Länderprofil Indonesien

Indonesien

30
Weltverfolgungsindex
2019
Flagge Indonesien
Hauptreligion
Islam
Offizielle Staatsform
Republik
Platz Vorjahr
38
ISO
ID
Karte Indonesien
Christen
32,38
Bevölkerung
266.80
Islamische Unterdrückung
Religiös motivierter Nationalismus
Privatleben: 10.600
Familienleben: 11.100
Gesellschaftliches Leben: 11.300
Leben im Staat: 10.200
Kirchliches Leben: 9.300
Auftreten von Gewalt: 12.000

Länderprofil Indonesien

Berichtszeitraum: 1. November 2017 – 31. Oktober 2018

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex

Platz 30 / 65 Punkte (WVI 2018: Platz 38 / 59 Punkte)

Welche Triebkräfte sind für die Verfolgung verantwortlich?

Islamische Unterdrückung: Obwohl die Verfassung Indonesiens Religionsfreiheit gewährt, gelten in verschiedenen Regionen und Territorien Indonesiens verschiedene islamische Gesetzesergänzungen, inklusive der Scharia in der Provinz Aceh. Extremistische Gruppen haben mehr und mehr Einfluss gewonnen, indem sie strenge religiöse Auslegungen benutzen, um Rechtsverletzungen gegen religiöse Minderheiten zu rechtfertigen.

Religiös motivierter Nationalismus: In Regionen und auf Inseln, in denen andere Religionen vorherrschend sind (wie zum Beispiel der Hinduismus auf Bali), kommt es zu Verfolgung, wenn Menschen die vorherrschende Religion verlassen und sich dem christlichen Glauben zuwenden.

Von wem geht die Verfolgung aus?

Einige islamische Leiter schüren in ihren Predigten in den Moscheen Hass gegen Christen und andere religiöse Minderheiten. Auch in den Massenmedien und durch Politiker wie den neuen Gouverneur von Jakarta geschieht dies, wenn auch nicht offen. Konservative muslimische Parteien, wie z. B. die „Partai Keadilan Sejahtera“ (PKS), sind bekannt dafür, ihr Ziel einer islamischen Nation zu verfolgen. Oft sind es ihre Vertreter, die hinter den Entwürfen und der Verabschiedung Scharia-inspirierter Vorschriften, inklusive für das Feld der Bildung, stehen. Dennoch haben extremistisch-islamische Interessengruppen wie die „Front Pembela Islam“ („Islamische Verteidigungsfront“, FPI) größeren Einfluss. Sie sind in der Lage, hunderttausende Menschen auf die Straßen zu bringen, was auch im Vorfeld der Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im April 2019 passieren könnte. Dennoch treten die meisten Probleme lokal bei Konfrontationen mit radikalislamischen Interessengruppen auf.

Wie äußert sich die Verfolgung?

Viele Christen muslimischer Herkunft erleben Verfolgung durch ihre Familie. Die Intensität der Verfolgung variiert jedoch und besteht meist aus Isolation, verbalen Angriffen usw. Nur ein kleiner Teil der Konvertiten muss körperliche Gewalt für seinen christlichen Glauben erleiden. Außerdem hängt der Grad der Verfolgung davon ab, in welcher Region Indonesiens sich all dies abspielt. Es gibt bestimmte Brennpunkte wie Westjava oder Aceh, in denen radikalislamische Gruppen stark sind und einen starken Einfluss auf Gesellschaft und Politik ausüben.

Sobald entdeckt wird, dass eine Kirche das Evangelium verkündigt, wie es viele evangelische und Pfingstgemeinden tun, bekommt diese Probleme mit extremistischen islamischen Gruppen. Üblicherweise haben freikirchliche Gruppen Probleme bei der Beantragung von Baugenehmigungen für Kirchengebäude. Selbst wenn sie es schaffen, alle rechtlichen Vorgaben zu erfüllen (inklusive gewonnener Gerichtsprozesse), ignorieren lokale Behörden sie. Es gab Berichte von katholischen Kirchen, die ebenfalls Schwierigkeiten hatten, Baugenehmigungen zu erhalten. Alles in allem hat sich die Situation der Christen in den letzten Jahren langsam, aber beständig verschlechtert.

