Länderprofil Malaysia

Malaysia

46
Weltverfolgungsindex
2021
Flagge Malaysia
Hauptreligion
Islam
Platz Vorjahr
40
Karte Malaysia
Christen
2,99
Bevölkerung
32.87
Islamische Unterdrückung
Diktatorische paranoia
Privatleben: 12.100
Familienleben: 14.300
Gesellschaftliches Leben: 12.900
Leben im Staat: 11.500
Kirchliches Leben: 10.000
Auftreten von Gewalt: 2.400

Länderprofil Malaysia

Position auf dem Weltverfolgungsindex

Platz 46 / 63 Punkte (WVI 2020: Platz 40 / 62 Punkte)

Berichtszeitraum: 1. Oktober 2019 – 30. September 2020

Vollständiges Länderprofil

Dieses Länderprofil ist ein übersetzter Auszug aus dem Country Dossier von World Watch Research, der Forschungsabteilung von Open Doors. Das vollständige Country Dossier mit weiteren Hintergrundinformationen finden Sie hier.

Kurze Zusammenfassung

Christen muslimischer Herkunft erleben am meisten Druck und Anfeindungen, da von jedem ethnischen Malaien erwartet wird, muslimisch zu sein. Wer davon abweicht, richtet sich nicht nur gegen die Verfassung, sondern auch gegen die Gesellschaft insgesamt und natürlich gegen Familie und Nachbarschaft. Katholiken und Methodisten sowie Nichtregierungsorganisationen werden von den Behörden beobachtet. Aber noch häufiger werden protestantische Freikirchen ins Visier genommen, da diese dazu neigen, ihren Glauben aktiver zu bezeugen. Die jüngsten politischen Umwälzungen in der malaysischen Politik im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2021 haben streng islamische Parteien wie die „Islamische Partei Malaysias“ (PAS), die jetzt Mitglied der Regierung ist, gestärkt. PAS-Mitglieder äußern sich regelmäßig gegen religiöse und ethnische Minderheiten, darunter auch Christen.

 

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1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Jahr

Punktzahl

Platzierung

2021

63

46

2020

62

40

2019

60

42

2018

65

23

2017

60

31

Die Punktzahl Malaysias stieg im Weltverfolgungsindex 2021 nur um 0,8 Punkte. Dabei muss daran erinnert werden, was vor einem Jahr in diesem Abschnitt gesagt wurde:

„Um den Zuwachs von 2 Punkten im Weltverfolgungsindex 2020 zu verstehen, muss man auf den Rückgang von 5 Punkten im Weltverfolgungsindex 2019 (im Vergleich zum Weltverfolgungsindex 2018) zurückblicken, der das überraschende Ergebnis der politischen Wahlen im Jahr 2018 widerspiegelt. Am deutlichsten sanken die Werte in dieser Zeit beim Druck im staatlichen und kirchlichen Lebensbereich, aber auch bei der Gewalt. Vor allem Minderheiten wie Christen, Hindus und Buddhisten setzten Hoffnung in die neue Regierung, die jedoch bei vielen ihrer Initiativen einen Rückzieher machen musste und an der „Affirmative-Action-Politik“ gegenüber muslimischen Malaien festhielt. Diese zum Teil enttäuschten Hoffnungen spiegeln sich in der Erhöhung um zwei Punkte im Weltverfolgungsindex 2020 wider. Christen und andere Minderheiten sind besonders enttäuscht und fühlen sich immer noch unsicher, seit drei christliche Mitarbeiter (und ein muslimischer Sozialaktivist) im November 2016 und Februar 2017 trotz aller staatlichen Ermittlungen spurlos verschwunden sind. Hinzu kommt, dass Gesetze schneller geändert werden als Mentalitäten, so dass eine wirkliche Veränderung für Christen in der Gesellschaft, wenn überhaupt, nur langsam zu sehen sein wird. Die bereits bestehende Kluft zwischen Ost- und Westmalaysia wurde vertieft, besonders im Fall des Staates Sarawak, der immer noch eine christliche Mehrheit hat.“

Die mit der Regierung der Pakatan Harapan (PH) verbundenen Hoffnungen haben sich vorerst zerschlagen. Während die Werte der Lebensbereiche im Großen und Ganzen gleich geblieben sind, stieg der Wert für Gewalt um fast einen Punkt.

2. Trends und Entwicklungen

1) Politische Unruhen bringen neue Unsicherheiten für Christen und andere religiöse Minderheiten

Laut einer Umfrage sind 84,3 % der Malaysier der Meinung, dass die Beziehung zwischen der Regierung und dem Volk der zwischen Eltern und Kind ähnelt. Es ist also keineswegs sicher, dass die malaiischen Bürger für eine wachsende Offenheit statt für Bevormundung stimmen woll(t)en. Dieser Wunsch nach Schutz und Sicherheit spiegelte sich auch in der Wahl des ehemaligen langjährigen Premierministers Mohamed Mahathir (auch bekannt als Dr. M) wider, der mit 93 Jahren zum ältesten gewählten Regierungschef weltweit wurde. Dieser Wunsch spiegelte sich auch in der Serie von Nachwahlen wider, die die PH-Regierung verlor, und schließlich in der Machtübernahme durch die neue Regierung der Perikatan Nasional (PN) im März 2020, die nicht möglich gewesen wäre, wenn die malaiisch-muslimische Mittelschicht nicht eine tiefe Angst vor dem Verlust ihrer vorteilhaften Position gehabt hätte. Es ist ein offenes Geheimnis, dass diese Angst von verschiedenen Gruppen in den sozialen Medien und darüber hinaus geschürt wurde.

Was im Länderprofil 2020 stand, wurde schneller Realität, als irgendjemand erwartet hatte: „Wenn die Regierung jedoch ihre Versprechen nicht einhält und es nicht schafft, den Wählern Erleichterung von den steigenden Lebenshaltungskosten zu verschaffen, ist es gut möglich, dass die Opposition (UMNO und die islamistische PAS-Partei) die Macht zurückerobern wird, trotz aller früheren Korruptionsskandale.“ Natürlich spielten auch die politischen Machtkämpfe zwischen und innerhalb der Parteien der PH-Koalition eine große Rolle. Die Tatsache, dass Oppositionsführer Anwar Ibrahim behaupten konnte, er verfüge über die Mehrheit im Parlament, ohne dass er aufgefordert wurde, dies zu beweisen, zeigt, wie instabil die momentane politische Situation ist.

