)

Berichtszeitraum: 1. November 2018 – 31. Oktober 2019

Zusammenfassung

Viele Christen muslimischer Herkunft erleben Verfolgung durch ihre Familie. Die Intensität der Verfolgung variiert jedoch und besteht meist aus Isolation, verbalen Angriffen usw. Nur ein kleiner Teil der Konvertiten muss körperliche Gewalt für seinen christlichen Glauben erleiden. Außerdem hängt der Grad der Verfolgung davon ab, in welcher Region Indonesiens sich all dies abspielt. Es gibt bestimmte Brennpunkte wie Westjava oder Aceh, in denen radikalislamische Gruppen stark sind und einen starken Einfluss auf Gesellschaft und Politik ausüben.

Sobald entdeckt wird, dass eine Kirche das Evangelium verkündigt, wie es viele evangelikale und Pfingstgemeinden tun, bekommt diese Probleme mit extremistischen islamischen Gruppen. Üblicherweise haben freikirchliche Gruppen auch Probleme bei der Beantragung von Baugenehmigungen für Kirchengebäude. Selbst wenn sie es schaffen, alle rechtlichen Vorgaben zu erfüllen (inklusive gewonnener Gerichtsprozesse), ignorieren lokale Behörden sie. Es gab Berichte von katholischen Kirchen, die ebenfalls Schwierigkeiten hatten, Baugenehmigungen zu erhalten. Trotz einer Abnahme von 5 Punkten im Weltverfolgungsindex 2020, ist die Punktzahl immer noch höher als in den Berichtszeiträumen von 2016 - 2018. Die Situation der Christen hat sich in den letzten Jahren verschlechtert, die indonesische Gesellschaft ist hinsichtlich des Islam konservativer geworden.

Beispiele aus dem aktuellen Berichtszeitraum

  • Es gab mehrere Berichte aus verschiedenen Teilen des Landes, bei denen christliche Konvertiten von ihrer Familie festgehalten und ihre Mobiltelefone weggenommen wurden. Die meisten werden für mehrere Wochen isoliert und stehen einem Ausschluss aus dem Elternhaus gegenüber, sobald klar ist, dass ihr Glaubensübertritt ernst ist.
  • Kinder von Christen werden oft ausgegrenzt und beschimpft. In einigen Regionen verbieten muslimische Familien ihren Kindern regelmäßig, mit christlichen Freunden zu spielen. Sie werden als Ungläubige bezeichnet und werden manchmal von muslimischen Religionslehrern lächerlich gemacht und gezwungen, im Klassenraum in der hintersten Reihe zu sitzen.
  • Im Dezember 2018 wurden mindestens 11 Kreuze auf dem öffentlichen Friedhof von Giriloyo in Magelang/Zentraljava von unbekannten Tätern geschändet. Dies geschah kurz nach einem anderen Vorfall, bei dem Dorfbewohner in der Nähe der Stadt Yogyakarta die Entfernung eines Kreuzes von einem katholischen Grab forderten.

Meldungen und Beiträge zu Indonesien

Nachrichten Nachrichten
Diese Kirche in der Provinz Jambi wurde auf Druck von extremistischen Muslimen im Herbst 2018 geschlossen
Indonesien
Nach Protesten islamisch-extremistischer Gruppen entzogen die indonesischen Behörden zwei Kirchen die Genehmigung. Das Vorgehen erinnert an die Verurteilung des Gouverneurs Ahok 2017 wegen angeblicher Blasphemie.
Nachrichten Nachrichten
Basuki Tjahaja Purnama „Ahok“
Indonesien
Am 24. Januar wurde Basuki Tjahaja Purnama, ehemaliger Gouverneur der indonesischen Hauptstadt Jakarta, vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Seine Verurteilung zu zwei Jahren Haft im Mai 2017 aufgrund angeblicher Blasphemie hatte internationale Kritik ausgelöst.
Persönliche Berichte Persönliche Berichte
Verteilung von Hilfsgütern an betroffene Christen
Indonesien
Starke Erdbeben forderten mehr als 2.000 Todesopfer in Indonesien. Eine mehrheitlich christliche Region wurde stark getroffen – aber bei der Versorgung mit Hilfsgütern benachteiligt. Ein Team von Open Doors war vor Ort und half.
Persönliche Berichte Persönliche Berichte
Pastor Yonathan
Indonesien
Kurz nach dem Anschlag auf ihre Kirche rief Pastor Yonathan die Gemeinde zum Gebet zusammen. „Wir müssen mehr denn je Gottes Nähe suchen“, so sein Aufruf an die versammelte Gruppe. Bei Anschlägen auf drei Kirchen kamen am Sonntag mindestens 14 Christen ums Leben.
Nachrichten Nachrichten
Kirche in Indonesien
Indonesien
Am Morgen des 11. Februar drang im indonesischen Yogyakarta (Java) ein bewaffneter Mann in die katholische St.-Lidwina-Kirche ein. Er griff mehrere Gläubige an und verletzte drei von ihnen, darunter den 81-jährigen Karl-Edmund Prier, einen aus Weinheim stammenden Jesuitenpater.
Gesichter der Verfolgung - TV
Michael aus Indonesien - Gesichter der Verfolgung

Michael aus Indonesien - Gesichter der Verfolgung

23:00 Minuten
Indonesien

Mit sichelartigen Messern wurde Pastor Michael in Indonesien lebensgefährlich verletzt. Die Angreifer wollten ihn umbringen. Sein Vergehen: Jesus Christus zu verkünden. Doch er begegnet seinen Feinden weiterhin mit Liebe.

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1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit einer Wertung von 60 Punkten belegt Indonesien Platz 49 auf dem Weltverfolgungsindex 2020.

Im vergangenen Jahr stand das Land auf Platz 30 mit einer Punktzahl von 65 Punkten. Der Rückgang um fünf Punkte im Vergleich zum Weltverfolgungsindex 2019 ist vor allem darauf zurückzuführen, dass im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2020 keine Tötungen von Christen und vor allem keine Selbstmordanschläge auf christliche Kirchen gemeldet wurden, obwohl nach Angaben der Behörden Anschläge vereitelt wurden. Dies führte zu einem Rückgang der Punktzahl für Gewalt auf 5,5 Punkte. Der Druck auf Christen hingegen ist in allen Lebensbereichen stärker geworden und betrifft alle Kategorien von Christen. Die Nachwirkungen der Selbstmordanschläge auf die Kirchen in Surabaya im Mai 2018 sind für die Christen im Land immer noch spürbar.

2. Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung

Indonesien ist ein Land, das durch seine Vielfalt sowohl gesegnet als auch herausgefordert ist. Es beheimatet die größte muslimische Bevölkerung der Welt, deren vorherrschende Ausprägung des Glaubens traditionell eher tolerant ist, was Minderheiten gewisse Freiheiten einräumt. Oft wird der Glaube als „Islam Nusantara“ oder „Inselislam“ bezeichnet, ein Begriff, der von der größten muslimischen Organisation „Nahdlatul Ulama“ geprägt wurde und sich auf die einmalige Topographie des Archipels mit seinen 17.000 Inseln und seine Vielfalt bezieht.

