Meldungen zu Nepal
Lesen Sie hier Nachrichten und persönliche Berichte verfolgter Christen aus den Ländern des Weltverfolgungsindex, und abonnieren Sie unsere kostenlosen Formate.
Laden Sie als Gemeinde einen unserer Referenten ein und hören Sie bewegende Berichte und informative Vorträge über verfolgte Christen.
Lesen Sie in unserem kostenlosen Monatsmagazin bewegende Zeugnisse aus der verfolgten Kirche und beten Sie mithilfe des herausnehmbaren Gebetskalenders.
Hören Sie von unseren Mitarbeitern, was Gott in unserem Dienst für verfolgte Christen bereits getan hat und immer noch tut.
Sei dabei, wenn wir vom 14. bis 16. Mai bei den Open Doors Tagen 2026 Geschichten von verfolgten Christen hören und uns gemeinsam eins machen, um sie im Gebet zu stärken! Buche dir jetzt deine kostenlosen Tickets.
Gebet ist meist das Erste, worum verfolgte Christen bitten. Das Open Doors Gebetshaus ist eine Reaktion auf diesen Hilferuf. Reagieren auch Sie jetzt!
Die bewegenden Zeugnisse im kostenlosen Monatsmagazin und der herausnehmbare Gebetskalender bieten eine Grundlage für Ihr Gebet für die verfolgte Kirche.
Durch Ihre Unterstützung kann Open Doors verfolgten Christen mit Projekten konkret helfen. Hier finden Sie Informationen zu Spenden und deren Verwendung.
Berichtszeitraum: 1. Oktober 2024 – 30. September 2025
In Nepal wird das Wachstum der christlichen Gemeinden durch Anti-Bekehrungs-Gesetze eingeschränkt. Im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2026 kam es verstärkt zu Angriffen extremistischer Hindus auf Christen. Eine weitere bedeutende Entwicklung ist die enorme politische Instabilität in Nepal.
Das nachfolgende Länderprofil ist ein übersetzter Auszug aus den ausführlichen Berichten von World Watch Research, der Forschungsabteilung von Open Doors. Dieses deutsche Länderprofil finden Sie hier auch als PDF zum Download.
Konvertiten mit hinduistischem Hintergrund sind die Christen, die den stärksten Druck erfahren, da sie als Abtrünnige vom Glauben ihrer Vorfahren angesehen werden. Konvertiten (und Mitglieder protestantischer Freikirchen) erfahren Druck von Familie, Freunden, ihrem Umfeld und den lokalen Behörden. Römisch-katholische Kirchen sowie Kirchen, in denen sich ausländische Christen und Arbeitsmigranten versammeln, haben die geringsten Probleme. Hin und wieder nutzen extremistische Hindus die fortdauernde politische Instabilität aus, um Christen anzugreifen. Dies wird meistens nicht geahndet. Es wurde über Angriffe auf Kirchen berichtet sowie über Christen, die geschlagen, verhaftet und zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Einige Christen mussten aufgrund von Drohungen aus ihren Häusern und Dörfern fliehen. Darüber hinaus gibt es gesetzliche Beschränkungen auf nationaler Ebene – beispielsweise die Anti-Bekehrungs-Gesetze aus dem Jahr 2017. Im September 2017 hat das nepalesische Parlament ein neues Strafgesetzbuch verabschiedet, das jede religiöse Bekehrung sowie alle Aktivitäten der Evangelisierung und Missionierung unter Strafe stellt. Das Gesetz gilt sowohl für nepalesische Staatsbürger als auch für Ausländer (einschließlich Missionare) und trat im August 2018 in Kraft. Religiöse Minderheiten sehen in dem Gesetz einen Versuch der hinduistischen Mehrheit, Nicht-Hindus von ihrem Glauben abzubringen, insbesondere die Christen.
| Weltanschauungen | Anhänger | % |
| Christen | 1.480.000 | 4,7 |
| Muslime | 1.302.000 | 4,1 |
| Hindus | 20.533.000 | 65,0 |
| Buddhisten | 3.864.000 | 12,2 |
| Anhänger ethnischer Religionen | 4.242.000 | 13,4 |
| Bahai | 4.500 | < 0,1 |
| Atheisten | 17.300 | 0,1 |
| Agnostiker | 94.300 | 0,3 |
| Andere | 41.200 | 0,1 |
Quelle: World Christian Database
In Nepal gibt es keine regionalen Brennpunkte der Christenverfolgung, aber der Druck auf Konvertiten ist auf dem Land stärker als in den Städten.