Während 2018 immer als das Jahr in Erinnerung bleiben wird, in dem die Wählerschaft ihre Macht in Malaysia entdeckte und gegen Korruption und für einen Neuanfang stimmte, ist noch offen, wie 2020 in Erinnerung bleiben wird. Abgesehen von der Möglichkeit von vorgezogenen Neuwahlen ist es sehr wahrscheinlich, dass Malaysia zu seinen alten Regierungsmustern zurückkehren wird, nicht nur in Bezug auf Kleptokratie und Kuhhandel (wo Regierungsführer ihre Autorität nutzen, um öffentliche Gelder zum eigenen Vorteil zu veruntreuen), sondern auch in Bezug auf das Ignorieren und Vernachlässigen der Notlage ethnischer und religiöser Minderheiten. Während die Maßnahmen, die zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie eingeführt wurden, für die Regierung nützlich waren (die die gesundheitliche Seite der Krise viel besser bewältigte als viele von Malaysias Nachbarn), bleibt abzuwarten, ob die PN-Regierung die Erwartung der Bevölkerung nach anhaltendem wirtschaftlichem Wohlstand für die Mehrheit erfüllen kann, und zu wessen Kosten dies geschehen wird. Es gibt bereits Stimmen, die darauf hinweisen, dass die ethnischen und religiösen Minderheiten im Land um ihre Zukunft fürchten.

2) Verurteilung eines ehemaligen Premierministers

Die Verurteilung des ehemaligen Premierministers Najib Razak im Juli 2020 zu zwölf Jahren Haft in sieben Anklagepunkten, darunter Korruption, könnte das Potenzial haben, ein „Game-Changer“ zu sein. Als Sohn von Malaysias zweitem Premierminister gehört Razak zum politischen Adel des Landes, der weitgehend unantastbar ist. Nur eine Woche zuvor, am 22. Juli 2020, befand ein anderes Gericht, dass er 400 Millionen US-Dollar an ausstehenden Steuern zahlen muss, was zeigt, dass die Zeit der Unantastbarkeit vorbei sein könnte. Andererseits ist es eine offene Frage, ob das Berufungsgericht das Urteil aufrechterhalten wird und ob es eine politische Einmischung geben wird. Vorerst bleibt Najib Razak ein freier Mann, angefeuert von seinen Anhängern, die ihn „Bossku“ („mein Boss“) nennen. Dieser Fall hat das Potenzial, den Malaysiern als Weckruf zu dienen, Dinge anders anzugehen. Aber es hat auch das Potenzial, die alten Methoden der UMNO-Herrschaft zurückzubringen, sollte Razak sich der Justiz entziehen können. Die Tatsache, dass UMNO keine hundertprozentige Unterstützung für die neue PN-Regierung geäußert hat, zeigt bestenfalls, dass die Parteipolitik eine große Rolle in der neuen Regierung spielt. Man sollte bedenken, dass die Mehrheit der Regierung sehr dünn ist, vielleicht sogar bis auf eine Stimme, so dass diese Mehrheit von der Stimme des Abgeordneten (und ehemaligen Premierministers) Najib Razak abhängt.

Aus der Perspektive der ethnischen und religiösen Minderheiten, einschließlich der Christen, ist dies eine kritische Zeit. Das Zeitfenster für echte Veränderungen zum Wohle aller mag noch offen sein, aber es schließt sich schnell und die erste Chance wurde bereits vertan. Es sollte auch nicht vergessen werden, dass die islamisch-konservative PAS in mehreren Staaten regiert und nie wirklich geschwächt wurde. Im Dezember 2019 erhielten vier Muslime im Bundesstaat Terengganu eine einmonatige Gefängnisstrafe, weil sie das Freitagsgebet versäumt hatten. Christen und andere Minderheiten scheinen somit in eine besorgniserregende Zukunft zu blicken.

3. Religiöse Situation im Land

Die malaysische Verfassung definiert den „Malaien“ als einen Anhänger des Islam. Jeder Bürger malaiischer Abstammung wird daher als Muslim verstanden.

Ein Streitpunkt für religiöse Minderheiten ist die Frage des Sorgerechts bei Scheidungsfällen in religiös gemischten Ehen. Um das Sorgerecht erfolgreich zu beanspruchen, kann der Partner, der das Sorgerecht am ehesten verlieren wird (fast immer der Ehemann), schnell zum Islam konvertieren und einen Antrag bei den Scharia-Gerichten stellen, die dann dem nun muslimischen Ehepartner das Sorgerecht zusprechen. Theoretisch stehen die Zivilgerichte zwar über den Scharia-Gerichten, aber in der Praxis werden Scheidungsfälle häufig nicht von den Zivilgerichten, sondern von Scharia-Gerichten entschieden (wenn ein Elternteil zum Islam konvertiert), da die Polizei die einfachere Umsetzung einer Scharia-Entscheidung bevorzugt. Die vorherige Regierung hat versprochen, eine Lösung für dieses Problem zu finden, konnte aber nicht liefern. Die Gerichtsverfahren zur Frage des Sorgerechts dauern an. Der Bericht zur internationalen Religionsfreiheit des US-Außenministeriums von 2019 hält fest: „Das Verhältnis zwischen Scharia und Zivilrecht ist im Rechtssystem nach wie vor ungelöst.“

Die Islamisierung der Gesellschaft nimmt zu, was aber nicht zwangsläufig bedeutet, dass dies auch direkt auf die Politik übertragen wird. Die Wahlen im Jahr 2018 haben gezeigt, dass die Wähler eher an einer wirtschaftlichen Verbesserung interessiert waren und sich über das Ausmaß der Korruption in UMNO-Kreisen empörten. Die Entwicklungen im Jahr 2020 haben jedoch gezeigt, dass die Angst der malaiischen Muslime, Privilegien zu verlieren, weiterhin eine hervorragende Plattform ist, um Menschen zu mobilisieren und Politik zu betreiben. Im Alltag werden jedoch immer mehr Einschränkungen eingeführt, die auch Nichtmuslime betreffen. Gleichzeitig gibt es immer wieder Warnungen von muslimisch-malaiischen Organisationen und Politikern vor einer vermeintlichen Agenda der Christianisierung.