Sowohl hinsichtlich seiner Geografie als auch seiner Religion ist Indonesien eines der am stärksten dezentralisierten Länder der Erde. Obwohl die Verfassung Indonesiens Religionsfreiheit zusichert, gelten in verschiedenen Regionen und Territorien des Landes unterschiedlichste islamische Gesetzesergänzungen, inklusive der Scharia in der Provinz Aceh. Obwohl einige radikale und sogar gewalttätige islamische Gruppen offiziell verboten wurden, üben sie weiterhin einen erheblichen Einfluss aus. Die Behörden lernen eine Lektion, die Regierungen auf der ganzen Welt gerade lernen: Ein einfaches Verbot radikal-islamischer Gruppen lässt sie nicht verschwinden. Oft tauchen sie einfach unter einem anderen Namen wieder auf.

Indonesiens Universitäten sind bekanntermaßen Brutstätten der islamischen Radikalisierung, und so ist es nicht verwunderlich, dass eine im Mai 2018 von der indonesischen Regierung veröffentlichte Studie ergab, dass eine wachsende Zahl von Studenten islamistische Ansichten vertritt. Geld aus Saudi-Arabien fließt zu Bildungszwecken nach Indonesien und bewirkt, dass die wahhabitische Ideologie ins Land gebracht wird. Die schwere Aufgabe, intoleranten und manchmal absolut christenfeindlichen Einstellungen zu begegnen, wurde zuletzt durch eine Forschungsarbeit deutlich, die die Unterschiede der 34 Provinzen Indonesiens diskutiert. Sie wurde am 1. Juni 2018 von der Online-Plattform „New Mandala“ vorgestellt. In der Studie wurden Stellungnahmen zu fünf Aussagen erfragt wie

  1. „Christen sind oft unehrlich und selbstsüchtig“.
  2. „Indonesien wäre ein besserer Ort, wenn es keine Christen im Land gäbe“ oder
  3. „Christen haben das Recht, als Verwaltungschef, Bürgermeister oder Gouverneur gewählt zu werden, auch in Regionen, in denen Muslime die Mehrheit bilden“.
  4. „Ich wäre dagegen, dass in meiner Nachbarschaft eine Kirche gebaut wird“.
  5. „Christen muss es erlaubt sein, Demonstrationen gegen die Diskriminierung ihrer Religion zu organisieren“.

Trotz einiger Bedenken hinsichtlich der verwendeten Methodik sind die Resultate deutlich genug: „Generell gesprochen, ist Aceh am wenigsten tolerant, am tolerantesten ist Nordkalimantan. Unter den Provinzen auf Java ist Banten die am wenigsten tolerante, gefolgt von Jakarta, Jawa Barat, Jawa Timur und Yogyakarta. Die radikale Ideologie breitet ihre Wurzeln aus, und nicht nur Christen sind davon betroffen; auch muslimische Minderheitengruppen wie die Ahmadis leiden darunter.“

Religiös motivierter Nationalismus

Wie bereits erwähnt, ist Indonesien eines der vielfältigsten Länder der Erde, was Sprache, Ethnie oder Religion betrifft. Ein weiteres Beispiel dafür ist die vorwiegend hinduistische Insel Bali. Wenn ein Hindu Christ wird, steht er oder sie unter einem starken Druck von Familie, Freunden und Nachbarn, zum Glauben der Vorväter zurückzukehren.

3. Verfolger

Ausgehend von Islamischer Unterdrückung

  • Gewalttätige religiöse Gruppen: Es gibt eine Vielzahl von gewalttätigen und teilweise terroristischen Gruppen, von denen zwei von der Regierung verboten wurden: Hizb-ut Tahrir Indonesien im Mai 2017 und Jemaah Anshorut Daulah im Juli 2018. Im Alltag wirken Gruppen wie die Islamic Defender Front (FPI), das Islamic Community Forum (FUI), die Islamic Jihad Front (FJI) und der Indonesische Mudschahedin-Rat (MMI) viel stärker auf die christlichen Gemeinden ein und stehen beispielsweise hinter Aktionen gegen die Kirchen. Diese Organisationen üben einen zunehmenden Einfluss auf Gesellschaft und Politik aus. Sie verwenden öffentlich strenge religiöse Interpretationen, um die Umsetzung der Scharia und die Verletzung der Rechte religiöser Minderheiten zu rechtfertigen. Sie sind in der Lage, hunderttausende Menschen für Demonstrationen auf die Straßen zu bringen, zudem werden sie von manchen Politikern und Parteien benutzt, um einen Vorteil in den Wahlen zu erlangen.
  • Gewöhnliche Bürger: Lokale Gemeinschaften werden immer aktiver, Kirchengemeinden daran zu hindern, sich zu treffen. Sie beschweren sich über deren Präsenz, beispielsweise mit dem Argument, dass sie ihren islamischen Glauben rein halten müssen, und die Präsenz einer christlichen Kirche erschwere dies. Auch die steigende Popularität sehr konservativer islamischer Prediger im Internet trägt zu dieser Haltung bei. Dies kann manchmal zu Mobgewalt und zur erzwungenen Schließung von Gotteshäusern führen, oft vorangetrieben durch die genannten gewalttätigen religiösen Gruppen. Mit der Einführung einer Reporting-App namens "Smart Pakem" wurde es für die Bürger noch einfacher, über religiöse Minderheiten zu berichten.
  • Regierungsbeamte: Die Regierung an sich ist auf der nationalen Ebene kein Verfolger, obwohl sie sich auch nicht zu sehr um die Situation der religiösen Minderheiten bemüht. Alle Regierungsbeamten haben geschworen, der nationalen Ideologie des Landes, Pancasila, zu folgen und sie zu verteidigen. In der Praxis jedoch machen es Regierungsbeamte (vor allem auf lokaler Ebene) den Christen schwer, Genehmigungen für Kirchen zu erhalten und versäumen absichtlich, Täter, die Verbrechen gegen Christen begangen haben, vor Gericht zu bringen. In vielen Fällen sind die Beamten mehr darauf bedacht, die Harmonie in einer Gemeinschaft zu bewahren, als die Rechte der Minderheit zu schützen. Dies ist von Region zu Region unterschiedlich, aber im Allgemeinen gilt auch hier die Liste der Provinzen, die oben im Abschnitt Triebkräfte der Verfolgung genannt wurden.
  • Nichtchristliche religiöse Leiter: Verfolgung geht von extremistischen islamischen Leitern aus, die durch ihre Predigten in Moscheen und auch in Massenmedien Hass gegen Christen und andere religiöse Minderheiten schüren, besonders im Internet und in den sozialen Medien. Manche waren in der Vergangenheit auch schon bei der Planung von Anschlägen beteiligt. Wenn normale Bürger aufgewiegelt werden, um gegen eine Minderheit vorzugehen, werden sie oft von (ihren) religiösen Leitern angeführt. Dies können Leiter aus der örtlichen Moschee sein, aber ebenso Anführer von außerhalb der Ortschaft.
  • Die eigene (Groß-)Familie: In vielen Fällen werden die christlichen Konvertiten von ihren eigenen Familien dazu gedrängt, zu ihrem ursprünglichen Glauben zurückzukehren. Manchmal kappt die Familie einfach alle Verbindungen. Im Allgemeinen ist soziale Ächtung und verbaler Missbrauch eine alltägliche Erfahrung für Konvertiten. Obwohl körperliche Gewalt selten ist, ziehen viele Christen anderer Herkunft es vor, wenn möglich, in größere Städte zu ziehen.
  • Politische Parteien: Einige politische Parteien haben eine islamische Agenda. Mehrere konservative muslimische Parteien, z.B. die PKS, sind dafür bekannt, dass sie ihr Ziel, eine rein islamische Nation zu gründen, vorantreiben. Oft sind es ihre Vertreter, die hinter den Entwürfen und der Verabschiedung Scharia-inspirierter Vorschriften, auch im Bereich der Bildung, stehen, obwohl sie auf nationaler Ebene nur relativ wenig Unterstützung durch Wählerstimmen erhalten. Sie stehen im Verdacht, Verbindungen zu einigen der gewalttätigen Selbstschutzgruppen zu haben, vermeiden aber sorgfältig jede sichtbare Verbindung.

