Länderprofil Sri Lanka

Sri Lanka

46
Weltverfolgungsindex
2019
Flagge Sri Lanka
Hauptreligion
Buddhismus
Offizielle Staatsform
Unitarische Präsidialrepublik
Platz Vorjahr
44
ISO
LK
Karte Sri Lanka
Christen
1,96
Bevölkerung
20.95
Religiös motivierter Nationalismus
Konfessioneller Protektionismus
Privatleben: 11.000
Familienleben: 8.300
Gesellschaftliches Leben: 10.500
Leben im Staat: 11.500
Kirchliches Leben: 10.000
Auftreten von Gewalt: 7.000

Länderprofil Sri Lanka

Berichtszeitraum: 1. November 2017 – 31. Oktober 2018

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex

Platz 46 / 58 Punkte (WVI 2018: Platz 44 / 57 Punkte)

Welche Triebkräfte sind für die Verfolgung verantwortlich?

Religiös motivierter Nationalismus: Von allen Singhalesen wird erwartet, dass sie Buddhisten sind. Deswegen werden nicht nur Christen aus der ethnischen Minderheit der Tamilen als Bürger zweiter Klasse behandelt, sondern auch singhalesische Christen misstrauisch beäugt und regelmäßig beleidigt und angegriffen. Das gilt noch stärker für Mitglieder protestantischer Freikirchen und vor allem für christliche Konvertiten. Christen aus traditionellen Kirchen wie der Römisch-Katholischen Kirche werden bis zu einem gewissen Grad mehr akzeptiert, da sie sich eher innerhalb der unausgesprochenen Grenzen der Gesellschaft bewegen. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie nicht auch von Diskriminierungen oder gelegentlichen Angriffen betroffen sind.

Konfessioneller Protektionismus: Ein Vorfall wie der im Jahr 2017, als ein römisch-katholischer Bischof behauptete, es habe keine Angriffe auf Kirchen in Sri Lanka gegeben, und damit dutzende protestantische Kirchen herabsetzte, die attackiert worden waren, hat sich im aktuellen Berichtszeitraum nicht wiederholt. Solche Ansichten herrschen jedoch weiterhin bei vielen vor, die sich im Kreis der Regierung bewegen.

Von wem geht die Verfolgung aus?

Die Verfolgung geht hauptsächlich von extremistischen buddhistischen Gruppen aus, die manchmal von (lokalen) Beamten unterstützt werden. Während die Wahl einer neuen Regierung im Jahr 2015 zu einem leichten Rückgang der Aktivitäten der Gruppierung „Bodu Bala Sena“ (BBS) geführt hat, sind andere Bewegungen wie „Sinha Le“ aktiv geworden und haben an Stärke gewonnen. Sie beanspruchen Sri Lanka als buddhistische, singhalesische Nation. Diese Ideologie propagieren sie unter anderem mit einer groß angelegten Aufkleber-Kampagne. BBS hat sich in eine politische Partei umgewandelt, die aber bis jetzt nicht besonders erfolgreich war. Obwohl sich BBS eher darauf konzentriert, die muslimische Minderheit zu attackieren, werden Christen und ihre Kirchen ebenfalls häufig angegriffen. Die Regierung setzte ein starkes Signal gegen solche Gewalt, als ein führender Mönch der BBS im August 2018 zu einer Gefängnisstrafe von sechs Jahren verurteilt wurde (mehr dazu im Abschnitt „Hintergrund“). Einige buddhistische Geistliche nutzen soziale Medien aktiv dazu, Hass gegen religiöse Minderheiten im Land zu schüren. Im Berichtszeitraum haben verschiedene buddhistische Gruppierungen an Prominenz gewonnen, etwa die „Mahason Balakaya“, die aus buddhistischen Mönchen besteht.

Neben solchen extremistischen Bewegungen beschimpfen Familienangehörige und Dorfvorsteher in ländlichen Gegenden Christen und verlangen von ihnen, das Dorf zu verlassen.

Wie äußert sich die Verfolgung?

Christen buddhistischer oder hinduistischer Herkunft leiden unter der stärksten Verfolgung. Von ihrer Familie und ihrem sozialen Umfeld werden sie schikaniert, diskriminiert und ausgegrenzt. Sie werden unter Druck gesetzt, ihren christlichen Glauben zu widerrufen, da ihr Glaubenswechsel als Verrat betrachtet wird: Von allen Singhalesen (der Mehrheit der Bevölkerung in Sri Lanka) wird erwartet, dass sie Buddhisten sind. Ebenso wird unter der tamilischen Minderheit im Nordosten des Landes erwartet, dass jeder Tamile Hindu ist. Ausgenommen sind hiervon die Mitglieder der traditionellen Kirchen. Die christliche Minderheit wird teilweise toleriert, aber christliche Konvertiten nicht. Zudem geraten protestantische Freikirchen häufig ins Visier von Nachbarn – denen sich oftmals buddhistische Mönche und lokale Beamte anschließen –, die sie auffordern, die Kirchengebäude, die sie als illegal ansehen, zu schließen. Immer wieder führt dies schließlich dazu, dass sich Mobs bilden, die gegen die Kirchen protestieren und sie angreifen, besonders in ländlichen Gebieten. Solche Berichte gibt es aus allen Regionen des Inselstaats.