Zwar gibt es eine Bundesbehörde, die die Aufgabe hat, die religiöse Harmonie zu fördern und die Rechte religiöser Minderheiten zu schützen, doch ein Vergleich der verschiedenen Budgets ist aufschlussreich. Wie das US-Außenministerium in seinem Bericht zur internationalen Religionsfreiheit für 2019 feststellt: „Das Jahresbudget des Ministeriums für Nationale Einheit und Integration betrug etwa 275 Millionen Ringgit (67,3 Millionen Dollar), während allein für die Entwicklung des Islam durch die Behörde JAKIM 1,3 Milliarden Ringgit (317,9 Millionen Dollar) vorgesehen waren.“

4. Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung

Lange Zeit hatte Malaysia den Ruf, das wahrscheinlich beste Vorbild für ein liberales und tolerantes islamisches Land zu sein. Dieses Bild hat sich in den letzten Jahren jedoch verflüchtigt. Ein Beispiel dafür sind die fortgesetzten Versuche der Regierung, das Scharia-Strafrecht (Hudud) im Bundesstaat Kelantan einzuführen. Die konservative muslimische PAS-Partei, die Kelantan regiert, forderte erneut die sofortige Einsetzung des Scharia-Strafrechts unmittelbar nach den Wahlen im Mai 2018 und übernahm auch die Macht in Terengganu. Nach dem Regierungswechsel trat die PAS der nationalen Regierungskoalition bei und führt drei Ministerien (allerdings nicht das für religiöse Angelegenheiten).

Laut Verfassung ist das Scharia-Recht nicht mit dem Zivilrecht gleichgestellt, aber in der Praxis ist diese Regelung nicht so klar. Dies sieht man insbesondere in Fällen von Scheidung und Sorgerechtsstreitigkeiten. Zivilgerichte entscheiden häufig zugunsten der nichtmuslimischen Mutter des Kindes, weshalb Väter manchmal zum Islam übertreten. Dann kann er das Sorgerecht vor Scharia-Gerichten einfordern, welches dem muslimischen Vater das Sorgerecht zusprechen wird. Die Polizei zieht es vor, die Entscheidungen der Scharia-Gerichte umzusetzen, da dies weniger Probleme verursacht.

Es gibt ein Verbot der Verwendung des Wortes „Allah“ für Christen, des normalen Wortes für „Gott“ auf Malaiisch, nachdem das Oberste Gericht im Januar 2015 das Urteil gegen eine katholische Zeitung bestätigt hat. Dem folgen nun weitere Gerichtsverfahren, beispielsweise im Bundesstaat Sabah. Dieser Fall ist noch anhängig, da die Frage hochsensibel und politisch ist. Das Gericht hat zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Länderprofils noch nicht entschieden.

Diktatorische Paranoia

Obwohl die diktatorische Paranoia in Malaysia sicherlich nur eine sekundäre Triebkraft der Verfolgung ist, ist sie dennoch relevant, um die Situation des Landes zu verstehen. Das traf auf jeden Fall zu, solange die Barisan-Nasional-Koalition das Land bis zu den Wahlen 2018 regierte. Diese Koalition bestand aus der großen muslimischen UMNO-Partei im Bündnis mit kleineren chinesischen und indischen Parteien und musste sich jahrelang mit keiner Opposition auseinandersetzen. So betonte die UMNO erneut ihre Politik der Bevorzugung des malaiischen Volkes (anstatt einer Politik der Gleichberechtigung) und spielte zunehmend religiöse und rassistische Karten aus, um die Macht zu behalten. Jetzt, wo UMNO und PAS wieder in der Regierung sind, wurde schneller als erwartet wahr, was im letzten Jahr in diesem Länderprofil geschrieben wurde: „Wenn seine [d. h. des jetzigen ehemaligen Premierministers Mahathir] derzeitige Politik nicht schnell genug die von den Wählern gewünschten Ergebnisse bringt, könnte die diktatorische Paranoia ein Wiederaufleben erleben, vor allem nachdem UMNO und PAS, beides Parteien, die für eine Dominanz der malaiischen Muslime und eine Vorzugsbehandlung eintreten, ihre Zusammenarbeit angekündigt haben.“ Diese Triebkraft der Verfolgung ist wieder stärker geworden, seit beide Parteien das Land wieder regieren (wenn auch mit hauchdünner Mehrheit) und bereits die geplante Rückkehr zur alten Vorzugsbehandlungspolitik angekündigt haben.

5. Verfolger

Ausgehend von islamischer Unterdrückung

  • Nichtchristliche religiöse Leiter und Anführer ethnischer Gruppen: Verschiedene muslimische Nichtregierungsorganisationen verstehen sich als „Meister und Verteidiger des Islam“ und haben die Unterstützung der Regierung. Manchmal schüren sie mit ihren Aussagen und Handlungen ethnische Konflikte und religiöse Diskriminierung. Sie erinnern die Bürger immer wieder daran, dass ein Malaie zu sein, bedeutet, Muslim zu sein und warnen immer wieder vor angeblichen christlichen Missionierungs- und Bekehrungsversuchen. Gleichzeitig können Anführer ethnischer Minderheitengruppen ihre Rechte kompromittieren, um materielle Vorteile zu erhalten.
  • Die eigene (Groß-)Familie: Für Konvertiten sind Familienangehörige nach wie vor die stärkste Triebkraft der Verfolgung, da das Verlassen des ursprünglichen Glaubens als Schande angesehen wird und sie außerhalb der ethnischen und religiösen Gemeinschaft stellt. Der soziale Druck auf die Familie, den Konvertiten wieder in den Schoß der Gemeinschaft zu holen, ist ebenfalls hoch. Dies kann auch bedeuten, dass ein christlicher Konvertit an die Behörden übergeben wird.
  • Regierungsbeamte: Die Verfassung verbietet Malaien den Wechsel zu anderen Religionen und schränkt die Verbreitung nichtmuslimischer Religionen ein. Regierungsbeamte sind daher bestrebt, islamische Standards aufrechtzuerhalten und zu erhöhen, zum Nachteil von nichtmuslimischen Minderheiten. Die neue Regierung kündigte an, die Vorzugsbehandlung der malaiischen Bevölkerung und der Bumiputra (Stammesbevölkerung, wörtlich „Söhne der Erde“) beizubehalten.
  • Politische Parteien: Politische Parteien wie UMNO und PAS verteidigen und schützen den Islam. Es war zum Beispiel die PAS, die die Einführung des Hudud-Gesetzes in Kelantan vorschlug. UMNO und PAS säen Zwietracht und Hass gegen Christen und benutzen die Religion, um die Unterstützung der Malaien zu gewinnen, und da Premierminister Muhyiddin und seine „Parti Pribumi Bersatu Malaysia“ deren Stimmen brauchen, werden sie sich nicht gegen sie aussprechen (und teilen ohnehin die Ausrichtung auf die malaiisch-muslimische Vorherrschaft).
  • Ideologische Interessengruppen: Die meisten Interessengruppen konzentrieren sich darauf, die ethnische Dominanz der Malaien zu bewahren. Aber auch islamische Gruppen wie „Malaysian Muslim Solidarity“ (ISMA) sind sehr aktiv und fordern den Schutz des Islam. Ein Beispiel dafür ist das einer chinesischen ethnischen Bildungsgruppe, die sich gegen den verpflichtenden Unterricht der (arabischen) Jawi-Schrift ausgesprochen hatte und sofort als „islamophob“ beschuldigt wurde.