Ausgehend von Religiösem Nationalismus

  • Die eigene (Groß-)Familie: Der stärkste Druck für Christen anderer Herkunft kommt von ihrer eigenen Familie. Sie versuchen konstant, den Konvertiten zu überzeugen, zu seinem traditionellen Glauben zurückzukehren. Die Intensität des Drucks variiert von Familie zu Familie.
  • Nichtchristliche religiöse Leiter: Christen aus dem Hinduismus stehen unter dem Druck ihrer religiösen Leiter, die den Austritt aus dem Hinduismus als eine ernsthafte Schwächung ihrer Gemeinschaft sehen, die sich bereits in einer Minderheitsposition befindet. Sie werden ihren Einfluss in der Gemeinschaft nutzen, um sich Glaubensübertritten zu widersetzen und, wenn möglich, die Konvertiten wieder zum Hinduglauben zu bringen.
  • Gewöhnliche Bürger: Zusätzlich zu dem bereits oben erwähnten Druck zeigen Freunde, Nachbarn und Gemeindemitglieder den Konvertiten oft, dass sie sich selbst aus der Gesellschaft ausgeschlossen haben. Das gilt besonders für ländliche Gegenden.

4. Regionale Brennpunkte der Verfolgung

Die hauptsächliche Brutstätte der Verfolgung in Indonesien ist die Provinz Aceh an der Nordwestspitze von Sumatra, die einzige Provinz, die der Scharia unterliegt. Dort wurden im Oktober 2015 Kirchen in großem Stil geschlossen und der Bau neuer Kirchen ist dort viel schwieriger als in anderen Provinzen - ja fast unmöglich. Christen muslimischer Herkunft laufen Gefahr, in vielen Teilen Indonesiens auf heftigen Widerstand zu stoßen, aber die Konvertiten in Aceh sehen sich wahrscheinlich dem stärksten Druck ausgesetzt.

Weitere Hotspots sind Regionen innerhalb der Provinzen West-Sumatra (Sumatera Barat), Banten und Westjava (Jawa Barat). Die Anti-Terror-Einheit der Polizei, Densus 88, geht gegen potenziell gewalttätige extremistisch-islamische Aktivitäten im ganzen Land wirkungsvoll vor.

5. Betroffene Christen

Christen aus traditionellen Kirchen

Dies sind Gruppen wie die römisch-katholische Kirche, aber auch Kirchen, die in Verbindung mit verschiedenen Ethnien stehen (wie die „Batak Christian Protestant Church“). Sie werden überwacht und erleben Verfolgung, wenn festgestellt wird, dass sie wachsen. Die traditionellen Kirchen in ärmeren Regionen wie Papua, Nusa Tenggara Timur und Mentawai erleben aggressive Islamisierungsversuche, besonders unter Kindern.

Christen muslimischer Herkunft

Die meisten Konvertiten kommen aus einem muslimischen Hintergrund und stehen der schwersten Verfolgung gegenüber, besonders in den Brennpunkten. Dort werden sie streng überwacht und versuchen, in ihrem Umfeld nicht aufzufallen. Wenn ihr Glaubenswechsel bekannt wird, werden sie unter Druck gesetzt, ihren neuen Glauben aufzugeben. Ähnlich verhält es sich auf der überwiegend hinduistischen Insel Bali: Wenn ein Hindu Christ wird, steht er/sie unter starkem Druck. Der Druck auf die Konvertiten kommt hauptsächlich von der Familie, von Freunden, dem Umfeld und den lokalen Behörden.

Christen aus protestantischen Freikirchen

Die Hauptgemeinden in dieser Kategorie sind baptistische, evangelikale und pfingstliche Gemeinden. Sie fallen zumeist durch ihre oft leidenschaftliche Verkündigung der christlichen Botschaft auf, was dazu führt, dass sie sowohl ins Fadenkreuz ihres sozialen Umfelds, als auch extremistisch-islamischer Gruppierungen geraten. Eine Kirche zu bauen oder zu renovieren, kann sehr kompliziert sein: Die Behörden müssen eine Genehmigung erteilen und islamistische Gruppen und Nachbarn versuchen oft, den eigentlichen Bauprozess zu behindern. Dies kann alle Konfessionen betreffen, wie sich in Jambi zeigte, wo eine Methodisten-, eine Pfingst- und eine Huria-Kristen-Kirche (lutherische Kirche) geschlossen wurden. Zu diesem Problem ist anzumerken, dass katholische Kirchen denselben Problemen gegenüberstehen können, wenn es um Neubau oder Renovierung von Kirchengebäuden geht.

6. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben 10.9
Familienleben 11.1
Gesellschaftliches Leben 11.6
Leben im Staat 10.2
Kirchliches Leben 9.5
Auftreten von Gewalt 6.5

Grafik: Verfolgungsmuster Indonesien

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die Platzierung auf dem Weltverfolgungsindex. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Das Verfolgungsmuster zeigt:

  • Der durchschnittliche Druck auf Christen in Indonesien weist ein hohes Maß auf und stieg von 10,5 Punkten im Weltverfolgungsindex 2019 auf 10,7 im dem Weltverfolgungsindex 2020.
  • Der Druck ist im Bereich des gesellschaftlichen Lebens und des Familienlebens am höchsten, gefolgt vom Privatleben. Dieses Muster ist typisch für eine Situation, in der Christen muslimischer Herkunft die stärkste Verfolgung erleben.
  • Im Weltverfolgungsindex 2020 hat sich der Wert für Gewalt gegen Christen fast halbiert und ist wieder auf sein "normales" Niveau um die 6,5-Punkte-Marke zurückgegangen. Der Wert hatte im Weltverfolgungsindex 2019 aufgrund des dreifachen Selbstmordanschlags auf Kirchen in Surabaya im Mai 2018 12,0 Punkte betragen. Die Mitteilung der Polizei, dass im Berichtszeitraum für den Weltverfolgungsindex 2020 weitere Angriffe auf Kirchen vereitelt wurden, erinnert daran, wie brisant die Situation nach wie vor ist.

Zu jedem der Lebensbereiche sind im Folgenden jeweils ausgewählte Teilaspekte genannt, die im betreffenden Lebensbereich für die Christen zu den gravierendsten Schwierigkeiten gehören.

