Länderprofil Malaysia

Malaysia

42
Weltverfolgungsindex
2019
Flagge Malaysia
Hauptreligion
Islam
Offizielle Staatsform
Konstitutionelle Wahlmonarchie
Platz Vorjahr
23
ISO
MY
Karte Malaysia
Christen
2,95
Bevölkerung
32.04
Islamische Unterdrückung
Diktatorische paranoia
Privatleben: 11.800
Familienleben: 14.200
Gesellschaftliches Leben: 12.100
Leben im Staat: 11.700
Kirchliches Leben: 8.600
Auftreten von Gewalt: 1.500

Länderprofil Malaysia

Berichtszeitraum: 1. November 2017 – 31. Oktober 2018

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex

Platz 42 / 60 Punkte (WVI 2018: Platz 23 / 65 Punkte)

Welche Triebkräfte sind für die Verfolgung verantwortlich?

Islamische Unterdrückung: Nach den Wahlen im Mai 2018 forderte die konservative muslimische Partei PAS, die den Staat Kelantan regiert, die sofortige Einführung des Scharia-Strafrechts in besagtem Staat. Laut Verfassung ist das Scharia-Recht nicht mit dem Zivilrecht gleichgestellt, aber in der Praxis dominiert die Scharia, wie man insbesondere in Fällen von Scheidung und Sorgerechtsstreit sehen kann.

Diktatorische Paranoia: Trotz eines Regierungswechsels im Jahr 2018 verfolgt die Regierung weiterhin eine Politik der Vorzugsbehandlung der malaiischen Bevölkerung. Premierminister Mahathir war ursprünglich für die Entwicklung dieser Idee der Vorzugsbehandlung verantwortlich, und wenn seine derzeitige Politik den Wählern nicht schnell genug die gewünschten Ergebnisse liefert, könnte er sich, um an der Macht zu bleiben, mit der radikalen Panmalaysischen Islamischen Partei (PAS) zusammenschließen, was die christliche Minderheit ernsthaft treffen würde.

Von wem geht die Verfolgung aus?

Die Verfassung verbietet Malaien den Wechsel zu anderen Religionen und schränkt die Verbreitung nichtmuslimischer Religionen ein. Sowohl die Regierungs- als auch die Oppositionsparteien fördern den Islam, und Regierungsbeamte bemühen sich daher, den islamischen Einfluss auf die Gesellschaft zum Nachteil nichtmuslimischer Minderheiten beizubehalten oder zu verstärken. Verschiedene muslimische NGOs verstehen sich als „Meister und Verteidiger des Islam“ und haben die Unterstützung der Regierung. Sie schüren ethnische Konflikte und religiöse Diskriminierung. Für Christen muslimischer Herkunft geht die stärkste Verfolgung von Familienangehörigen aus.

Wie äußert sich die Verfolgung?

Christen muslimischer Herkunft werden am stärksten verfolgt, da von jedem ethnischen Malaien erwartet wird, muslimisch zu sein. Wer davon abweicht, richtet sich nicht nur gegen die Verfassung, sondern auch gegen die Gesellschaft insgesamt und natürlich gegen Familie und Nachbarschaft. Katholiken und Methodisten werden von den Behörden und NGOs beobachtet, aber protestantische Freikirchen werden häufiger ins Visier genommen, da diese dazu neigen, aktiver ihren Glauben zu bezeugen.

Beispiele aus dem aktuellen Berichtszeitraum

  • In einem lang erwarteten Urteil hat das Bundesgericht entschieden, dass die Konversion von Kindern unter 18 Jahren der Zustimmung beider Eltern bedarf. Die vorherige Regierung beschloss jedoch, eine spezielle Abteilung namens „Syariah und Rechtsangleichung“ einzurichten, um Fragen des Islam und der Scharia (Syariah) zu behandeln, die sich auf Bundes- und internationaler Ebene stellen. Wie die neue Regierung mit dieser hochpolitischen Frage umgehen wird, kann einen ersten Hinweis darauf geben, welche Richtung sie in Bezug auf Minderheiten einschlagen wird.
  • Wenn eine Bekehrung zu Jesus Christus bekannt wird, wird der Christ in der Regel entweder den islamischen Behörden gemeldet oder einfach aus der Gemeinschaft vertrieben. Wer sich zu Jesus Christus bekehrt, wird von der Erbschaft ausgeschlossen, und die Beanspruchung des Sorgerechts ist für nichtmuslimische Ehepartner weiterhin ein Problem. Es gibt aber auch Fälle, in denen Christen muslimischer Herkunft von ihren Familien akzeptiert werden und diese auch Christen werden. Was Christen mit hinduistischem oder buddhistischem Hintergrund betrifft, so geht der Druck eher von den Familien aus, da die Regierung nur über die Konversion von Muslimen besorgt ist.
  • Alle Kinder in staatlichen Kindergärten und Grundschulen sind zur Teilnahme an der islamischen Erziehung verpflichtet. In staatlichen Schulen sind nur muslimische Schüler (einschließlich Christen mit muslimischem Hintergrund) zur Teilnahme am Islamunterricht verpflichtet. Auf Universitätsebene gibt es ein Pflichtfach für alle, das „Islamische und Asiatische Zivilisation“ heißt und als staatliches Instrument zur Förderung der Islamisierung angesehen wird.
  • Die neue Regierung erlaubt es der malaysischen Menschenrechtskommission SUHAKAM, als Beratungsorgan zu fungieren und einen Bericht über den immer noch vermissten Pastor Raymond Koh zu erstellen, der am 13. Februar 2017 am helllichten Tag von unbekannten Angreifern entführt wurde. (Medienberichten zufolge könnte diese Entführung mit dem Vorwurf verbunden sein, dass er an der Bekehrung von Muslimen zum christlichen Glauben beteiligt war. Ein Informant der Polizei weigerte sich jedoch, öffentlich auszusagen, nachdem er im Mai 2018 behauptet hatte, dass eine Sondereinheit der Polizei die Entführung durchgeführt habe.)

Meldungen und Beiträge zu Malaysia

Persönliche Berichte Persönliche Berichte
Susanna Koh (Mitte)
Malaysia
Zum zweiten Jahrestag der Entführung von Pastor Raymond Koh organisierte seine Familie ein Gebetstreffen. Auch wenn seine Ehefrau Susanna ihn vermisst und manchmal fast verzweifelt, sieht sie dennoch Gottes Handeln in den Geschehnissen.
Nachrichten Nachrichten
Pastor Raymond Koh vor seiner Entführung
Malaysia
Die Frau des malaysischen Pastors Raymond Koh und ihre Familie haben sich mit einem Brief an die Öffentlichkeit gewendet. Pastor Koh wurde am 13. Februar 2017 entführt und ist seitdem spurlos verschwunden.
Länderberichte
Malaysia: Sie haben meinen Mann entführt

Malaysia: Sie haben meinen Mann entführt

03:11 Minuten
Malaysia

Im Februar 2017 wurde Pastor Raymond Koh entführt. Im Oktober 2018 fehlt noch immer jede Spur von...