Christenverfolgung in Nepal geht hauptsächlich von extremistischen Gruppen aus, die der hindu-nationalistischen Hindutva-Ideologie folgen und Nepal wieder zu einem hinduistischen Staat machen wollen. Diese Gruppen haben enge Verbindungen zu Hindutva-Organisationen im Nachbarland Indien. Bis vor Kurzem ging Verfolgung kaum direkt von der Regierung aus. Seit der Verabschiedung der Verfassung von 2015 wird die Religionsfreiheit jedoch immer mehr eingeschränkt. Die Einführung von Anti-Bekehrungs-Gesetzen im Jahr 2017 hat die Religionsausübung weiter eingeschränkt. Es ist viel schwieriger geworden, Nichtchristen den christlichen Glauben zu erklären. Nepal hat keine sehr starke oder autoritäre Regierung, aber die staatlichen Behörden, insbesondere auf lokaler Ebene, zeigen eine zunehmende Strenge bei der Umsetzung von Gesetzen und Vorschriften im Zusammenhang mit religiösen Aktivitäten.
Zu dieser Gruppe gehören hauptsächlich Ausländer, die ihre eigenen Versammlungen haben und unter sich bleiben. Sie pflegen in der Regel nicht mit Nichtchristen über das Evangelium zu sprechen. Wenn ausländische Besucher bei evangelistischen Aktivitäten ertappt werden, werden sie sofort in ihr jeweiliges Heimatland abgeschoben.
Die mit Abstand größte und bedeutendste Glaubensgemeinschaft in dieser Kategorie ist die römisch-katholische Kirche, gefolgt von einigen orthodoxen Gemeinschaften. Diese Gemeinden sind den Feindseligkeiten der Hindu-Extremisten weit weniger ausgesetzt, da sie sich in der Regel nicht an evangelistischen Aktivitäten beteiligen.
Konvertiten mit hinduistischem Hintergrund sind die Christen, die den stärksten Druck erfahren, da sie als Abtrünnige vom Glauben der Vorfahren angesehen werden.
Zu dieser Kategorie gehören hauptsächlich unabhängige Gemeinden. Christen hinduistischer Herkunft schließen sich normalerweise Gemeinden dieser Kategorie an. Da diese Gemeinden auch aktiv evangelisieren, werden sie stark verfolgt.
Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die Platzierung auf dem Weltverfolgungsindex. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.
Sich zu seinem christlichen Glauben zu bekennen, wird von der hinduistischen Bevölkerung mit Missionierung gleichgesetzt und stößt auf Widerstand, manchmal gewaltsam. Familienmitglieder, Freunde und Menschen aus dem Umfeld reagieren mittlerweile aggressiver als früher darauf, wenn sie feststellen, dass Christen religiöse Literatur und andere christliche Medien besitzen. Zunächst war dies vor allem in ländlichen Regionen der Fall und betraf hauptsächlich Konvertiten innerhalb ihrer Familien. Inzwischen jedoch müssen auch andere Christen in ganz Nepal mit solchen Reaktionen rechnen, denn es ist sehr wahrscheinlich, dass Hindus christliche Literatur als Mittel zur Evangelisierung ansehen.
