Methodik zum Weltverfolgungsindex

Wie wird der Index erstellt?

Menschen hinter den Zahlen

Das Leiden verfolgter Christen lässt sich nicht in einer Statistik erfassen. Hinter den Zahlen verbergen sich Millionen Menschen. Jeder Einzelne von ihnen hat seine eigene Geschichte. Dazu gehören oft tiefes Leid, aber auch Mut und Glaubensstärke.

Laden Sie hier die deutsche Kurzversion oder die englische Langfassung der Methodik herunter. Außerdem können Sie den Fragebogen zum Weltverfolgungsindex (englisch) einsehen und herunterladen.
 

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Die Erstellung des Weltverfolgungsindex 2021 wurde vom Internationalen Institut für Religionsfreiheit zertifiziert.

Nahe bei den Christen

Open Doors ist in mehr als 70 Ländern mit stark eingeschränkter Glaubensfreiheit tätig, um verfolgte Christen geistlich und materiell zu unterstützen. Dies ist zumeist nur im Verborgenen möglich. Durch einheimische Mitarbeiter – eigene oder von Partnerorganisationen – sind wir direkt an der Seite der Christen und Untergrundgemeinden. Das hilft uns, die örtlichen Gegebenheiten und die Situation der verfolgten Christen in ihrem soziokulturellen und religiösen Umfeld besser zu verstehen und die Hilfsprojekte auf ihre Bedürfnisse abzustimmen.

Woher kommen die Informationen? – Entstehung des Weltverfolgungsindex

Für die Erstellung des Weltverfolgungsindex kann Open Doors in vielen Ländern auf ein Netzwerk von langjährigen Kontakten zurückgreifen, die Informationen aus erster Hand liefern. Darüber hinaus beantworten Fachleute aus drei Bereichen einen differenzierten Fragenkatalog: Forscher von Open Doors, Analysten des WVI-Teams sowie externe Experten. Diese Informationen werden ergänzt durch öffentlich verfügbare Daten und Meldungen zu den fraglichen Ländern. Die Auswertung der Informationen erfolgt anhand einer kontinuierlich weiterentwickelten Methodik. Externe Wissenschaftler überprüfen zusätzlich den Entstehungsprozess.

Transparenz schaffen – Ziele des Weltverfolgungsindex

Mit der Veröffentlichung des Weltverfolgungsindex verfolgt Open Doors das Ziel, die weltweit herrschende Christenverfolgung in ihrer ganzen Dynamik und ihrem erschreckenden Ausmaß jährlich zu dokumentieren. Dadurch wird Folgendes erreicht:

  1. Die Verfolgerländer und der Grad der Religionsfreiheit werden öffentlich gemacht.
  2. Politiker und Medien werden mobilisiert, sich zu engagieren.
  3. Es wird eine Basis geschaffen, für verfolgte Christen zu beten und zielgerichtet zu helfen.

Der Weltverfolgungsindex beschreibt die Notlage vieler Christen, die Verfolgung und Diskrimminierung erleiden Dahinter steht eine komplexe Realität, bei der ofmals verscheidene Ursachen, Intensitäten und Erscheinungsformen von Verfolgung zu beobachten sind. Mehr Informationen dazu hier.

Gewalt ist dabei das sichtbarste und am meisten beachtete, aber keineswegs einzige Merkmal von Verfolgung. In kaum einem Land wird dies so deutlich wie bei den Malediven. Auch wenn von dort bislang keine gewaltsamen Übergriffe gegen Christen bekannt werden, rangiert das Land auf Platz 16 des Weltverfolgungsindex. Die wenigen Christen im Land müssen mit drastischen Konsequenzen rechnen, sobald ihr Glaube entdeckt wird; dazu zählen der Verlust ihres Bürgerrechts, Haftstrafen und umfassende gesellschaftliche Ausgrenzung. Ihren Glauben auszuleben, ist dadurch nahezu unmöglich. In vielen Ländern des Weltverfolgungsindex stehen die Christen vor ähnlichen Herausforderungen. Sie erleben in allen Lebensbereichen konstanten Druck. Dies kann langfristig sogar zermürbender sein als sporadische Gewalt.

Triebkräfte der Verfolgung identifizieren

Um die Situation der betroffenen Christen zu verstehen und ihnen bestmöglich helfen zu können, arbeiten wir intensiv daran, die Triebkräfte der Verfolgung zu identifizieren. „Islamische Unterdrückung“ ist die mit Abstand bedeutsamste, aber bei weitem nicht die einzige. Auch „Kommunistische Unterdrückung“, „Religiös motivierter Nationalismus“ und „Diktatorische Paranoia“ sind wesentliche Ursachen, um nur einige weitere zu nennen. In den meisten Ländern wirken zudem mehrere dieser Triebkräfte nebeneinander oder verstärken sich sogar gegenseitig.