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Nachrichten Nachrichten
Das Oberste Gericht Malaysias in Putrajaya
Malaysia
Das oberste Gericht Malaysias hat am 27. Februar vier Antragsteller abgewiesen, die ihre offizielle Anerkennung als Christen einklagen wollten. Die Richter erklärten, dass Anträge im Zusammenhang mit der Abkehr vom Islam in die Zuständigkeit von Scharia-Gerichten fielen.
Persönliche Berichte Persönliche Berichte
Raymond Kohs Ehefrau Susanna
Malaysia
Am Valentinstag unternahm Raymond Koh immer etwas Romantisches mit seiner Frau Susanna. Diese Erinnerung gehört zu den besonders schmerzhaften Teilen des Berichtes, den sie am Jahrestag seiner Entführung anderen Christen gab.

1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit 60 Punkten belegt Malaysia auf dem Weltverfolgungsindex (WVI) 2019 Platz 42. Der Rückgang um 5 Punkte gegenüber dem WVI 2018 spiegelt zum Teil das überraschende Ergebnis der politischen Wahlen 2018 wider. Am deutlichsten sanken die Werte für die Lebensbereiche „Leben im Staat“ und „Kirchliches Leben“, aber auch im Bereich „Auftreten von Gewalt“. Während Christen und andere Minderheiten noch immer ein Gefühl der Unsicherheit haben, seit im November 2016 und Februar 2017 drei christliche Gemeindemitarbeiter und ein muslimischer Sozialaktivist spurlos verschwunden sind, besteht die Hoffnung, dass die neue Regierung positive Veränderungen bringen wird. Allerdings lassen sich Gesetze schneller ändern als Denkweisen, so dass eine echte Veränderung für Christen in der Gesellschaft nur langsam oder gar nicht zu erkennen sein wird. Die bereits bestehende Kluft zwischen Ost- und Westmalaysia wurde vertieft, insbesondere im Falle des Staates Sarawak, der eine relative christliche Mehrheit hat.

2. Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung

Malaysia hat den Ruf, das wahrscheinlich beste Vorbild für ein liberales und tolerantes islamisches Land zu sein. Dieses Bild hat sich in den letzten Jahren jedoch verflüchtigt, ein Trend, der sich im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2019 bestätigt hat. Ein Beispiel dafür sind die fortgesetzten Bemühungen der Regierung, das Scharia-Strafrecht (Hudud) im Bundesstaat Kelantan einzuführen. Die konservative muslimische PAS-Partei, die den Staat Kelantan regiert, forderte erneut die sofortige Einsetzung des Scharia-Strafrechts unmittelbar nach den Wahlen im Mai 2018. Nach der Verfassung ist das Scharia-Recht nicht dem Zivilrecht gleichgestellt, aber in der Praxis gilt dies nicht mehr. Dies zeigt sich vor allem in Fällen von Scheidung und Sorgerechtsstreit: Zivilgerichte entscheiden häufig zugunsten der nichtmuslimischen Mutter des Kindes, weshalb Väter manchmal zum Islam übertreten, denn wenn sie nun das Sorgerecht vor Scharia-Gerichten einfordern, wird es ihnen gewährt. Die Polizei zieht es vor, die Entscheidungen der Scharia-Gerichte umzusetzen, da dies weniger Probleme verursacht. Dies wirft die Frage nach der Rechtsstaatlichkeit in Malaysia auf, obwohl es Bemühungen gegeben hat, solche Probleme zu lösen, indem ein Ausschuss eingesetzt wurde, der an Lösungen arbeitet. In einem lang erwarteten Urteil sagte das Bundesgericht, dass die Konversion von Kindern unter 18 Jahren der Zustimmung beider Eltern bedarf. Die vorherige Regierung beschloss jedoch, eine spezielle Abteilung namens „Syariah und Rechtsangleichung“ einzurichten, um Fragen im Zusammenhang mit dem Islam und dem Scharia-Recht (Syariah) zu klären. Wie die neue Regierung mit dieser hochpolitischen Frage umgehen wird, kann einen ersten Hinweis darauf geben, welche Richtung sie in Bezug auf Minderheiten einschlagen wird.

Es gibt ein Verbot der Verwendung des Wortes „Allah“, des normalen Wortes für „Gott“ auf Malaiisch, nachdem das Oberste Gericht im Januar 2015 das Urteil gegen eine katholische Zeitung bestätigt hat. Dem folgen nun weitere Gerichtsverfahren, z. B. im Bundesstaat Sabah. Dieser Fall ist noch offen, da zuerst die Frage des Zugangs zu Regierungsdokumenten geklärt werden muss. Verunglimpfungen aus religiösen Gründen sind nach wie vor üblich. Im Wahlkampf 2018 wurde einer christlichen Politikerin vorgeworfen, eine „rein missionarische Agenda“ zu haben. Ein weiteres Zeichen dafür, dass die Gesellschaft immer islamischer und empfindlicher wird, ist, wie viele Geschäfte beschlossen haben, keine Bilder von Hunden in Dekorationen zum chinesischen Neujahrsfest zu zeigen. Nach dem chinesischen Kalender begann im Februar 2018 das Jahr des Hundes.

Diktatorische Paranoia

Während die Diktatorische Paranoia in Malaysia sicherlich nur eine sekundäre Triebkraft der Verfolgung ist, ist sie dennoch relevant, um die Situation des Landes zu verstehen. Sie traf auf jeden Fall zu, solange die Barisan-Nasional-Koalition das Land bis zu den Wahlen 2018 regierte. Diese Koalition bestand aus der großen muslimischen UMNO-Partei im Bündnis mit kleineren chinesischen und indischen Parteien und musste sich jahrelang mit keiner Opposition auseinandersetzen. So betonte die UMNO erneut seine Politik der Bevorzugung des malaiischen Volkes (anstatt einer Politik der Gleichberechtigung) und spielte zunehmend religiöse und rassistische Karten, um die Macht zu behalten. Diese Triebkraft der Verfolgung kann jedoch durchaus fortbestehen, da Premierminister Mahathir ursprünglich für die Entwicklung der gesamten Idee der Vorzugsbehandlung verantwortlich war. Wenn seine aktuelle Politik nicht schnell genug die Ergebnisse liefert, die die Wähler sehen wollen, kann die Diktatorische Paranoia wiederaufleben.