Privatleben

  • Eine Hinwendung zum christlichen Glauben wird abgelehnt, verboten oder bestraft: Während es legal ist, von einer Religion zur anderen zu konvertieren, zumindest was die sechs offiziell anerkannten Religionen betrifft, wird die Hinwendung zum christlichen Glauben von vielen Familien verachtet und sogar strikt abgelehnt. Es gibt Fälle, in denen Konvertiten aus ihren Familien ausgeschlossen wurden und mit weiteren Problemen rechnen müssen, z.B. wenn sie versuchen, die Religion auf ihrem Ausweis umschreiben zu lassen. Mit diesem Wissen ziehen es die meisten Konvertiten vor, nicht aufzufallen und ihren neu gewonnenen Glauben für sich zu behalten.
  • Es ist ein Risiko für Christen, über ihren Glauben mit anderen als mit ihren engsten Familienangehörigen zu sprechen: Da die Hinwendung zum christlichen Glauben nicht als Privatsache angesehen wird, werden die Mitglieder der Familie und der Gesellschaft nicht stillschweigend zuhören, wenn die Bekehrten über ihren Glauben sprechen. Aber auch andere Christen müssen weise sein in dem, was sie sagen und zu wem. Dies gilt insbesondere in den Brennpunkten wie Aceh, Ostjava, Banten, Westjava und West-Sumatra, aber auch zunehmend an anderen Orten.
  • Es ist für Christen riskant, christliche Bilder oder Symbole zu zeigen: Während es normalerweise kein Problem ist, christliche Symbole zu Hause zu tragen oder zu zeigen, ist dies bei Konvertiten oft anders, da es auf ihren neuen Glauben hinweist und daher unerwünschte Aufmerksamkeit auf sich zieht. In Regionen, in denen der Islam immer strenger wird, ziehen es selbst Christen aus traditionellen Kirchen und protestantischen Freikirchen oft vor, kein sichtbares christliches Symbol zu tragen, um keinen Ärger in ihrem sozialen Umfeld zu provozieren.
  • Es ist gefährlich für Christen, ihrem Glauben in schriftlicher Form persönlich Ausdruck zu geben: Für Christen, die aus einem muslimischen oder hinduistischen Hintergrund kommen, ist es gefährlich, ihre Identität auf diese Weise zu offenbaren, und deshalb drücken sie ihren Glauben selten in schriftlicher Form aus. Besonders seit dem Fall des Ex-Gouverneurs Ahok sind die Christen zunehmend vorsichtig, um nicht den Zorn der Öffentlichkeit zu provozieren. Zur Erinnerung an das, was passieren kann, wurde ein Prediger, ein Konvertit, 2018 zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, weil sein Video über den christlichen Glauben über Facebook verbreitet wurde, was die Öffentlichkeit verärgert hat.

Konvertiten sind nicht nur auf die oben beschriebene Weise eingeschränkt. Sie müssen jederzeit vorsichtig sein, wie sie ihren Glauben leben, besonders dann, wenn sie die einzigen Christen in ihrer Familie sind. Bibeln und andere christliche Literatur müssen sorgfältig versteckt werden und können nur im Geheimen gelesen werden, um Konflikte zu vermeiden. Gemeinschaft mit anderen Christen kann unter diesen Umständen herausfordernd werden, da sie sich und andere in Gefahr bringen.

Es gibt auch ein wachsendes Interesse an der Überwachung der Religion der Menschen. Der IRF-Bericht des US-Außenministeriums 2018 vermerkt auf Seite 8: "Im Dezember 2018 berichteten Medien und Menschenrechtsgruppen, dass die Regierung eine Smartphone-App namens Smart Pakem veröffentlicht hat, die es den Bürgern erlaubt, Ketzerei- oder Blasphemie-Berichte gegen Gruppen mit, nach Ansicht der Regierung, inoffiziellen oder unorthodoxen religiösen Praktiken einzureichen. Jakartas Staatsanwaltschaft startete die App, die, wie sie erklärte, darauf abzielte, das Meldesystem für Ketzerei und Blasphemie zu vereinfachen". Obwohl diese App nicht speziell gegen Christen gerichtet ist, zeigt sie die Einstellung gegenüber Minderheiten.

Familienleben

  • Wegen des christlichen Glaubens ihrer Eltern werden Kinder diskriminiert oder schikaniert: Viele christliche Kinder werden wegen ihres Glaubens in der Schule schikaniert; sie werden manchmal "kafir" (Ungläubige) genannt, ihnen wird gesagt, dass Gott nur den Islam anerkennt und dass die Christen in die Hölle kommen werden. Es gibt Berichte, dass Mobbing aus Glaubensgründen auch auf höheren Bildungsebenen vorkommen kann, wie z.B. an Universitäten, wo sogar einige Dozenten Studenten, die Christen sind, offen verspotten. In einigen Regionen kann sich das Mobbing zu Einschüchterung oder Druck entwickeln, den christlichen Glauben zu verleugnen. Viele muslimische Familien verbieten ihren Kindern, mit christlichen Kindern zu spielen.
  • Kinder christlicher Eltern werden dazu gedrängt, an nichtchristlichem Unterricht oder dem allgemeinen Religionsunterricht teilzunehmen: Die Regierung hat eine Verordnung erlassen, nach welcher Schulen christliche Lehrer für den Religionsunterricht zur Verfügung stellen müssen. Viele Schulen auf der Distrikts-/Provinzebene wie in Aceh, Madura, Nusa Tenggara Barat oder West-Sumatra haben jedoch Schwierigkeiten, christliche Lehrer zu finden. Das bedeutet, dass viele christliche Kinder den Islamunterricht besuchen müssen, oder sie werden in eine Kirche außerhalb der Schule geschickt, um christlichen Unterricht zu erhalten. Obwohl die Christen, die den islamischen Unterricht besuchen, in der Regel die Prüfungen bestehen, ist es sehr schwer für sie, gute Noten zu bekommen. Um solchen Druck zu vermeiden, schicken christliche Eltern, die es sich leisten können, ihre Kinder auf eine Privatschule.
  • Christliche Paare werden aufgrund ihres Glaubens daran gehindert, Kinder zu adoptieren oder Pflegekinder aufzunehmen: Rechtlich gesehen müssen die Ehegatten, die ein Kind adoptieren, demselben Glauben oder derselben Religion angehören wie die biologischen Eltern des Kindes. Wenn die Religion der biologischen Eltern des Kindes nicht bekannt ist, wird die Religion der Mehrheit der Bevölkerung in der Region als Grundlage verwendet.
  • Christliche Taufen werden be- oder verhindert: Die Taufe war schon immer ein Problem für Christen anderer Herkunft. Christen im Bima-Distrikt der NTB-Provinz müssen etwa jedes Mal, wenn sie jemanden taufen wollen, die Stadt verlassen. Das kann eine sechsstündige Fahrt bedeuten. Auch aus Aceh, West- und Ostjava, wo Christen ihre Nachbarschaft verlassen mussten, um sich taufen zu lassen, wird von Behinderungen berichtet. Einige Konvertiten bekommen Angst, wenn ihre Mentoren oder Leiter sie ermutigen, sich taufen zu lassen.