Analysierte Lebensbereiche

Der Druck auf Christen wird in fünf Lebensbereichen untersucht. Aus der Summe der Punktzahlen für diese fünf Lebensbereiche (jeweils maximal 16,7) sowie der Wertung für Gewalt (maximal 16,7) ergibt sich die Gesamtpunktzahl des jeweiligen Landes auf dem Weltverfolgungsindex.

 

1. Privatleben: Jeder Mensch hat das Recht auf ein geschütztes Privatleben. Im Bereich der Menschenrechte spricht man hier von der Gedanken- und Gewissensfreiheit, im Bereich der Religionsfreiheit vom „forum internum“. Können Christen zu Hause ungestört beten oder Bibel lesen? Müssen sie unangemeldete Hausbesuche mit Konsequenzen fürchten?
 
2. Familienleben: Jeder Mensch ist Teil einer Familie. Neben der individuellen Privatsphäre ist dieser Bereich der persönlichste von allen. Versuchen Staat oder Angehörige, einen Christen innerhalb seiner Familie an der Ausübung oder Weitergabe seines Glaubens zu hindern? Besonders für Christen muslimischer Herkunft, aber auch für andere Konvertiten ist diese Form der Verfolgung oft extrem belastend.
 
3. Gesellschaftliches Leben: Jeder Mensch lebt innerhalb eines sozialen Umfeldes mit bestimmten Eigenarten. Besonders in Ländern, wo die Zugehörigkeit zu einem Stamm oder einer ethnischen Gruppe große Bedeutung hat, kann dies für Christen zu Problemen führen. Können sich Christen im täglichen Leben ungehindert bewegen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, z.B. den Dorfbrunnen nutzen? Nehmen lokale Behörden oder einflussreiche Persönlichkeiten – etwa lokale religiöse Führer – den Glauben der Christen zum Anlass, sie zu diskriminieren, zu bedrohen oder gar die übrige Gemeinschaft gegen sie aufzuhetzen?
 
4. Leben im Staat: Jeder Mensch lebt in einem Staat. In diesem Bereich werden Fragen nach der Rolle der Zentralregierung und der Provinzregierungen untersucht: Kontrollieren sie das Leben ihrer Bürger? Sind Christen frei und können ungehindert an der Zivilgesellschaft und am öffentlichen Leben teilhaben? Werden Christen zu Bürgern zweiter Klasse degradiert? Kommt es im Bereich der Gesetzgebung oder der Rechtsprechung zu Einschränkungen der Glaubensfreiheit?
 
5. Kirchliches Leben: Ein Christ ist normalerweise Teil einer Kirche oder einer Untergrundgemeinde. Haben die Christen die Freiheit, ihren Glauben in einer Gemeinschaft zu praktizieren? Wie stark sind die Einschränkungen? In den Menschenrechtsdebatten hat gerade der gemeinschaftliche Aspekt einen hohen Stellenwert, wenn es um die Glaubensfreiheit geht.
 
Physische Gewalt: Ein weiterer und bedeutender Abschnitt des Fragenkatalogs betrifft das Thema „physische Gewalt“. Hier fließen Fragen aus allen der genannten fünf Lebensbereiche ein, bei denen es um gewaltsame Übergriffe gegen Christen aufgrund ihres Glaubens geht. Durch das gesonderte Betrachten dieses Bereiches und die gleiche Gewichtung wie die einzelnen Lebensbereiche (die höchstmögliche Wertung entspricht 1/6 der Maximalpunktzahl) wird vermieden, dass einzelne, mitunter spektakuläre Gewaltakte das Gesamtbild der herrschenden Verfolgung verzerren und dadurch der tatsächliche Grad der Verfolgung nicht richtig wiedergegeben wird.

Schlussfolgerung

Der Open Doors Weltverfolgungsindex soll keine Statistik sein, in der verfolgte Christen hinter nackten Zahlen verschwinden. Jeder Einzelne von ihnen soll in seinem Leid wahrgenommen werden und Trost und Ermutigung erfahren. Der Weltverfolgungsindex will Anstoß zum Gebet und zur weiteren Unterstützung für alle verfolgten Christen sein.

Kümmert euch um alle, die wegen ihres Glaubens gefangen sind. Sorgt für sie wie für euch selbst. Steht den Christen bei, die verhört und misshandelt werden. Leidet mit ihnen, als würden die Schläge euch treffen. Hebräer 13,2

Kostenloses Material als Print oder Download

Bericht WVI

Der ausführliche Bericht

Auf rund 400 Seiten finden Sie unter anderem die Rangliste, alle Länderprofile, die Methodik sowie die Entwicklungen und Schwerpunkte.

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Vorschau Karte zum Weltverfolgungsindex 2022

Karte des Weltverfolgungsindex

Mit dem Poster der Karte können Sie das Ausmaß der Christenverfolgung erfassen und in Ihrem Umfeld darauf aufmerksam machen.

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Im Sonderheft erfahren Sie mehr zu den Menschen, die hinter den Zahlen des Index stehen – die „Gesichter der Verfolgung“.

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