3. Verfolger

Ausgehend von Islamischer Unterdrückung

Die Verfassung verbietet Malaien den Wechsel zu anderen Religionen und begrenzt die Verbreitung nichtmuslimischer Religionen. Regierungsbeamte streben daher danach, die islamischen Richtlinien zum Nachteil nichtmuslimischer Minderheiten aufrechtzuerhalten und wenn möglich auszubauen. Verschiedene muslimische NGOs sehen sich als „Meister und Verteidiger des Islam“, und ihnen war die Unterstützung der ehemaligen Regierung sicher. Manchmal schüren sie mit ihren Aussagen und Handlungen ethnische Konflikte und religiöse Diskriminierung. Politische Parteien wie UMNO und PAS verteidigen und schützen den Islam. Es war zum Beispiel die PAS, die die Einführung des Hudud-Gesetzes in Kelantan vorschlug. Im Januar 2016 wurde PAS-Chef Hadi Awang zitiert, der behauptete, dass Christen Muslime mit Geld zur Konversion bewegen würden. Auf diese Weise werden Zwietracht und Hass gegen Christen gesät. UMNO und PAS nutzen die Religion, um die Unterstützung der Malaien zu gewinnen, und von den Oppositionsbänken aus jetzt noch mehr. Ob die neue Regierung Pakatan Harapan in der Lage und bereit ist, Veränderungen für ethnische und religiöse Minderheiten herbeizuführen, bleibt abzuwarten. Für Christen muslimischer Herkunft geht nach wie vor von Familienangehörigen die stärkste Verfolgung aus.

Ausgehend von Diktatorischer Paranoia

Während mehr als sechs Monaten des Berichtszeitraums war die Diktatorische Paranoia eine starke Triebkraft der Verfolgung, insbesondere im Bereich von Regierung und Verwaltung. Mit der neu gewählten Regierung kann sich dies langsam ändern. Es sollte jedoch nicht übersehen werden, dass die islamische PAS in einigen Staaten Malaysias eine Mehrheit hat, und obwohl die Administration jetzt einer neuen Regierung dient, bedeutet das nicht, dass die Behörden ihr Denken schnell ändern. Dies gilt insbesondere für die Verwaltungsbehörden für religiöse Angelegenheiten. Wie bereits erwähnt, ist die Diktatorische Paranoia schwächer geworden, aber ihre Ideologie und die durch sie motivierten Verfolger sind immer noch aktiv.

4. Hintergrund

Die malaysische Gesellschaft spaltet sich zunehmend ethnisch zwischen einer malaiischen Mehrheit (die von der Regierung klar bevorzugt wird) und den chinesischen und indischen Minderheiten (sowie der hauptsächlich im östlichen Teil Malaysias lebenden indigenen Stammesbevölkerung), die diskriminiert werden. Rassismus ist eine alltägliche Erfahrung für ethnische Minderheiten in Malaysia. In den letzten Jahren hatte die Regierung – die im Mai 2018 abgelöst wurde – zunehmend die rassistische und religiöse Karte gespielt, um an der Macht zu bleiben und die Unterstützung der Mehrheit von ethnischen Malaien zu gewinnen, die rund 60 % der Bevölkerung ausmachen. Die Kritik der Opposition wurde (fälschlich) als Bedrohung der malaiischen Dominanz oder sogar als Verschwörung dargestellt, den Islam aus Malaysia verdrängen zu wollen. Christen sind von dieser Spannung besonders betroffen, da die meisten Christen entweder indigenen Stammesgruppen angehören oder chinesischer oder indischer Herkunft sind.

Pastor Raymond Koh wurde am 13. Februar 2017 am helllichten Tag entführt, als sein Auto in Petaling Jaya von drei schwarzen SUVs angehalten und er an einen unbekannten Ort gebracht wurde. Dies löste Schockwellen unter den Christen und anderen Minderheiten aus, besonders nachdem sich herausgestellt hatte, dass ein Pastorenpaar, Joshua und Ruth Hilmy, bereits im November 2016 verschwunden war. Die Tatsache, dass die Polizei bei der Entführung von Pastor Koh immer noch keine greifbaren Fortschritte gemacht und mehr Interesse an Pastor Kohs angeblicher Beteiligung an missionarischen Aktivitäten gezeigt hat, zeigte den Christen, dass Regierung und Behörden wenig Interesse daran haben, die Wahrheit herauszufinden. Nicht nur Christen sind Ziel solcher Entführungen – auch ein zivilgesellschaftlicher Aktivist schiitischen Glaubens wurde entführt.

Der Korruptionsskandal (siehe nächster Absatz) war der letzte Anstoß, welcher der UMNO das Genick brach. Alle Bemühungen, den Skandal zu vertuschen und alle Ermittlungen einzustellen, trugen nicht dazu bei, die Sorgen der Öffentlichkeit zu mildern, und Premierminister Razak wurde zunehmend als arrogant und rücksichtslos gegenüber den Bedürfnissen der Menschen angesehen. Die unter Spaltungen leidende Opposition gründete eine neue Partei und wurde in einer erdrutschartigen Abstimmung gewählt, wodurch die UMNO zum ersten Mal seit der Gründung Malaysias im Jahr 1957 aus der Regierung gedrängt wurde. Die Versöhnung zwischen dem langjährigen Premierminister Mahathir bin Mohamad (genannt Dr. M. und jetzt 93 Jahre alt) und dem ehemaligen stellvertretenden Premierminister Anwar Ibrahim hat den Oppositionskräften neue Hoffnung gegeben, und eine der ersten Entscheidungen der neuen Regierung war die Haftentlassung von Anwar Ibrahim. Er wird höchstwahrscheinlich der neue Premierminister werden, wenn er sich von seiner Zeit im Gefängnis erholt hat. In einem ersten Schritt wurde er in einem erdrutschartigen Sieg per Nachwahl in das Parlament gewählt, kündigte aber an, dass er vorerst nicht in die Regierung eintreten werde.

Der große Korruptionsskandal um den Entwicklungsfonds „1MDB“ hing seit Jahren wie ein Damoklesschwert über dem Kopf des Premierministers, zumal die internationalen Ermittlungen in der Schweiz und den USA noch nicht abgeschlossen sind. Nach den Wahlen 2018 wurden die Inlandsuntersuchungen sofort wieder aufgenommen und mehrere von Razak entlassene Staatsbeamte wiedereingesetzt. Bei Durchsuchungen zur Sicherung von Beweisen wurden auf verschiedenen Grundstücken von Razak Waren und Barmittel im Wert von rund 273 Mio. US-Dollar gefunden. Im Zuge der weiteren internationalen Ermittlungen werden immer mehr Details bekannt, und die US-amerikanischen Behörden haben mehrere Personen angeklagt, darunter einen ehemaligen hochrangigen Angestellten der Investmentbank Goldman Sachs.

Malaysia verfolgt eine Politik der Bevorzugung bestimmter ethnischer Gruppen, bei der Bumiputra (die „Söhne des Bodens“ – also malaiische und indigene Bürger) staatliche Leistungen erhalten, wenn es um Wohnungen, Schulen und andere staatliche Maßnahmen geht. Während theoretisch auch die (christliche) indigene Bevölkerung in Ostmalaysia von dieser Politik profitieren sollte, ist dies in der Praxis selten der Fall. Wie ein Christ es ausdrückte: „Wir sind die Bumi (= Erde), sie sind die Putra (= Söhne oder Prinzen)“.