Beispiele aus dem aktuellen Berichtszeitraum

  • Am 13. Mai 2018 wurden drei Kirchen in Surabaya, der Hauptstadt Ostjavas, durch Selbstmordattentäter angegriffen. 18 Christen wurden getötet, unzählige mehr wurden verwundet. Was die Nation schockierte, war die Tatsache, dass die Angriffe in einem hohen Maß koordiniert abliefen, ausgeführt durch eine ganze Familie, sogar mit zwei Mädchen im Alter von 9 und 12 Jahren. Diese Angriffe waren die größten seit dem Attentat auf Bali aus dem Jahr 2005 und der größte Anschlag auf Christen seit dem Jahr 2000.
  • Im Mai 2018 verhängte ein Bezirksgericht in Tangerang eine vierjährige Gefängnisstrafe und eine Geldstrafe gegen einen christlichen Pastor muslimischer Herkunft, denn er habe „bewusst Informationen verbreitet, um Hass gegen eine Einzelperson, eine Gruppe und die Gesellschaft aufgrund von Religion zu schüren“, als er mit einem Taxifahrer über das Evangelium sprach.
  • Das ganze Jahr 2018 über blieb der Christ und frühere Gouverneur von Jakarta im Gefängnis, nachdem er am 9. Mai 2017 zu zwei Jahren Haft verurteilt worden war. Der angebliche Fall von Blasphemie ereignete sich während einer Rede im September 2016. Das Video, das die Rede zeigt, war manipuliert worden und die Person, die dafür verantwortlich war, wurde ebenfalls verurteilt. Seine vorzeitige Freilassung ist auf den 24. Januar 2019 terminiert.
  • Es gab mehrere Berichte aus verschiedenen Teilen des Landes, bei denen christliche Konvertiten von ihrer Familie festgehalten und ihre Mobiltelefone weggenommen wurden. Die meisten werden für mehrere Wochen isoliert und können aus dem Haus geworfen werden, sobald klar ist, dass ihr Glaubensübertritt ernst ist.
  • Kinder von Christen werden oft ausgegrenzt und beschimpft. In einigen Regionen verbieten muslimische Familien ihren Kindern regelmäßig, mit christlichen Freunden zu spielen. Sie werden als Ungläubige bezeichnet und werden manchmal von muslimischen Religionslehrern gehänselt und gezwungen, im Klassenraum in der hintersten Reihe zu sitzen.

Meldungen und Beiträge zu Indonesien

Nachrichten Nachrichten
Basuki Tjahaja Purnama „Ahok“
Indonesien
Am 24. Januar wurde Basuki Tjahaja Purnama, ehemaliger Gouverneur der indonesischen Hauptstadt Jakarta, vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Seine Verurteilung zu zwei Jahren Haft im Mai 2017 aufgrund angeblicher Blasphemie hatte internationale Kritik ausgelöst.
Persönliche Berichte Persönliche Berichte
Verteilung von Hilfsgütern an betroffene Christen
Indonesien
Starke Erdbeben forderten mehr als 2.000 Todesopfer in Indonesien. Eine mehrheitlich christliche Region wurde stark getroffen – aber bei der Versorgung mit Hilfsgütern benachteiligt. Ein Team von Open Doors war vor Ort und half.
Persönliche Berichte Persönliche Berichte
Pastor Yonathan
Indonesien
Kurz nach dem Anschlag auf ihre Kirche rief Pastor Yonathan die Gemeinde zum Gebet zusammen. „Wir müssen mehr denn je Gottes Nähe suchen“, so sein Aufruf an die versammelte Gruppe. Bei Anschlägen auf drei Kirchen kamen am Sonntag mindestens 14 Christen ums Leben.
Nachrichten Nachrichten
Kirche in Indonesien
Indonesien
Am Morgen des 11. Februar drang im indonesischen Yogyakarta (Java) ein bewaffneter Mann in die katholische St.-Lidwina-Kirche ein. Er griff mehrere Gläubige an und verletzte drei von ihnen, darunter den 81-jährigen Karl-Edmund Prier, einen aus Weinheim stammenden Jesuitenpater.

1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit 62 Punkten steht Indonesien auf dem 30. Platz des Weltverfolgungsindex 2019, ein Anstieg von 6 Punkten gegenüber dem Weltverfolgungsindex 2018. Dieser Anstieg an Punkten ist Teil eines Trends, der seit einigen Jahren andauert. Der Druck auf Christen ist in allen Lebensbereichen stärker geworden und betrifft alle Kategorien von Christen. Im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2019 hat sich jedoch vor allem die Wertung für Gewalt nahezu verdoppelt: Die Bombenanschläge auf drei Kirchen in Surabaya zeigten, dass extremistische Gruppen nicht nur reden – sie fangen an, zu handeln. Ein Angriff mit einem Schwert auf einen katholischen Priester am 11. Februar 2018 in Yogyakarta illustriert ebenfalls die wachsende Gewalt. Der Schock der christlichen Gemeinschaft, als der ehemalige christliche Gouverneur Jakartas verhaftet und im Mai 2017 wegen angeblicher Blasphemie verurteilt wurde, ist immer noch deutlich zu spüren.

2. Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung

Indonesien ist ein Land, das durch seine Vielfalt sowohl gesegnet als auch herausgefordert ist. Es beheimatet die größte muslimische Bevölkerung der Welt, deren vorherrschende Ausprägung des Glaubens traditionell eher tolerant ist, was Minderheiten gewisse Freiheiten einräumt. Oft wird der Glaube als „Islam Nusantara“ oder „Inselislam“ bezeichnet, ein Begriff, der von der größten muslimischen Organisation „Nahdlatul Ulama“ geprägt wurde und sich auf die einmalige Topographie des Archipels mit seinen 17.000 Inseln und seine Vielfalt bezieht. Sowohl hinsichtlich seiner Geografie als auch seiner Religion ist Indonesien eines der am stärksten dezentralisierten Länder der Erde. Obwohl die Verfassung Indonesiens Religionsfreiheit zusichert, gelten in verschiedenen Regionen und Territorien des Landes unterschiedlichste islamische Gesetzesergänzungen, inklusive der Scharia in der Provinz Aceh. Extremistische Gruppen haben einen so starken Einfluss gewonnen, dass die Regierung sich dazu entschieden hat, zwei von ihnen zu verbieten: „Hizb ut-Tahrir Indonesia“ im Mai 2017 und im Juli 2018 „Jemaah Anshorut Daulah“. Dennoch üben solche Gruppen, die „Front Pembela Islam“ („Islamische Verteidigungsfront“, FPI) eingeschlossen, einen wachsenden Einfluss auf Politik und Gesellschaft aus. Diese Organisationen benutzen öffentlich strikte religiöse Auslegungen, um die Einführung der Scharia und die Verletzung von Rechten der religiösen Minderheiten zu rechtfertigen. Indonesiens Universitäten sind bekannt dafür, Brutstätten für islamische Radikalisierung zu sein, und so ist es nicht überraschend, dass eine von der indonesischen Regierung im Mai 2018 veröffentlichte Studie zeigte, dass eine wachsende Anzahl von Studenten islamistische Ansichten hegt: 24 % aller Studenten stimmten solchen Ansichten zu und 39 % waren solchen Ansichten schon ausgesetzt. Geld aus Saudi-Arabien strömt ins Land und wird für Bildungszwecke genutzt, hat aber den Effekt, dass es die wahhabitische Ideologie mit sich ins Land bringt. Die schwere Aufgabe, intoleranten und manchmal absolut christenfeindlichen Einstellungen zu begegnen, wurde zuletzt durch ein Forschungspapier deutlich, das am 1. Juni 2018 von der Online-Plattform „New Mandala“ vorgestellt wurde. In dem Papier werden Unterschiede der 34 Provinzen Indonesiens diskutiert. In der Studie wurden Stellungnahmen zu fünf Aussagen erfragt wie „Indonesien wäre ein besserer Ort, wenn es keine Christen im Land gäbe“ oder „Christen muss es erlaubt sein, Demonstrationen gegen die Diskriminierung ihrer Religion zu organisieren“. Trotz einiger Bedenken hinsichtlich der verwendeten Methodik sind die Resultate deutlich genug: „Generell gesprochen, ist Aceh am wenigsten tolerant, am tolerantesten ist Nordkalimantan. Unter den Provinzen auf Java ist Banten am wenigsten tolerant, gefolgt von Jakarta, Westjava, Ostjava und Yogyakarta.“ Der neu gewählte Gouverneur von Jakarta, Anies Baswedan, ein früherer Bildungsminister, verwendete in seiner Antrittsrede rassistische Untertöne, als er sagte: „Wir Einheimischen sind alle unterdrückt worden, man hat uns zur Seite gedrängt. Jetzt ist die Zeit, dass wir die Herrscher der Landes Indonesien werden.“ Das passt genau in dieses Bild. Extremistische Ideologie verbreitet ihre Wurzeln und nicht nur Christen sind davon betroffen; muslimische Minderheiten wie die Ahmadiyya leiden ebenfalls darunter.

Religiös motivierter Nationalismus

Wie bereits erwähnt, ist Indonesien eines der vielfältigsten Länder der Erde, sei es in Bezug auf Sprache, Ethnie oder Religion. Ein weiteres Beispiel dafür ist die vorwiegend hinduistische Insel Bali. Wenn ein Hindu Christ wird, steht er oder sie einem starken Druck von Familie, Freunden und Nachbarn gegenüber, zum Glauben der Vorväter zurückzukehren.

3. Verfolger

Ausgehend von Islamischer Unterdrückung

Verfolgung geht von extremistischen islamischen Leitern aus, die durch ihre Predigten in Moscheen und auch in Massenmedien Hass gegen Christen und andere religiöse Minderheiten schüren, und manchmal sogar als Planer hinter Anschlägen stecken. Mehrere konservative muslimische Parteien, wie z. B. die „Partai Keadilan Sejahtera“ (PKS), sind bekannt dafür, ihr Ziel einer islamischen Nation zu verfolgen. Oft sind es ihre Vertreter, die hinter den Entwürfen und der Verabschiedung Scharia-inspirierter Vorschriften, inklusive für das Feld der Bildung, stehen, obwohl nur relativ wenige Wähler hinter ihnen stehen. Größeren Einfluss haben radikalislamische Interessengruppen wie die FPI. Sie sind in der Lage, hunderttausende Menschen für Demonstrationen auf die Straßen zu bringen, zudem werden sie von manchen Politikern und Parteien benutzt, um einen Vorteil in den Wahlen zu erlangen. Die Regierung an sich ist auf der nationalen Ebene kein Verfolger, obwohl sie sich auch nicht zu sehr um die Situation der religiösen Minderheiten bemüht. Schwierigkeiten treten eher auf, wenn Vorschriften auf lokaler Ebene umgesetzt werden und es zu Konfrontationen mit extremistischen islamischen Interessengruppen kommt.