Ausgehend von diktatorischer Paranoia

  • Regierungsbeamte: Die islamistische Partei PAS hat in zwei Bundesstaaten Malaysias die Mehrheit und ist nach mehr als vier Jahrzehnten wieder in der Bundesregierung vertreten. Hinzu kommt, dass Beamte in der Verwaltung nicht schnell umdenken. Dies gilt insbesondere für die Verwaltungsbehörden für religiöse Angelegenheiten.
  • Politische Parteien: Was oben über die Verfolger im Rahmen der islamischen Unterdrückung gesagt wurde, gilt auch hier.

6. Regionale Brennpunkte der Verfolgung

Es gibt keine Brennpunkte der Verfolgung von Christen in Malaysia. Die islamische Missionsarbeit unter Christen („dawah“) – vor allem unter den Bumiputra – konzentriert sich jedoch auf Ostmalaysia. Begünstigt durch die vielen einwandernden Muslime ist die Religionszugehörigkeit im Bundesstaat Sabah schon seit einigen Jahren nicht mehr mehrheitlich christlich, und Sarawak ist nur noch auf dem Papier ein christlicher Mehrheitsstaat.

7. Betroffene Christen

Ausländische Christen und Arbeitsmigranten

Es gibt viele Nationalitäten, die ihre eigenen christlichen Gemeinschaften haben und selbsttragend sind (beispielsweise koreanische und japanische Kirchen). Sie kämpfen manchmal um ihre rechtliche Anerkennung, sind aber grundsätzlich frei, ihren Glauben zu leben, solange sie innerhalb ihrer Mauern bleiben. Nepalesische und vietnamesische Christen schließen sich in den meisten Fällen den traditionellen Kirchen an.

Christen aus traditionellen Kirchen

Beispiele sind römisch-katholische, anglikanische, methodistische oder lutherische Kirchen und die evangelische Kirche in Sabah. Diese sind weniger von Verfolgung betroffen als protestantische Freikirchen oder Christen muslimischer Herkunft, aber sie erleiden Diskriminierung.

Christen anderer religiöser Herkunft (Konvertiten)

In Malaysia wird das Verlassen des Islam per Gesetz mit dem Tod bestraft. Malaysia ist eines von nur elf Ländern der Welt, in denen Apostasie mit dem Tod bestraft wird, obwohl dies nie umgesetzt wurde. Je nachdem, wo sie sich im Land befinden, können sich Christen muslimischer Herkunft treffen. Aber alle stoßen in unterschiedlichem Maße auf Widerstand, nämlich von Familie, Freunden, Nachbarn und den Behörden.

Christen aus protestantischen Freikirchen

Beispiele sind evangelikale, baptistische und pfingstlerische Gemeinden, Assemblies of God, die Heilsarmee, Sabah Injil Borneo und andere. Sie sind oft mit Überwachung, Diskriminierung, Einschüchterung und Schikanen konfrontiert.

8. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben 12.1
Familienleben 14.3
Gesellschaftliches Leben 12.9
Leben im Staat 11.5
Kirchliches Leben 10
Auftreten von Gewalt 2.4

Grafik: Verfolgungsmuster Malaysia

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die Platzierung auf dem Weltverfolgungsindex. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Das Verfolgungsmuster zeigt:

  • Der durchschnittliche Druck auf die Christen in Malaysia blieb mit 12,2 Punkten im Weltverfolgungsindex 2021 sehr hoch.
  • Der Druck ist im Bereich Familienleben extrem hoch und am stärksten, im gesellschaftlichen Leben und im Privatleben steht er auf einem sehr hohen Niveau. Der Druck im Familienleben, gesellschaftlichen Leben und Privatleben verdeutlicht die Probleme der christlichen Konvertiten aus dem Islam und anderen Religionen, die auch von der Islamisierungspolitik des Landes ausgehen. Der Druck durch die Triebkraft der islamischen Unterdrückung ist in allen Bereichen präsent. Konservative islamische Gruppen und Parteien haben in Malaysia an Stärke und Einfluss gewonnen.
  • Der Wert für Gewalt gegen Christen lag bei 2,4 Punkten und damit höher als im Weltverfolgungsindex 2020 (1,5 Punkte). Abgesehen von der Entführung einiger Christen in den letzten Jahren war die Verfolgung in Malaysia selten gewalttätig. Pastor Joshua Hilmy und seine Frau Ruth werden seit mehr als zwei Jahren vermisst, nachdem sie aus ihrem Haus im Bundesstaat Selangor verschwunden sind; die Ermittlungen dauern an. Pastor Raymond Koh wurde während der Fahrt auf einer belebten Straße in Petaling Jaya entführt und wird seit Februar 2017 vermisst. Sein Verbleib ist immer noch unbekannt und nach den Erkenntnissen der Menschenrechtskommission des Landes war eine Spezialeinheit der Polizei an der Entführung beteiligt.

