Länderprofil Kenia

Kenia

49
Weltverfolgungsindex
2021
Flagge Kenia
Hauptreligion
Christentum
Platz Vorjahr
44
Karte Kenia
Christen
43,99
Bevölkerung
53.49
Islamische Unterdrückung
Organisiertes Verbrechen und Korruption
Ethnisch-religiöse Feindseligkeit
Privatleben: 11.700
Familienleben: 9.200
Gesellschaftliches Leben: 10.500
Leben im Staat: 8.000
Kirchliches Leben: 10.300
Auftreten von Gewalt: 12.800

Länderprofil Kenia

Position auf dem Weltverfolgungsindex

Platz 49 / 62 Punkte (WVI 2020: Platz 44 / 61 Punkte)

Berichtszeitraum: 1. Oktober 2019 – 30. September 2020

Vollständiges Länderprofil

Dieses Länderprofil ist ein übersetzter Auszug aus dem Country Dossier von World Watch Research, der Forschungsabteilung von Open Doors. Das vollständige Country Dossier mit weiteren Hintergrundinformationen finden Sie hier.

Kurze Zusammenfassung

In Kenia sind alle Kategorien von christlichen Gemeinschaften von Verletzungen ihrer Rechte betroffen. Besonders Christen mit muslimischem Hintergrund im Nordosten und den Küstenregionen leben in der ständigen Gefahr, sogar von ihren engsten Verwandten angegriffen zu werden. Im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2021 wurden Christen angegriffen und zur Flucht aus ihren Dörfern gezwungen. Es wurde berichtet, dass Al Shabaab die heimische Bevölkerung infiltriert habe, um die Aktivitäten der Christen in diesen Gegenden zu überwachen. Aber auch organisiertes Verbrechen und Korruption ist ein ernstes Problem. Die Verantwortlichen ergreifen keine Maßnahmen gegen Menschen, die Christen wegen ihres Glaubens angreifen, und das wiederum ermutigt zu weiteren Arten von Verfolgung.

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1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Jahr

Punktzahl

Platzierung

2021

62

49

2020

61

44

2019

61

40

2018

62

32

2017

68

18

Der Anstieg um einen Punkt ist auf einen Anstieg des Wertes für Gewalt von 9,1 Punkten im Weltverfolgungsindex 2020 auf das sehr hohe Niveau von 12,8 Punkten im Weltverfolgungsindex 2021 zurückzuführen. Der durchschnittliche Druck hingegen sank von 10,5 auf 9,9 Punkte. Das sehr hohe Ausmaß der Verfolgung ist in den letzten vier Berichtszeiträumen des Weltverfolgungsindex mehr oder weniger konstant geblieben.

2. Trends und Entwicklungen

1) Kenia kann nicht mehr als ein regionales Vorbild für Stabilität angesehen werden

Viele Jahrzehnte lang galt Kenia als stabiles Land und Vorbild in der Region. Ab Mitte 2005 verschlechterte sich die Situation jedoch. Die Gewaltausbrüche nach den Wahlen 2007/2008 haben Kenia zu einem Beispiel dafür gemacht, wie viele Menschenleben Gewalt nach den Wahlen kosten kann. Die allgemeine politische Lage im Land bleibt unbeständig, obwohl die Wahlen 2017 friedlich verlaufen sind.

2) Christen werden regelmäßig Opfer tödlicher Angriffe

Die innerstaatliche Situation wird durch die Ausbreitung des militanten Islam in der Region weiter verschärft. Hinzu kommt das zunehmende Auftreten von extremistischen Gruppen im Land, die Al Shabaab durch die Rekrutierung von Kämpfern aus Kenia unterstützen. Die Aktivitäten militanter Gruppen haben Kenia zu einem Land gemacht, in dem Christen aufgrund ihres Glaubens regelmäßig mit tödlichen Angriffen rechnen müssen. Dies hat die kenianische Regierung dazu gezwungen, Truppen nach Somalia zu entsenden, um Al Shabaab zu bekämpfen, was Al Shabaab jedoch nicht davon abgehalten hat, regelmäßig weitere Anschläge zu verüben.

3) Systemische Korruption bleibt eine ernste Herausforderung

Im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2021 war Al Shabaab weiterhin aktiv und es besteht wenig Hoffnung, dass die kenianische Regierung die kenianischen Christen schützen kann. Dies liegt vor allem daran, dass die Korruption im Land stark ausgeprägt ist und sich die Situation in Somalia nicht verbessert. Ermittlungen zu Gewalttaten, die sich gegen Christen richten, wurden von der Polizei nicht korrekt durchgeführt. Aufgrund der überwältigenden christlichen Mehrheit in der Bevölkerung werden die Christen jedoch wahrscheinlich politisch und wirtschaftlich dominant bleiben.