Beispiele aus dem aktuellen Berichtszeitraum

  • Am 9. September 2018 stoppte eine Gruppe von etwa 100 Menschen den Gottesdienst der „Assemblies-of-God“-Gemeinde in Beliatta im Bezirk Hambantota. Die Angreifer beschädigten ein Fenster sowie zwei vor der Kirche geparkte Motorräder und entfernten religiöse Symbole, die an der Eingangstür angebracht waren. Einige drangen in das Grundstück ein und drohten, den Pastor und seine Familie zu töten. Sie verlangten, dass die Christen aufhören sollten, Menschen zum Gottesdienst zusammenzubringen, und forderten sie auf, das Dorf zu verlassen. Zudem beschimpften sie die Frauen in der Gemeinde obszön und verlangten, dass der Pastor die versammelte Gemeinde wegschicken sollte. Als ein buddhistischer Mönch erschien, wiederholte er die Forderung des Mobs und verschärfte die Situation, indem er behauptete, den Pastor bereits zuvor gewarnt zu haben. Es gelang der Polizei nur mit großer Mühe, die Situation zu beruhigen und den Pastor und seine Familie zu schützen.
  • An den meisten staatlichen Schulen gibt es keinen christlichen Religionsunterricht und so sind christliche Schüler gezwungen, am buddhistischen oder hinduistischen Unterricht teilzunehmen. Es gab zudem Berichte, nach denen Kinder gezwungen wurden, an buddhistischen Ritualen teilzunehmen.

Meldungen und Beiträge zu Sri Lanka

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Nalin* aus Sri Lanka
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Am 10. Februar hat ein von buddhistischen Mönchen angeführter Mob einen Gottesdienst gestört und den zuständigen Pastor bedroht. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art.
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1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit 58 Punkten steht Sri Lanka auf dem 46. Platz des Weltverfolgungsindex 2019, das entspricht einem Anstieg von einem Punkt gegenüber dem Vorjahr. Weder der Wert für Gewalt noch die Wertung für den Druck auf Christen sind signifikant angestiegen. Der Druck war am stärksten in den Bereichen „Privatleben“ (für Christen mit buddhistischem, muslimischem und hinduistischem Hintergrund) und „Leben im Staat“ (besonders für Christen, die nicht zu traditionellen Kirchen gehören) spürbar.

2. Triebkräfte der Verfolgung

Religiös motivierter Nationalismus

Die Demokratische Sozialistische Republik Sri Lanka ist ein säkularer Staat. Dennoch stellt die Verfassung den Buddhismus an die erste Stelle und sieht ihn offensichtlich als Staatsreligion an. Kapitel 2 der Verfassung verlangt: „Die Republik Sri Lanka soll dem Buddhismus den obersten Platz einräumen und dementsprechend soll es die Pflicht des Staates sein, die Buddha Sasana (buddhistische Lehre) zu schützen und zu fördern, während gleichzeitig sichergestellt wird, dass allen Religionen die Rechte der Artikel 10 und 14(1)(e) zugestanden werden.“ Diese Vorschrift aus Artikel 9 wurde sowohl in der 19. Verfassungsänderung von 2015 als auch in der 2017 vorgeschlagenen 20. Verfassungsänderung unverändert stehen gelassen. Die Rechte in Bezug auf Religions- und Glaubensfreiheit, die in den Artikeln 10 und 14 zugesichert werden, können allerdings eingeschränkt werden, was auch auf subtile Weise geschieht, wie im Abschnitt „Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt“ aufgezeigt wird.

Die Idee einer Vorherrschaft des Buddhismus ist immer noch eine weitverbreitete Vorstellung im Land. Von allen Singhalesen wird erwartet, dass sie Buddhisten sind. Deswegen werden nicht nur tamilische Christen als Bürger zweiter Klasse behandelt, sondern auch singhalesische Christen misstrauisch beäugt und regelmäßig beleidigt und angegriffen. Täter sind nicht nur staatliche Behörden, was schon der Name „Ministerium für religiöse Angelegenheiten und buddhistische Sasana“ vermuten lässt, sondern auch buddhistische Mönche und lokale Behörden. Extremistische buddhistische Gruppen, wie die „Bodu Bala Sena“ (BBS, übersetzt: „buddhistische Streitkräfte“) und die „Sinhala Ravaya“ (SR), werden durch buddhistische Mönche angeführt und sind bekannt dafür, Mobs zu Angriffen auf die muslimische Minderheit sowie – zu einem geringeren Maß – auf Christen anzustacheln. Obwohl sie nicht mehr so präsent sind, wie sie es vor dem Regierungswechsel im Januar 2015 waren, ist ihr extremistischer Einfluss noch immer spürbar und die Angriffe auf christliche Gemeinden gehen im selben Maße weiter. Die Vorrangstellung des Buddhismus ist im Alltag religiöser Minderheiten wie Muslimen und Christen weiterhin sehr stark spürbar, aber es sind nicht mehr die BBS oder SR, die hier führend sind, sondern einfache Mönche und Dorfbewohner.