Zu jedem untersuchten Lebensbereich sind im Folgenden vier der jeweils am höchsten bewerteten Fragen des Fragebogens, der zur Erstellung des Weltverfolgungsindex ausgefüllt wird, sowie Erkenntnisse aus deren Beantwortung angeführt. Den vollständigen Fragebogen finden Sie unter: www.opendoors.de/methodik

Privatleben

Wurde ein Wechsel der Religion (auch der Wechsel der Denomination innerhalb des Christentums) abgelehnt, verboten oder mit einer Strafe belegt?

Nach dem Gesetz dürfen sich malaiische Muslime in keinem Staat außer in Sarawak vom Islam abwenden, um einen anderen Glauben anzunehmen. Aber selbst dort ist der Prozess langwierig und schwierig. Die PAS will, dass die Todesstrafe durchgesetzt wird, war aber bisher bei ihren Bemühungen nicht erfolgreich. Im Februar 2018 gab es in Sarawak ein Gerichtsverfahren zur Apostasie, aber das Gericht entschied, dass Apostasie-Fälle nur vor Scharia-Gerichten verhandelt werden können, nicht vor Zivilgerichten. Dieses Urteil war für Christen und Konvertiten eine Enttäuschung.

War es für Christen riskant, ihren Glauben in schriftlicher Form persönlich zu bekunden (auch auf Blogs oder Facebook etc.)?

Im Berichtszeitraum gab es mehrere Fälle von Untersuchungen, inwieweit Posts in sozialen Medien den Islam beleidigt haben. Dies veranlasste die Abteilung für islamische Entwicklung in Malaysia (JAKIM), mögliche Beleidigungen gegen den Islam weiterhin genau zu beobachten. Der Glaubenswechsel kann leicht als Beleidigung oder als gegen den Islam gerichtet angesehen werden. Aber es hat auch andere Folgen, wenn ein Christ muslimischer Herkunft seinen Glauben in einem Blog oder auf Facebook offenbart: Die Familie ist in der Regel die erste, die handelt, indem sie alle familiären Bindungen kappt. Manchmal nehmen religiöse Beamte den Konvertiten in Gewahrsam, um ihn umzusiedeln und umzuerziehen.

War es für Christen riskant, christliche Bilder oder Symbole zu zeigen?

Da ehemalige Muslime, die Jesus Christus nachfolgen, als Abtrünnige gelten, ist es für sie sehr riskant, ihren Glauben zu offenbaren, da sie bestraft werden oder in ein islamisches Läuterungszentrum geschickt werden können, wo sie unter Druck gesetzt werden, zum Islam zurückzukehren. Von einigen Christen muslimischer Herkunft ist bekannt, dass sie von einem Tag auf den anderen verschwunden sind, ohne dass jemand weiß, wo sie sich aufhalten. Nach einer Richtlinie der Fatwa-Abteilung dürfen Weihnachtsbäume und andere Dekorationen, die als Symbol für Weihnachten gelten, nicht verwendet werden, wenn ein Muslim plant, an einer Weihnachtsveranstaltung teilzunehmen. Sie verbietet Muslimen auch, an Weihnachtsfeiern teilzunehmen, die religiöse Lieder oder die Verwendung des Kreuzes oder „Sprache oder Gesten in Form eines Lobes für die nichtmuslimische Religion“ enthalten. Es ist jedoch nicht klar, welche Konsequenzen es hätte, dies zu ignorieren.

War es für Christen riskant, mit Familienmitgliedern über ihren Glauben zu reden, die nicht zum engsten Kreis gehören (erweiterte Familie, andere)?

Da es keinem Malaien erlaubt ist, vom Islam weg zu konvertieren, ist jede Diskussion über den Glauben mit dem Risiko behaftet, als Bekehrungsversuch wahrgenommen zu werden. Es ist auch möglich, dass Christen – oder sogar Atheisten – wegen eines solchen Themas der „Beleidigung des Islam“ bezichtigt werden. Für Christen muslimischer Herkunft sind Gespräche über den Glauben natürlich mit einem viel höheren Risiko verbunden, da sie dazu führen können, dass der eigene Glaubenswechsel entdeckt wird.

Familienleben

Sind Kinder von Christen automatisch unter der Staats- oder Mehrheitsreligion registriert worden?

Nach dem Gesetz werden Kinder von Paaren mit einem muslimischen Elternteil (entweder durch Geburt oder Glaubenswechsel) automatisch als Muslime registriert. Da Christen muslimischer Herkunft ihre Religion nicht offiziell zum christlichen Glauben wechseln können, werden ihre Kinder als Muslime registriert.

Das Problem mit der Registrierung von Kindern ist ein ständiges Problem für Bumiputras. Nach dem Gesetz hat das Oberste Bundesgericht nun festgestellt, dass der einseitige Glaubenswechsel eines Kindes durch ein Elternteil nicht rechtens ist, sondern dass für einen solchen die Zustimmung beider Eltern erforderlich ist. Die offizielle Praxis ist, dass die Religion des Kindes in der Geburtsurkunde, MyKID (Personalausweis unter 12 Jahren) und MyKAD (Personalausweis ab 12 Jahren) eingetragen wird. Es gab jedoch Fehler, bei denen das Register die Religion des Kindes als „Islam“ angab, insbesondere bei Orang Asli (indigene Bevölkerung). Einheimische in Sabah und Sarawak haben die Zusätze „bin“ (Sohn von) oder „binti“ (Tochter von) in ihren Namen, obwohl sie keine Muslime sind, was die Beamten dazu veranlasst, sie für Muslime zu halten und den Islam als ihre Religion in den MyKAD einzutragen. Dies war eines der Hauptprobleme, mit denen Bumiputra-Christen konfrontiert waren, aber einige von ihnen entschieden sich, nicht darüber zu „streiten“, da der Prozess lang und mühsam ist und es nur sehr wenige positive Ergebnisse gegeben hat. Und da immer mehr von ihnen zum Islam konvertieren, entweder absichtlich oder durch Täuschung, werden die Kinder der Eltern automatisch der „neuen“ religiösen Identität folgen, die der Islam ist. Da die „Religion“ nicht im physischen Personalausweis, sondern in den digitalen Informationen, die nur über das Kartenlesegerät abrufbar sind, angezeigt wird, ist es für die Regierung ein Leichtes, viele Kinder indigener Volksgruppen und Stammesgruppen dem Islam zuzuordnen, ohne dass die Eltern davon wissen oder es überprüfen können.