Die Tatsache, dass einige Fälle von Korruption auf hoher Ebene aufgedeckt wurden und dass innerhalb der Führung die Bereitschaft zur Transparenz besteht, zeigt in geringem Maße eine Verbesserung der Korruptionssituation. Diese Verbesserung könnte ausländische Organisationen dazu veranlassen, einer großen Anzahl von Bevölkerungsgruppen, die von Armut betroffen sind, Hilfe zukommen zu lassen (denn die Korruption hat auch das Vertrauen der Spender erschüttert).

4) Die Angriffe auf Christen führen zu einer humanitären Katastrophe im Nordosten

Im Laufe der Jahre waren die Christen in den Bezirken Garissa, Mandera und Wajir ständigen Bedrohungen und Angriffen von Al Shabaab und deren Anhängern ausgesetzt. Dies hat viele christliche Lehrer, Krankenschwestern und andere humanitäre Helfer veranlasst, diese Bezirke zu verlassen. So heißt es zum Beispiel in einem Bericht der Nichtregierungsorganisation „International Crisis Group“ vom 4. April 2019: „Grundschulen und weiterführenden Schulen sind am stärksten betroffen. Im Februar 2018 haben die Behörden nach der Ermordung von zwei Lehrern durch Al Shabaab Berichten zufolge 250 Schulen in der Region geschlossen. Einige haben inzwischen wieder geöffnet, aber fast einhundert Schulen in den drei nordöstlichen Bezirken an der Grenze zu Somalia arbeiten nur mit dem Schulleiter und ohne weiteres Lehrpersonal. Unter dem Druck von beunruhigten Lehrern hat der Staat etwa 2.000 von ihnen aus dem Gebiet versetzt.“ Dieser Trend hat sich im Weltverfolgungsindex 2021 fortgesetzt und wird wahrscheinlich weitergehen, bis wieder für Sicherheit gesorgt ist.

3. Religiöse Situation im Land

Die kenianische Verfassung garantiert die Religionsfreiheit.

Christen haben das moderne Kenia maßgeblich mitgestaltet. Kenia ist eine mehrheitlich christliche Nation, in der Christen schätzungsweise 82,2 % der Bevölkerung ausmachen (Schätzung der World Christian Database (WCD) aus dem Jahr 2020). Die Christen sind hauptsächlich im Westen und in der Mitte des Landes zu finden, während die muslimische Bevölkerung vor allem in den östlichen Küstenregionen angesiedelt ist. Viele Kenianer beziehen traditionelle Glaubensformen in ihre religiösen Praktiken ein.

4. Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung

Obwohl Kenia ein Land mit christlicher Bevölkerungsmehrheit ist (82,2 % der Bevölkerung sind Christen laut einer Schätzung der WCD), ist islamische Unterdrückung die Haupttriebkraft der Verfolgung. Schätzungsweise 7,9 % der kenianischen Bevölkerung sind laut WCD-Statistiken Muslime, von denen die Mehrheit sunnitisch ist. Die muslimische Bevölkerung lebt im Nordosten und in den Küstengebieten Kenias, hat sich aber auch in anderen Teilen des Landes ausgebreitet und begonnen, auf die empfundene Benachteiligung in der kenianischen Gesellschaft zu reagieren. Inspiriert von extremistischen islamischen Einflüssen, die von Somalia ausgehen, folgen muslimische Politiker, die muslimisch dominierte Wahlkreise in Kenia repräsentieren, einer Agenda, die Kirche aus ihren Wahlkreisen zu eliminieren. Auch der Nordosten des Landes ist stark von islamischer Unterdrückung betroffen. Extremistische Muslime, die in Kenia leben, sowie Militante, die die Grenze von Somalia aus überqueren, verfolgen Christen massiv und waren in den letzten Jahren für die Ermordung von Hunderten von Christen verantwortlich. Um die Problematik der Christen im Nordosten und in den Küstengebieten zu verdeutlichen, berichtete ein Experte für das Land: „Die Bezirke im Osten und an der Küste sind aus historischen Gründen seit langer Zeit unter starkem islamischem Einfluss – hier kamen die Muslime zuerst an (lange vor den christlichen Missionaren in Kenia), wie generell entlang der Ostküste Afrikas. Zu den Bezirken, in denen mittlere bis sehr schwere durch diese Triebkraft der Verfolgung [islamische Unterdrückung] motivierte Übergriffe verübt werden, gehören Mandera, Wajir, Garissa, Lamu, Kilifi und Kwale.“

Auch wenn das Problem der islamischen Unterdrückung und des militanten Islam in Kenia eine neuere Entwicklung darstellt, so hat es doch bereits seit den 1990er-Jahren zugenommen. Im Jahr 1992 wurde die ‚Islamic Party of Kenya‘ (IPK) gegründet, aber 1994 wurde ihr die Zulassung verweigert. In einem Bericht des US-amerikanischen Combating Terrorism Center (CTC) vom Juli 2019 heißt es: „Das Verbot der IPK führte zu einer Phase des Protests und der politischen Unruhen, gefolgt von einer Zersplitterung des islamistischen Aktivismus an der Küste. Neue islamistische Vereinigungen und Organisationen wuchsen, einige versuchten, den neuen politischen Raum für Aktivismus zu nutzen, während andere sich statt an eine offizielle politische Plattform an Moscheen, inoffizielle Gruppierungen und Medien wandten, um militantere, populistische Botschaften zu verbreiten.“