3. Verfolger

Ausgehend von Religiös motiviertem Nationalismus

Die Hauptverfolger sind extremistische buddhistische Gruppen und Regierungsbeamte, häufig auf der lokalen Ebene. Obwohl die Wahl einer neuen Regierung im Jahr 2015 zu einer Reduzierung der Aktivitäten der BBS geführt hat, haben andere Bewegungen wie SR an Stärke gewonnen. Sie beanspruchen Sri Lanka als buddhistische, singhalesische Nation und konzentrieren sich derzeit vor allem auf ihren Kampf gegen die muslimische Minderheit. BBS hat sich in eine politische Partei umgewandelt, die bis jetzt aber auf politischem Gebiet nicht viel Einfluss erlangen konnte. Anführer der ethnischen Singhalesen, die häufig mit extremistischen Gruppen verknüpft sind, fordern ebenfalls den Schutz der singhalesischen Mehrheit. Häufig sind auch religiöse Leiter wie Mönche an der Verfolgung beteiligt. Familienangehörige sowie Dorfvorsteher in ländlichen Gegenden beschimpfen christliche Konvertiten oftmals und verlangen von ihnen, das Dorf zu verlassen. Politische Parteien neigen dazu, sich Rufen zum Schutz des buddhistischen Erbes des Landes anzuschließen, da dies Stimmen sichert. Junge buddhistische Leiter nutzen soziale Medien, um Hass gegen die religiösen Minderheiten des Landes zu schüren. Extremistische buddhistische Gruppen gewinnen zudem an Einfluss, wie etwa die „Mahason Balakaya“, die aus Mönchen besteht. In jüngster Vergangenheit gewannen zudem auch extremistische hinduistische Gruppen im hauptsächlich von Hindus bewohnten Nordosten des Landes an Einfluss, welche sich der RSS-Bewegung zurechnen, die in Indien als starker Verfolger bekannt ist.

4. Hintergrund

Um den Buddhismus Sri Lankas zu verstehen, ist es hilfreich, das traditionelle Dreieck Sri Lankas zu verstehen: Das singhalesische Leben hat drei Bezugspunkte, nämlich den Tempel, das Dorf und den See (als Symbol für Bewässerung und Landwirtschaft). Nichts sollte in dieses Dreieck eindringen; daher wird alles, was von außerhalb kommt, mit Misstrauen betrachtet. Die buddhistischen Gruppen Sri Lankas beschäftigen sich daher weniger mit den philosophischen Themen des Buddhismus, die im Westen so populär sind, sondern eher mit dem für sie sehr realen Kampf darum, dieses traditionelle Dreieck zu bewahren. Alle Aktivitäten der BBS und SR können vor diesem Hintergrund als Versuche gesehen werden, Angriffe auf diese Sicht der Gesellschaft abzuwehren. Selbst gewalttätige Zusammenstöße und Ausschreitungen gegen die muslimische Minderheit (wie sie sich im Jahr 2014 ereigneten und, in geringerem Maße, im März 2018) sowie Angriffe gegen Christen können mit diesem Wunsch nach der Erhaltung des Dreiecks erklärt werden. Muslimische und christliche Minderheiten werden als Bedrohung wahrgenommen. Dies zeigte sich ebenso bei einem anderen Vorfall im Mai 2017: In einer an den Minister für nationales Zusammenleben gerichteten Rede kritisierte der leitende Mönch der BBS, Galagoda Aththe Gnanasera Thero, die Anwesenheit von „christlichen Missionaren“ und erklärte sie gewissermaßen zu legitimen Zielen. Dieser Mönch wurde im Juni 2018 nach der Einschüchterung der Ehefrau eines entführten Journalisten zu zwei Gefängnisstrafen von jeweils sechs Monaten und im Juli 2018 aufgrund von Missachtung des Gerichts in einem überraschend harten Urteil zu sechs Jahren im Gefängnis verurteilt. Auch wenn das Urteil angefochten wird, sendet es ein starkes Signal an extremistische buddhistische Gruppen, dass sie nun darauf achten müssen, was sie tun.

