Gottes verborgenes Wirken

Berichte über die andere Seite der Christenverfolgung

Pierre aus der Zentralafrikanischen Republik

Mächtiger als alle Götter

Pierre aus der Zentralafrikanischen Republik

 

Pierre wurde in einem kleinen Dorf im Norden der Zentralafrikanischen Republik geboren. Als Sohn des Oberpriesters der Gottheit Dakwe schien Pierres Lebensweg vorgezeichnet zu sein – alle erwarteten, dass er einmal in die Fußstapfen seines Vaters treten würde. Doch Jesus Christus hatte andere Pläne mit ihm – er gebrauchte Pierre, um zu beweisen, dass seine Macht größer ist als die aller anderen Götter.

Jedes Jahr im November wurde in Pierres Dorf ein mehrtägiges Fest zu Ehren Dakwes veranstaltet. Tausende Menschen aus der ganzen Region kamen zusammen, um der in einer Kalebasse [aus einem Flaschenkürbis hergestelltes Gefäß] wohnenden Gottheit die Erstlingsfrüchte ihrer Ernten darzubringen und Dakwe anzubeten. Alle drei Jahre wurde die Veranstaltung auf über einen Monat ausgeweitet – die sogenannte „Große Zeremonie“, bei der Dakwe durch seine Priester junge Männer bestimmte, die fortan in seinen Dienst treten sollten.
 

Pierre mit der Kalebasse
Pierre mit einer Kalebasse

Das geheime Ritual

So wurde auch Pierre eines Tages zusammen mit anderen Auserwählten an einen geheimen Ort im Busch gebracht. Auf dem Boden lagen drei Stöcke und er wurde aufgefordert, einen davon zu nehmen. Ahnungslos griff er nach dem kürzesten und ein ungläubiges Raunen ging durch die versammelte Menge – galt dies doch als schlechtes Vorzeichen und bedeutete nach dem Verständnis der Anwesenden, dass er Dakwe nicht lange dienen würde. Üblicherweise mussten junge Männer, die den kurzen Stock wählten, als Opfer für Dakwe getötet werden, doch als Sohn des obersten Priesters kam Pierre mit schweren Schlägen davon. Er wurde dennoch in die dunklen Geheimnisse Dakwes eingeweiht und lernte, sich die Macht Dakwes zunutze zu machen.

Gebet mit Folgen

Eine unerwartete Herausforderung trat in sein Leben, als seine Frau das Evangelium hörte und Christin wurde. Pierre bedrohte sie immer wieder, besonders wenn sie viele Stunden in der Kirche zubrachte, aber sie hielt unbeirrt an ihrem neuen Glauben fest. Regelmäßig kam ein Diakon aus einem anderen Dorf zu Besuch, um seine Frau zu unterrichten, doch einmal sagte dieser zu Pierre: „Lass mich für dich beten.“ Pierre stimmte zu und während des Gebets spürte er, wie er innerlich zitterte. In der Folgezeit begann er, selbst zur Kirche zu gehen, um den Gott der Christen besser kennenzulernen. Doch obwohl er erkannte, dass der christliche Glaube gut war, hielt er sich weiter an Dakwe.
 

Ein Gott, der spricht

Eines Tages wurde Pierre krank. Wie er es gewohnt war, wandte er sich zuerst an Dakwe. Doch trotz vieler Stunden Gebet zu Dakwe zeigte sich keine positive Veränderung. Verwundert begab er sich ins Krankenhaus, aber auch dort konnte man ihm nicht helfen. Stattdessen wurde er für zwei Jahre bettlägerig. Dann hörte er, wie Jesus zu ihm sprach:

„Pierre, du sollst geheilt werden.“

Dies beeindruckte Pierre nachhaltig. „Dakwe tat alles für uns, aber er sprach nicht“, erzählt er. „Ich entschied mich, Jesus Christus zu folgen, der gesprochen hatte. Ich ging zu meinem Vater, dem Oberpriester, und sprach mit ihm von 4 bis 11 Uhr am Morgen. Ich erzählte ihm von dem Gott, den ich gefunden hatte. In der Kirche hatte ich im Laufe der Jahre viel über Jesus Christus gelernt. Ich sagte: ,Vater, heute müssen wir alle diese Götterbilder verbrennen.‘“

Eine mutige Entscheidung

Pierres Vater war außer sich. „Mein Sohn, mein Sohn, wer hat dich verwirrt?“, rief er. Doch nachdem er sich wieder etwas beruhigt hatte, sagte er: „Ich liebe dich, Sohn, und ich vertraue dir mehr als jedem meiner anderen Söhne. Also werde ich zuhören, wenn du sprichst. Tu, was du tun musst.“ Also ging Pierre ans Werk. Er nahm die heilige Kalebasse, in der Dakwe wohnte, und alle anderen Gegenstände, die mit Götzenverehrung zu tun hatten, und brachte sie nach draußen. Zudem suchte er auch den besonderen Ort im Busch auf, wo rituelle Zeremonien stattfanden, und holte auch von dort die geweihten Gegenstände. Als er alles zusammengetragen hatte, verbrannte er es.

„Wir werden dich umbringen“

Daraufhin wandten sich die Dorfbewohner gegen ihn. „Wer bist du, dass du solch einen bedeutenden Gott verbrennst? Dafür werden wir dich umbringen“, drohten sie. Doch keines der Zauberrituale, mit dem sie ihn zu töten versuchten, funktionierte. „Ich wurde beschützt“, sagt Pierre. Sein Vater entschied sich ebenfalls für Jesus, aber er bangte dennoch um das Leben seines Sohnes angesichts der Zaubereien, welche die Dorfbewohner trieben. Doch als er seine Bedenken äußerte, erwiderte Pierre: „Der Gott, der mir erlaubt hat, all diese Gegenstände zu verbrennen, ist mit mir.“

„Ich bin ein Zeugnis in der ganzen Region“, erklärt Pierre. „Die Leute kennen meine Geschichte und manchen hilft sie, sich zu entscheiden, Jesus nachzufolgen. Vor nicht allzu langer Zeit evangelisierte ich in einem großen Dorf und verbrannte dort auch viele Götzenbilder. Das tue ich, um den Menschen zu helfen, mit ihren eigenen Augen zu sehen, dass der Herr mächtiger ist als die Götter, die sie anbeten.“

 

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