Organisiertes Verbrechen und Korruption

Korruption ist in Kenia weit verbreitet und wirkt sich sowohl auf das öffentliche als auch auf das private Leben aus. Laut Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 2019 von Transparency International liegt Kenia auf Platz 137 von 180 Ländern, das ist Platz 43 auf der Liste der korruptesten Länder. Aufgrund der in Kenia herrschenden Korruption werden Täter nur unzureichend strafrechtlich verfolgt. Davon sind viele Institutionen, darunter das Parlament, die Justiz und vor allem die Exekutive, betroffen. Dies wiederum erschwert den Christen die Inanspruchnahme von Rechtsmitteln und den Schutz durch die Polizei, wenn er erforderlich ist. Berichte deuten auch darauf hin, dass Al Shabaab tödliche Angriffe durchführen konnte, indem sie Bestechungsgelder an Sicherheitsbeamte für die Einfuhr von Waffen und Munition zahlte. Vor diesem Hintergrund muss die Verfolgung von Christen gesehen werden. Die Verantwortlichen ergreifen keine Maßnahmen gegen Menschen, die Christen wegen ihres Glaubens angreifen, und das wiederum gibt weiteren Verfolgungshandlungen Auftrieb.

Ethnisch-religiöse Feindseligkeit

Im Nordosten Kenias wird eine Abkehr vom Islam gleichgesetzt mit dem Verlassen des Clans/der ethnischen Gruppe der Somali. Darüber hinaus haben einige der Stammes- und Dorfoberhäupter in der nordöstlichen Region die gleiche christenfeindliche Haltung wie die Dschihadisten.

5. Verfolger

Ausgehend von islamischer Unterdrückung

  • Gewalttätige religiöse Gruppen: Die islamistische Miliz Al Shabaab ist der Hauptakteur der Verfolgung in Kenia. Die Gruppe stammt aus Somalia; ihr Hauptziel ist die Errichtung eines islamischen Staates in Somalia. Ihre Anwesenheit in Kenia ist die Folge einer Vergeltungsmaßnahme gegen eine bewaffnete Intervention Kenias, als Kenia die Afrikanische Union mit Truppen zur Niederschlagung des Aufstandes in Somalia unterstützte. Die Gruppe verübt Selbstmordattentate und andere brutale Taten gegen alle, die sie für Feinde des Islam hält. Es wird der Gruppe nachgesagt, Verbindungen zu militanten Gruppen in Algerien und Nigeria zu haben.
  • Nichtchristliche religiöse Leiter: Lehrer in Medressen und Moscheen sind dafür bekannt, Hassbotschaften gegen Christen zu verbreiten. Ein Experte für das Land stellte fest: „Islamische Anführer haben die Verfolgung hauptsächlich vorangetrieben. Sie haben das Ausmaß der Verfolgung, insbesondere gegen Christen muslimischer Herkunft, angeheizt. Dies zeigt sich in verschiedenen Fällen, in denen Christen muslimischer Herkunft gezielt von ihnen dazu gezwungen wurden, ihrem Glauben abzuschwören, und sie mit dem Tod bedroht wurden, falls dies nicht geschehen würde. Das ist in den Küstengebieten und im nordöstlichen Teil Kenias weitverbreitet.“
  • Gewöhnliche Bürger: In muslimisch dominierten Gebieten sieht die einheimische Bevölkerung Christen als Fremde und sogar als Eindringlinge an. Ein Experte für das Land stellte fest: „Die Verfolgung von Christen durch Bürger aus der breiteren Gesellschaft erfolgte hauptsächlich aufgrund der Verfolgungstriebkraft islamische Unterdrückung. Das Gleiche gilt in den Gebieten mit muslimischer Mehrheit wie im Nordosten Kenias und in den Küstenregionen des Landes. Dies zeigt sich in diesen Gebieten insbesondere für Christen muslimischer Herkunft, die der extremen Gefahr von Tod oder Verletzung ausgesetzt sind, da sie ständig von Personen aus ihrer eigenen Gemeinschaft bedroht werden. Auch andere Christen in diesen Gebieten sind von Angriffen bedroht, da sich die von gewalttätigen religiösen Gruppen wie Al Shabaab geschaffene Rhetorik über die Minderwertigkeit und Vernichtung der Christen auch auf die breitere Bevölkerung in diesen Gebieten ausgeweitet hat.“
  • Familienmitglieder: Die Vorstellung, den Islam zu verlassen, wird als eine Bedrohung für Familie, Gesellschaft und den größeren Clan/die ethnische Gruppe gesehen. Ein Experte für das Land stellt fest: „Die Großfamilie ist für Christen in Kenia eine Ursache der Verfolgung. Dies gilt besonders für Christen muslimischer Herkunft. Die Situation ist so schlimm, dass Familienmitglieder sogar bereit sind, ihren Angehörigen Gewalt anzutun.“
  • Organisiertes Verbrechen und Korruption: Die gewalttätigen religiösen Gruppen machen sich auch kriminelle Organisationen und Syndikate zunutze, um ihre Taten zu finanzieren. Außerdem gelingt es ihnen so, sich polizeilichen Maßnahmen zu entziehen.