Sri Lankas jüngste Geschichte ist geprägt durch einen 26-jährigen Bürgerkrieg, der erst 2009 blutig beendet wurde. In diesem Bürgerkrieg kämpfte die überwiegend hinduistische Minderheit der Tamilen, größtenteils in den nördlichen und östlichen Provinzen des Landes beheimatet, um Unabhängigkeit. Die „Tamil Tigers“ (LTTE) erlangten weltweite Bekanntheit. Sowohl die Truppen der Regierung als auch die LTTE begingen Kriegsverbrechen und eine der größten Herausforderungen ist nun, wie mit diesem Erbe umgegangen werden soll. Eine Versöhnung, sei es durch nur innerstaatliche Bemühungen oder mit internationaler Hilfe, ist immer noch in weiter Ferne. Es hat seit mehreren Jahren keinen Fortschritt gegeben. Eine weitere wichtige Frage, die mit diesem Thema verbunden ist, ist die der Demilitarisierung des Landes. Durch den langen Bürgerkrieg und die ständig zunehmenden geschäftlichen Aktivitäten der Armee bestehen die Streitkräfte derzeit aus ungefähr 260.000 Soldaten. Der Prozess geht nur langsam voran und es wird schwierig sein, diese Soldaten wieder in das zivile Leben zu integrieren. Dazu kommt, dass die Armee sich nicht die lukrativen Möglichkeiten entgehen lassen will, die durch diese Geschäfte entstehen.

Schließlich bleibt die Frage, wie extremistische buddhistische Gruppen wie die BBS und die SR in der Zukunft handeln werden. Es sah aus, als ob sie aus dem Nichts gekommen wären, und sie wuchsen in kürzester Zeit (die BBS hielt ihre erste nationale Versammlung im Juli 2012 ab). Während die meisten ihrer Führer bereits vorher politisch aktiv waren, war der Einfluss der Gruppen und ihre Radikalität gegenüber religiösen Minderheiten beispiellos. Ihre Aktivitäten blieben bis vor Kurzem unbehindert, sodass der Vorwurf, die vorherige Regierung – besonders der Verteidigungsminister – habe diese Gruppen zumindest stillschweigend unterstützt, an Glaubwürdigkeit gewinnt. Die Verurteilung eines leitenden Mönchs der BBS zu sechs Jahren im Gefängnis aufgrund von Missachtung des Gerichts könnte zu einer echten Veränderung führen. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie das Gericht auf seinen Einspruch reagiert – und inwiefern Proteste und mögliche Vergeltungsmaßnahmen zu Gewalt führen. In einer schockierenden Entwicklung, die für große Unruhe sorgte, entließ Präsident Sirisena Ende Oktober 2018 Premierminister Wickremesinghe, suspendierte das Parlament und setzte den früheren Präsidenten Mahinda Rajapaksa als neuen Premierminister ein. Nachdem das Parlament zwei Misstrauensvoten gegen ihn gefasst hatte, entschied das Verfassungsgericht im Dezember 2018, dass das Handeln von Präsident Sirisena gegen die Verfassung verstieß. Da inzwischen mehrere Parlamentsmitglieder, die zur Partei von Rajapaksa gehört hatten, zur Partei des verdrängten Premierministers gewechselt waren, wurde das Urteil überraschenderweise akzeptiert.

5. Betroffene Christen

Christen aus traditionellen Kirchen

Dies sind Gruppen wie die Römisch-Katholische Kirche und die acht Denominationen, die zum Nationalrat der Christen gehören. Sie erleben weniger Verfolgung oder Gewalt, sind aber von der Gesamtatmosphäre der buddhistischen Vorherrschaft betroffen und werden manchmal daran gehindert, Kirchengebäude zu errichten.

Christen buddhistischer/muslimischer/hinduistischer Herkunft

Christen mit buddhistischem, muslimischem oder hinduistischem Hintergrund sind mit häufigen Anfeindungen und auch gewalttätigen Angriffen konfrontiert. Konvertiten, die erst vor kurzer Zeit Christen geworden sind, werden meist als Verräter angesehen und daher von den Menschen in ihrem sozialen Umfeld bedrängt, verbal und körperlich angegriffen und gemieden. Dies passiert zumeist in ländlichen Gebieten und war in der Vergangenheit nur in den südlichen Provinzen und in den nördlichen Zentralprovinzen des Landes deutlich sichtbar. Mit dem Ende des Bürgerkriegs breitete sich diese Tendenz aber auch in die nördlichen und östlichen Provinzen Sri Lankas aus.

Christen aus protestantischen Freikirchen

Evangelikale, Baptisten- und Pfingstgemeinden sind oft von gewalttätigen Angriffen betroffen, doch seit den Wahlen von 2015 gehen diese von anderen Tätern aus. Während zuvor die meisten Angriffe von den großen buddhistisch-extremistischen Gruppen ausgingen, werden die Angriffe jetzt meist von buddhistischen Mönchen des Dorfes und lokalen Regierungsbeamten angeführt, die Christen rechtliche Beschränkungen auferlegen oder gewalttätige Vorfälle gegen sie vertuschen. Zwar haben sich die Verfolger geändert, aber die grundsätzliche Situation bleibt im Großen und Ganzen dieselbe.

6. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben 11
Familienleben 8.3
Gesellschaftliches Leben 10.5
Leben im Staat 11.5
Kirchliches Leben 10
Auftreten von Gewalt 7

Grafik: Verfolgungsmuster Sri Lanka

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die WVI-Platzierung. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Das Verfolgungsmuster zeigt:

  • Insgesamt ist der Druck auf Christen in Sri Lanka hoch geblieben und von 10,1 Punkten im vergangenen Jahr auf 10,3 Punkte angestiegen.
  • Am stärksten ist der Druck in den Bereichen „Leben im Staat“, „Privatleben“ und „Gesellschaftliches Leben“. Während der Druck im Leben im Staat typisch für Länder ist, die von der Triebkraft des Religiös motivierten Nationalismus betroffen sind, weist der Druck im Privatleben und gesellschaftlichen Leben auf die Schwierigkeiten hin, die Christen mit anderem religiösen Hintergrund erleben. Auch im Bereich des kirchlichen Lebens ist der Druck hoch, was mehrere Vorfälle wiederspiegelt, bei denen Mobs (meist angeführt von buddhistischen Mönchen und häufig unterstützt von lokalen Beamten) vor Kirchen auftauchten, Gottesdienste störten und verlangten, dass Kirchen geschlossen werden sollten.
  • Die Punktzahl für Gewalt gegen Christen erhöhte sich von 6,9 Punkten im Vorjahr auf 7,0 Punkte im aktuellen Berichtszeitraum.

Privatleben

Christen buddhistischer Herkunft erleben Widerstand von ihren Familien und Verwandten. Auch andere Menschen aus ihrem sozialen Umfeld wenden sich gegen sie. Christen muslimischer und hinduistischer Herkunft erleben ebenfalls diese Art von Widerstand. Deshalb stellt selbst die persönliche Anbetung ein Risiko für die Konvertiten dar und viele fürchten Anfeindungen aus der eigenen Familie. Es kann für Christen, die mit nichtchristlichen Familienangehörigen zusammenleben, gefährlich sein, christliche Materialien zu besitzen, besonders wenn sie in Gebieten leben, in denen Buddhisten sehr auf den Schutz ihrer Religion bedacht sind. Für christliche Konvertiten ist es riskant, mit anderen über ihren neuen Glauben zu sprechen, besonders für Christen muslimischer Herkunft. Treffen von Konvertiten (und auch von anderen Christen) stehen in der Gefahr, unterbrochen zu werden. Dorfbewohner, Polizeibeamte und lokale buddhistische Mönche überwachen die Aktivitäten der Christen in ihren Dörfern, um herauszufinden, wann sie Angriffe gegen sie starten können, oder um Fehler zu finden, die sie den Christen vorwerfen können.

Familienleben

Evangelikalen und unabhängigen Kirchen wird die Möglichkeit verweigert, Trauungen in ihren Kirchengebäuden abzuhalten – was den Kirchen Sri Lankas traditionell erlaubt ist. Christliche Konvertiten erleben Diskriminierung und Schikanen, werden aber normalerweise nicht dazu gedrängt, sich scheiden zu lassen. Die Änderung der Religion im Personalausweis oder im Reisepass stellt meist ebenfalls kein Problem dar. Daher ist die Punktzahl für diesen Lebensbereich vergleichsweise gering. Taufen von Erwachsenen stoßen auf Widerstand, besonders wenn sie öffentlich abgehalten werden. In ländlichen Gegenden dürfen Christen nicht auf dem öffentlichen Friedhof beerdigt werden. Christliche Bestattungen wurden im Berichtszeitraum von buddhistischen Mönchen, hinduistischen Dorfbewohnern und sogar von Regierungsbeamten verweigert. In einem Fall verhinderte ein Mob die Beerdigung eines Christen in seinem Dorf und zwang die trauernde Familie dazu, einen Platz für die Bestattung zu finden, der 15 Kilometer entfernt war. In einem anderen Vorfall vom Januar 2018 sorgte ein Mob für die Störung einer Beerdigung auf einem öffentlichen Friedhof – er wurde vom Sohn des Verstorbenen angeführt. Er verlangte, dass seine Mutter zum Hinduismus zurückkehren solle, sodass sein Vater eine angemessene Beerdigung haben könne. Dies zeigt, mit welchem Druck durch Familie und Gesellschaft christliche Konvertiten umgehen müssen.

Christliche Kinder an staatlichen Schulen werden üblicherweise dazu gezwungen, buddhistischen und hinduistischen Ritualen beizuwohnen. Zudem wurden christliche Kinder von Lehrern und Direktoren bestraft, in manchen Fällen sogar mit einer Geldstrafe, wenn Ritualen der Mehrheitsreligion nicht beigewohnt wurde. An den Schulen ist Religion ein Pflichtfach. Obwohl es sogar per Gesetz vorgeschrieben ist, dass Schulen für jede Religion, der mehr als 15 Schüler angehören, einen Lehrer für den Religionsunterricht dieses Glaubens beschäftigen müssen, wird dies von staatlichen Schulen nicht umgesetzt. Teilweise dem Grund geschuldet, dass es wenig christliche Lehrer gibt und es kaum Geldmittel gibt, sie zu beschäftigen, sind christliche Kinder meist gezwungen, am Buddhismus- oder Hinduismusunterricht teilzunehmen, was zu Schikanen, Mobbing und schlechten Noten führt. In einem Fall verweigerte ein Direktor einem protestantischen Schüler nicht nur die Aufnahme in seine Schule, sondern gab den Eltern den Rat, ihr Kind zu Hause zu behalten, obwohl die Eltern ihm sagten, dass es sonst keine andere staatliche Schule in der Nähe ihres Dorfes gäbe. Und es gab noch mehrere Fälle, in denen protestantischen Kindern die Aufnahme an Schulen verweigert wurde.