Viele Christen sind sich bewusst, dass die Taufe zu heftigen Reaktionen seitens ihrer Familie und ihres Umfelds führen kann, und scheuen daher entweder vor der Taufe zurück oder lassen sie heimlich durchführen. Der Druck auf Christen hat derart zugenommen, dass Taufgottesdienste in Kirchen heimlich stattfinden. In Nepal ist es nach hinduistischer und buddhistischer Tradition üblich, Verstorbene einzuäschern. Es gibt keine gemeinsamen Begräbnisstätten, sodass Christen nur an wenigen Orten in Privatbesitz beigesetzt werden können – aber selbst dann gibt es Widerstand seitens der Einheimischen.
Christen (besonders christliche Konvertiten) werden oft von ihrer Familie oder Menschen aus ihrem sozialen Umfeld bedroht. Wenn Christen sich in Privatwohnungen treffen, werden diese Versammlungen oft gestört und behindert. In einigen ländlichen Gebieten werden Christen von der Gesellschaft ausgegrenzt und dürfen die gemeinschaftlich genutzten Ressourcen nicht nutzen. In zwei Dörfern in Lamjung wurde Christen verwehrt, Wasser zu holen; dies war auch in mehreren anderen Dörfern der Fall.
Nepal ist ein säkularer Staat. Die Verfassung garantiert Religionsfreiheit, was bedeutet, dass die Menschen ihre Religion und Kultur offiziell frei ausüben können. Jedoch ist der Glaubenswechsel von einer Religion zu einer anderen verboten. Manche Beamte oder Vertreter der Regierung behandeln Menschen anders, wenn sie erfahren, dass diese Christen sind. Diese Reaktion wird hauptsächlich von lokalen religiösen Gruppen beeinflusst. Gegen diejenigen, die Christen schikanieren oder einschüchtern, werden keine Maßnahmen ergriffen. Das gilt besonders auf lokaler Ebene und in Bezug auf Hindu-Extremisten.
Christliche Nichtregierungsorganisationen und andere soziale Einrichtungen unterliegen strengen Beschränkungen. Karitative Dienste stehen bei solchen Maßnahmen besonders im Fokus, denn hier besteht immer der Verdacht, dass dabei Bekehrungsversuche unternommen werden. Geht die Verfolgung von Regierungsbeamten oder Polizisten aus (meist auf lokaler Ebene), kann eine Kritik an ihnen zu härteren Strafen führen. Sind die Verfolger extremistische Hindus oder Mitglieder der Ortsgemeinde, ist eine Kritik ebenfalls zwecklos, da die meisten dieser Personen enge Verbindungen zu den Machthabern haben.
Im Dezember 2024 wurde ein Pastor aus der Provinz Sudurpashim verhaftet, nachdem eine hindu-extremistische Gruppierung ihn unter dem Vorwurf angezeigt hatte, Menschen zu bekehren. Im Januar 2025 wurde er gegen eine Kaution von 250.000 Nepalesischen Rupien freigelassen (entspricht etwa 1.825 US-Dollar).
Im Januar 2025 verhörten gemäß einem Bericht der nepalesischen Zeitung Kathmandu Post lokale Behörden in Sunsari 17 US-amerikanische und einen indischen Staatsbürger, die ehrenamtlich gemeinnützige Arbeit leisteten und beim Bau einer Kirche halfen. Die Beschwerde wurde von Hindu-Extremisten eingereicht, die ihnen vorwarfen, Menschen bekehren zu wollen. Ihre Dokumente wurden zur weiteren Untersuchung an die Einwanderungsbehörde weitergeleitet.
Am 28. März 2025 verhaftete die Polizei in Nepals Hauptstadt Kathmandu einem Bericht von Christian Solidarity Worldwide zufolge sechs Christen und hielt sie bis zum 1. April in Gewahrsam. Angeblich wurden sie zu ihrem eigenen Schutz festgehalten, während im Osten der Stadt gewaltsame Proteste stattfanden, die von Hindu-Extremisten und monarchistischen Gruppen organisiert worden waren.
| Jahr | Platzierung | Punktzahl |
| 2026 | 46 | 67 |
| 2025 | 54 | 63 |
| 2024 | 53 | 62 |
| 2023 | 55 | 61 |
| 2022 | 48 | 64 |
Die Tabelle zeigt die Wertungen und Platzierungen auf dem Weltverfolgungsindex der vergangenen fünf Jahre, sofern das Land mehr als 41 Punkte erreicht hat und damit ein hohes Ausmaß an Verfolgung vorliegt.