Ausgehend von organisiertem Verbrechen und Korruption

  • Netzwerke des organisierten Verbrechens: Durch die systemische Korruption im Land ist auch das Durchsetzen der Rechtsstaatlichkeit nicht einfach. Und so werden Christen Opfer von Verfolgung, ohne Aussicht auf Abhilfe.
  • Regierungsbeamte: Regierungsbeamte werden bestochen, um gegen die Interessen der Christen zu handeln. Dies geschieht vor allem im Bereich der Strafverfolgung, wo gegen Christen erfundene Anklagen erhoben werden, nur weil sie Christen sind. Beamte verschließen auch die Augen vor den Aktivitäten der Verfolger, was dann weitere Verfolgungshandlungen begünstigt.
  • Gewalttätige religiöse Gruppen: Es gibt Anzeichen dafür, dass Al Shabaab die tödlichen Anschläge an der Universität von Garissa im April 2015 durch die Zahlung von Bestechungsgeldern an Sicherheitsbeamte für die Einfuhr von Waffen und Munition durchführen konnte. Darüber hinaus gibt es Berichte aus dem Nordosten des Landes, dass die Gruppe Al Shabaab und ihre Unterstützer Einnahmen für Aktionen erzielen, indem sie hohe Bestechungsgelder an Beamte zahlen, um den illegalen Handel über den Hafen von Kismaayo zu ermöglichen.

Ausgehend von ethnisch-religiöser Feindseligkeit

  • Anführer ethnischer Gruppen: Diese agieren in „Zusammenarbeit“ mit Verfolgern ausgehend von islamischer Unterdrückung. So ist im Nordosten Kenias die Abkehr vom Islam gleichbedeutend mit dem Verlassen des Clans und der ethnischen Gruppe der Somali. Außerdem vertreten einige Anführer ethnischer Gruppen in diesen Gebieten die gleichen christenfeindlichen Ansichten wie Al Shabaab.

6. Regionale Brennpunkte der Verfolgung

Die Christen, die im und um den Nordosten des Landes leben, müssen mit der Angst leben, dass sie jederzeit angegriffen werden können. Brennpunkte für Angriffe von Al Shabaab sind die Bezirke Mombasa, Mandera, Garissa, Wajir, Lamu und Tana River. In diesen Gebieten gibt es viele ortsansässige Informanten, die bei der Organisation von Angriffen auf Kirchen und Christen helfen. Daher haben viele Christen beschlossen, aus diesen Gebieten in die Mitte des Landes umzuziehen.

7. Betroffene Christen

Drei Kategorien von christlichen Gemeinschaften im Land werden verfolgt, aber das Ausmaß der Verfolgung hängt davon ab, wo sie leben und welchen christlichen Gruppen sie angehören.

Ausländische Christen und Arbeitsmigranten

Ausländische Christen sind in Kenia sind nicht von anderen christlichen Gruppen isoliert und werden daher bei den Analysen zum Weltverfolgungsindex nicht als eine separate Kategorie betrachtet.

Christen aus traditionellen Kirchen

Kirchen dieser Kategorie sind in vielen Teilen des Landes zu finden. Die Art und Intensität der Verfolgung, der sie ausgesetzt sind, variieren von Region zu Region. In islamisch dominierten Gebieten ist die vorherrschende Triebkraft der Verfolgung Islamische Unterdrückung und die Intensität der Verfolgung ist sehr hoch.

Christen anderer religiöser Herkunft

Christen mit muslimischem Hintergrund finden sich vor allem in den muslimisch dominierten Gebieten im Nordosten und entlang der Küste (einschließlich Mombasa). Im Allgemeinen sind Christen muslimischer Herkunft mit einer anderen Verfolgungsdynamik konfrontiert als Christen ohne muslimischen Hintergrund. Sie stehen unter starkem Druck vonseiten ihrer Familie und Freunde und können, wenn sie von Gruppen wie Al Shabaab entdeckt werden, auch getötet werden. Christen muslimischer Herkunft werden auch von Mobs oder kleineren Gruppen aus den lokalen islamischen Gemeinschaften ins Visier genommen.

Christen aus protestantischen Freikirchen

Zu dieser Kategorie gehören Gruppen wie Baptisten, Evangelikale, Pfingstgemeinden und charismatische Gemeinden. Sie sind überall im Land zu finden. Christen aus protestantischen Freikirchen leben ihren christlichen Glauben am aktivsten und sind daher starker Verfolgung ausgesetzt.

8. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben 11.7
Familienleben 9.2
Gesellschaftliches Leben 10.5
Leben im Staat 8
Kirchliches Leben 10.3
Auftreten von Gewalt 12.8

Grafik: Verfolgungsmuster Kenia

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die Platzierung auf dem Weltverfolgungsindex. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Das Verfolgungsmuster zeigt:

  • Der durchschnittliche Druck auf die Christen in Kenia hat weiterhin ein hohes Ausmaß von 9,9 Punkten, ist aber im Vergleich zum Weltverfolgungsindex 2020 gesunken (10,5 Punkte).
  • Mit Ausnahme der Bereiche Leben im Staat und Familienleben liegt der Druck auf Christen in allen Bereichen über 10 Punkten, am höchsten ist er im Bereich Privatleben (11,7 Punkte), was den sehr hohen Druck auf Christen muslimischer Herkunft in der nordöstlichen Region widerspiegelt. Der zweithöchste Druck findet sich im gesellschaftlichen und kirchlichen Leben, ein Hinweis darauf, dass das kirchliche und gesellschaftliche Leben im Nordosten aufgrund der Bedrohung durch die Al Shabaab und ihre Anhänger sehr schwierig ist.
  • Der Wert für Gewalt ist sehr hoch und steigt von 9,1 Punkten im Weltverfolgungsindex 2020 auf 12,8 Punkte im Weltverfolgungsindex 2021.

Zu jedem untersuchten Lebensbereich sind im Folgenden vier der jeweils am höchsten bewerteten Fragen des Fragebogens, der zur Erstellung des Weltverfolgungsindex ausgefüllt wird, sowie Erkenntnisse aus deren Beantwortung angeführt. Den vollständigen Fragebogen finden Sie unter: www.opendoors.de/methodik

Privatleben

Wurde ein Wechsel der Religion (auch der Wechsel der Denomination innerhalb des Christentums) abgelehnt, verboten oder mit einer Strafe belegt?

In den mehrheitlich muslimischen Nordost- und Küstenregionen Kenias besteht für Christen muslimischer Herkunft die Gefahr eines tödlichen Angriffs, wenn sie ihren Glauben offenbaren. Diese Angriffe können von Familienmitgliedern oder von Mitgliedern ihres jeweiligen sozialen Umfelds initiiert werden. Ein Experte für das Land stellte fest: „Der Glaubenswechsel ist von muslimischen Anführern und der muslimischen Bevölkerung im nordöstlichen Teil Kenias sowie in den Küstenregionen massiv bekämpft worden. Christen muslimischer Herkunft sind in großer Gefahr, entweder getötet oder verprügelt zu werden. Es gibt Berichte darüber, dass Christen muslimischer Herkunft verprügelt werden oder Todesdrohungen erhalten und gezwungen sind, aus ihren Häusern zu fliehen, wo sie in Gefahr sind. Dies wird durch die Präsenz von Al Shabaab in diesen Gebieten stark angeheizt, wo die Gruppe versucht, durch die von ihr verbreitete Propaganda gegen Christen Unterstützung unter der muslimischen Bevölkerung zu gewinnen.“

War es für Christen riskant, ihren Glauben in schriftlicher Form persönlich zu bekunden (auch auf Blogs oder Facebook etc.)?

In muslimisch dominierten Gebieten sehen sich Christen muslimischer Herkunft heftigen Gegenreaktionen ausgesetzt, wenn sie über Glaubensthemen sprechen. Ein Experte für das Land verglich die Situation der Christen muslimischer Herkunft mit der anderer christlicher Gruppen und sagte: „Es ist für Christen im Allgemeinen nicht riskant, ihren Glauben in schriftlicher Form persönlich zu offenbaren, da die Mehrheit der christlichen Bevölkerung sich in öffentlichen Foren frei äußert. Für Christen muslimischer Herkunft in muslimischen Mehrheitsgebieten ist es jedoch riskant, ihren Glauben zu offenbaren, aus Angst vor Gegenreaktionen ihrer ehemaligen Leiter und Mitglieder ihres sozialen Umfelds.“

War es für Christen riskant, mit ihren engsten Familienmitgliedern über ihren Glauben zu reden?

Ein Experte für das Land stellte fest: „Im Allgemeinen ist es für Christen nicht riskant, mit direkten Familienangehörigen über ihren Glauben zu sprechen, gefährlich wird es jedoch in Gebieten mit extremistisch-muslimischem Einfluss, und dies gilt besonders für Christen muslimischer Herkunft. Christen muslimischer Herkunft begeben sich in ernsthafte Gefahr, wenn sie mit ihren muslimischen Familienmitgliedern über ihren Glauben sprechen.“

War es gefährlich, privat christliche Materialien zu besitzen oder aufzubewahren?

Für Christen muslimischer Herkunft ist der Besitz von christlichen Materialien sehr riskant. Für andere Christen ist der Besitz von christlichen Materialien in manchen Gegenden riskant, weil Al-Shabaab-Kämpfer manchmal von Haus zu Haus gehen, um Christen ausfindig zu machen.