Wurden Beerdigungen von Christen behindert oder unter Zwang anhand nichtchristlicher Riten durchgeführt?

Da die Meldebehörde auch Sterbeurkunden ausstellt, sind Bestattungen ein Problem für Konvertiten und auch für viele indigene Christen. Wenn Unterlagen zeigen, dass die verstorbene Person als Muslim registriert wurde, werden die Behörden die islamische Religionsbehörde informieren. Wenn die Bestattungsrituale nicht gemäß dem Islam gefeiert werden, hat diese islamische Behörde das Recht, der nichtmuslimischen Familie den Leichnam wegzunehmen, damit islamische Riten für den Verstorbenen durchgeführt werden können.

Wurden christliche Kinder unter Druck gesetzt, auf irgendeiner Bildungsebene an antichristlichem oder an die Mehrheitsreligion propagierendem Unterricht teilzunehmen?

Es ist sehr üblich, dass an staatlichen Gymnasien Pflichtfächer wie „Tamadun Islam“, Islamische Zivilisation, „Sejarah Islam“, Geschichte des Islam, und „Sastera Melayu“, Malaiische Literatur, unterrichtet werden. Zum Beispiel geht es im Geschichtsunterricht in Jahrgangsstufe 11 (Sekundarstufe 4) hauptsächlich um islamische Geschichte und sie nimmt 80 % des Lehrplans ein. Nichtmuslimische Kinder müssen diese Fächer belegen, da sie Pflichtfächer sind. Es ist auch üblich, dass Kinder der indigenen Stämme in Malaysia unter Druck gesetzt werden, religiöse bzw. Arabisch-Kurse zu besuchen. Pläne, malaiisch-arabische Kalligraphie-Kurse namens „Khat“ – und damit das Schreiben von Koranversen – in allen Schulen verpflichtend zu machen, sorgten für Unruhe in den Minderheiten. Nach Protest wurden diese in optionale Kurse umgewandelt. Dennoch zeigt die Tatsache, wie hoch der Druck ist, dass Bildung zu einer Quelle islamischer Indoktrination geworden ist.

Sind Kinder von Christen wegen des Glaubens ihrer Eltern schikaniert oder diskriminiert worden?

Kinder von Christen muslimischer Herkunft müssen an Schulen islamischen Unterricht besuchen, und es gibt Berichte, dass christliche Kinder unter Druck gesetzt werden, zum Islam zu konvertieren. Manchmal müssen Eltern, die zum christlichen Glauben übergetreten sind, ihr Kind von der Schule nehmen, da es unbeabsichtigt über den Glauben seiner Eltern sprechen könnte. Kinder protestantischer Christen werden aufgrund des christlichen Glaubens ihrer Eltern oftmals belästigt oder diskriminiert. Abfällige Kommentare von Mitschülern sind an der Tagesordnung, und sogar Lehrer haben christliche Schüler bloßgestellt, oft aus einer Mischung aus religiösen und ethnischen Gründen.

Gesellschaftliches Leben

Wurden Christen aus religiösen Gründen mit Geldstrafen belegt (z. B. Dschizya-Steuer, Gemeindesteuer, Schutzgeld)?

Ein Teil der Politik der Bevorzugung von Malaien ist, dass ethnische Malaien einen Preisnachlass von 10 % erhalten, wenn sie Immobilien kaufen, während andere den vollen Preis zahlen müssen. Dies kann als indirekte Dschizya-Steuer (muslimische Steuer für Nichtgläubige) angesehen werden, soweit chinesische und indische Christen betroffen sind, da sie keinen Anspruch auf solche Leistungen haben. Muslime sind auch von bestimmten Steuern befreit, weil sie die Zakat (Almosensteuer, dritte Säule des Islam) zahlen, und zahlen eine reduzierte Einkommenssteuer, während andere die volle Einkommenssteuer zahlen.

Wurden Christen von ihrem Umfeld unter Druck gesetzt, ihren Glauben zu widerrufen?

Dieser Druck ist akut für die indigene Bevölkerung in Ostmalaysia, aber auch für die Orang Asli in Westmalaysia. Die staatlich gelenkte und finanzierte muslimische Mission (Dawah) nutzt oft die wirtschaftlichen und sozialen Schwächen der christlichen und animistischen Einheimischen und lockt sie mit finanziellen Vorteilen zum Übertritt in den Islam. Ein solcher und noch stärkerer Druck wird auf Christen muslimischer Herkunft ausgeübt, da sie mit Aufenthalten in Umerziehungslagern rechnen müssen.

Haben Christen auf irgendeiner Ebene im Bereich ihrer Bildung aus religiösen Gründen Nachteile erlitten (z. B. Einschränkungen des Zugangs zur Bildung)?

Für Nichtmalaien ist der Zugang zu einer Reihe von Universitäten eingeschränkt. An den öffentlichen Universitäten gilt immer noch das Quotensystem, bei dem Bumiputra-Studenten (Malaien und Indigene) einen höheren Anteil haben, während Nichtbumiputra-Studenten weniger Zugang zu den öffentlichen Universitäten haben. Dies gilt für die Aufnahme an öffentlichen Universitäten und für staatliche Stipendien. In einem Presseartikel vom Februar 2018 unterstützte nur ein einziger Student der UiTM (eine staatliche Universität, die Bumiputras vorbehalten ist) in einer Umfrage offen die Idee, die Universitäten für Nichtbumiputras zu öffnen. Er äußerte die Meinung, dass auch Nichtbumiputras ein Recht auf Bildung hätten, wurde aber von seinen Klassenkameraden mit wütenden und rassistischen Bemerkungen konfrontiert. Der Leiter der Klasse sagte sogar: „Glaubst du, dass du hier sein würdest, wenn die UiTM ihre Türen für die Nichtbumiputras öffnet? Wenn die Inder und Chinesen in die UiTM einsteigen, werdet ihr euer Studium nie abschließen können.“ Um sich für eine Hochschulausbildung und Stipendien zu qualifizieren, müssen Christen aufgrund der Politik der Bevorzugung von Malaien weitaus höhere Hürden überwinden als Muslime.