5. Betroffene Christen

Um das Christentum in Malaysia besser zu verstehen, ist an dieser Stelle eine zusätzliche Erklärung erforderlich. Im Fall von Malaysia kann es hilfreich sein, nach geografischer Verteilung und Herkunft zu unterscheiden. Die Mehrheit der Christen kommt aus einem Bumiputra-Hintergrund, was wörtlich übersetzt „Söhne des Bodens“ bedeutet und womit gemeint ist, dass sie zum Land gehören und von den Ureinwohnern abstammen. Aus Sicht der Regierung kommen die Bumiputra für die Förderpolitik in Form von vergünstigten Häusern, Stipendien usw. infrage, aber in der Praxis gilt dies nur, solange sie keine Christen sind. Wenn sie Christen werden, werden ihnen ihre Privilegien schnell entzogen. Nicht-Bumiputra-Christen kommen hauptsächlich aus den ethnischen Minderheiten der Chinesen und Inder und gehören zu einer Vielzahl verschiedener Konfessionen, deren Gemeinden von kleinen Hauskirchen bis hin zu Megakirchen reichen. Schließlich ist auch die geografische Verteilung wichtig. Die meisten Bumiputra-Christen leben in den Bundesstaaten Sabah und Sarawak; letzterer hat immer noch eine relative christliche Bevölkerungsmehrheit. Diese Staaten bilden Ostmalaysia und befinden sich auf der Insel Borneo (die mit Brunei und Indonesien geteilt wird). Um diese Lage noch komplexer zu machen: Viele Bumiputra wandern aus Bildungsgründen oder wirtschaftlichen Gründen nach Westmalaysia ab, wo es für sie besonders schwer ist, ihrem christlichen Glauben treu zu bleiben. Christen mit muslimisch-malaiischem Hintergrund vervollständigen das Bild der malaysischen Kirche. Diese Christen sind einem hohen Maß an Verfolgung ausgesetzt, da sie nicht nur ihren Glauben verlassen haben, sondern diese Entscheidung auch als ein Handeln gegen ihre eigene Ethnie und Nation angesehen wird.

Ausländische Christen und Arbeitsmigranten

Es gibt viele Nationalitäten, die ihre eigenen christlichen Gemeinden haben und sich selbst tragen. Sie kämpfen manchmal um einen rechtlichen Status, sind aber grundsätzlich frei, ihren Glauben zu leben, solange sie innerhalb ihrer Mauern bleiben. Nepalesische und vietnamesische Christen schließen sich in den meisten Fällen den traditionellen Kirchen an.

Christen aus traditionellen Kirchen

Beispiele sind römisch-katholische, anglikanische, methodistische oder lutherische Kirchen und die evangelische Kirche in Sabah. Diese sind weniger von Verfolgung betroffen als protestantische Freikirchen oder Christen muslimischer Herkunft, aber beide erleiden Diskriminierung.

Christen muslimischer Herkunft

Christen muslimischer Herkunft leiden am meisten unter Verfolgung, nämlich durch Familie, Freunde, Nachbarn und Behörden.

Christen aus protestantischen Freikirchen

Beispiele sind evangelikale, baptistische und pfingstlerische Gemeinden, Assemblies of God, die Heilsarmee, Sabah Injil Borneo und andere. Sie leiden oft unter Überwachung, Diskriminierung, Einschüchterung und Belästigung.

6. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben 11.8
Familienleben 14.2
Gesellschaftliches Leben 12.1
Leben im Staat 11.7
Kirchliches Leben 8.6
Auftreten von Gewalt 1.5

Grafik: Verfolgungsmuster Malaysia

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die WVI-Platzierung. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Das Verfolgungsmuster zeigt:

  • Insgesamt nahm der Druck auf die Christen in Malaysia in allen Lebensbereichen ab, so dass die Punktzahl für den durchschnittlichen Druck von 12,3 beim Weltverfolgungsindex 2018 auf 11,7 beim WVI 2019 zurückging.
  • Der Druck ist extrem und am stärksten im Bereich „Familienleben“; im gesellschaftlichen Leben, Leben im Staat sowie im Privatleben ist er sehr hoch. Der Druck im Bereich „Leben im Staat“ wurde von der Wertung für den Bereich „Privatleben“ knapp überholt, was die Tatsache widerspiegelt, dass im Mai 2018 eine Regierung mit geringer ausgeprägter Diktatorischer Paranoia die Macht übernahm. Der Druck im Familienleben, gesellschaftlichen Leben und Privatleben verdeutlicht die Probleme der Konvertiten aus dem Islam und anderen Religionen, die auch von der Islamisierungspolitik des Landes ausgehen. Der Druck, der von der Triebkraft Islamische Unterdrückung ausgeht, ist in allen Bereichen vorhanden. Konservative islamische Gruppen und Parteien sind in Malaysia nach wie vor stark.
  • Der Wert für Gewalt gegen Christen hat sich von 3,9 beim Weltverfolgungsindex 2018 auf 1,5 für den WVI 2019 mehr als halbiert. Abgesehen von der Entführung einiger Christen in den letzten Jahren war die Verfolgung in Malaysia selten gewalttätig.

Privatleben

Nach dem Gesetz dürfen sich malaiische Muslime in keinem Staat außer in Sarawak vom Islam abwenden, um einen anderen Glauben anzunehmen. Die Panmalaysische Islamische Partei (PAS) will, dass Abtrünnige mit dem Tod bestraft werden, war aber bisher bei ihren Bemühungen nicht erfolgreich. Christen muslimischer Herkunft können keine öffentlichen kirchlichen Veranstaltungen besuchen. Tun sie es doch, laufen sie Gefahr, von den Behörden erwischt zu werden, und die besuchte Kirche wird mit ernsthaften Konsequenzen rechnen müssen, da sie diese Menschen willkommen geheißen hat. Deshalb versammeln sich Christen muslimischer Herkunft für all ihre christlichen Aktivitäten heimlich in Wohnungen, fernab von den neugierigen Blicken von Regierung, Gesellschaft und den registrierten Kirchen. Folglich müssen sie sehr vorsichtig in der Art und Weise sein, wie sie Gottesdienst feiern, besonders wenn sie die einzigen Christen in ihrer Familie sind. Bibeln und andere christliche Schriften müssen sorgfältig versteckt werden und können nur mit großer Vorsicht verwendet werden, da gläubige muslimische Familien dies nicht tolerieren. Da ehemalige Muslime, die Jesus Christus nachfolgen, als Abtrünnige gelten, ist es für sie sehr riskant, ihren Glauben zu offenbaren, da sie bestraft werden oder in ein islamisches Läuterungszentrum geschickt werden können, wo sie unter Druck gesetzt werden, zum Islam zurückzukehren. Es ist bekannt, dass Christen muslimischer Herkunft von einem Tag auf den anderen verschwinden, ohne dass jemand ihren Aufenthaltsort kennt. Nach einer Richtlinie der Fatwa-Abteilung dürfen Weihnachtsbäume und andere Dekorationen, die als Symbol für Weihnachten gelten, nicht verwendet werden, wenn ein Muslim plant, an einer Weihnachtsveranstaltung teilzunehmen. Sie verbietet Muslimen auch, an Weihnachtsfeiern teilzunehmen, die religiöse Lieder oder die Verwendung des Kreuzes oder „Sprache oder Gesten in Form eines Lobes für die nichtmuslimische Religion“ enthalten. Es wurde jedoch nicht erwähnt, welche Folgen eine Nichtbeachtung der Vorschriften haben würde.