Familienleben

Sind Kinder von Christen wegen des Glaubens ihrer Eltern schikaniert oder diskriminiert worden?

In muslimisch dominierten Gebieten sind christliche Kinder mit Schikanen, Mobbing und anderen Formen der Verfolgung konfrontiert. In Schulen werden sie oft dazu gezwungen, sich wie muslimische Schüler zu kleiden. Dieses Problem hat in christlichen Familien Ängste ausgelöst.

Wurden christliche Ehepartner von Nichtchristen in Scheidungsfällen vom Recht oder der Möglichkeit ausgeschlossen, das Sorgerecht für die Kinder zu beantragen?

Dies ist ein weiterer Bereich, in dem Christen Schwierigkeiten ausgesetzt sind. Christen muslimischer Herkunft droht nicht nur der Ausschluss aus der Gesellschaft, sondern im Falle einer Scheidung auch der Verlust des Sorgerechts für die Kinder.

Haben Christen ihre Erbrechte aufgrund ihrer Hinwendung zum christlichen Glauben oder (wenn die Person bereits Christ war) zu einer anderen Form des christlichen Glaubens verloren?

Christen muslimischer Herkunft wird oft ihr Erbrecht in der Familie aberkannt. Da die meisten Erbschaftsangelegenheiten von den Ältesten der Gemeinschaft geregelt werden, gibt es für Menschen, die den Islam verlassen, keine Verhandlungsmöglichkeiten. Dies gilt als Warnung für andere, die vielleicht darüber nachdenken, den Islam zu verlassen und einer anderen Religion, zum Beispiel dem christlichen Glauben, zu folgen.

Haben christliche Ehepartner und/oder Kinder von Christen bedingt durch Verfolgung über einen längeren Zeitraum Trennung erlitten?

Christen muslimischer Herkunft wird oft der Kontakt zu ihren Kindern verweigert, um sie zur Rückkehr zum Islam zu drängen. Ein Experte für das Land stellte fest: „Christliche Familien, am meisten die von Christen muslimischer Herkunft, sind gezwungen, sich aus Sicherheitsgründen von Familienmitgliedern zu trennen. Eine dieser Familien ist die von Abu-Bakr, eine vierköpfige, ehemals muslimische Familie (eine Ehefrau und zwei Kinder im Alter von vier und fünf Jahren). Abu-Bakr und seine Familie entschieden sich im November 2018, Christen zu werden. Als die örtliche Moschee von ihrem Glaubenswechsel erfuhr, wurde das Leben der vier bedroht und sie waren gezwungen zu fliehen, zogen von einem christlichen Haus zum anderen und mussten ihr gemietetes Haus und das zwei Hektar große Land zurücklassen, auf dem sie Feldfrüchte angebaut hatten. Unterwegs war die Familie gezwungen, ihre Kinder zu ihrer Sicherheit bei ‚Guten Samaritern‘ zu lassen.“

Gesellschaftliches Leben

Waren Christen von Entführung und/oder Zwangsheirat bedroht?

Im Nordosten und in der Küstenregion sind Christen von Entführungen durch Al Shabaab bedroht. Auch ein italienischer Entwicklungshelfer wurde im November 2018 entführt und erst im Mai 2020 wieder freigelassen.

Wurden Christen von ihrem Umfeld unter Druck gesetzt, ihren Glauben zu widerrufen?

Für Christen muslimischer Herkunft ist dieses Problem sehr schwerwiegend. Jeder bekannte Christ muslimischer Herkunft wird unter Druck gesetzt, dem christlichen Glauben abzuschwören oder die Konsequenzen zu tragen, die bis hin zu Angriffen von Mobs und Ermordung reichen können.

Wurden Christen im Alltag aus religiösen Gründen belästigt, bedroht oder behindert (z. B. weil sie sich nicht an durch die Mehrheitsreligion oder die Tradition vorgeschriebene Kleiderordnungen usw. halten)?

In Gebieten mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit stehen Christen vor vielen Problemen: Es ist zum Beispiel sehr üblich, dass das Weideland oder Trinkwasser gemeinschaftlich geteilt werden. Aber in Gebieten mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit wird dies den Christen besonders schwer gemacht. Hauptverantwortliche für diese Verfolgung sind in erster Linie direkte Familienmitglieder oder Mitglieder der Großfamilie (bei Christen muslimischer Herkunft), aber auch nichtchristliche religiöse Leiter und Anführer ethnischer Gruppen.

Wurden Christen von ihren lokalen Gemeinschaften oder von privaten Gruppen überwacht (dazu gehören auch Meldungen an die Polizei, Beschattung, das Abhören von Telefonleitungen, das Lesen/Zensieren von E-Mails usw.)?