Gesellschaftliches Leben

Gewöhnlich sind es buddhistische Mönche, die in der Gesellschaft die Ansicht fördern, dass Christen „nicht hierhergehören“. Diese Mönche sind selbst von der Ideologie extremistischer Gruppen beeinflusst und wollen die Reinheit des lokalen buddhistischen Dreiecks bewahren (siehe Abschnitt „Hintergrund“). In Gegenden, in denen Hindus und Buddhisten in der Mehrheit sind, werden Christen oft zum Ziel von Einschüchterung und sozialer Ausgrenzung. Häufig wird ihnen der Zugang zu kommunalen Ressourcen wie Brunnen und elektrischem Strom verweigert oder nur verzögerter Zugang gewährt. Zu Zeiten hinduistischer Feierlichkeiten werden Christen von Hindus geächtet, weil sie nicht an den Aktivitäten teilnehmen. Oft werden Christen von den Dorfbewohnern überwacht und behindert und bisweilen sogar gewaltsam angegriffen. Wie bereits in vielen der vorangegangenen Jahre gab es im aktuellen Berichtszeitraum mehrere Vorfälle, bei denen sich Dorfbewohner, buddhistische Mönche oder Nachbarn bei der Polizei oder lokalen Regierungsbeamten über die Aktivitäten von Pastoren und Gemeinden in ländlichen Gebieten beschwerten. Meistens begannen dann die Polizisten damit, die Kirche für eine gewisse Zeit regelmäßig zu besuchen oder die Pastoren über ihre Aktivitäten zu befragen. Im Dezember 2017 fand in einer Stadt eine Posterkampagne gegen die Mitarbeiterin einer christlichen Gemeinde statt, in der sie mit dem Tod bedroht wurde – genauso wie jeder Christ sonst, der sich zum Gottesdienst treffen würde, solange sie nicht ihren Dienst einstellte. Christen werden häufig unter Druck gesetzt, ihren Glauben zu widerrufen, und gelegentlich kommt es zu Boykotts gegen von Christen betriebene Geschäfte. Es wurde von mehreren Vorfällen berichtet, bei denen Christen in ländlichen Gegenden die Mitgliedschaft in Bestattungsgesellschaften entzogen wurde. Diese Gesellschaften werden auf Dorfebene gebildet und sind wichtig, um Beerdigungen durchzuführen.

Leben im Staat

Obwohl die im Januar 2015 gewählte Regierung die extremistischen buddhistischen Gruppen nicht mehr offen unterstützt, bleibt der Druck in diesem Lebensbereich erheblich, besonders da die Regierung dazu tendiert, den Buddhismus zu unterstützen. Dem Buddhismus wird eine religiöse Vorrangstellung in der Verfassung eingeräumt, und die wenigen Christen in Regierungspositionen (oder die mit der Regierung zusammenarbeiten) erleben Diskriminierung von Nationalisten. Christen werden in den Medien negativ dargestellt. Angriffe gegen Christen bleiben ungestraft.

Es gibt ein übliches Muster vor gewaltsamen Angriffen: Der Angreifer veröffentlicht falsche Anschuldigungen in den Medien (z. B. ein Pastor erzwinge Glaubenswechsel), welche wiederum den Angriff rechtfertigen. Die Täter bleiben ungestraft und in den meisten Fällen werden die Christen gezwungen, die Gerichtsverfahren gütlich zu lösen. In vielen Fällen werden Christen und christliche Menschenrechtsorganisationen beschuldigt, „soziale Unruhe“ zu stiften (man erinnere sich zum Verständnis an das „buddhistische Dreieck“). Positiv ist, dass Pastoren sich weiterhin trauen, Klagen einzureichen und ihre verfassungsmäßigen Rechte einzufordern. Das Ergebnis hat jedoch meist keinen großen Wert.

Kirchliches Leben

Mobs, Mönche, Dorfbewohner, Polizei und lokale Behörden unterbrechen weiterhin die Treffen von Christen, stellen die Rechtmäßigkeit ihrer Aktivitäten infrage und bringen diese Fälle vor die höheren Autoritäten. Oft werden christliche Dorfbewohner aufgefordert, all ihre Aktivitäten einzustellen und/oder das Dorf zu verlassen. Die Registrierung wird oft als Druckmittel gegen christliche Kirchen benutzt.