Im Bereich der Familie sind die Bekehrten mit einer größeren Vielfalt von Problemen konfrontiert als andere Christen. Wenn der Glaube der Konvertiten entdeckt wird, verlieren sie nicht nur ihr Erbrecht, sondern werden oft auch geschieden und verlieren das Sorgerecht für ihre Kinder. Das Organisieren einer Taufe, einer christlichen Hochzeit oder Beerdigung kann in den Brennpunkten schwierig bis unmöglich sein, besonders für Konvertiten. Nach dem traditionellen islamischen Recht verliert ein Christ muslimischer Herkunft alle Erbrechte. Oftmals geschieht dies nicht durch eine formale Entscheidung, sondern einfach dadurch, dass alle Verbindungen zur Familie gekappt werden. Auch Christen hinduistischer Herkunft verlieren häufig ihr Erbrecht, da die Familien nichts mehr mit ihnen zu tun haben wollen.

Gesellschaftliches Leben

  • Christen erfahren wegen ihres Glaubens Benachteiligungen im Bereich der Bildung: Bildung ist der hauptsächliche Bereich, in dem die Diskriminierung von Christen in Indonesien stattfindet. Es gibt Berichte aus vielen Provinzen wie Aceh, West-Sumatra, West- und Ostjava, Nusa Tenggara Barat und Gorontalo, die darauf hinweisen, dass Diskriminierung häufig vorkommt und die Zahl der Christen, die an angesehenen öffentlichen Universitäten studieren dürfen, sehr begrenzt ist. Viele christliche Studenten, die begabt sind, entscheiden sich für ein Studium im Ausland, wenn ihre Eltern wohlhabend genug sind, oder für ein Studium an christlichen Universitäten, die ebenfalls teuer sind und deren Qualität im Vergleich zu öffentlichen Universitäten oft schlechter ist. Es gibt einige Stipendien, die von der Regierung für indonesische Studenten bereitgestellt werden, um an angesehenen Universitäten im In- und Ausland zu studieren, aber sie werden hauptsächlich an muslimische Studenten vergeben.
  • Christen werden von ihrem sozialen Umfeld unter Druck gesetzt, ihrem Glauben abzusagen: Dieser Druck wird stark auf Christen mit muslimischem Hintergrund ausgeübt und kann dazu führen, dass Konvertiten dem Druck nicht mehr standhalten und zum Islam zurückkehren. Dieser Druck kann aber auch auf Christen ohne Konversionshintergrund ausgeübt werden, besonders an Orten wie Aceh, West-Sumatra, Bima (NTB) und Madura (Ostjava). Dieser Druck zeigt sich normalerweise in subtilen Formen wie "Witzen" oder hilfreichen Ratschlägen. In anderen Orten wie Mentawai (West-Sumatra), Papua, Nusa Tenggara Timur oder Jambi (beim Stamm der Anak Dalam) ist der Druck, zum Islam zu konvertieren, mit der Verpflichtung verbunden, etwas über den Islam zu lernen, wenn sie finanzielle und pädagogische Unterstützung und medizinische Versorgung erhalten wollen.
  • Christen wird wegen ihres Glaubens der Zugang zu gemeinschaftlich genutzten Ressourcen erschwert: Es wurde über Fälle berichtet, in denen Christen Zugang zu öffentlichen Diensten (wie Gesundheit und Bildung) suchten, aber nur einen minderwertigen Service erhielten. Es gab Berichte von Fällen, in denen es Christen nicht erlaubt wurde, in Komitees der Schule ihrer Kinder aktiv zu werden oder Positionen in sozialen Organisationen einzunehmen. In ganz Indonesien gibt es einen wachsenden Trend zu ausschließlich muslimischen Wohngebieten ("Scharia-Wohnkomplexe"), in denen einige Bauträger Wohnkomplexe nur für muslimische Bewohner bauen und es Nichtmuslimen verboten ist, dort ein Haus zu mieten/zu kaufen. Die ausschließlich von Muslimen bewohnten Komplexe in und um Jakarta schießen wie Pilze aus dem Boden. 81 solcher Gebiete wurden in den letzten Jahren eröffnet und weitere sind geplant, um die steigende Nachfrage zu befriedigen. Dieser Trend wird es Regierungspolitikern erschweren, Indonesien als eine multikulturelle, mehrsprachige und multireligiöse Gesellschaft zu bewahren, die auch die Rechte von Minderheiten respektiert.
  • Christen werden in der Erwerbstätigkeit, sei es im privaten oder öffentlichen Sektor, aufgrund ihres Glaubens diskriminiert: Die Diskriminierung von Christen an der Arbeitsstelle, besonders in der öffentlichen Verwaltung und auf der regionalen Ebene ist normal, aber nicht auf der nationalen Ebene. Natürlich ist es schwer zu beweisen, dass Diskriminierung religiöse Motive hat, aber es gibt viele Berichte darüber. In Zentraljava, NTB und Aceh finden es viele Christen schwer (oder sogar unmöglich), befördert zu werden. Konvertiten sehen sich mit diskriminierendem Verhalten ihrer Arbeitgeber und Kollegen konfrontiert, wenn diese von ihrem christlichen Glauben erfahren. Schülern schlechte Noten im Religionsunterricht zu geben soll verhindern, dass die Schüler die Mindestvoraussetzungen für eine Beamtenlaufbahn erfüllen. Folglich schaffen es nur wenige Christen in den öffentlichen Dienst. Im Juni 2019 bezog sich der indonesische Verteidigungsminister öffentlich auf eine unveröffentlichte Studie, die zeigte, dass 3% der Soldaten - rund 12.000 Angehörige der Streitkräfte - extremistischen islamischen Ansichten gegenüber positiv eingestellt sind. Ebenfalls im Juni 2019 zeigte ein Bericht, dass sich die extremistische islamische Ideologie im öffentlichen Dienst und in verschiedenen Ministerien ausbreitet. Aus diesem Grund sollen in Zukunft hochrangige Beamte überprüft werden.

Einige Kirchen in Zentraljava berichten, dass sie weiterhin gezwungen sind, "uang keamanan" (Schutzgeld) an radikale Gruppen zu zahlen, damit sie im Gegenzug Sonntagsgottesdienste abhalten dürfen, eine Praxis, die auch das US-Außenministerium in seinem IRF-Bericht 2018 feststellt (Seite 12). Die allgemeine Voreingenommenheit gegenüber Christen in der Gesellschaft wurde in einer im Mai 2018 veröffentlichten Forschungsarbeit hervorgehoben, die zeigte, wie intolerant (und manchmal auch wie total anti-christlich) die Haltung in allen 34 Provinzen Indonesiens sein kann.