Einige Beobachter glauben, dass Informanten von Al Shabaab in den Dörfern jede einzelne christliche Bewegung überwachen. Ein Experte für das Land stellte fest: „Christen mit muslimischem Hintergrund werden entweder von engen Familienangehörigen oder von ihrem sozialen Umfeld überwacht. Dies ist auf den Einfluss von Al Shabaab zurückzuführen, deren eines von vielen Zielen die Ausrottung des christlichen Glaubens ist. Sie haben die Bevölkerung indoktriniert, dass das Christentum böse sei und ausgerottet werden müsse, um eine breite Unterstützung in der Bevölkerung zu erhalten. Die Christen werden in ihren täglichen Bewegungen beobachtet, was unter den Christen muslimischer Herkunft in den nordöstlichen Gebieten Kenias Angst auslöst.“

Leben im Staat

Wurden Christen aus religiösen Gründen am Reisen gehindert?

Christen, die im Nordosten sowie in den Bezirken Tana River und Lamu unterwegs sind, sind nach wie vor der ständigen Gefahr von Angriffen ausgesetzt. Bei früheren Angriffen wurden Christen ausgesondert (von Muslimen getrennt) und ermordet. Dies hat die Reisemöglichkeiten für Christen stark eingeschränkt, besonders für diejenigen, die aktiv das Evangelium verkünden.

Sind Christen bei der Zusammenarbeit mit den Behörden (Gemeindeverwaltung, Regierung, Armee usw.) aus religiösen Gründen diskriminiert worden?

Korruption, ethnische Zugehörigkeit und Glaubenszugehörigkeit spielen im Umgang mit den Behörden eine maßgebende Rolle. Im Nordosten und in den Küstengebieten spielt die Religion eine Schlüsselrolle, und die Christen werden in diesen Gebieten auf vielen Ebenen diskriminiert.

Wurden Christen daran gehindert, ihre Ansichten oder Meinungen in der Öffentlichkeit zu äußern?

Auch wenn die Religions- und Meinungsfreiheit auf nationaler Ebene respektiert wird, ist dieses Thema auf Bezirksebene problematisch. Ein Länderexperte berichtet: „Eine Befragte sagte: ‚Es ist einfache Logik. Man spricht nicht über Religion oder über die Kirche in Gegenwart von Muslimen, wenn man in Sicherheit bleiben will. Das lernt man sehr schnell, wenn man an der Küste angekommen ist. Das wird einem hier zuallererst beigebracht. Aber ihnen ist es erlaubt, über Mohammed und so weiter zu sprechen. Damit muss man leben.‘ Die Befragte war eine Mitarbeiterin einer Nichtregierungsorganisation und sprach über ihre Erfahrungen in den Bezirken Mombasa, Kwale, Tana River und Lamu.“

Wurden Christen von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen, oder wurde ihre Beförderung aus religiösen Gründen behindert?

Eine Beförderung, ein Wahlsieg und andere Privilegien und Vergünstigungen in Kenia gehen Hand in Hand mit der ethnischen und religiösen Zugehörigkeit. In Gebieten mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit ist es für Christen schwieriger, eine Anstellung zu bekommen, befördert oder in ein öffentliches Amt gewählt zu werden. Ein Experte für das Land stellt fest: „Christen oder solche, die nicht als einheimisch/muslimisch gelten, können in diesen Regionen nicht gewählt werden; jeder, der es versucht, wird automatisch ausgeschlossen, verunglimpft und verfolgt, weil er nicht der ‚richtigen‘ Religion und dem ‚richtigen‘ Stamm angehört. Die Muslime in diesen Gebieten sind nicht damit einverstanden, von jemandem angeführt zu werden, den sie für einen ‚Kafir‘ halten.“

Kirchliches Leben

Ist der offene Verkauf oder die Verteilung von Bibeln und anderen christlichen Materialien behindert worden?

In Gebieten mit überwiegend muslimischer Bevölkerung ist es wahrscheinlich, dass solche Aktivitäten einen Angriff durch einen lokalen Mob provozieren oder die Namen der beteiligten Christen an Al Shabaab und ihre Unterstützer weitergegeben werden. Ein Länderexperte merkt an: „Offenes Verkaufen oder Verteilen von Bibeln und anderen christlichen Materialien in den Bezirken Garissa, Wajir und Lamu wird die falsche Art von Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Es ist nicht offiziell verboten oder verhindert worden, aber die Brutalität von Al Shabaab hat die Christen davon abgeschreckt.“

Wurden kirchliche Aktivitäten überwacht, behindert, gestört oder blockiert?