Familienleben

Nach dem Gesetz werden Kinder von Paaren mit einem muslimischen Elternteil (entweder durch Geburt oder Konversion) automatisch als Muslime registriert. Es gab in Sabah viele solcher Fälle unter indigenen Christen. Als Bumiputras haben die meisten von ihnen das Wort „bin“ oder „binti“ in ihrem Namen, was die Beamten dazu veranlasst, zu glauben, sie seien Muslime, und so tragen sie den Islam als Religionszugehörigkeit in die MyKads (Ausweispapiere) ein. Dies war eines der Hauptprobleme, mit denen Bumiputra-Christen konfrontiert waren, aber einige von ihnen entschieden sich, nicht darüber zu „streiten“, da der Prozess lang und mühsam ist und es nur sehr wenige positive Ergebnisse gegeben hat. Jeder Malaysier hat einen Personalausweis und seine Religion wird von der bundesstaatlichen Registrierungsstelle auf dieser Karte vermerkt. Ist ein Bürger einmal als Muslim registriert, kann dies nur nach langen Gerichtsverfahren geändert werden – ohne große Erfolgsaussichten. In einem richtungsweisenden Urteil vom Januar 2018 erklärte das Bundesgericht, dass für den Glaubenswechsel eines Minderjährigen die Zustimmung beider Elternteile erforderlich sei, so dass der einseitige Glaubenswechsel von Kindern nicht mehr zulässig sei (Fall Indira Gandhi). Diese Entscheidung wurde im Oktober 2018 in einem weiteren Fall bekräftigt und erhöht den Druck auf die neue Regierung, Gesetzeslücken trotz des Drucks islamisch-extremistischer Gruppen und Parteien zu schließen.

Malaysia scheint das einzige Land der Welt zu sein, in dem ein Glaubenswechsel auch die ethnische Zugehörigkeit verändert. Es gibt Berichte über Fälle, in denen Kinder von konvertierten Einheimischen plötzlich „bekannten“, muslimische Malaien zu sein, obwohl ihre tatsächliche Ethnie Iban ist. Auf die Frage, warum, antworteten sie: „Weil unsere (muslimischen) Lehrer es uns gesagt haben!“ Die Meldebehörde stellt auch Sterbeurkunden aus. Wenn Aufzeichnungen zeigen, dass die verstorbene Person als Muslim registriert wurde, werden die Behörden die islamische Religionsbehörde informieren. Wenn die Bestattungsrituale nicht gemäß dem Islam gefeiert werden, hat diese islamische Behörde das Recht, der nichtmuslimischen Familie den Leichnam wegzunehmen, damit islamische Riten für den Verstorbenen durchgeführt werden können.

Christen mit muslimischem Hintergrund können auch zur Scheidung gezwungen werden (wenn sie verheiratet sind) und ihre Erbrechte verlieren, sollten sie entdeckt werden. Die Durchführung einer Taufe, einer christlichen Hochzeit oder eines Begräbnisses kann schwierig oder sogar unmöglich werden. Christen muslimischer Herkunft können von ihren Familien isoliert, aus dem Haus der Familie vertrieben oder sogar in islamische Läuterungslager (Umerziehungslager) geschickt werden, obwohl dies selten vorkommt. Kinder von Christen muslimischer Herkunft müssen an Schulen islamischen Unterricht besuchen, und es gibt Berichte, dass christliche Kinder unter Druck gesetzt werden, zum Islam zu konvertieren. Manchmal müssen Eltern, die zum christlichen Glauben übergetreten sind, ihr Kind von der Schule nehmen, da es unbeabsichtigt über den Glauben seiner Eltern sprechen könnte.

Einige Christen aus indigenen Volksstämmen, besonders in Sabah, werden durch Tricks dazu gebracht, zum Islam zu konvertieren. Um finanzielle Hilfe von der Regierung anzunehmen, reichten einige von ihnen ihren Personalausweis ein und unterschrieben ein Formular, ohne zu wissen, dass es sich um eine Erklärung zur Konversion zum Islam handelt. Als sie ihren Ausweis wieder zurückbekommen hatten, stellten sie fest, dass ihre Religion zum Islam geändert wurde. Als sie versuchten, dies rückgängig zu machen, wurde ihnen von der bundesstaatlichen Registrierungsstelle mitgeteilt, dass ihr religiöser Status nur geändert werden könne, wenn die Scharia-Gerichte ihre Zustimmung erteilten, was unmöglich zu erreichen ist.

Gesellschaftliches Leben

Christen werden von staatlichen Behörden sowie von lokalen muslimischen Gemeinschaften und Vereinigungen zur Wahrung malaiischer und islamischer Rechte (z. B. Perkasa und ISMA) überwacht. In abgelegenen Gebieten in Sabah und Sarawak haben malaiische Gemeinden Zugang zu Wasser und Strom, aber einigen bekannten christlichen einheimischen Gemeinschaften wird dieser Zugang verweigert. Um sich für eine Hochschulausbildung und Stipendien zu qualifizieren, müssen Christen aufgrund der Politik der Bevorzugung von Malaien weitaus höhere Hürden überwinden als Muslime. Ein weiterer Teil dieser Politik ist, dass ethnische Malaien einen Preisnachlass von 10 % erhalten, wenn sie Immobilien kaufen, während andere den vollen Preis zahlen müssen. Dies kann als indirekte Dschizya-Steuer angesehen werden, soweit chinesische und indische Christen betroffen sind, da sie keinen Anspruch auf solche Leistungen haben. Muslime sind von bestimmten Steuern befreit, weil sie den Zakat (nach islamischem Recht erforderliches Almosen) und eine reduzierte Einkommensteuer zahlen, während andere die volle Einkommensteuer zahlen. Was private Unternehmen (z. B. im Besitz chinesischer Christen) betrifft, so ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die Eigentümer Bumiputra-Partner haben müssen, um staatliche Aufträge zu erhalten. Um das zu umgehen, haben einige Unternehmen „Bumiputra-Partner“ nur auf dem Papier. Christen muslimischer Herkunft stehen unter starkem Druck von Familie, Freunden und Nachbarn, ihren christlichen Glauben zu widerrufen. Christen erleben Diskriminierung auch in ihrem Geschäftsleben und werden keine höheren Positionen im Staatsdienst erreichen. Für Nichtmalaien ist der Zugang zu einer Reihe von Universitäten eingeschränkt. In einem Presseartikel vom Februar 2018 unterstützte nur ein einziger Student der UiTM (eine staatliche Universität, die Bumiputras vorbehalten ist) in einer Umfrage offen die Idee, die Universitäten für Nicht-Bumiputras zu öffnen. Er äußerte die Meinung, dass auch Nicht-Bumiputras ein Recht auf Bildung hätten, wurde aber von seinen Klassenkameraden mit wütenden und rassistischen Bemerkungen konfrontiert. Der Leiter der Klasse sagte sogar: „Glauben Sie, dass Sie hier wären, wenn die UiTM seine Türen für Nicht-Bumiputras öffnete? Wenn die Inder und Chinesen in die UiTM einsteigen, werdet ihr euer Studium nie abschließen können.“