Leben im Staat

  • Christen sind Opfer von Hetzkampagnen: Hassreden gegen Christen und christliche Führer sind fast überall in Indonesien zu finden, sogar in den sogenannten christlichen Gebieten wie Nord-Sumatra. In vielen Predigten und Vorträgen in Moscheen und anderen Orten werden Christen oft verleumdet und als Sündenböcke hingestellt. Verleumdungskampagnen finden aber auch in schriftlicher Form statt, zum Beispiel als Plakate und Transparente, die Anschuldigungen gegen Christen erheben oder die Präsenz von Kirchen ablehnen. Dies geschah im öffentlichen Raum in Gebieten in Aceh, West-Sumatra, Zentraljava, Ostjava, NTB und Westjava.
  • Christen erleben Einschränkungen in der öffentlichen Meinungsäußerung: In den letzten drei Jahren - ein Auslöser war der Fall Ahok - sind Christen sehr vorsichtig geworden, ihre Ansichten in der Öffentlichkeit mitzuteilen, besonders wenn es um Religion geht. Selbst viele gemäßigte Muslime werden immer vorsichtiger. Aussagen, die als gegen den Islam gerichtet wahrgenommen werden, enden schnell mit einer Anklage wegen Blasphemie, ein Vorfall bezüglich der Politikerin Grace Natalie wird weiter unten (am Ende dieses Abschnitts "Leben im Staat") wiedergegeben.
  • Christen werden aufgrund ihres Glaubens von öffentlichen Ämtern weitgehend ausgeschlossen Wenngleich ein öffentliches Amt ihnen nicht grundsätzlich verwehrt wird, gibt es doch eine „gläserne Decke“, die begrenzt, wie weit Christen aufsteigen können. So wird die Beförderung von Christen behindert. Dies ist gängige Praxis und viele Christen in ganz Indonesien sind hiervon betroffen. Im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2020 wurden Fälle aus Aceh, West-Sumatra, West- und Ostjava und NTB gemeldet. Eine besondere Kampagne ist ein Beispiel für die wachsende Denkweise dahinter: Sure 51 des Korans ("al Maidah") wurde hervorgehoben, um die Muslime zu ermutigen, nur muslimische Kandidaten zu bestimmen und zu wählen. Dieses Denken gilt vor allem für die politische Führung, aber auch für administrative Positionen. Die Einstellung gegenüber Christen ist oft negativ und selbst in toleranteren Städten wie Jakarta werden nicht-muslimische Beamte regelmäßig wegen ihres Glaubens diskriminiert.
  • Die Verfassung oder eine vergleichbare nationale Gesetzgebung schränkt die Religionsfreiheit gemäß Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ein: Die Verfassung schränkt die Freiheit von Christen nicht direkt ein, aber sie erkennt nur sechs Glaubensrichtungen an: Islam, Katholizismus, Protestantismus, Hinduismus, Buddhismus und den Konfuzianismus. Das Verfassungsgericht hat in einem Urteil vom 7. November 2017 klar entschieden, dass alle Religionen gleich zu behandeln sind, auch die indigenen Religionen. Die Umsetzung ist jedoch noch lückenhaft und nur wenige Kommunen wenden sie tatsächlich an. Angesichts des Widerstandes, mit dem sie konfrontiert ist, ist es unwahrscheinlich, dass diese Entscheidung in naher Zukunft landesweit umgesetzt wird. Die Gesetzgebung auf lokaler Ebene schränkt die Religionsfreiheit oft ein. Auch die Freiheit der Christen, ihre Religion zu zeigen, wird durch einen "Präsidialerlass über religiöse Harmonie, die Ermächtigung von Foren für religiöse Harmonie und den Bau von Gotteshäusern" aus dem Jahr 2006 behindert, der es schwierig macht, Baugenehmigungen für Kirchengebäude zu erhalten. Mehrere Provinzen haben schariakonforme Zusatzgesetze eingeführt, die auch die Christen betreffen.

Ein Beispiel für den Missbrauch von Blasphemiegesetzen ist die strafrechtliche Ermittlung gegen die Gründerin einer neuen politischen Partei, der ethnischen Chinesin und protestantischen Christin Grace Natalie. (Ihre Partei hat bei den Wahlen im April 2019 die 4 %-Stimmenschwelle nicht überschritten.) Das US-Außenministerium schildert in seinem IRF-Bericht 2018: "Im November 2018 versprach Grace Natalie, ein ethnisch chinesisches protestantisches Mitglied der Indonesischen Solidaritätspartei, dass die Partei keine diskriminierenden lokalen Gesetze unterstützen würde, die auf 'der Bibel oder der Scharia' basieren, und forderte ein Ende der Zwangsschließung von Gotteshäusern. Eggi Sudjana, ein Mitglied der rivalisierenden Nationalen Mandatspartei, meldete ihre Kommentare als potentiell blasphemisch. Die Polizei hat sie zu einem siebenstündigen Verhör vorgeladen". Obwohl der Fall anscheinend nicht weiter verfolgt wird, zeigt er, wie bereitwillig die Behörden auf den Vorwurf der Blasphemie reagieren.