In den nordöstlichen und küstennahen Gebieten ist dieses Problem schon seit Jahren bekannt, hat sich aber jetzt durch das Vordringen von Al Shabaab noch verschärft. Viele Christen vermeiden es aus Angst vor Angriffen, in die Kirche zu gehen, und es besteht wenig Vertrauen in die Regierung, dass diese für Schutz sorgt. Infolgedessen ist es üblich, dass Kirchengemeinden in der Region, die früher sonntags Hunderte von Gottesdienstbesuchern hatten, jetzt nur noch wenige Zusammenkünfte abhalten. Ein Experte für das Land stellte fest: „Die Tatsache, dass fast alle Kirchen in Kenia aufgrund der anhaltenden Bedrohung durch Terroranschläge nun bewaffnete Sicherheitskräfte brauchen, schränkt sie in ihrer Arbeit ein. In einigen Gebieten, vor allem in den muslimisch dominierten Bezirken Wajir, Marsabit, Mandera, Garissa und Lamu, können die Kirchen keine Abendgottesdienste abhalten und in vielen Fällen werden ihnen Genehmigungen für Evangelisationsveranstaltungen unter freiem Himmel verweigert. Muslime müssen keine vergleichbaren Einschränkungen erdulden und gehen frei ihren religiösen Aktivitäten nach.“

Wurden Kirchen daran gehindert, christliche Aktivitäten außerhalb der Kirchengebäude zu organisieren?

Jede Form von Zusammenkünften außerhalb von Kirchen kann im Nordosten und in der Küstenregion zu Angriffen führen, besonders in Wajir, Mandera und Lamu.

Wurden christliche Gemeinden beim Bau oder der Renovierung von Kirchengebäuden oder bei der Zurückforderung bzw. erneuten Nutzung historischer religiöser Gebäude und Gotteshäusern behindert, die ihnen früher genommen wurden?

Im Nordosten und in den Küstengebieten renovieren die Christen ihre Kirchen nicht mehr und sie bauen auch keine neuen, vor allem weil sie von Angriffen lokaler extremistischer Muslime und Al Shabaab bedroht sind.

Auftreten von Gewalt

Für den Berichtszeitraum zum Weltverfolgungsindex 2021 gilt Folgendes:

  • Getötete Christen: Christen haben besonders im Nordosten Kenias unter der dschihadistischen Gruppe Al Shabaab schwer gelitten. Mindestens 17 Christen wurden getötet. Beispiele:
    1. Dezember 2019: Mutmaßliche Al-Shabaab-Kämpfer fingen im Norden Kenias einen Bus ab und wählten gezielt alle aus, die keine muslimischen ethnischen Somalis waren. 9 Christen wurden getötet und 2 werden vermisst.
    2. Januar 2020: 4 Schulkinder wurden getötet, als Al-Shabaab-Kämpfer aus Somalia einen Telekommunikationsmast angriffen; 3 christliche Grundschullehrer im Dorf Kamuthe (im Bezirk Garissa) wurden nachts von Al-Shabaab-Kämpfern getötet.
    3. Februar 2020: Zwei Christen waren unter den drei Menschen, die getötet wurden, nachdem mutmaßliche Al-Shabaab-Kämpfer einen Bus angegriffen hatten, der von Mandera nach Nairobi unterwegs war. Sie wurden hingerichtet, weil sie das islamische Glaubensbekenntnis nicht sprachen.
  • Verhaftungen von Christen: Zwei Christen wurden aufgrund ihres Glaubens festgehalten. Einer wurde fälschlicherweise beschuldigt, auf einen Koran getreten zu sein.
  • Angriffe auf Kirchen: Mindestens sieben Kirchen wurden angegriffen, einige von Al Shabaab und andere von Bürgerwehrgruppen.
  • Angriffe auf Häuser und Geschäfte von Christen: Mindestens 110 Häuser oder Geschäfte wurden entweder angegriffen oder zerstört, so dass viele Christen gezwungen waren, aus dem Nordosten nach Nairobi und an andere sicherere Orte umzusiedeln.

9. Verfolgung anderer religiöser Gruppen

Hinsichtlich anderer religiöser Gruppen im Land gibt es keine Berichte, die auf deren Verfolgung schließen lassen. Einige Analysten sagen, dass Al Shabaab zwar in erster Linie Christen angreife, aber alle Gruppen mit Ausnahme der sunnitischen Muslime im Visier habe.

In einigen Teilen Kenias werden Muslime – insbesondere Angehörige der ethnischen Gruppe der Somali – in christlich dominierten Gebieten diskriminiert.

10. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Kenia:

  • Bitte beten Sie für die Menschen in Kenia, die neu zum Glauben an Jesus Christus kommen. Beten Sie, dass sie in Anfechtungen und Verfolgung die Treue des Herrn erleben, dass er sie schützt und versorgt. Beten Sie, dass Gott ihnen durch seinen Geist Freude, Frieden und Mut schenkt.
  • Beten Sie für die Christen im Nordosten, die von tödlichen Angriffen durch Al Shabaab bedroht sind. Bitten Sie Gott, sie zu beschützen und ihnen tiefen inneren Frieden zu geben.
  • Beten Sie, dass die Gemeinde in Kenia ausgerüstet wird, um Christen zu Jüngern zu machen, Leiter auszubilden und ihren Nachbarn das Evangelium wirksam zu verkündigen – und so die weltweite Gemeinde zur Ehre Christi zu stärken und auszuweiten.