Trends und Schwerpunkte

Weltverfolgungsindex 2020

Trends und Schwerpunkte Weltverfolgungsindex 2020

Lesen Sie hier ausgewählte Trends und Schwerpunkte zum aktuellen Weltverfolgungsindex (WVI), laden Sie ausführlichere Informationen dazu herunter oder schauen Sie ein Video zum Thema.
 

Trends ausführlich (PDF)

Newcomer, Riser & Top 5

 

Ausgewählte Trends und Schwerpunkte

1: Ausbreitung des militanten Islam in Subsahara-Afrika sowie Süd- und Südostasien

Die Kirchen in Ländern südlich der Sahara sehen sich mit einer neuen Welle von Gewalt konfrontiert. Dafür verantwortlich sind islamistische Gruppen, die Länder wie Nigeria, Mauretanien, Burkina Faso, Mali, Kamerun, Niger und weitere systematisch destabilisieren. Viele Täter bleiben straffrei. Sie attackieren Regierungsbehörden und das schwache Militär, gezielt aber auch Dörfer mit überwiegend christlicher Bevölkerung. Sie ermorden Kirchenleiter, brennen Kirchen nieder, zerstören die Häuser und Geschäfte von Christen und töten mitunter ganze christliche Familien. Die Regierung von Mali sieht sogar die Existenz des Landes in Gefahr. In Burkina Faso (Rang 28, neu auf dem WVI) wurden mindestens 50 Christen ermordet. Im Norden wurden bereits mehr als 200 Kirchen geschlossen; tausende Christen leben in Lagern für Vertriebene. Al-Kaida-Ableger halten seit Jahren ausländische Missionare gefangen. In Kamerun (Rang 48, neu auf dem WVI) sind Christen besonders im Norden durch islamische Extremisten bedroht. Die Gewalt durch muslimische Fulani-Hirten in Nigeria (Rang 12) forderte laut der International Crisis Group sechsmal so viele Opfer wie die von Boko Haram. Ihre blutigen Angriffe im Norden und Mittelgürtel auf christliche Bauern, Dörfer und ihre Kirchen weiten sie vermehrt auf den Süden aus. Opfer berichten, dass ihnen gesagt wurde: „Bekehre dich zum Islam oder stirb.“

Auch Kirchen in Süd- und Südostasien leiden schwer unter dem extremistischen Islam. Die Angriffe zu Ostern 2019 auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka (von Rang 46 auf 30) rissen mehr als 250 Menschen – zumeist Christen – in den Tod, mehr als 500 wurden verletzt. Auf den Philippinen (nicht auf dem WVI) starben im Januar 2019 bei Anschlägen auf die Kathedrale in Jolo durch Abu Sayyaf 20 Menschen und mehr als 100 wurden verletzt. In Pakistan (Rang 5) beherrscht der Islam alle Lebensbereiche. Anklagen oder Gefängnisstrafen wegen Blasphemie sowie tägliche Gewalt bedrohen das Leben der Christen.

2: Der Aufstieg des Überwachungsstaates: zunehmende digitale Kontrolle von Christen

Die christliche Gemeinde in China (von Rang 27 auf 23) wächst trotz zunehmender Verfolgung. Präsident Xi Jinping sieht in Christen und anderen religiösen Gruppen eine Gefahr für die Alleinherrschaft der Kommunistischen Partei. Im Rahmen der immer engmaschigeren staatlichen Überwachung mittels biometrischer Technologien und künstlicher Intelligenz werden auch die mindestens 90 Millionen Christen im Land systematisch kontrolliert. Betroffen sind staatlich regulierte genauso wie Haus- und Untergrundkirchen. In Indien (10) setzt die BJP-geführte hindunationalistische Regierung ebenfalls biometrische Erkennungssysteme ein. Im aktuellen Berichtszeitraum wurden mindestens 447 verifizierte Gewalttaten und Hassdelikte gegen Christen verübt und in der Regel nicht geahndet.

3: Christliche Konvertiten sind am stärksten von Verfolgung betroffen

Unter verfolgten Christen sind es die Konvertiten aus anderen Religionen, die am härtesten von Verfolgung betroffen sind – in sehr vielen Fällen durch die eigene Familie, die Gesellschaft, durch Mitglieder ihrer vorherigen Religionsgemeinschaft und durch die Regierung. Die Verfolgung von Konvertiten nimmt weltweit größere Ausmaße an, weil sich immer mehr Menschen dem Glauben an Jesus Christus zuwenden, ungeachtet ihrer vorherigen Religion oder Ideologie. Außerdem verknüpfen autoritäre Regierungen und religiöse nicht-christliche Leiter in verschiedenen Staaten die nationale Identität ihrer Bürger zunehmend mit einer Ideologie oder einer Religion. Konvertiten werden als „Abtrünnige“ betrachtet und hart verfolgt.

4: Kirche in Syrien und dem Irak geschwächt – Rückkehrer werden bedroht

Die jahrelangen Konflikte in Syrien (Rang 11) und dem Irak (von Rang 13 auf 15) haben die Zahl der Christen massiv dezimiert: Im Irak von etwa 1,5 Millionen vor 2003 auf 202.000, eine Abnahme von 87 % in einer Generation. Rückkehrer werden durch vom Iran unterstützte Milizen bedroht. In Syrien sind von 2,2 Millionen Christen vor dem Konflikt rund 0,7 Millionen geblieben. Wegen der türkischen Militäroffensive in Nordostsyrien und der geplanten Ansiedlung sunnitischer Flüchtlinge fürchten die mehr als 40.000 in der Region verbliebenen Christen, vertrieben zu werden.

 

Die Video-Zusammenfassung der Trends

Weitere wichtige Entwicklungen im Video

Weltverfolgungsindex

Die 5 Länder mit der stärksten Christenverfolgung

04:22 Minuten
Weltweit

Jedes Jahr erstellt Open Doors den Weltverfolgungsindex, eine Rangliste der 50 Länder, in denen Christen am härtesten verfolgt werden. Dies sind die 5 Länder, die auf der Negativliste ganz oben stehen.

Weltverfolgungsindex

Neue Länder auf dem Weltverfolgungsindex 2020

02:56 Minuten
Weltweit

In diesen drei Ländern hat die Christenverfolgung im Vergleich zum Vorjahr so stark zugenommen, dass sie neu auf dem Weltverfolgungsindex 2020 stehen.

Weltverfolgungsindex

In diesen 5 Ländern hat die Christenverfolgung am stärksten zugenommen

04:01 Minuten
Weltweit

Angriffe auf Kirchen und mehr Überwachung. In diesen 5 Ländern hat sich im Jahr 2019 die Verfolgung von Christen zugespitzt.

Mehr zum Weltverfolgungsindex

Die 50 Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden – dargestellt als interaktive Weltkarte. Jedes Land des Weltverfolgungsindex wird mit Profil und Rang übersichtlich und geografisch eingeordnet. Informieren Sie sich und gehen Sie ins Gebet!
Der Weltverfolgungsindex entsteht durch die Zusammenarbeit mit Christen vor Ort und externen Experten sowie einem internationalen Team von Open Doors. Wie dabei vorgegangen wird und auf welcher Grundlage der Index erstellt wird, erfahren Sie hier.
Um die Menschen hinter den Zahlen des Weltverfolgungsindex im Vordergrund zu behalten, stellt Open Doors immer wieder Christen vor, die wegen ihres Glaubens an Jesus Christus verfolgt werden – die „Gesichter der Verfolgung“.

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