Unser weltweiter Dienst

Bibel- und Literaturverteilung

Gottes Wort gibt Orientierung, Trost, Kraft und Hoffnung. Aber nicht jeder verfolgte Christ hat Zugang zur Bibel; vielerorts ist sie ein unerwünschtes oder nur schwer zu erhaltendes Buch. Deshalb ist Bibel- und Literaturverteilung, aber auch die Übersetzung und Herstellung von christlicher Literatur, ein wichtiger Teil des Dienstes von Open Doors.

So helfen wir – unsere Projekte

  • Bereitstellung von Bibeln, christlicher Literatur und Studienliteratur – auch auf elektronischen Datenträgern wie Speicherkarten oder USB-Sticks (z. B. Hörbibeln)
  • Entwicklung und Bereitstellung von altersgerechten christlichen Medien für Kinder und Jugendliche
  • Unterstützung und Einrichtung von christlichen Buchläden
  • Entwicklung und Bereitstellung von Lehrmaterial für Gemeindemitarbeiter
  • Übersetzung und Bereitstellung von christlicher Literatur in einheimischen Sprachen (z. B. Stammesdialekte)

Das macht Ihre Unterstützung möglich

Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit von Open Doors ist es, verfolgte Christen mit Bibeln und christlicher Literatur zu versorgen, um durch diese geistliche „Nahrung“ ihren Glauben zu stärken.

Zugang zur Bibel ermöglichen

Die Bibel schenkt Erkenntnis, Trost und Ermutigung, und hilft, von Jesus weiterzuerzählen. Für viele verfolgte Christen ist es jedoch schwierig, an eine eigene Bibel zu gelangen. In vielen Ländern wird der Zugang durch Einfuhr- oder Verkaufsverbote beschränkt. Weitere Hürden sind mangelnde finanzielle Mittel, geringe Lesekenntnisse oder fehlende Übersetzungen in ihrer Muttersprache. Das kann es verfolgten Christen erschweren, regelmäßig Gottes Wort zu lesen, Jesus besser kennenzulernen und ihren Glauben auf ein festes Fundament zu stellen. Open Doors stellt verfolgten Christen deshalb Bibeln bereit. Dank Ihrer Hilfe konnten 2025 beispielsweise Bibeln zu Christen in Indonesien gebracht werden, die verschiedenen ethnischen Minderheiten angehören und eigene Stammessprachen sprechen.

EIn Junge hält eine Kinderbibel in der  Hand
Dieser indonesische Junge betrachtet seine neue Bibel

Insgesamt 20.000 Bibeln in vier Sprachen wurden verteilt. „Ich habe 20 Jahre auf diese Bibel gewartet!“, freut sich die Christin Lydia*. Pastor Uci, dessen Gemeinde ebenfalls Bibeln erhalten hat, sagt: „Ich danke diesen Menschen, die sich von Gott gebrauchen ließen, und durch ihre Spenden ermöglicht haben, dass diese Bibeln produziert wurden. Wir sind so dankbar. Danke, dass ihr uns gesegnet habt.“ Nicht nur erwachsene Christen erhielten Bibeln, Kinder bekamen eigene Kinderbibeln mit vielen Bildern. Um es Christen mit keinen oder geringen Lesekenntnissen zu ermöglichen, sich mit Gottes Wort zu beschäftigen, verteilen Partner von Open Doors in vielen Ländern Hörbibeln oder bieten Alphabetisierungskurse an, in deren Rahmen die Teilnehmer eigene Bibeln erhalten. „Früher war ich darauf angewiesen, dass mir andere aus der Bibel vorlesen. Jetzt kann ich selbst in ihr lesen“, erzählt Mahima Magar* aus Nepal, nachdem sie an einem solchen Kurs teilgenommen hat.

Eine Frau präsentiert ihre neue Bibel
Lydia mit ihrer Bibel in der indigenen Stammessprache „Dairi“