Leben im Staat

Die Verfassung definiert ethnische Malaien als Muslime. Deshalb haben die Malaien nicht die Freiheit, den Islam zu verlassen und eine andere Religion anzunehmen. Im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2019 entschied das Bundesgericht, dass die Zuständigkeit für die Rechtmäßigkeit einer Konversion bei den Schariagerichten und nicht bei den Zivilgerichten liegt, so dass Konvertiten zum christlichen Glauben vorerst keine rechtliche Unterstützung haben. Die Verfassung verbietet es auch Anhängern anderer Religionen, ihre Religion unter malaiischen Muslimen zu verbreiten. Demgegenüber ist es Muslimen gestattet, den Islam im ganzen Land zu verbreiten. Darüber hinaus gilt die Scharia in Verbindung mit dem Zivilrecht, und das vorgeschlagene Hudud-Gesetz, das eine islamische Prügelstrafe im Bundesstaat Kelantan vorsieht, steht im Parlament noch aus. Auf Websites malaiischer islamischer Rechtsverbände und in staatlichen Medien werden Christen häufig verleumdet, indem beispielsweise Gerüchte verbreitet werden, dass Christen und Juden Malaysia übernehmen wollten. „Christliche Missionare“ werden beschuldigt, soziale Unruhen geschürt zu haben, und der prominenten christlichen Politikerin Hannah Yeoh wurde öffentlich vorgeworfen, bei Wahlen für das Christentum gekämpft zu haben. Der ehemalige Minister für die Bundesgebiete, Tengku Adnan Tengku Mansor, forderte die Kirchen auf, in ihren Predigten keine Unwahrheiten zu verkünden. Er behauptete auch, dass Christen ein „Kastensystem“ praktizieren würden, in dem der Geistliche als heilig angesehen wird.

Die harten Gesetze des Landes gegen Volksverhetzung („sedition laws“) haben bei internationalen Beobachtern heftige Kritik ausgelöst. Obwohl das Gesetz jede Handlung, Rede oder Veröffentlichung verbietet, die Verachtung gegenüber der Regierung oder den neun königlichen Sultanen Malaysias hervorruft, und es Menschen verbietet, Hass zwischen verschiedenen Rassen und Religionen zu schüren, wird es einseitig umgesetzt. Diejenigen, die Hass anstiften und rassistische und religiöse Stimmung gegen Christen schüren, werden niemals wegen Aufruhr angeklagt. Die Frage nach der besonderen Stellung der Mehrheit der ethnischen Malaien und der Einheimischen von Sabah und Sarawak fällt ebenfalls unter Volksaufruhr. Diejenigen, die sich gegen die Regierung ausgesprochen haben, mussten meist auch mit Anklagen wegen Aufruhr rechnen. Die neue Regierung versuchte, diese Gesetze aufzuheben, wurde aber von der Opposition gestoppt, die immer noch die Mehrheit in der zweiten Kammer des Parlaments hält. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass die neue Regierung das Gesetz nicht strikt umsetzen wird. Indigene Völker werden mit aggressiven Mitteln zur Annahme des Islam gedrängt, insbesondere diejenigen, die nach Westmalaysia abwandern, da es leicht ist, ihre soziale Entwurzelung und ihre wirtschaftliche Verwundbarkeit zu nutzen. Langfristig könnte die christliche Bevölkerung dadurch schrumpfen, insbesondere in Ostmalaysia.

In einem weiteren überraschenden Schritt berief die neue Regierung Nicht-Malaien und Nichtmuslime in das Amt des Justizministers, des Generalstaatsanwalts und ins Oberste Gericht. Dies hat zu Vorwürfen geführt, dass die muslimische Sache verloren gehe und Malaysia nun „christianisiert“ werde. Ein Mitglied der Opposition behauptete sogar, dass Premierminister Mahathir „in den Händen der christlichen DAP“ sei. Die neue Regierung setzte ein weiteres Zeichen für Reformen und kündigte im Oktober 2018 an, internationale Menschenrechtskonventionen zu ratifizieren und damit verbindlich zu machen.

Kirchliches Leben

Die meisten protestantischen Freikirchen sind nicht als Kirchen registriert, sondern sind formell Vereine oder Begegnungsstätten. Sie kaufen Geschäfte oder Fabrikgebäude, in denen die Gemeindearbeit stattfindet. Während die meisten Kirchen überwacht werden, gibt es für sie keine Einschränkungen bei ihren Versammlungen. Eine offene Integration von Christen muslimischer Herkunft ist jedoch unmöglich. Der Druck von christlichen Schriften bedarf der Genehmigung durch die Regierung. Die Einfuhr von Schriften in malaiischer Sprache wird eingeschränkt, und die Bibel und christlich-malaiische Bücher aus Indonesien sind verboten. Im Jahr 2015 hat die Regierung eine SOP (Standard Operating Procedure) herausgegeben, nach der alle importierten christlichen Publikationen (einschließlich der malaiischen Bibel) von der Koran-Abteilung des Innenministeriums kontrolliert werden sollen. Trotz der Einwände von Kirchenführern führte die Regierung die Umsetzung fort. Darüber hinaus ist den Christen die Verwendung des Wortes „Allah“ praktisch verboten, nachdem das Oberste Gericht in einem Urteil gegen eine katholische Zeitung die christliche Verwendung des Begriffs „Allah“ für Gott verboten hat (ungeachtet der Tatsache, dass dieser Begriff seit Hunderten von Jahren in Bibeln und anderen christlichen Publikationen verwendet wird und ohne Probleme auch in der indonesischen Bibel verwendet wird). Ein Antrag, der während der Jill-Ireland-Verhandlung im November 2017 gestellt wurde, forderte das (islamische) Sprachinstitut des Landes auf, eine neue Bibelübersetzung ohne das Wort „Allah“ herauszugeben. Es zeigte auch die Denkweise der islamischen Behörden, als sie vorschlugen, die staatlichen Behörden damit zu beauftragen, die Übersetzung der Bibel zu übernehmen – und nicht die Christen. Ein weiterer „Allah-Fall“, der von der Kirche in Sabah eingebracht wurde, ist vor Gericht noch ausstehend.

Auftreten von Gewalt

Der Wert für Gewalt ist niedrig und schließt die laufenden Fälle von Entführung ein. Pastor Joshua Hilmy und seine Frau Ruth werden seit mehr als zwei Jahren vermisst, nachdem sie aus ihrem Haus im Bundesstaat Selangor verschwunden sind. Pastor Raymond Koh wurde auf einer belebten Straße in Petaling Jaya entführt und wird seit Februar 2017 vermisst. Sein Aufenthaltsort ist noch unbekannt, und es wird eine Beteiligung der Regierung vermutet.

