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Zwei Christen ermordet

Ohne Vorwarnung wurden in Kolumbien zwei Christen ermordet. Die Polizei hat bislang keine Einzelheiten über die Täterschaft bekanntgegeben. Informanten vor Ort vermuten, dass die engagierten bzw. missionarisch aktiven Christen von Rebellen umgebracht worden sein könnten. Am 13. April fand man in Caucasia/Antioquia die Leichen von Francisco Meléndez (46), einem christlichen Sänger bekannt als "Chico Melendez” und die seines Schwagers. Beide wurden erschossen. Der vierfache Vater gehörte zur Quadrangular Church in Caucasia und reiste durch den Norden Kolumbiens und verkündete mit christlichen Liedern das Evangelium. Manchmal waren die Paramilitärs in der Region nicht mit seiner Arbeit einverstanden, dennoch konnte er ungehindert predigen. "Ich habe nicht gehört, dass er zuvor eine Warnung erhalten hat", sagte Pastor Vivian Fontalvo von der Iglesia Del Dios Viviente Kirche. Der Menschenrechtsbeauftragte der Restoration, Peace and Life Commission of CEDECOL kannte den Evangelisten seit über zehn Jahren. Nach Ermordungen von Christen hält sich die Polizei meist mit Details über die Tat bzw. die Täterschaft zurück. Auch die Witwe von Francisco, Ludis Esther Medran, will nicht über den Tod ihres Mannes sprechen. Die Angst, dadurch selbst Ziel eines Angriffes zu werden, ist groß.

41-jähriger Christ erschossen
In der Nacht des 30. März wurde der 41-jährige Luis Edilberto Velazquez erschossen. Luis war aktives Mitglied der Pentecostal Unida Church in Arauca und arbeitete als Taxifahrer in Tame. Er wurde getötet, als er sein Taxi gerade reparierte. Zuvor soll er keinerlei Todesdrohungen erhalten haben. Rebellengruppen in Arauca verstärken ihre Bemühungen, die Kirchen unter Kontrolle zu bringen. Mehrere Kirchenleiter aus der Provinz wurden vertrieben; die christlichen Bürgermeister von Saravena und Arauquita werden bedroht. Seit ihrem Amtsantritt im Januar 2008 wurden sie Ziel mehrerer Angriffe. Mindestens sieben Christen wurden nach Aussagen des Bürgermeisters von Arauquita in seinem Amtsbezirk ermordet.

Von den 46 Millionen Einwohnern sind 43 Millionen Christen, überwiegend katholisch. Die Verfassung garantiert Religionsfreiheit, die jedoch durch die ständige Gewalt vonseiten Guerillagruppen, die Drogenkartelle, korrupten Behörden und traditionellen indianischen Religionsgruppen gefährdet ist. Engagierte, missionarisch aktive Christen gelten als Feinde oder Verräter. Sie sind oft Ziel von Mordkomplotten; immer wieder werden Missionare bedroht, entführt und ermordet. Nicht wenigen Christen hat ihr Eintreten gegen das organisierte Verbrechen den Tod gebracht. Christ zu werden, ist für einen Guerillero so gefährlich, dass er deswegen umgebracht werden kann. Das Christentum steht im Gegensatz zur marxistischen Weltanschauung und einer Kultur der Gewalt.
 

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