Wurden Christen am Arbeitsplatz im öffentlichen oder privaten Bereich aus religiösen Gründen diskriminiert?

Es gab schon immer eine Diskriminierung von Nichtmalaien und eine Bevorzugung von Malaien im öffentlichen Dienst, aber die PH-Regierung hatte Hoffnungen auf eine mögliche Änderung geweckt, indem sie einige Christen wegen ihrer Verdienste in höhere staatliche Positionen berief, trotz des heftigen Widerstands der islamisch-malaiischen Parteien und Organisationen. Beispiele für diesen Ansatz waren die Berufung von Nichtmalaien und Nichtmuslimen in das Amt des Justizministers, des Generalstaatsanwalts und des Obersten Richters. Diese Politik führte zu Anschuldigungen, dass die muslimische Sache verloren sei und Malaysia nun „christianisiert“ werde, und wurde mit der Machtübernahme der PN-Regierung sofort wieder zurückgenommen. Was private Unternehmen betrifft (zum Beispiel im Besitz von chinesischen Christen, aber auch generell für alle nichtmalaiischen Geschäftsinhaber), ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass die Inhaber Bumiputra-Partner haben müssen, um Regierungsaufträge zu erhalten. Um das zu umgehen, haben einige Unternehmen „Bumiputra-Partner“ nur auf dem Papier.

Leben im Staat

Schränkt die Verfassung (oder vergleichbare nationale oder staatliche Gesetze) die Religionsfreiheit, basierend auf der Formulierung in Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, ein?

Die Verfassung definiert ethnische Malaien als Muslime. Deshalb haben Malaien nicht die Freiheit, den Islam zu verlassen und eine andere Religion anzunehmen. Wie bereits erwähnt, entschied das Oberste Bundesgericht, dass die Zuständigkeit für die Gültigkeit eines Glaubensübertritts bei den Scharia-Gerichten und nicht bei den Zivilgerichten liegt, so dass Christen muslimischer Herkunft bis auf Weiteres praktisch ohne rechtliche Vertretung dastehen. Die Verfassung verbietet auch den Anhängern anderer Religionen, ihre Religion unter malaiischen Muslimen zu propagieren. Demgegenüber ist es Muslimen gestattet, den Islam im ganzen Land zu verbreiten. Darüber hinaus gilt die Scharia in Verbindung mit dem Zivilrecht. Das vorgeschlagene Hudud-Gesetz, das die islamische Körperstrafe im Bundesstaat Kelantan erlauben soll, ist zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Länderprofils noch im Parlament anhängig, obwohl es wohl eher als politische Drohung denn zur tatsächlichen Umsetzung genutzt wird.

Haben sich Beamte auf irgendeiner Ebene geweigert, den Glaubenswechsel einer Person in den Systemen der Regierungsverwaltung, in Ausweisen usw. offiziell anzuerkennen?

Die Behörden weigern sich, das Recht des Einzelnen auf Glaubenswechsel anzuerkennen, insbesondere für Muslime, egal ob sie Malaien oder Nichtmalaien sind. Muslime, die dem Islam den Rücken kehren wollen, müssen einen langen und schmerzhaften juristischen Prozess durchlaufen und werden oft der Apostasie angeklagt. Es ist für ethnische Malaien praktisch unmöglich, legal zum christlichen Glauben zu konvertieren, da sogar die Verfassung dem entgegensteht. Der religiöse Status eines Bürgers ist im Personalausweis vermerkt, und es ist ein harter Kampf, ihn entfernen zu lassen, sollte jemand den Islam verlassen wollen. Infolgedessen werden viele Bumiputra auf ihren Personalausweisen fälschlicherweise als Muslime eingestuft. Die Behörden leisten zudem finanzielle Hilfe für diejenigen, die zum Islam konvertieren wollen.

Sind Christen bei der Zusammenarbeit mit den Behörden (Gemeindeverwaltung, Regierung, Armee usw.) aus religiösen Gründen diskriminiert worden?

Religion ist in Malaysia Teil jedes Lebensbereiches. Die Diskriminierung von Christen (und allen Nichtmalaien und Nichtmuslimen) findet auf allen Ebenen der Gesellschaft statt, einschließlich der lokalen Verwaltung und Regierung. Die Behörden gewähren den Malaien eine Sonderbehandlung. So müssen beispielsweise Unternehmen, die sich in nichtmalaiischem Besitz befinden, mindestens einen Malaien als Vorstandsmitglied haben. Es gab Berichte, dass die Covid-19-Nothilfe ungerecht verteilt wurde. Wie so oft in Malaysia kann dies aus einer ganzen Reihe von religiösen, ethnischen oder politischen Gründen geschehen sein.

Sind Christen zum Gegenstand von Hetzkampagnen oder Hassreden geworden?

Auf Websites malaiischer islamischer Rechtsverbände und in staatlichen Medien werden Christen häufig verleumdet, indem beispielsweise Gerüchte verbreitet werden, dass Christen und Juden Malaysia übernehmen wollten. Die prominente christliche Politikerin Hannah Yeoh ist nach wie vor eine bevorzugte Zielscheibe. Gegen sie wurde ein Verfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet, weil ihr ein Twitter-Posting über Kinderheirat fälschlicherweise zugeschrieben wurde. Im Wahlkampf 2018 wurde ihr öffentlich vorgeworfen, für das Christentum zu missionieren. Im Parlament bezeichnete ein PAS-Abgeordneter die Bibel öffentlich als „verdorbenes Buch“, ohne dass er mit Ermittlungen konfrontiert wurde oder sich anschließend für seine Bemerkung entschuldigte.

Kirchliches Leben

Wurden Kirchen daran gehindert, Christen anderer religiöser Herkunft (Konvertiten) offen zu integrieren?

Die meisten Kirchen – selbst die großen und etablierten – sind sehr vorsichtig, wenn es darum geht, Konvertiten willkommen zu heißen. Für die Kirchen ist es sehr riskant, malaiische Konvertiten zu integrieren. Deshalb treffen diese sich im Geheimen, getrennt von anderen christlichen Gruppen. Aus Sicherheitsgründen können die Kirchen malaiische Konvertiten nicht offen integrieren, da sie sonst Ärger mit den Behörden bekommen. Manchmal haben Gemeinden sogar Christen muslimischer Herkunft abgewiesen oder sogar bei den Behörden angezeigt, weil sie nicht in Schwierigkeiten geraten wollten. Das Risiko, dass Konvertiten beim Kirchgang erwischt werden, ist in Westmalaysia deutlich höher.

