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Jemen: Warum die Kirche im Krieg wächst

Jamil* ermutigt junge Gemeinden in seinem Heimatland

(Open Doors) – Seit mittlerweile zwei Jahren hält der unerbittliche Bürgerkrieg im Jemen die Bevölkerung des Landes in Atem. Laut einem neuen UNO-Bericht sind dabei mindestens 10.000 Menschen getötet worden. Die Gesellschaft ist zwar von einer strengen Auslegung des Islams geprägt, doch einige christliche Pastoren taufen regelmäßig Muslime, die sich dem Glauben an Jesus zugewandt haben. Jamil, der ebenfalls Christ geworden ist, gibt uns einen ungewöhnlichen Einblick in das Leben der Gemeinden im Jemen.

"Keinen Weg zurück”

Der junge Mann wohnt mittlerweile nicht mehr in dem Land, in dem er geboren wurde, doch er kehrt regelmäßig in den Jemen zurück, um seine Glaubensgeschwister zu ermutigen. Die aus ehemaligen Muslimen bestehende Kirche liegt Jamil am Herzen, auch weil er selbst aus einer muslimischen Familie stammt. Als Jamil begann, Jesus zu folgen, verlor er viele Freunde und auch die Beziehung zu seiner Familie. "Jemenitischen Muslimen wird beigebracht, dass der Übertritt zum Christentum den Ausschluss aus der Familie bedeuten muss”, erzählt er. "Es gibt keinen Weg zurück. Wir alle wissen das hier. Christ zu werden kostet einen so viel. Und doch gibt es nichts, was mich dazu bringen würde, Jesus wieder den Rücken zu kehren.”

Eine neue Generation

Früher fühlten sich jemenitische Christen oft alleine und abgeschnitten von der weltweiten Gemeinde. Seit Beginn des Krieges hat sich das verändert: Wie große Teile der Bevölkerung mussten auch die meisten Christen ihre Häuser verlassen und leben nun über das ganze Land verstreut. Jamil sieht darin auch eine Chance: "So komisch das auch klingt – aber es war ein großer Segen, dass viele Christen fliehen mussten. Jetzt gibt es überall im Land Christen und der Glaube wächst. Es scheint, als hätten wir Christen unsere Angst verloren.” Jamil kennt Pastoren, die regelmäßig neue Gemeindemitglieder taufen. "Früher waren die Hauskirchen von ausländischen Christen abhängig, doch die haben den Jemen verlassen. So lernten die jemenitischen Christen, Verantwortung zu übernehmen. Viele sind Leiter geworden und unterstützen sich gegenseitig.” Die junge Kirche wird erwachsen: "Die erste Generation von Christen waren Konvertiten vom Islam, die um ihren Glauben kämpfen mussten. Jetzt wächst eine zweite Generation von Christen heran – Kinder, die in christlichen Familien geboren werden. Ich bete für eine dritte Generation, die den Glauben behält und offen in der Gesellschaft leben kann.” Noch ist es für Christen im Jemen aufgrund von islamistischen Extremisten sehr gefährlich, ihren Glauben zu leben – doch Jamils Traum von einer freien Kirche hat gerade erst begonnen.

*Name geändert

Danke, dass Sie sich an die Seite der Christen im Jemen stellen!

  • Danken Sie Gott für neue Möglichkeiten, das Evangelium zu verkünden – selbst im Krieg.
  • Beten Sie bitte um Schutz für Jamil und andere Christen, die mutig ihren Glauben an Jesus Christus weitergeben wollen.
  • Bitten Sie um Trost für Christen, die alleine sind und dass sie mit anderen Christen Gemeinschaft finden.
  • Beten Sie für ein Ende des Krieges, für Stabilität und Sicherheit im Jemen und eine Umgebung, in der die junge Kirche weiter wachsen kann.

Hinweis: Am 8. Oktober kommen Jugendliche und junge Erwachsene aus ganz Deutschland zum Open Doors Jugendtag 2016 in die Rittal-Arena nach Wetzlar. Neben Sprechern aus Nigeria und dem Nahen Osten wird auch ein betroffener Christ aus dem Jemen unter dem Motto "Unsichtbar” von Gottes Wirken inmitten von Verfolgung berichten. Auch Sie können sich an dem Event beteiligen und den Jugendlichen durch Ihre Mitarbeit dienen. Alle Informationen zum Jugendtag und zum Service-Team finden Sie hier.

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