Beispiele finden Sie unter „Zusammenfassung“.

7. Verfolgungssituation für Frauen und Männer

Wenn eine Frau oder ein Mädchen anfängt, Jesus Christus nachzufolgen, und die Familie oder das soziale Umfeld davon erfahren, wird sie in der Regel mit Vergewaltigung bedroht und/oder zur Ehe mit einem Muslim gezwungen. Für Muslime beträgt das gesetzliche Mindestalter für die Eheschließung in den islamischen Familiengesetzen 18 Jahre für einen Mann und 16 Jahre für eine Frau, aber auch Personen unterhalb dieser Altersgrenze können heiraten, wenn sie die Zustimmung eines Scharia-Richters einholen. So ist es möglich, dass Kinder in Malaysia heiraten können, wenn ein Scharia-Richter die Erlaubnis dazu erteilt. Dieses Gesetz macht Frauen/Kinder, die sich zu Jesus Christus bekehren, verwundbarer. Im Berichtszeitraum des WVI 2019 führte der Fall eines elfjährigen thailändischen Mädchens (keine Christin), das mit einem 41-jährigen malaysischen Mann verheiratet war, zu einem öffentlichen Aufschrei. Dies verdeutlicht, dass Eheschließungen Minderjähriger noch immer in beträchtlicher Zahl stattfinden, auch wenn Änderungen zur Anhebung des Heiratsalters auf 18 Jahre im Gange sind – doch auch nach einer möglichen Änderung gibt es immer noch Sonderbestimmungen in diesem Gesetz, die den Scharia-Gerichten ein eigenes Ermessen einräumen.

In einem CEDAW-Bericht von zivilgesellschaftlichen Organisationen vom Februar 2018 heißt es: „Muslimische Frauen haben heute weitaus weniger Rechte bei Ehe, Scheidung, Vormundschaft für ihre Kinder und Erbschaft als nichtmuslimische Frauen.“ In dem Bericht heißt es auch: „Andere Bereiche der schwerwiegenden Diskriminierung von Frauen nach dem islamischen Familienrecht sind Scheidung, Polygamie und Kinderehe.“ Dieses Gesetz kann zu Jesus Christus bekehrte Frauen/Kinder angreifbarer machen; wenn ihr christlicher Glaube entdeckt wird, können sie zur Ehe mit einem Muslim gezwungen werden.

8. Verfolgung anderer religiöser Minderheiten

Die muslimische Minderheit der Schiiten wird auch in Malaysia schwer verfolgt, wie die Entführung eines ihrer Aktivisten (im April 2017) zeigt. Hindus, Anhänger traditioneller chinesischer Religionen und Buddhisten sind ebenfalls von der Vorzugsbehandlung der Regierung gegenüber ethnischen Malaien betroffen.

9. Ausblick

Die politische Perspektive

Die neue Regierung steht vor Herausforderungen an mehreren Fronten, und ihre größte Aufgabe wird es wohl sein, die wirtschaftlichen Erwartungen trotz eines begrenzten Budgets zu erfüllen. Da die neue Regierung mehr Nichtmuslime (einschließlich Christen) als je zuvor in ihre Reihen berufen hat, könnten diese in schwierigen Zeiten als Sündenböcke dienen. UMNO und PAS, beide jetzt in der Opposition, werden alles, was sie als Bedrohung für den Islam oder die vorherrschende Position der Malaien wahrnehmen, verurteilen. Schließlich bleibt abzuwarten, ob, wann und wie reibungslos der Machtwechsel von Dr. M. zu Anwar Ibrahim erfolgen wird und in welche Richtung die neue Regierung steuert.

Der Ausblick für Christen

Mit Hinblick auf Islamische Unterdrückung: Die anhaltende Geschichte der Einführung des Scharia-Rechts im Bundesstaat Kelantan zeigt, dass der von der UMNO eingeschlagene Weg gescheitert ist. Die UMNO warb um konservative Muslime, überbrückte die Kluft zur konservativen muslimischen PAS und versuchte, die bereits große ethnische und religiöse Kluft auszunutzen, unter der das Land leidet. Bei den Wahlen 2018 wurde die UMNO abgewählt und PAS erzielte nur moderate Gewinne. Dennoch bedeutet die Niederlage der UMNO nicht, dass konservative islamische Parteien für immer aus dem Spiel sind. Das Spannungsfeld, in dem sich die neue Regierung bewegt, wird durch die folgenden Punkte deutlich: Auf der 73. UN-Generalversammlung im Oktober 2018 verpflichtete sich der Premierminister, „alle verbleibenden grundlegenden UN-Verträge im Zusammenhang mit dem Schutz der Menschenrechte zu ratifizieren“. Dies ist das erste Mal, dass ein „Versprechen“ bezüglich der Verpflichtung Malaysias zur Unterzeichnung internationaler Menschenrechtsabkommen gegeben wurde, zu denen unter anderem das Abkommen über bürgerliche und politische Rechte gehören würde. Konservative muslimische Politiker erinnerten die Regierung jedoch an den Artikel 153 der Bundesverfassung, der einer ethnischen Gruppe (nämlich den Malaien und den Bumiputra) den Vorzug gibt, was im Widerspruch zu Artikel 2 der UN-Konvention stehen könnte, welche volle und gleiche Rechte und Freiheiten fordert. In einem ersten Rückschritt kündigte die Regierung am 23. November 2018 an, dass sie das Internationale Übereinkommen zur Beseitigung von Rassendiskriminierung nicht ratifizieren werde – mit den Worten: „Die Regierung wird die Bundesverfassung mit dem Sozialvertrag, der von Vertretern aller Rassen bei der Gründung dieses Landes vereinbart wurde, weiterhin verteidigen.“

Ein Wandel hin zu einer rigoroseren und politischeren Praxis des Islam vollzieht sich mit einem Zustrom von extremistisch-islamischen Gelehrten, die aus Ägypten und Saudi-Arabien zurückkehren. Viele dieser malaysischen Gelehrten haben sich der alten Regierung als Mitglieder des „Ministeriums für die Islamische Fortentwicklung Malaysias“ angeschlossen, um in Moscheen zu predigen und den Islam zu verbreiten. Die Islamisierung der einheimischen Christen aus Sabah und Sarawak (Ostmalaysia) erfolgt in rasantem Tempo. Sarawak genießt noch immer ein höheres Maß an Religionsfreiheit als Westmalaysia (es ist der einzige Ort, an dem der Islam nicht Staatsreligion ist). Aber sobald sich die demografischen Verhältnisse dem Islam zuneigen, werden zweifellos mehr islamische Gesetze erlassen. Es gibt Berichte aus abgelegenen Gebieten, in denen ungebildete indigene Menschen in Sabah und Sarawak „unter Drogen gesetzt“ oder Menschen betrunken gemacht und gezwungen werden, Dokumente zu unterschreiben, durch die sie Muslime werden. Ob sich diese Praxis bald ändern wird, muss sich erst zeigen. Der malaysische Führer der Gruppierung Islamischer Staat (IS) in Syrien wurde im April 2017 durch einen Drohnenangriff getötet, wodurch die Rekrutierungsbemühungen des IS gebremst wurden. Die militante Gruppe führte im Juni 2016 einen ersten Angriff in Malaysia durch, indem sie eine Granate in Selangor zündete und acht Menschen verletzte. Es gibt jedoch Dutzende und vielleicht Hunderte von anderen Verdächtigen mit Verbindungen zum IS. Die Tatsache, dass es in den benachbarten Philippinen IS-nahen Gruppen gelang, im Mai 2017 die Stadt Marawi zu erobern, sandte Schockwellen durch die Region und setzte alle Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft. Einer der Führer des Aufstands, der bei den Kämpfen getötet wurde, war malaysischer Staatsbürger. Malaysia startete gemeinsame Seepatrouillen mit Indonesien und den Philippinen, um Aktivitäten militanter Islamisten in der Sulu-See entgegenzuwirken, aber die Bedrohung wächst und es muss mehr getan werden. Folglich wird die Situation in Malaysia unbeständig bleiben, da die Haupttriebkraft der Verfolgung, Islamische Unterdrückung, weiterhin besteht, was zu anhaltenden Problemen und Bedrohungen für die christliche Minderheit führt.