Generell bleibt es schwierig, ein Kirchengebäude in einer ländlichen Gegend zu bauen oder zu renovieren, da es das sri-lankische Dreieck stört (welches im Abschnitt „Hintergrund“ beschrieben wurde). Ein 2008 veröffentlichtes Rundschreiben des „Ministeriums für Buddha Sasana und religiöse Angelegenheiten“ findet immer noch Anwendung. Es verlangt von religiösen Gemeinschaften, Gotteshäuser registrieren zu lassen, und fordert eine vorherige Genehmigung für alle Neubauten. Obwohl dieses Rundschreiben keine Rechtsgültigkeit besitzt und nur für Kirchen gelten würde, die nach 2008 eröffnet wurden, benutzen lokale Behörden, buddhistische Mönche und Mobs dieses Schreiben, um ihre manchmal sehr gewalttätigen Aktionen gegen Christen zu rechtfertigen. In der derzeitigen Situation schenken lokale Behörden und Gerichte Pastoren auch dann kein Gehör, wenn diese sich über die Anwendung des Rundschreibens beschweren. In einer besorgniserregenden Entwicklung hat das Oberste Gericht die Religionsfreiheit noch weiter eingeschränkt. Im Fall SCFR 92/2016 vom Juni 2017 entschied es: „Das Rundschreiben kann als Gesetz angesehen werden und gilt daher für alle Gemeinschaften im Land.“ Im Juli 2018 entschied das Gericht in Fall 241/14: „Dieses Gericht muss in jedem Fall die Verfassung des Landes achten und ihr Wirkung verleihen und unsere Verfassung besagt, dass Bürger des Landes kein von der Verfassung geschütztes Recht haben, ihre Religion oder ihren Glauben zu ‚propagieren‘.“ Dies scheint eine langjährige Praxis rechtlich zu untermauern (unter Missachtung internationaler Menschenrechtsstandards).

Auftreten von Gewalt

Kirchen und Grundstücke von Pastoren wurden angegriffen. Es gab zudem Berichte von Christen, die physisch angegriffen wurden. Mindestens eine Mitarbeiterin einer Kirche war mit einer Kampagne gegen sich konfrontiert. Beispiele dazu finden sich im Abschnitt „Zusammenfassung“.

7. Verfolgungssituation für Frauen und Männer

Frauen

Aus kulturellen Gründen ist es für christliche Konvertitinnen schwieriger, ihren Glauben zu leben, als für männliche Konvertiten. Frauen und Mädchen unterliegen zudem häufig einer Kleiderordnung und bestimmten Traditionen (beispielsweise in der Kultur der Hindus), weiter bestimmte religiöse Symbole zu tragen. Wenn eine Christin einen muslimischen Hintergrund hat, ist es wahrscheinlicher, dass sie zur Ehe mit einem Muslim gezwungen wird, als bei einem männlichen Christen muslimischer Herkunft. Ist eine christliche Frau oder ein christliches Mädchen bereits Opfer von Verfolgung geworden (egal, ob Konvertitin oder nicht), wird ihre Familie ihr nur zögerlich erlauben, weiter in der Gemeinde zu dienen. Wurde sie durch im Rahmen der Verfolgung sexuell missbraucht, wird dies meist als Schande für die gesamte Familie gesehen. Das beeinflusst auch die Chancen auf eine Heirat im Dorf der Frau.

Männer

Die Verfolgung von Männern und Jungen beeinflusst vor allem den Lebensunterhalt christlicher Familien. Besonders in ländlichen Gebieten sind Männer gewöhnlich die Hauptverdiener der Familie. Die Arbeitsstelle oder die Lebensgrundlage zu verlieren, trifft die gesamte Familie. Die Auswirkungen können selbst Jahre nach dem eigentlichen Vorfall noch spürbar sein. Da vor allem Männer, besonders Pastoren und Gemeindeleiter, Ziel von Einschüchterung und Gewalt werden, sind sie häufig gezwungen, zu fliehen oder sich zu verstecken. Das führt teilweise zu einer langen Zeit der Trennung von ihrer Familie.

8. Verfolgung anderer religiöser Gruppen

Wie bereits erwähnt stellen sich buddhistische, nationalistische Mönche nicht nur gegen Christen, sondern auch stark gegen die muslimische Minderheit des Landes. Im März 2018 kam es in der zentral gelegenen Stadt Kandy zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Buddhisten und Muslimen. Die religiöse Komponente dieser Gewalt ist besorgniserregend. Extremistische singhalesisch-buddhistische Mobs führten eine Welle von gewalttätigen Angriffen gegen Geschäfte von Muslimen, Privathäuser und Moscheen im Bezirk Kandy aus. Dabei wurden 49 Läden, 132 Häuser und vier Moscheen beschädigt oder zerstört. 51 Menschen wurden verletzt und zwei Todesopfer gemeldet. Berichten zufolge suchen die muslimischen Gemeinschaften zunehmend nach Schutz in der arabischen Welt.

Die hinduistische Minderheit wird ebenfalls weiterhin mit Misstrauen beobachtet. Dies liegt zum Teil an religiösen Vorurteilen, zum Teil an der Geschichte des Landes, in der die hauptsächlich hinduistische Minderheit der Tamilen im Norden und Osten des Landes um Unabhängigkeit kämpfte. Diese hinduistischen Gemeinschaften werden jedoch auch zunehmend selbst zu Verfolgern – sie verfolgen Christen mit hinduistischem Hintergrund und greifen Kirchen in ihrer Mitte an.

