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Syrien: Entführungen von Christen nehmen zu

In Damaskus sind oft Kinder Opfer

 

(Open Doors) – Christen sind unverhältnismäßig häufig Opfer von Gewalt und Missbrauch, belegt eine jüngst veröffentlichte Studie von Open Doors. Dabei sehen sich Frauen eher sexuellen Übergriffen ausgesetzt, Männer geraten unter Druck, weil sie von beiden Bürgerkriegsparteien bedrängt werden, in den bewaffneten Konflikt einzutreten. Als Folge nehmen immer weniger Christen am kirchlichen Leben teil und Christen sind die Glaubensgruppierung, welche am häufigsten aus dem Land flieht. Wenngleich die gesamte Bevölkerung Not leidet, so sind doch die Christen die am meisten gefährdete Gruppierung: sie werden gezielt von Islamisten entführt, in Flüchtlingslagern widerfährt ihnen starke Feindseligkeit und ihr Grund und Boden wird unverhältnismäßig oft konfisziert. Die Lage in Damaskus und Aleppo, wohin viele Christen geflohen sind, ist inzwischen brandgefährlich. Heckenschützen, sowie Bombenexplosionen und Granaten genauso wie Entführungen prägen das Bild der täglichen Bedrohung.

Entführer verlangen von Kirchen Lösegeld

Samuel* koordiniert die Verteilung von Hilfsgütern in einer der Kirchen in Aleppo: "Ich selbst hatte bisher Glück, aber neben unserem Bischof fehlen derzeit noch etwa 20 weitere Gemeindemitglieder." Insgesamt spricht er von etwa 100 Entführungen allein in seiner Gemeinde. Gegen Bezahlung von Lösegeld von etwa 1 bis 2 Millionen syrische Pfund (etwa 7.500 bis 15.000 Euro) kommen die Entführten meist frei.

Christen leben in Angst

Hilfsgüterverteilung für syrische FlüchtlingeDa die Entführungen keine Einzelfälle sind, verschanzen sich viele Christen in ihren Häusern, andere wollen flüchten. Ein ähnliches Bild ergibt sich in Damaskus. Hanna* berichtet: "Unsere Kinder haben sehr große Angst. Ein befreundeter Rechtsanwalt sagte mir, dass in Damaskus jeden Tag etwa 15 Kinder entführt werden." So spricht Hanna, die in einer Schule arbeitet, täglich mit Eltern, die nicht wissen, wo ihre Kinder sind. Es gibt Gerüchte, dass Banden gezielt Kinder entführen, um deren Organe weiterzuverkaufen. Das internationale Hilfswerk Open Doors passt seine Nothilfe an die Bedingungen im Land an. Die Schwerpunkte liegen derzeit auf der Begleitung und Unterstützung von landesweit mehr als 3100 christlichen Flüchtlingsfamilien. Zusätzlich zur Nothilfe leistet Open Doors auch Trauma-Seelsorge und Begleitung.
Im Weltverfolgungsindex, einer jährlichen Rangliste der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden, belegt Syrien aktuell Platz 11.

*Namen von der Redaktion geändert

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