Zum Dienst befähigen

Open Doors stellt verfolgten Christen auch Literatur zur Verfügung, mit der sie ihren Glauben vertiefen können. In Nicaragua beispielsweise erhielten Gemeindeleiter vergangenes Jahr Bibelkommentare, Nachschlagewerke und theologische Fachbücher. Nicaraguas Präsident Daniel Ortega regiert zunehmend autoritär und versucht mit Schikane und Überwachung, die Stimme der Kirche zu „ersticken“ bzw. sie zu politischer Anpassung zu zwingen. In den vergangenen Jahren sind zahllose christliche Organisationen verboten worden. Pastoren und andere Gemeindemitarbeiter wurden des Landes verwiesen und leben jetzt im Exil. Sie hinterlassen Lücken in ihren Gemeinden. Verbliebene Pastoren stehen in dem Spannungsfeld, trotz des staatlichen Drucks klar das Evangelium zu predigen und gleichzeitig ihre Gemeindemitglieder nicht zu gefährden. Sie müssen gestärkt werden und benötigen Aus- und Weiterbildung für diese besondere Situation. Doch durch die von der Regierung veranlasste Schließung vieler christlicher Einrichtungen sind Ausbildungsmöglichkeiten weggebrochen. Über lokale Partner unterstützt Open Doors deshalb Pastoren und leitende Gemeindemitarbeiter durch theologische Ausbildungsmöglichkeiten sowie mit Lehrmaterialien und Nachschlagewerken. „Ich verstehe die Bibel jetzt noch besser und bin im Glauben und in meinem Dienst gewachsen“, sagt Alicia*, die an diesem Förderprogramm teilgenommen hat.

Weitere Zeugnisse

Porträt von einem Mann
Reisetasche für das Gefängnis

„Die Polizei war vor Kurzem in der Gegend und hat nach mir gefragt.“

Majed* weiß, dass der Tag seiner Verhaftung kommen wird. Deshalb bereitet er sich vor und packt eine gedankliche „Reisetasche“: „Ich lerne so viele Bibelverse auswendig wie möglich“, sagt er. „Ich möchte eine Bibel auf zwei Beinen sein, damit ich von Jesus erzählen kann, wo immer sie mich hinbringen. In allem, was ich sage und tue, will ich meinen Retter widerspiegeln.“ – Majed ist ein christlicher Leiter aus dem Jemen. Als Ende des vergangenen Jahres eine große Verhaftungswelle begann und seine christlichen Freunde einer nach dem anderen verhaftet wurden, wusste Majed, dass er der Nächste sein würde. „Die Polizei war vor Kurzem in der Gegend und hat nach mir gefragt“, erzählte er im November. Im Februar wurde er tatsächlich verhaftet. In einer seiner letzten Nachrichten an die Partner von Open Doors beschrieb er, wie er sich auf seine Verhaftung vorbereitete. Durch das Lernen von Bibelversen wollte er im Herzen mitnehmen, was die Gefängnismauern verwehren – Gottes Wort. *Name geändert

Ein Mann mit einer aufgeschlagenen Bibel
Bibel entdeckt und Jesus gefunden

„Ich möchte mehr über diesen Jesus wissen.“

Galila* ist eine Christin muslimischer Herkunft aus Zentralasien. Als sie zum Glauben an Jesus fand, erzählte sie aus Angst vor Verfolgung ihren Verwandten – auch ihrem Mann Asim* – nichts davon. Ein Jahr später erhielt sie von lokalen Partnern von Open Doors christliche Literatur. Sie erzählt: „Ich las regelmäßig in den Büchern, aber nach dem Lesen musste ich sie immer wieder verstecken. Irgendwann lud mich eine Freundin zu einem dreitägigen Seminar ein. Als ich zurückkam, war mein Mann gerade auf der Arbeit, aber er schickte mir eine Nachricht. Er schrieb: ,Wir müssen reden. Ich hab die Bücher gefunden.‘ Ich hatte Angst und erwartete das Schlimmste. Den ganzen Tag über betete ich und überlegte, was ich sagen sollte. Dann kehrte Asim von der Arbeit heim, rief nach mir und stellte mir eine Frage, die mich auf gute Art schockierte: ,Wie lange liest du schon diese Bücher?‘ – ,Nur etwa ein Jahr‘, antwortete ich. Er sagte: ,Warum hast du mir noch nie etwas davon erzählt? Ich habe einige der Bücher gelesen, ich hab auch mit dem Neuen Testament angefangen – und ich bin begeistert. Ich möchte mehr über diesen Jesus wissen.‘ Ich brach in Tränen aus und umarmte meinen Mann. Jesus hat ihn durch die Bücher angerührt.“ *Name geändert

Dschalila aus dem Irak liest mit ihren Enkeln aus der Kinderbibel
Die Bibel als Schatz für verfolgte Christen

„Wir haben nichts mitgenommen – außer der Heiligen Schrift.“

„Als der ‚Islamische Staat‘ angriff, mussten wir fliehen. Wir haben nichts mitgenommen – außer der Heiligen Schrift“, sagt Dschalila aus dem Irak. „Ich nahm die Bibel mit, weil ich ohne sie nicht leben kann. Ich nahm sie mit, weil ich es gewohnt war, ständig darin zu lesen. Das Wichtigste ist das Wort des Lebens, das Wort des Herrn.“ Dschalilas Worte zeigen, welcher Schatz Gottes Wort gerade für verfolgte Christen ist. Nachdem der IS wieder aus ihrer Stadt zurückgedrängt worden war, kehrte sie nach Hause zurück. Jetzt liest Dschalila täglich mit ihren Enkelkindern in der Bibel.