Mit Hinblick auf Diktatorischer Paranoia: Obwohl im Mai 2018 eine teilweise völlig neue Koalition von Parteien die Regierung übernommen hat, gibt es auch viele alte Gesichter. Dr. M. selbst, aber auch Anwar Ibrahim, haben nachweislich Eigenschaften, die gut in die Definition von Diktatorischer Paranoia passen. Die ersten Signale, die die Regierung sendet, sind positiv und daher kann man hoffen, dass die Zeit des Festhaltens an Macht um jeden Preis vorbei ist. Dies wird sich jedoch erst langfristig zeigen. Minderheiten werden die Ankündigungen und Gesetzgebungen der neuen Regierung, insbesondere deren Umsetzung, aufmerksam verfolgen.

Schlussfolgerung

2018 wird immer als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem die Wähler in Malaysia ihre Macht entdeckten. Es gibt jedoch mindestens drei Gründe, warum sich für die christliche Minderheit mit der neuen Regierung wenig ändern wird: Erstens, obwohl er die radikalen PAS-Politiker (die sich bemüht haben, das Scharia-Gesetz im Staat Kelantan einzuführen) als Taliban bezeichnet und sich ihnen widersetzt, war Mahathir selbst für die Einführung der Vorzugsbehandlung von Malaien verantwortlich und er wird sie auch nicht ändern. Zweitens hat er angekündigt, dass er den wirtschaftlichen Einfluss Chinas begrenzen will, was wahrscheinlich auch die christliche Bevölkerung betreffen wird. Drittens beabsichtigt er, eine Kommission zur Untersuchung des großen Korruptionsfalls von 1MDB einzusetzen, hat aber nicht die Wiederaufnahme von Regierungsermittlungen im Fall der Entführung von Pastor Raymond Koh (und anderen) erwähnt, insbesondere was die angebliche Komplizenschaft von staatlichen Sicherheitsbehörden betrifft.

Eine weitere Herausforderung für die Zukunft könnte von einer neu organisierten UMNO ausgehen, die in Zukunft möglicherweise auf eine eher religiöse Rhetorik zurückgreifen wird. Ein Vorgeschmack darauf zeigte sich bereits, als ein Mitglied der Opposition Premierminister Mahathir beschuldigte, „in den Händen des christlichen DAP“ zu sein. Dass der neue Justizminister, der neue Generalstaatsanwalt und der neue Richter am Obersten Gerichtshof alle Nichtmalaien und Nichtmuslime sind, hat zu der Behauptung geführt, dass die muslimische Sache verloren gehe und Malaysia nun „christianisiert“ würde. Natürlich ist das keineswegs wahr, aber es ist wahrscheinlich, dass das Land mehr von dieser Rhetorik hören wird. Interessanterweise hat Wan Salim Wan Mohd Noor, der Mufti des Staates Penang, gesagt, dass der Islam die Ernennung von Nichtmuslimen in Ministerien oder Justizbehörden nicht verbietet, was von extremistischeren Muslimen entschieden abgelehnt wird. Im Juli 2018, nur zwei Monate nach den Wahlen und zu einer Zeit, als sich die neue Regierung noch etablierte, behauptete ein Bündnis von mehr als 300 NGOs, dass sich die malaysische Mehrheit bereits ausgegrenzt vorkomme. Dies zeigt die Richtung, in die sich die Opposition nun zu bewegen scheint. Es ist zu erwarten, mehr solcher Behauptungen sowie ethnisch und religiös polarisierende Reden zu hören.  

Aber Beobachter sehen nicht nur Probleme in der Opposition. Alle aktuellen positiven Signale und Entwicklungen in der Regierungskoalition müssen kritisch betrachtet werden. Malaysia hat in der Tat eine historische Chance, das Land neu aufzubauen und zu einer wirklich solidarischen Gesellschaft zum Wohle aller Bürger zu machen, unabhängig davon, welchen ethnischen oder religiösen Minderheiten oder Mehrheiten sie angehören. Der wahrscheinliche neue Premierminister Anwar Ibrahim, der durch Nachwahlen in einer erdrutschartigen Abstimmung im Oktober 2018 (nach seiner Haftentlassung erst im Frühjahr 2018) wieder auf die politische Bühne kam, ist jedoch ein Politiker mit vielen Facetten. Dies hat die Beobachter dazu veranlasst zu fragen: „Ist er echt?“ Als er früher ein wichtiger Minister war, förderte Ibrahim Aktionen gegen alle Arten von Minderheiten und unterstützte stets die Politik der Vorzugsbehandlung. So könnte sich die Welle des Optimismus und der Hoffnung auf Veränderung nach dem Wahlergebnis vom Mai 2018 als verfrüht erweisen. Es sollte auch nicht vergessen werden, dass die islamisch-konservative PAS in mehreren Staaten regiert und nicht wirklich geschwächt wurde. Christen und andere Minderheiten scheinen somit in eine unbeständige Zukunft zu blicken.

10. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Malaysia:

  • Beten Sie um Schutz bei geheimen Treffen von Christen muslimischer Herkunft. Beten Sie, dass diese Zeiten der Gemeinschaft ermutigend und Einheit stiftend sein mögen.
  • Beten Sie für die neuen Christen muslimischer Herkunft, die oft aus ihren Häusern vertrieben und von ihren Familien und Gemeinschaften isoliert werden. Beten Sie um Kraft und Mut.
  • Malaysia hat in letzter Zeit eine zunehmende politische, soziale und religiöse Instabilität erlebt. Die Verfassung bezeichnet gebürtige Malaien als Muslime. Aus diesem Grund haben die Malaien nicht die Freiheit, den Islam zu verlassen. Menschen, die andere Religionen praktizieren, ist es verboten, ihre Lehren unter malaiischen Muslimen zu verbreiten. Beten Sie für Veränderungen in Malaysia.

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