Ausgehend von Religiös motiviertem Nationalismus

Christen hinduistischer Herkunft stehen unter dem Druck ihrer religiösen Leiter, der stärkste Druck kommt jedoch durch ihre eigene Familie, Nachbarn, Freunde und das soziale Umfeld, zu ihrem alten Glauben zurückzukehren. Der Druck ist sehr von den persönlichen Umständen des Konvertiten abhängig.

4. Hintergrund

Präsident Joko Widodo (bekannt als „Jokowi“) bereitet sich auf die Wahlen im April 2019 vor, die wie schon 2014 einen „Titanenkampf“ darstellen werden, da er erneut vom früheren General Prabowo Subianto herausgefordert wird. Der Sturz des christlichen Gouverneurs von Jakarta, „Ahok“, war ein Warnschuss für Ahoks langjährigen Alliierten Jokowi und deutet auf eine aufgeheizte politische Atmosphäre hin. Umfragen von 2018 zufolge bleibt Jokowi deutlich populärer als Prabowo jemals war. Dennoch brachten die Regionalwahlen am 27. Juni 2018 für Präsident Jokowi gemischte Ergebnisse, obwohl sie größtenteils friedlich und ohne hasserfüllte Rhetorik stattfanden. Es ging den Islamisten in den Wahlen nicht darum, ihre eigenen Kandidaten in Stellung zu bringen, sondern die Wahlen in ihrem Sinn zu beeinflussen und die Kandidaten der anderen großen Parteien zu unterstützen, um Präsident Jokowi zu bekämpfen. Die Partei des Präsidenten („PDI-P“) war in der Lage, mehrere Provinzen und Städte zu gewinnen, doch zwei der bevölkerungsreichsten Provinzen gingen an die Opposition, Westjava und Nordsumatra. Der Verlust letzterer ist besonders ärgerlich für den Präsidenten, da sein vorheriger Wahlkampfgefährte und Vize-Gouverneur von Jakarta, Djarot Saiful Hidayat, bei den Gouverneurswahlen besiegt wurde. Der Muslim Hidayat hatte sich in Nordsumatra mit einem christlichen Kandidaten als Vize der Wahl gestellt.

Indonesien kämpft immer noch mit der drohenden Gewalt, die von islamistischen Gruppen ausgeht. Im Mai 2018 begannen extremistische Islamisten einen Gefängnisaufstand in einem Hochsicherheitsgefängnis in Depok, nahe Jakarta, bei dem mehrere Polizeibeamte getötet wurden. Nur fünf Tage später, am Sonntag, den 13. Mai 2018, fanden drei Selbstmordanschläge auf Kirchen in Surabaya statt, der zweitgrößten Stadt des Landes und Hauptstadt von Westjava. Der Angriff wurde durch eine ganze Familie ausgeführt, unter ihnen Mädchen von neun und zwölf Jahren. Für Indonesien war dies ein Novum und brachte die Behörden dazu, die extremistische Gruppe Jemaah Anshorut Daulah im Juli 2018 zu verbieten. Allein extremistische Bewegungen zu verbieten, wird jedoch nicht genug sein, besonders da die benachbarten Philippinen einen anderen Ort bieten, an dem sich islamistische Gruppierungen versammeln und neue Angriffe planen können.

5. Betroffene Christen

Ausländische Christen und Arbeitsmigranten

Sie sind nicht gezwungen, ihren Glauben isoliert zu leben. Daher wird diese Kategorie nicht separat bewertet.

Christen aus traditionellen Kirchen

Dies sind Gruppen wie die römisch-katholische Kirche, aber auch Kirchen, die in Verbindung mit verschiedenen Ethnien stehen (wie die „Batak Christian Protestant Church“). Sie werden überwacht und erleben Verfolgung, wenn wahrgenommen wird, dass sie wachsen. Die traditionellen Kirchen in ärmeren Regionen wie Papua, Nusa Tenggara Timur und Mentawai erleben aggressive Islamisierungsversuche, besonders unter Kindern, da muslimische Missionierungsversuche kühner werden.

Christen anderer religiöser Herkunft

Die meisten Konvertiten kommen aus einem muslimischen Hintergrund und stehen der schwersten Verfolgung gegenüber, besonders in den Brennpunkten. Dort werden sie streng überwacht und versuchen, in ihrem Umfeld nicht aufzufallen. Wenn ihr Glaubenswechsel bekannt wird, werden sie unter Druck gesetzt, ihren neuen Glauben aufzugeben. Ähnlich verhält es sich auf der mehrheitlich hinduistischen Insel Bali: Wenn ein Hindu Christ wird, steht er oder sie einem starken Druck gegenüber. Der Druck auf christliche Konvertiten erfolgt zumeist von Familie, Freunden, dem sozialen Umfeld und den lokalen Behörden.

Christen aus protestantischen Freikirchen

Darunter fallen hauptsächlich Baptisten, Evangelikale und Pfingstgemeinden. Sie fallen zumeist durch ihre oft leidenschaftliche Verkündigung der christlichen Botschaft auf, was dazu führt, dass sie ins Fadenkreuz des sozialen Umfelds und extremistisch-islamischer Gruppierungen geraten. Eine Kirche zu bauen oder zu renovieren, kann sehr kompliziert sein: Die Behörden müssen eine Genehmigung erteilen und islamistische Gruppen und Nachbarn versuchen oft, den eigentlichen Bauprozess zu behindern. Zu diesem Problem ist anzumerken, dass katholische Kirchen ebenso denselben Problemen gegenüberstehen können, wenn es um Neubau oder Renovierung von Kirchengebäuden geht.

6. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben 10.6
Familienleben 11.1
Gesellschaftliches Leben 11.3
Leben im Staat 10.2
Kirchliches Leben 9.3
Auftreten von Gewalt 12

Grafik: Verfolgungsmuster Indonesien

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die WVI-Platzierung. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Das Verfolgungsmuster zeigt:

  • Der durchschnittliche Druck auf Christen in Indonesien beträgt ein hohes Maß und stieg von 10,4 Punkten im Weltverfolgungsindex 2018 auf 10,5 auf dem Weltverfolgungsindex 2019.
  • Der Druck ist im Bereich des gesellschaftlichen Lebens und des Familienlebens am höchsten, gefolgt vom Privatleben. Dieses Muster ist typisch für eine Situation, in der Christen muslimischer Herkunft die stärkste Verfolgung erleben.
  • Die Gewalt gegen Christen hat sich nahezu verdoppelt, sie steigt von 6,9 Punkten im Vorjahr auf 12,0 Punkte im aktuellen Berichtszeitraum. Dies liegt an den Selbstmordattentaten im Mai 2018 auf drei Kirchen in Surabaya, der Anzahl der Urteile wegen Blasphemie gegen Christen sowie der Anzahl der Kirchen, die geschlossen, beschädigt und/oder zerstört wurden.

Privatleben

Während Christen aus traditionellen Kirchen ihr christliches Leben frei von Angst leben können, sieht die Situation für Christen muslimischer Herkunft anders aus. Die Konvertiten müssen jederzeit vorsichtig sein, wie sie ihren Glauben leben, besonders dann, wenn sie die einzigen Christen in ihrer Familie sind. Bibeln und andere christliche Literatur müssen sorgfältig versteckt werden und können nur im Geheimen gelesen werden, um Konflikte zu vermeiden. Gemeinschaft mit anderen Christen kann unter diesen Umständen herausfordernd werden, da sie sich und die Menschen um sich herum in Gefahr bringen. Anders sieht die Situation in großen Städten oder den christlichen Enklaven aus. Auf der anderen Seite erleben auch andere Kategorien von Christen in den Brennpunkten Indonesiens Einschränkungen, wie sie Gottesdienst feiern oder ihren Glauben ausdrücken können. In diesen Gebieten werden Christen genauestens überwacht, ebenso bekannte Konvertiten, welche Opfer von Hausarrest, körperlichen und psychischen Angriffen werden. Dies passiert besonders in den Hotspots wie Aceh, Ostjava, Banten, Westjava und Sumatera Barat.

Familienleben

Christliche Konvertiten müssen manchmal ihre Kinder mit der Mehrheitsreligion registrieren. Wenn sie ihre Religion öffentlich wechseln, bringt dies oft Fragen, Verdächtigungen und Druck durch das soziale Umfeld und manchmal auch durch lokale Behörden mit sich. Es setzt sie auch den wachsenden islamistischen Gruppen aus. Oft stehen Christen muslimischer Herkunft, sobald sie entdeckt werden, der Drohung von Scheidung gegenüber und können ihr Erbe verlieren, was auch Christen hinduistischer Herkunft passiert. Das Organisieren einer Taufe, einer christlichen Hochzeit oder Beerdigung kann in den Hotspots schwierig bis unmöglich sein, besonders für Konvertiten. Christen, die in den Enklaven oder in großen Städten wie Jakarta und Surabaya leben, können eine christliche Erziehung für ihre Kinder bekommen. In den Provinzen, in denen Christen die Minderheit darstellen, gibt es dabei jedoch mehr Schwierigkeiten. Kinder christlicher Eltern sind generell gezwungen, am Islamunterricht teilzunehmen und werden in diesem Fach auch geprüft; manchmal schlicht durch ein Fehlen an christlichen Lehrern. Christliche Schüler und Studenten werden regelmäßig diskriminiert. Viele muslimische Familien verbieten ihren Kindern, mit christlichen Kindern zu spielen. Christen muslimischer Herkunft können von ihren Familien isoliert und sogar von ihnen verstoßen werden.

