Selbst an dem dunkelsten Ort war ich nie allein

Entführt, festgehalten und geschlagen – Lana* aus Asien erlebte Verfolgung bereits fünf Tage, nachdem sie sich für Jesus entschieden hatte. Ihre Entführer dachten, sie könnten Lanas neuen Glauben in Gewahrsam und mit Folter schnell brechen. Allerdings wirkte Gott im Verborgenen genau das Gegenteil: „Ich habe Jesus in der Gefangenschaft erst so richtig kennengelernt“, sagt Lana heute.

 

Nach außen hin wirkte alles wie immer. Lana stand auf und machte sich fertig, bereit für das Tagesgeschäft. Wie an jedem anderen Tag ging die junge Frau zur Arbeit. Innerlich jedoch war Lana verändert: Vor erst fünf Tagen hatte sich die ehemalige Muslimin entschlossen, Jesus nachzufolgen. Monatelang hatte sie mit der Entscheidung gerungen: In der Gemeinde ihrer Freundin hörte sie zum ersten Mal von Jesus während eines Weihnachtsgottesdienstes. Ihr Herz wurde tief berührt: „Als ich die Kirche betrat, spürte ich einen so großen Frieden wie nie zuvor. Die Tränen hörten nicht auf, zu fließen. Ich verstand die Predigt nicht, aber fühlte Gottes Gegenwart“, erinnert sich Lana. „Selbst nach acht Monaten Bibelunterricht fand ich den christlichen Glauben schwer zu verstehen. Aber ich wusste eins: Jesus verlässt mich nie. Wenn ich bei ihm bleibe, bin ich gerettet.“ Wegen dieses Versprechens folgte Lana schließlich Jesus nach.
 

Eine junge Frau sitzt in ihrem Bett in einem dunklen Zimmer. Sie hat die Decke über die Knie gezogen und stützt sich mit gefalteten Händen auf diese.
Symbolbild

Plötzlich gefangen

Ein paar Tage später – Lana während der Arbeit: Ein lautes Motorgeräusch war draußen zu hören. Ein großer Wagen hielt plötzlich vor Lanas Arbeitsstelle an. Wie sich herausstellte, waren es Beamte der islamischen Religionsbehörde, die wegen Lana gekommen waren. Sie zwangen sie, in den Van einzusteigen. Irgendwer musste Lanas Glauben an Jesus entdeckt und sie verraten haben – sie weiß bis heute nicht, wer es war. In ihrer Heimat herrscht die Scharia. Sich als Muslim dem christlichen Glauben zuzuwenden, ist streng verboten. Lana wurde 14 Stunden lang verhört. Anschließend wurde sie in ein Umerziehungslager gebracht, das mitten im Dschungel lag. Dort sollte sie unter Druck dem christlichen Glauben abschwören und wieder Muslimin werden.

Als Lana nach Wochen immer noch standhaft blieb, schlugen ihre Entführer sie mit einer Stange. „Ich erinnere mich, wie der Schmerz durch meinen ganzen Körper strömte. Ich betete – und nach dem ersten Schlag spürte ich nichts mehr. Jesu Gegenwart war stärker als der Schmerz.“

Lana kannte zu dem Zeitpunkt das Vaterunser sowie ein Lobpreislied auswendig. Um sich selbst zu ermutigen, rezitierte sie beides unaufhörlich wochenlang: „Meine Seele sang immer weiter. Ich war mit Frieden und Freude erfüllt. Gott öffnete mir dann die geistlichen Augen – ich verstand plötzlich, wer der Vater, der Sohn und der Heilige Geist sind.“ Was Lana im Bibelunterricht acht Monate lang nicht begreifen konnte, lehrte der Heilige Geist sie in kurzer Zeit mit seiner bloßen Gegenwart in ihren Gebeten. Er war ihr in Dunkelheit und Schmerz besonders nah, wie es Psalm 34,19 verspricht: „Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind.“ Lana kann das bestätigen: „Jesus hat mich nie verlassen. Selbst an dem dunkelsten Ort war ich nie allein.“

Nach ein paar Wochen Gefangenschaft erkannte Lana wieder Jesu Stimme in ihrem Inneren, aber diesmal mit herausfordernden Fragen: „Wirst du ihnen vergeben? Wirst du sie lieben? Wirst du ihnen dienen?“ Lana tat sich schwer und weinte, aber sagte schließlich: „Ja.“ Dann betete sie: „Wenn es etwas gibt, das du für mich außerhalb dieses Umerziehungslagers geplant hast, dann lass mich bitte hier raus.“

Wundersame Flucht

In den ersten Tagen nach Lanas Gebet geschah nichts. Realistisch gesehen hatte sie auch keine Chance, zu entkommen. Nach ein paar Tagen jedoch – sie schaute gerade aus dem Fenster – wurde sie auf eine kleine Öffnung unter dem Zaun aufmerksam. „Du wirst dadurch hinauskommen“, vernahm sie wieder Gottes Stimme. Doch Lana musste zunächst einmal den Zaun erreichen, was unmöglich schien: Denn die Tür zu ihrer Zelle war immer mit einem Vorhängeschloss abgesperrt. Anstatt zu verzweifeln, betete Lana um ein Wunder, beziehungsweise um drei Wunder gleichzeitig: starker Regen, Stromausfall und eine offene Tür. Nach drei Nächten erfüllte Gott alles auf einmal: Draußen regnete es heftig und der Strom war vollständig ausgefallen. Als Lana dann die Klinke betätigte, ging die Tür auch noch auf – das massive Schloss war nicht länger an der Tür verriegelt! „Jesus offenbarte mir, dass er mich die ganze Zeit auf diesen Moment vorbereitet hatte“, sagt sie. Mutig ging Lana durch die offene Tür. Dann näherte sie sich in der Dunkelheit der Öffnung unter dem Zaun und schlüpfte hinein – mit großem Glauben in die Ungewissheit. Und Jesus wirkte wieder ein Wunder: Die Öffnung in der Erde war kein bloßes Loch, sondern es war der Beginn eines Untergrundtunnels! Lana ging ohne Zwischenfälle hindurch, bis sie wieder draußen im Dschungel war – auf einer Straße! Als sie diese entlangging, fuhr auch bald ein Wagen vorbei. Der Fahrer hielt an und nahm sie gerne in die nächste Stadt mit, ohne irgendwas dafür zu verlangen. Dort angekommen, kam Lana vorerst bei christlichen Bekannten unter, die sie versorgten. Nachdem Lana sich erholt hatte, studierte sie an einer theologischen Schule und hilft heute Menschen dabei, die Bibel zu verstehen: „Durch seine Gnade diene ich nun im Reich Gottes in dem Gebiet, das Gott mir anvertraut hat, um meinem Volk ein Segen zu sein.“ Bitte beten Sie für Lanas Sicherheit und ihren Dienst, dass Jesus ihr Weisheit schenkt, wenn sie Menschen das Wort Gottes näherbringt.

 

*Name geändert

 

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