Kirchliches Leben

  • Es ist schwierig, als Kirche eine Registrierung oder einen Rechtsstatus zu bekommen: Kirchen kämpfen mit massiven Problemen bei der Registrierung von Kirchengemeinden und beim Bau von Kirchengebäuden. Auf der Grundlage des revidierten Gemeinsamen Ministerialerlasses von 2006 kann eine Kirche nur dann tätig werden, wenn: 1) ihre Kongregation mindestens 90 Mitglieder hat, 2) sie die Zustimmung von 60 Nachbarn eines anderen Glaubens erhielt und 3) sie die Zustimmung sowohl des Verwaltungschefs einer Provinz als auch des interreligiösen Harmonieforums hat. Viele Kirchen haben Schwierigkeiten, diese Genehmigung zu bekommen, auch wenn sie alle Auflagen erfüllen. Und selbst wenn sie eine Genehmigung erhalten, haben sie keine Garantie, dass die Regierung oder die lokale Polizei sie schützen oder die Genehmigung durchsetzen wird.             
    In einem Fall übermittelte eine Gemeinde ihren Antrag auf Anerkennung bereits vor fünf Jahren und hat seitdem nie wieder etwas von den Behörden gehört. In anderen Fällen blockieren extremistische Gruppierungen einfach die Eingänge der Kirchengebäude: Die Behörden setzen dann das Gesetz nicht um, selbst wenn die Gerichte im Sinne der Kirchen entschieden haben. Wegen der Schwierigkeiten, mit denen sie zu rechnen haben, versuchen viele Kirchen gar nicht erst, eine Genehmigung zu erhalten. Basierend auf einer Studie der Nationalen Kommission für Menschenrechte (Komnas HAM) haben 85% aller für Religionszwecke genutzten Gebäude in Indonesien keine korrekte Genehmigung, besonders in ländlichen Gebieten. Das beinhaltet Moscheen, Kirchen und die Gebäude anderer Religionen.
    Bevor eine Kirche gebaut werden darf, verlangt die Lokalregierung von Aceh, dass die Gemeinde 150 Unterschriften von Nachbarn eines anderen Glaubens einsammelt. In der Provinz Banten gibt es eine vom Gouverneur erlassene Landesverordnung, welche die Präsenz von Kirchen auf bestimmte Städte beschränkt.
  • Kirchliche Aktivitäten werden überwacht, ver- bzw. behindert oder gestört: An vielen Orten werden die Gemeinden überwacht, besonders wenn sie evangelistisch aktiv sind oder im Verdacht stehen, Konvertiten zu integrieren. Dies gilt für ländliche Gebiete, aber auch in den Städten überwachen radikale Gruppen christliche Gottesdienste, und wenn sie es für notwendig erachten, greifen sie zu Mitteln der Einschüchterung. Sie sind bekannt dafür, Protestkundgebungen gegen Kirchen anzustiften und die Einheimischen zu mobilisieren. In anderen Fällen werden Transparente aufgestellt, die vor den Kirchen warnen und falsche und beleidigende Behauptungen aufstellen. Manchmal werden Kirchengebäude einfach von radikal-islamischen Gruppen, die auch vor Gewaltanwendung nicht zurückschrecken, blockiert oder geschlossen. Wo sich Kirchen in der Nähe von Moscheen befinden - oft dort, wo das Kirchengebäude schon lange vor der Moschee existierte - drehen die Moscheen die Lautstärke ihrer Lautsprecher so hoch, dass Koranrezitationen einen stattfindenden Gottesdienst stören und übertönen.
  • Kirchen werden daran gehindert, christliche Aktivitäten außerhalb von Kirchengebäuden zu organisieren: An verschiedenen Orten in den Provinzen Aceh, West-Sumatra und NTB ist es den Kirchen nicht erlaubt, große Versammlungen außerhalb der Kirche abzuhalten. Vor allem evangelistische Versammlungen sind nicht erlaubt. Im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2020 gab es mehrere Fälle in Yogyakarta, in denen muslimische Bürger Beschwerden gegen kirchliche Aktivitäten vorbrachten. Es ist ein Zeichen der zunehmenden Intoleranz, dass es einige Fälle gibt, in denen Kirchen verboten wurden. Im Jahr 2017 musste eine geplante Veranstaltung im Stadion von Yogyakarta zur Feier von 500 Jahren protestantischer Reformation aufgrund von Protesten der lokalen Bevölkerung und des radikalen MUI abgesagt werden.
  • Kirchen werden davon abgehalten, Christen muslimischer Herkunft öffentlich aufzunehmen: Wie bereits oben erwähnt, verbietet die Verfassung den Wechsel der Religionszugehörigkeit nicht, sofern er innerhalb der sechs anerkannten Religionen stattfindet. Folglich gibt es in Indonesien keine schriftliche Regelung, die den Kirchen die Aufnahme von Konvertiten verbietet. Deshalb sind viele Kirchen in den großen Städten zuversichtlich genug, neue Christen mit muslimischer oder anderer Herkunft aufzunehmen. Dies ist in Dörfern und ländlichen Gebieten im Allgemeinen anders, da die Kirchen schnell der Evangelisation und der "Christianisierung" beschuldigt werden können. Deshalb sind viele Kirchen vorsichtig und werden davon absehen, Konvertiten aufzunehmen und zu integrieren.

Was oben über die Integration der Konvertiten gesagt wurde, gilt auch für viele andere Fragen in diesem Lebensbereich. Nach den Gesetzen ist die Herstellung oder Verteilung von religiösem Material und Bibeln kein Problem, aber die Verteilung in den Brennpunktgebieten ist dennoch riskant, da sie als Missionierung angesehen wird. In ähnlicher Weise haben Christen das gleiche Recht auf Zugang zu den Medien und das Recht, per Gesetz Wohltätigkeitsorganisationen zu gründen, aber aufgrund des wachsenden Einflusses des konservativen Islam stoßen solche Dienste in stark islamisch geprägten Gebieten auf heftigen Widerstand, wenn sie offen durch den christlichen Glauben motiviert sind.

Auftreten von Gewalt

  • Der ehemalige Gouverneur von Jakarta wurde nach Beendigung seiner Haftstrafe wegen Blasphemie im Januar 2019 aus dem Gefängnis entlassen. Eine weitere christliche Frau wurde wegen angeblicher Blasphemie verhaftet und steht vor Gericht; sie leidet Berichten zufolge an einer psychischen Krankheit.
  • Mehrere Kirchen in Jakarta, Zentraljava, Nord-Sumatra, Riau und Südsulawesi mussten aufgrund von Protesten radikaler Gruppen, die die Nachbarschaften aufwiegeln, geschlossen werden. Bei mehreren Vorfällen wurden christliche Gräber in einer Gegend von Yogyakarta zerstört.

7. Verfolgungssituation für Männer und Frauen

Wie Frauen Verfolgung erfahren:

  • Erzwungene Einhaltung von Kleidungsvorschriften
  • Zwangsscheidung
  • Verhaftung durch die Behörden

Die ungleiche Behandlung der Geschlechter in Indonesien ist ein anhaltendes Problem, das von der Regierung anerkannt wird; allerdings bleiben die Herausforderungen patriarchalischer Geschlechternormen, Kinderheirat und hohe Müttersterblichkeitsraten weitgehend unangesprochen, und es wird geschätzt, dass ein Drittel der indonesischen Frauen körperlichen oder sexuellen Missbrauch erlitten hat.

In diesem Zusammenhang haben die meisten Berichte über die Verfolgung von christlichen Frauen und Mädchen mit der Drohung der Scheidung zu tun, die den Verlust ihrer physischen und wirtschaftlichen Sicherheit bedeutet, vor allem in den ländlichen Gebieten. Frauen, die sich als erste in ihrem Haushalt zum christlichen Glauben bekehren, sind am stärksten von einer Zwangsscheidung bedroht. In einem patriarchalischen System ist es für die Frau schwieriger, den Ehemann zu beeinflussen.

Darüber hinaus werden christliche Frauen durch aufgezwungene religiöse Kleidungsvorschriften an den Rand gedrängt. In Provinzen wie Aceh müssen Frauen einen Hidschab tragen, vor allem in den Regierungsbüros. Im Schuljahr 2019/2020 ist ein neuer Streitpunkt um eine verschärfte Kleiderordnung entstanden, die vor allem christliche Mädchen betrifft: Einige staatliche Schulen wollen nun Regelungen einführen, die weibliche Schülerinnen zum Tragen eines Hidschab zwingen.

Wie Männer Verfolgung erfahren:

  • Verhaftung durch die Behörden
  • Körperliche Gewalt

In Indonesien wird viel Verfolgung von Frauen und Männern gleichermaßen ertragen, allerdings werden im Privatleben Männer in der Regel weniger verfolgt als Frauen. Berichte weisen darauf hin, dass prominente männliche Persönlichkeiten - wie christliche Pastoren - die Hauptziele der öffentlichen religiösen Diskriminierung sind. Sie müssen mit physischer Gewalt und Regierungshaft für Anklagen wie "Anstiftung zum religiösen Hass" rechnen.

8. Verfolgung anderer religiöser Gruppen

Andere religiöse Gruppen, die unter Verfolgung leiden, sind die Minderheiten der Ahmadiyya und der Schiiten. Sie stehen unter genauer Überwachung sowohl der Behörden als auch sunnitischer Gruppen. Anhänger traditioneller einheimischer Religionen wurden bisher von den Behörden nicht anerkannt. Das Urteil des Verfassungsgerichts vom November 2017 wurde immer noch nicht umgesetzt, da Gruppen wie der indonesische „Ulama Council“ nicht wollen, dass die traditionellen Religionen auf die gleiche Stufe gestellt werden wie der Islam, z.B. wenn es um den Vermerk der Religion auf dem Ausweis geht.