Gesellschaftliches Leben

Christen muslimischer Herkunft stehen unter starkem Druck vonseiten ihrer Familie, ihren Freunden und ihren Nachbarn, ihren christlichen Glauben zu widerrufen, obwohl ein Glaubenswechsel per Gesetz nicht verboten ist. Besonders in Gegenden wie Aceh und anderen Hotspots werden Christen sowohl in ihrem Privatleben als auch im geschäftlichen Leben diskriminiert und werden gedrängt, sich an das Gesetz der Scharia zu halten. In solchen Gegenden werden die Aktivitäten von Christen sorgfältig von Nachbarn und islamistischen Gruppen überwacht. In einigen Teilen Indonesiens bauen Investoren Wohnkomplexe nur für Muslime und Nichtmuslimen ist es verboten, ein Haus in diesen Komplexen zu mieten oder zu kaufen. Kinder christlicher Eltern berichten, dass sie durch Lehrer und Mitschüler diskriminiert werden, dass ihnen sogar Stipendien vorenthalten werden und sie schlechtere Noten im Religionsunterricht erhalten. Dies geschieht, um diese Schüler daran zu hindern, die Mindestnoten für eine Beamtenlaufbahn zu erreichen. Folglich schaffen es nur wenige Christen in den öffentlichen Dienst und viele erleben Diskriminierung in ihrem Geschäftsleben. Einige Kirchen in Zentraljava berichten weiterhin, dass sie gezwungen sind, „uang keamanan“ (Sicherheitsgeld) an extremistische Gruppen zu bezahlen, um sonntags Gottesdienste abhalten zu können. Generelle Vorurteile gegenüber Christen wurden in einem Forschungspapier deutlich, das im Mai 2018 veröffentlicht wurde und zeigte, wie intolerante und manchmal absolut christenfeindliche Einstellungen in den 34 Provinzen Indonesiens verbreitet sind. Es gab Berichte von Fällen, in denen es Christen nicht erlaubt wurde, in Komitees der Schule ihrer Kinder aktiv zu werden oder Positionen in sozialen Organisationen einzunehmen.

Leben im Staat

Die Verfassung schränkt die Freiheit von Christen nicht ein, aber sie erkennt nur sechs Glaubensrichtungen an: Islam, Katholizismus, Protestantismus, Hinduismus, Buddhismus und den Konfuzianismus. Dennoch erklärte das Verfassungsgericht in einem Urteilsspruch vom 7. November 2017 klar, dass alle Religionen gleichwertig behandelt werden müssen, die Religionen der Ureinwohner mit eingeschlossen. Die Umsetzung jedoch lässt noch auf sich warten und in Hinblick auf den Widerstand, dem diese gegenübersteht, ist es sehr unwahrscheinlich, dass irgendein Fortschritt in dieser Wahlperiode gemacht wird. Die Gesetzgebung auf lokaler Ebene beschneidet die Religionsfreiheit meist nur noch weiter. Die Einstellung gegenüber Christen ist oft negativ und selbst in den toleranter eingestellten Städten wie Jakarta werden Beamte wegen ihres Glaubens diskriminiert. Christliche Nichtregierungsorganisationen können frei gegründet werden, aber einige islamische Organisationen versuchen, sie in einem schlechten Licht darzustellen. Obwohl das Land eine freie und vielfältige Presse genießt, haben verschiedene islamische Medienhäuser Schmierkampagnen gegen Christen gefahren und schüren Angst und Hass. Ein Beispiel ist die Kampagne gegen Chinesen. Dies zeigte sich als besonders wirksam gegen Ahok, den chinesischstämmigen christlichen Gouverneur von Jakarta, was die Christen mit der Frage zurückließ: Wenn selbst ein hochrangiger und mit guten Verbindungen ausgestatteter Politiker wie Ahok solchen falschen Anschuldigungen nicht entkommen kann, wie soll es dann erst dem durchschnittlichen Christen gehen? Wachsende Reichweite durch soziale Medien wie WhatsApp, Instagram, Facebook und Twitter haben die Effektivität solcher Kampagnen um ein Vielfaches gesteigert und es Minderheiten nahezu unmöglich gemacht, dem zu begegnen.

Kirchliches Leben

Kirchen kämpfen mit massiven Problemen bei der Registrierung von Versammlungen und beim Bau von Kirchengebäuden. Basierend auf dem überarbeiteten „Joint Ministerial Decree“ von 2006 kann eine Kirche nur dann bestehen wenn: 1.) Die Versammlung mindestens 90 Mitglieder hat, 2.) sie die Zustimmung von 60 Nachbarn eines anderen Glaubens hat und 3.) sie sowohl die Genehmigung des Regency Chiefs (eine administrative Untereinheit der Provinz) und des interreligiösen Harmonieforums hat. Viele Kirchen haben Schwierigkeiten, diese Zustimmungen zu bekommen, selbst wenn sie alle Auflagen erfüllen. Und selbst wenn sie es schaffen, eine Genehmigung zu erhalten, haben sie keine Garantie, dass die Regierung oder die lokale Polizei sie schützen werden oder die Genehmigung durchsetzen werden. In einem Fall übermittelte eine Gemeinde ihren Antrag auf Anerkennung bereits vor fünf Jahren und hat seitdem nie wieder etwas von den Behörden gehört. In anderen Fällen blockieren extremistische Gruppierungen einfach die Eingänge der Kirchengebäude. Basierend auf einer Studie der Nationalen Kommission für Menschenrechte (Komnas HAM) haben 85 % aller für Religionszwecke genutzten Gebäude in Indonesien keine korrekte Genehmigung, besonders in ländlichen Gebieten. Das beinhaltet Moscheen, Kirchen und die Gebäude anderer Religionen. Bevor eine Kirche gebaut werden darf, verlangt die Lokalregierung von Aceh, dass die Gemeinde 150 Unterschriften von Nachbarn eines anderen Glaubens einsammelt. In der Provinz Banten gibt es eine provinzielle Verordnung, ausgestellt vom Gouverneur, welche die Präsenz von Kirchen verbietet und verlangt, dass christliche Treffen nur in der Hauptstadt Serang stattfinden dürfen. Generell ist es kein Problem, religiöse Literatur und Bibeln herzustellen und zu verteilen, aber es gibt Ausnahmen in den Brennpunkten, wo die Verteilung von Bibeln an Nichtchristen als Missionierung gesehen werden kann.