Verteilung von Hörbibeln in Malaysia
Hörbibeln eröffnen Zugang zu Gottes Wort

„Ich bin so dankbar und gesegnet, diese Hörbibel zu haben.“

Für viele Christen in ländlichen Regionen im Osten Malaysias war der Sonntagsgottesdienst die einzige Möglichkeit, Gottes Wort zu hören, weil sie nicht selbst lesen können. Umso schwerwiegender war es, als vorübergehend wegen Covid-19 keine Gottesdienste stattfinden konnten. Unsere lokalen Partner verteilten in Sabah tragbare Abspielgeräte mit Hörbibeln in den einheimischen Sprachen. „Ich bin so dankbar und gesegnet, diese Hörbibel zu haben“, sagte Sawai*. „Jetzt kann ich immer Gottes Wort hören, auch auf dem Feld und bei der Hausarbeit. Das hilft so sehr, weil ich nicht lesen kann.“ *Name geändert

Eine Großfamilie aus Zentralasien findet zum Glauben an Jesus Christus
Die Auswirkung einer Bibel

Ganze Großfamilie findet zum Glauben

Welch erstaunliche Auswirkungen ein einziges Exemplar der Bibel haben kann, zeigt uns Samira*, eine Christin muslimischer Herkunft aus Zentralasien, anhand eines Familienfotos. „Dieses Bild zeigt meine Familie väterlicherseits während der Geburtstagsfeier meiner Großmutter“, erklärt sie das Foto auf ihrem Handy. Mehr als fünfzig Frauen, Männer und Kinder sind auf dem Bild zu sehen. „Bis auf eine Tante und ihre beiden Töchter sind alle Personen auf diesem Foto durch das Zeugnis meiner Schwester zu Christus gekommen, die gläubig wurde, nachdem sie eine Bibel erhalten hatte.“ *Name geändert

Als Bibelkurier mit dem Holzboot unterwegs im Dschungel Kolumbiens
Der gefährliche Dienst der Bibelkuriere

„Er hat sich auch von den Morddrohungen nicht einschüchtern lassen.“

Die Verteilung von Bibeln ist ein wichtiger, aber oft auch riskanter Dienst, der nur dank der Gebete von vielen Unterstützern möglich ist. Pastor Andrés* aus Kolumbien wandert durch den Dschungel, um die Christen in abgelegenen Gebieten zu besuchen, ihnen die von uns bereitgestellten Bibeln zu bringen und sie zu ermutigen. Den Guerillas und Drogenbanden, die das Gebiet beherrschen, gefällt das nicht. Sie bekämpfen den christlichen Einfluss. Doch: „Er hat sich auch von den Morddrohungen gegen uns nicht einschüchtern lassen“, sagt ein anderer Pastor über Andrés. *Name geändert

Galila aus Zentralasien

„Ich brach in Tränen aus und umarmte meinen Mann. 
Jesus hat ihn durch die Bücher angerührt.“

Weitere Dienstbereiche

Eine Gruppe afrikanischer Frauen steht auf einer Wiese im Kreis und hält sich an den Händen

Um in Verfolgung standhaft bleiben zu können, ist es wichtig, dass Christen fest in Gottes Wort verankert sind. Deshalb organisieren wir u. a. biblische Schulungen.

Menschen stehen in einer Schlange vor einem Laster mit Hilfsgütern

Durch Verfolgung geraten Christen oft in existentielle Not. Wir helfen durch Nothilfe und Hilfe zur Selbsthilfe, durch Schulungen oder Mikrokredite zur Existenzgründung.

Drei Männer sitzen zusammen an einem Tisch

Letztendlich geht es uns immer um den Einzelnen – deshalb ist es Teil unseres Dienstes, verfolgte Christen zu besuchen, mit ihnen zu beten und sie zu ermutigen.

Ein afrikanischer Mann spricht

Durch die Öffentlichkeitsarbeit in Ländern mit Religionsfreiheit erinnern wir daran, dass mehr als 388 Millionen Christen Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt sind.