Die Stadt Bandung war landesweit die sechste Kommune, die beschlossen hat, neue Ausweise und Familienausweise für Anhänger der einheimischen Religionen auszustellen. Auch wenn es noch gewisse Schwierigkeiten zu überwinden gilt (und die Anhänger der einheimischen Religionen - ebenso wie die anderer Minderheitsreligionen - immer noch beträchtlich diskriminiert werden), ist dies ein bedeutender Schritt nach einem Urteil des Verfassungsgerichts vom November 2017.

Laut einer am 11. November 2019 veröffentlichten Studie des Setara Instituts wurden in den letzten 12 Jahren 554 Vorfälle gegen die Ahmadiyya und 324 gegen die "Aliran Keagaman" (lokale traditionelle Religionen) gezählt. Bei 379 Vorfällen waren Christen betroffen (Protestanten bei 328 und Katholiken bei 51). Von allen in dieser Zeitspanne betroffenen religiösen Gebäuden waren jedoch die Hälfte (199) christliche Kirchen.

9. Der Ausblick für Christen

Islamische Unterdrückung

Eine genauere Analyse der Wahlergebnisse vom April 2019 hat ergeben, dass sie die seit langem bestehenden Gräben innerhalb der muslimischen Gesellschaft, zwischen radikaleren Muslimen und Minderheiten sowie zwischen javanischen und nicht-javanischen Bürgern, widerspiegeln. Die Herausforderung der neuen Regierung wird es sein, diese Lücken zu schließen und allen gesellschaftlichen Gruppen gerecht zu werden. Inwieweit sich diese Gräben im Alltag niederschlagen, ist die große Frage. Die sozialen Medien malen wahrscheinlich ein zu extremes Bild dieser Spaltungen zwischen den verschiedenen Fraktionen. Wie ein Länderexperte bemerkte, ist die Wiederwahl von Präsident Widodo keine Garantie dafür, dass der konservative Islam nicht mehr Einfluss gewinnt, vor allem in stärker urbanisierten Gebieten. Auf jeden Fall sollten alle Bürger, auch die Christen, für die friedlichen Wahlen dankbar sein, aber es liegen sicherlich noch weitere Herausforderungen vor ihnen.

Präsident Widodo hatte einen Überraschungs-Vizepräsidentenkandidaten ausgewählt: den 76-jährigen Ma'ruf Amin, einen islamischen Geistlichen, der sowohl den indonesischen Ulema-Rat (MUI) als auch das Beratungsgremium von Nahdlatul Ulama (NU) leitete. Dieser äußerst konservative, aber berühmte Geistliche mag eine clevere Wahl sein, wird religiösen Minderheiten wie Christen aber vermutlich mehr Probleme bereiten, wenn man seine Vergangenheit betrachtet. Amin hat nicht nur Aktionen gegen muslimische Minderheiten wie Ahmadis und Schiiten befürwortet, sondern er veröffentlichte auch eine Stellungnahme, in der er ausführte, der christliche Ex-Gouverneur von Jakarta, Ahok, habe tatsächlich Blasphemie begangen. Zudem hat er alle Vorhaben unterstützt, den Bau von nichtmuslimischen Gotteshäusern in ganz Indonesien einzuschränken.

Dies scheint zur zunehmend konservativen Haltung der Gesellschaft zu passen, wie zwei Umfragen von 2018 zeigten:

  1. Die großen Proteste gegen Ahok haben zu einer vermehrt intoleranten Einstellung in der Gesellschaft geführt, wie eine Forschungsarbeit zeigte. Während 2016 in einer Umfrage des „Indonesia Survey Institute“ noch 48% der Befragten angaben, sie wären gegen einen nichtmuslimischen Präsidenten, stieg diese Zahl 2018 auf 59%. Ein ähnlicher Anstieg wurde verzeichnet, wenn die Frage hinsichtlich des Vizepräsidenten, der Gouverneure und der Bürgermeister gestellt wird. Auf der anderen Seite zeigt die Befragung, dass die Anzahl der Personen, die den Bau eines nichtmuslimischen Gotteshauses in ihrer Nachbarschaft ablehnen, von 64% auf 52% gefallen ist. Das stellt jedoch immer noch mehr als die Hälfte der Befragten dar.
  2. Eine im Oktober 2018 veröffentlichte Studie ergab, dass 57% aller Lehrer anderen Religionen intolerant gegenüberstehen. Das Zentrum für Studien des Islam und der Gesellschaft an der staatlichen islamischen Universität „Syarif Hidayatullah“ fand in seiner Studie heraus, dass mehr als 37% seiner Lehrer angaben, dass sie Intoleranz ausgeübt haben oder dies planten. 56% von ihnen missfiel die Errichtung von Gotteshäusern durch Nichtmuslime in ihrer Nachbarschaft und 21% lehnten religiöse Feste andersgläubiger Nachbarn ab. Angesichts der Tatsache, dass diese Personengruppe den Auftrag hat, Indonesiens nächste Generation zu unterrichten und auszubilden, sieht dies für die Zukunft des Landes nicht sehr vielversprechend aus und die Triebkraft Islamische Unterdrückung wird weiterhin an Kraft gewinnen.

Es bleibt abzuwarten, ob die Regierung in der zweiten Amtszeit von Präsident Widodo dem Gründungsmotto des Landes "Einheit in Vielfalt" und der damit verbundenen Ideologie Pancasila für alle Bürger treu bleibt und damit den oben genannten exklusiven und radikal-islamischen Tendenzen entgegenwirkt. Die Messerattacke gegen einen Regierungsminister im Oktober 2019 dient als Erinnerung daran, dass radikale muslimische Gruppen aktiv sind und vor allem Einzelkämpfer-Angriffe gegen Minderheiten (wie Christen) und Symbole der Regierung (wie Polizei und Politiker) immer möglich sind.

Religiös motivierter Nationalismus

An der Situation für Christen hinduistischer Herkunft wird sich wahrscheinlich nichts Wesentliches ändern. Sie werden weiterhin Druck von ihrer Familie, von Kollegen und dem sozialen Umfeld erfahren, zum Hinduismus zurückzukehren.

10. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Indonesien:

  • Beten Sie für christliche Kinder in den öffentlichen Schulen der stark muslimischen Regionen, die oft Diskriminierung bei der Notenvergabe erfahren. Dies hält sie davon ab, zukünftig Stellen in der Verwaltung anzutreten. Bitte beten Sie für Ermutigung, Trost und Hoffnung für die Schüler und dass sie in ihrem Glauben stark bleiben können.
  • Bitte beten Sie für Christen muslimischer Herkunft, die stark unter Druck gesetzt werden, ihren neuen Glauben zu widerrufen. Bitte beten Sie, dass sie Zugang zu Bibeln und Gemeinschaft bekommen. Beten Sie für die christlichen Gemeinschaften, die nicht für die Sicherheit ihrer Kirchengebäude garantieren können.
  • Indonesien ist das größte muslimische Land der Erde. Beten sie, dass die vielen indonesischen Muslime Jesus kennenlernen.

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