Auftreten von Gewalt

Der Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2019 wurde überschattet von den Bombenanschlägen auf drei Kirchen in Surabaya am 13. Mai 2018, bei denen 18 Christen getötet und viele weitere verletzt wurden. Diese Angriffe waren die ersten in Südostasien, die von weiblichen Selbstmordattentätern ausgeführt wurden und besonders von Kindern, von denen eines gerade einmal neun Jahre alt war. Und sie waren möglicherweise die ersten, die von einer ganzen Familie ausgeführt wurden. Ihre Ziele waren eine katholische Kirche, eine evangelische Kirche und eine Pfingstgemeinde.

7. Verfolgungssituation für Frauen und Männer

Es gibt keine spezifischen Formen von Verfolgung, denen Christen aufgrund ihres Geschlechts ausgesetzt sind. In seltenen Fällen wurden Christinnen muslimischer Herkunft mit Scheidung und Verlust der finanziellen Versorgung bedroht.

8. Verfolgung anderer religiöser Gruppen

Andere religiöse Gruppen, die unter Verfolgung leiden, sind die Minderheiten der Ahmadiyya und der Schiiten. Sie stehen unter genauer Überwachung sowohl der Behörden als auch sunnitischer Gruppen. Anhänger traditioneller einheimischer Religionen wurden bisher von den Behörden nicht anerkannt. Das Urteil des Verfassungsgerichts vom November 2017 wurde noch nicht umgesetzt, da Gruppen wie der indonesische „Ulama Council“ nicht wollen, dass die traditionellen Religionen auf die gleiche Stufe gestellt werden wie der Islam, z. B. wenn es um den Vermerk der Religion auf dem Ausweis geht.

9. Ausblick

Der politische Ausblick

Indonesien sieht entscheidenden Zeiten entgegen. Die Tatsache, dass ethnische und religiöse Zugehörigkeit ohne Rücksicht auf Konsequenzen zur politischen Vorteilsnahme genutzt wurden, hat viele Indonesier schockiert und maßgeblich dem internationalen Ansehen des Landes als Fürsprecher eines toleranten Islam geschadet. Die Radikalisierung setzt sich fort und findet vermehrt online statt. Behörden, Schulen und Universitäten haben Schwierigkeiten, Maßnahmen dagegen zu finden. Anies Rasyid Baswedan wurde nach einer sehr schmutzigen Wahlkampagne, die seinen christlichen Vorgänger und Gegner ins Gefängnis brachte, am 16. Oktober 2017 als Gouverneur von Jakarta eingesetzt. Er entschied sich in seiner Antrittsrede dazu, weiterhin die rassistische und religiöse Karte zu spielen.

Rizieq Shihab, der in Saudi Arabien studiert hat und Leiter der FPI ist, einer der radikalsten und einflussreichsten islamistischen Gruppen des Landes, wurde der Verwicklung in einen Fall von Pornografie beschuldigt und bevorzugte es, in Saudi Arabien zu bleiben, bis die Regierung ihn im Juni 2018 von den Anschuldigungen freisprach. Indonesiens größte islamische Organisation, Nahdlatul Ulama (NU), ist in einen Streit über ihre theologische Ausrichtung verstrickt. Viele der jüngeren islamischen Geistlichen sehen die relativ liberale Art des „Islam Nusantara“ (auch bekannt als „Inselislam“) als nicht passend zu der klassischen islamischen Theologie und den islamischen Werten an. Einige dieser jungen islamischen Geistlichen haben eine Gruppe innerhalb der NU gegründet, die sich der „Wahre Pfad“ nennt. Über Jahrzehnte folgte die NU einem moderaten Kurs, kombiniert mit politischer Neutralität. Wie ein Beobachter anmerkt, ist sie in den vergangenen Jahren jedoch vermehrt islamistisch und politisch aktiv geworden. Viele Mitglieder der zweitgrößten islamischen Organisation „Muhammadiyah“ stimmen ihrem Führer nicht zu und entscheiden sich ebenfalls, radikaleren Gruppen beizutreten. Die Tatsache, dass die jungen Mitglieder der Muhammadiyah sich vermehrt für ein radikales Verständnis des Islam interessieren, wird Konsequenzen für alle zukünftige Wahlen haben. Dies alles zeigt, dass Indonesien in der Gefahr steht, seinen Ruf als ein Land zu verlieren, das einem toleranten Islam folgt.