9. Ausblick

Die politische Perspektive

Wieder einmal hat Sri Lanka es verpasst, eines der positiven Beispiele des Weltverfolgungsindex zu werden. Die Regierung hat darin versagt, Schritte zu unternehmen, die die religiösen Minderheiten der Christen und Muslime in ihre Politik einbinden, und entschieden gegen diejenigen vorzugehen, die religiösen Hass verbreiten. Die Verurteilung eines führenden extremistischen Buddhisten zu sechs Jahren Gefängnis im Juli 2018 wird sehr wahrscheinlich die vorherrschende Meinung in der Gesellschaft nicht ändern, insbesondere angesichts des Aufruhrs in der Politik, der zum Ende des Berichtszeitraums aufkam. Buddhistische Organisationen werden weiterhin ihr Land beschützen wollen, das sie durch die christliche und muslimische Minderheit bedroht sehen.

Der Ausblick für Christen

Mit Hinblick auf Religiös motivierten Nationalismus: Diese Triebkraft der Verfolgung wird weiterhin eine große Rolle spielen – nicht nur in der Politik Sri Lankas, sondern auch in Gesellschaft und Familien. Die Regierung steht vor der Herausforderung, die Wirtschaft am Laufen zu halten, und das Land bereitet sich bereits auf die Präsidentschaftswahlen vor, die für 2020 angesetzt sind. Ein Warnzeichen konnte bereits im erdrutschartigen Sieg der neuen Partei des früheren Präsidenten Rajapaksa („Sri Lanka Podujana Peramuna“, SLPP) bei den lokalen Wahlen im März 2018 gesehen werden. Er zeigte auf, wie unzufrieden die Wähler mit der Politik der aktuellen Regierung sind. Auch die Art, in der Präsident Sirisena im Oktober 2018 behauptete, er solle ermordet werden, und Premierminister Wickremesinghe absetzte, lässt nichts Gutes für die Entwicklung des Landes und die Situation der christlichen Minderheit hoffen. Der Präsident suspendierte das Parlament und setzte den früheren Präsidenten Mahinda Rajapaksa als neuen Premierminister ein. Auch wenn dieser Plan vom Verfassungsgericht nach Ende des Berichtszeitraums für den WVI 2019 im Dezember 2018 gestoppt wurde, zeigt dieses Geschehen doch, dass Rajapaksa immer noch politisch aktiv und einflussreich ist. Laut Experten für Religionsfreiheit haben sich die Angriffe gegen religiöse Minderheiten während seiner zehn Jahre als Präsident fast verdoppelt. Früher unterstützte er extremistische buddhistische Gruppen wie BBS und trug zu ihrer Blüte bei. Somit scheint es, als bleibe die Versöhnung des Landes und ein friedliches Miteinander aller Bürger, einschließlich Minderheiten wie Christen, weiter ein ferner Traum. Es ist wahrscheinlicher, dass Religiös motivierter Nationalismus wieder stärker wird und Diktatorische Paranoia als Triebkraft der Verfolgung dazukommt.

Schlussfolgerung

Die nationale Versöhnung bleibt eine der größten Herausforderungen des Landes. Da die meisten sozialen Netzwerke auf religiöser wie auch ethnischer Zugehörigkeit basieren, ist die Herausforderung groß, da die ethnischen und religiösen Gruppen ihr Misstrauen überwinden und Wege für die Zukunft finden müssen. Es ist nicht klar, wer diesen Prozess anführen könnte. Die Politik der buddhistischen Vorrangstellung ist in dieser Hinsicht nicht sehr hilfreich gewesen. Christen sind eine der sehr wenigen gesellschaftlichen Gruppen, welche die große ethnische Spaltung der Insel überbrücken können. Viele protestantische Kirchen haben sowohl singhalesische als auch tamilische Mitglieder. Dies ist eine einmalige Gelegenheit, um Brücken zu bauen und als Vorbild zu dienen. Dennoch bereiten ethnische Spannungen auch den Kirchen manchmal Schwierigkeiten.

10. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Sri Lanka:

  • Beten Sie für die Pastoren in Sri Lanka, die verspottet und deren Gottesdienste immer wieder von Nachbarn gestört werden. Bitte beten Sie dafür, dass sie an ihrem Glauben festhalten und dass Jesus sie stärkt, wenn sie sich schwach fühlen.
  • In Sri Lanka hat eine extremistische politische Gruppe mit dem Namen „Sinha Le“ („Löwenblut“) seit Anfang 2016 an Bedeutung gewonnen. Diese Gruppe verbreitet Hass gegen die Minderheiten im Land. Nicht nur Christen sind betroffen, sondern auch Muslime und Hindus. Bitte beten Sie für Sri Lanka, dass die Akzeptanz für Minderheiten in diesem Land siegt.

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