Die Gesamtpunktzahl von 67 Punkten auf dem Weltverfolgungsindex 2026 ist um 4 Punkte höher als 2025. Das hat dazu geführt, dass Nepal auf der Rangliste nun um 8 Plätze schlechter platziert ist als im Vorjahr. Die Punktzahl für den durchschnittlichen Druck ist von 11,5 Punkten im Weltverfolgungsindex 2025 auf 11,8 im Weltverfolgungsindex 2026 gestiegen. Der deutlichste Anstieg war jedoch im Bereich Gewalt zu verzeichnen, wo die Punktzahl von 5,9 Punkten im Weltverfolgungsindex 2025 auf 7,6 im Weltverfolgungsindex 2026 angestiegen ist. Grund dafür ist eine Zunahme von Angriffen auf Kirchen, Verhaftungen von Christen sowie Fällen von körperlicher und seelischer Misshandlung von Christen. Auch in den Lebensbereichen Privatleben, Familienleben, gesellschaftliches Leben und Leben im Staat ist die Punktzahl gestiegen.
Manche junge Christinnen werden von ihren Eltern, der erweiterten Familie und ihrer Stammesgemeinschaft verstoßen oder auch von ihren Ehemännern verlassen, sodass sie ohne Schutz und Hilfe zurückbleiben. Anderen droht Hausarrest, körperliche Gewalt und der Hungertod, wenn ihre Verwandten versuchen, sie zur Aufgabe ihres Glaubens zu zwingen. Viele werden ihrer Telefone beraubt und vom Zugang zu ihren Kirchen und christlichen Freunden abgeschnitten. Häufig werden Christinnen auch zu einer Ehe mit nicht christlichen Männern gezwungen, verbunden mit häuslicher Gewalt und dem Druck, hinduistischen Ritualen zu folgen. In der patriarchalischen Gesellschaft Nepals sind christliche Frauen, vor allem solche mit Dalit-Hintergrund, dauerhafter Diskriminierung, Belästigung und Isolation ausgesetzt.
Christliche Männer und Jungen erfahren in Nepal schwere Verfolgung. Dies gilt besonders für Konvertiten, Pastoren und Christen, die Wehrdienst ableisten oder im Staatsdienst sind. Männliche Konvertiten werden oft verstoßen und enterbt. Häufig verwehrt man ihnen die Dokumente, die sie als Staatsbürger ausweisen. Regelmäßig fallen Kirchenleiter Übergriffen zum Opfer: Sie werden geschlagen, bedroht und sogar öffentlich erniedrigt, indem man sie mit beschmierten Gesichtern vorführt und dies auf den sozialen Medien verbreitet. Damit sollen Menschen von der Hinwendung zum christlichen Glauben abgeschreckt werden. Innerhalb staatlicher Einrichtungen werden Christen zur Teilnahme an hinduistischen Riten gedrängt und bei Nicht-Teilnahme diskriminiert. Gewaltsame Übergriffe und der Ausschluss aus der Gesellschaft führen dazu, dass Männer ihre Familien nicht mehr versorgen können, was diese in finanzielle Not und Unsicherheit stürzt. Verfolgung von christlichen Männern in Form von körperlicher Gewalt und wirtschaftlicher Bedrängnis ist somit folgenschwer für ganze christliche Familien.
Christen und andere religiöse Minderheiten sind doppelt gefährdet: Zum einen durch Angriffe seitens der Gesellschaft und zum anderen, indem ihnen durch die Gesetzeslage wichtige Rechte vorenthalten werden in einem System, das sie nicht als gleichwertige Mitglieder der Gesellschaft anerkennt.