Der Ausblick für Christen

Mit Hinblick auf Islamische Unterdrückung: Beide Präsidentschaftskandidaten haben überraschende Kandidaten für die Vizepräsidentschaft ausgewählt: Präsident Widodo hat sich den 75 Jahre alten Ma‘ruf Amin ausgesucht, einen islamischen Geistlichen, der sowohl den Vorsitz im indonesischen „Ulema Council“ (MUI) hat, als auch dem Beirat des Nahdlatul Ulama vorsitzt. Dieser äußerst konservative, aber berühmte Geistliche mag eine clevere Wahl sein, wird religiösen Minderheiten wie Christen aber vermutlich mehr Probleme bereiten, wenn man seine Vergangenheit betrachtet. Amin hat nicht nur Aktionen gegen muslimische Minderheiten wie Ahmadiyya und Schiiten befürwortet, sondern er veröffentlichte auch einen Bericht, in dem er behauptete, der christliche Ex-Gouverneur von Jakarta Ahok habe tatsächlich Blasphemie begangen. Zudem hat er alle Vorhaben unterstützt, den Bau von nichtmuslimischen Gotteshäusern in ganz Indonesien einzuschränken.

Dennoch scheint dies zur zunehmend konservativen Haltung der Gesellschaft zu passen, wie zwei Umfragen von 2018 zeigten. Die großen Proteste gegen Ahok haben zu einer vermehrt intoleranten Einstellung in der Gesellschaft geführt, wie ein Forschungspapier zeigte. Während 2016 in einer Umfrage des „Indonesia Survey Institute“ noch 48 % der Befragten angaben, sie wären gegen einen nichtmuslimischen Präsidenten, stieg diese Zahl 2018 auf 59 %. Ein ähnlicher Anstieg macht sich bemerkbar, wenn die Frage hinsichtlich des Vizepräsidenten, der Gouverneure und der Bürgermeister gestellt wird. Auf der anderen Seite zeigt die Befragung, dass die Anzahl der Personen, die den Bau eines nichtmuslimischen Gotteshauses in ihrer Nachbarschaft ablehnen, von 64% auf 52% gefallen ist. Das stellt jedoch immer noch mehr als die Hälfte der Befragten dar. Eine im Oktober 2018 veröffentlichte Studie ergab, dass 57 % aller Lehrer anderen Religionen intolerant gegenüberstehen. Das Zentrum für Studien des Islam und der Gesellschaft an der staatlichen islamischen Universität „Syarif Hidayatullah“ fand in seiner Studie heraus, dass mehr als 37 % seiner Lehrer angaben, dass sie Intoleranz ausgeübt haben oder dies planten. 56 % von ihnen missfiel die Errichtung von Gotteshäusern durch Nichtmuslime in ihrer Nachbarschaft und 21 % lehnten religiöse Feste andersgläubiger Nachbarn ab. Angesichts der Tatsache, dass diese Personengruppe den Auftrag hat, Indonesiens nächste Generation zu unterrichten und auszubilden, sieht dies für die Zukunft des Landes nicht sehr vielversprechend aus und die Triebkraft Islamische Unterdrückung wird weiterhin an Kraft gewinnen.

Religiös motivierter Nationalismus: Hinsichtlich der Situation der Christen hinduistischer Herkunft wird sich nichts Grundlegendes ändern. Sie werden weiterhin Druck von ihrer Familie, von Kollegen und dem sozialen Umfeld erfahren, zum Hinduismus zurückzukehren.

Schlussfolgerung

Die Tatsache, dass Präsident Jokowi sein Versprechen erfüllte und dem lang gehegten Wunsch der meisten Indonesier nachkam, indem er die größte Gold- und Kupfermine des Landes (Grasberg in Papua) im Juli 2018 verstaatlichte, könnte ihm einen weiteren Popularitätsschub bringen. Ob sich dies jedoch zu einer Verbesserung der Lebensumstände der Einwohner Papuas entwickeln wird, bleibt eine offene Frage. Angesichts der kommenden Präsidentschaftswahlen im April 2019 bleibt abzuwarten, ob die Politiker der Versuchung widerstehen können, extremistische Muslime zu umwerben, um ihre Stimmen zu erhalten. Moderate islamische Organisationen wie Nahdlatul Ulama oder Muhammadiyah müssen aktiv werden, um diese Versuchung einzudämmen, aber die Frage ist, ob sie noch ausreichenden Einfluss dafür haben. Indonesische Christen stehen wohl vor unsicheren Zeiten, egal, welches Ergebnis die Wahlen vom April 2019 haben werden.

10. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Indonesien:

  • Beten Sie für christliche Kinder in den öffentlichen Schulen der stark muslimischen Regionen, die oft Diskriminierung bei der Notenvergabe erfahren. Dadurch bleiben ihnen Jobs in der Regierung verschlossen. Bitte beten Sie für Ermutigung, Trost und Hoffnung für die Schüler und dass sie in ihrem Glauben stark bleiben können.
  • Bitte beten Sie für Christen muslimischer Herkunft, die stark unter Druck gesetzt werden, ihren neuen Glauben zu widerrufen. Bitte beten Sie, dass sie Zugang zu Bibeln und Gemeinschaft bekommen. Beten Sie für die christlichen Gemeinschaften, die nicht für die Sicherheit ihrer Kirchengebäude garantieren können.
  • Indonesien ist das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung der Erde. Beten sie, dass die vielen indonesischen Muslime Jesus kennenlernen.

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