War es für Kirchen schwierig, von behördlichen Stellen eine Registrierung oder einen offiziellen Status zu erhalten?

Artikel 11(3) der Verfassung besagt: „Jede religiöse Gruppe hat das Recht dazu: ihre eigenen religiösen Angelegenheiten zu verwalten; Einrichtungen für religiöse oder karitative Zwecke zu errichten und zu unterhalten; und Eigentum zu erwerben und zu besitzen und es in Übereinstimmung mit dem Gesetz zu halten und zu verwalten.“ Die meisten nicht traditionellen Kirchen können sich nicht als religiöse Körperschaft registrieren lassen, sondern lassen sich als Gesellschaft registrieren, was mit Vorteilen (wie der Möglichkeit, ein Bankkonto zu eröffnen und Eigentum zu mieten oder zu kaufen), aber auch mit der Pflicht zur Berichterstattung an die Behörden verbunden ist.

Sind Pastoren, christliche Leiter oder deren Familienmitglieder wegen ihres Glaubens in besonderem Maß zum Ziel von Schikanen geworden?

Pastoren und Kirchenleiter sind natürliche Zielscheiben für Anfeindungen seitens religiöser oder ethnischer Gruppen, vor allem wenn sie oder ihre Kirche als evangelistisch tätig wahrgenommen werden, und noch mehr, wenn dies unter Muslimen geschieht. Die Entführung von Pastor Raymond Koh am helllichten Tag im Februar 2017 sandte Schockwellen durch die christliche Gemeinschaft und deren Leitungen, die bis heute zu spüren sind. Besonders beunruhigend ist, dass sein Verbleib mehr als 1.000 Tage nach dem Vorfall immer noch unbekannt ist, die Täter nicht gefunden (geschweige denn bestraft) wurden und dass Erkenntnisse auf eine Beteiligung einer Spezialeinheit der Polizei hindeuten.

Sind Kirchen, christliche Organisationen, Institutionen oder Gruppen daran gehindert worden, Massenmedien zur Präsentation ihres Glaubens zu nutzen (z. B. über lokales oder nationales Radio, via Fernsehen, Internet, soziale Medien, Mobiltelefone)?

In Malaysia gibt es einen christlichen Radiosender, aber abgesehen davon verzichten die Kirchen aus verschiedenen Gründen auf die Nutzung der Massenmedien, unter anderem wegen des Risikos, einer unethischen Bekehrung bezichtigt zu werden.

Auftreten von Gewalt

Für den Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2021 können aus Sicherheitsgründen nur wenige Angaben gemacht werden:

  • Angriffe auf und Verhaftungen von Christen: Mindestens ein Christ wurde angegriffen und zwei verhaftet.
  • Angriffe auf Kirchen: Im Dezember 2019 gab es mindestens einen Fall von Vandalismus gegen eine katholische Kirche in Penang.

9. Verfolgung anderer religiöser Gruppen

Im Bericht zur internationalen Religionsfreiheit des US-Außenministeriums für 2019 wird festgehalten:

„Religiöse Behörden haben im September in zwei Bundesstaaten mindestens 30 Personen verhaftet, weil sie an Ashura-Feiern teilgenommen und gegen eine staatliche Fatwa verstoßen haben, die den schiitischen Islam als ‚abweichend‘ erklärt. Im November verhängten die religiösen Autoritäten gegen vier Männer Rohrstock-Schläge, weil sie ‚Geschlechtsverkehr gegen die Ordnung der Natur‘ praktiziert hatten.“

Die Denunziation von Schiiten durch die Religionsbehörde des Bundesstaates Selangor im September 2019 zeigt, dass sie weiterhin als Bedrohung angesehen werden. Hindus, Anhänger traditioneller chinesischer Religionen und Buddhisten sind ebenfalls von der Vorzugsbehandlung der Regierung gegenüber ethnischen Malaien betroffen. Die hinduistische Minderheit erlebte einen Angriff auf einen ihrer Tempel. Der Bericht zur internationalen Religionsfreiheit des US-Außenministeriums für das Jahr 2019 berichtete über die Folgen: „Im Mai verhaftete die Polizei vier Männer aus einer mutmaßlichen IS-Terrorzelle, weil sie angeblich Anschläge auf Gotteshäuser und ein Unterhaltungsgeschäft geplant hatten. Die Polizei sagte, dass die Angeklagten den Tod eines muslimischen Feuerwehrmannes ‚rächen‘ wollten, der beim Einsatz bei einem Aufruhr in einem Hindu-Tempel im Jahr 2018 getötet wurde. Medienberichten zufolge wurde der Anführer der vier im Mai wegen terrorismusbezogener Straftaten angeklagt.“

10. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Malaysia:

  • Beten Sie für die Christen, die sich im Verborgenen treffen wollen. Bitten Sie Gott, dass er ihnen erfüllende Zeiten der Anbetung und Gemeinschaft schenkt – verbunden mit dem Schutz, den sie brauchen, um gefahrlos zusammenzukommen.
  • Beten Sie für Religionsfreiheit in Malaysia. Es ist rechtswidrig, das Evangelium malaiischen Muslimen weiterzugeben – und es ist auch malaiischen Muslimen nicht erlaubt, den Islam zugunsten des Glaubens an Jesus Christus aufzugeben.
  • Beten Sie für malaiische Christen mit muslimischem Hintergrund, die oft isoliert und von ihren Familienmitgliedern abgeschnitten sind, weil sie sich zu Jesus bekennen. Bitten Sie Gott, ihnen besondere Gnade zu schenken und dass sie wissen und spüren, dass sie nie allein sind.
  • Beten Sie um Weisheit und Kühnheit für Gemeindeleiter, wenn sie ihre Gemeindemitglieder in der Jüngerschaft anleiten. Bitten Sie Gott, dass er den malaiischen Gläubigen Einheit und Kraft gibt, ihren Glauben durch jede Bewährungsprobe hindurch zu leben, der sie begegnen.