Unser weltweiter Dienst

Biblisch fundierte Schulungen

Um auch in Verfolgung Jesus treu bleiben zu können, ist es von fundamentaler Bedeutung, dass Christen in Gottes Wort fest verankert sind. Doch gerade dort, wo Christen stark bedrängt und unterdrückt werden, erweist es sich – vor allem für christliche Konvertiten – oft als schwierig, Zugang zu biblischer Lehre zu bekommen. Deshalb organisieren oder unterstützen wir in vielen Ländern biblische Schulungen – auch online.

So helfen wir – unsere Projekte

  • Seminare und Schulungen für Pastoren, Gemeindeleiter und -mitarbeiter, damit diese ihre Gemeinde inmitten von Bedrängnis stärken und führen können
  • Seminarreihe „Fest stehen im Sturm“ zur Vorbereitung auf und den Umgang mit Verfolgung
  • Glaubenskurse und Jüngerschaftskurse für Menschen, die erst seit Kurzem Jesus nachfolgen
  • Altersgerechte biblische Unterweisung wie Kinder- und Jugendprogramme in Gemeinden
  • Christliche Radioprogramme und Internetangebote
  • Seminare zur Traumabewältigung
  • Seminare zu verschiedenen Schwerpunktthemen wie Jüngerschaft, Familienethik oder Leiterschaft

Das macht Ihre Unterstützung möglich

Hilfe brauchen vor allem christliche Konvertiten, die erst vor Kurzem zu Jesus gefunden haben. Denn gerade sie, die noch am Anfang ihres Glaubenslebens stehen, erfahren häufig besonderen Druck. Umso wichtiger sind für sie biblische Lehre und Ermutigung, um unter der Verfolgung nicht zu zerbrechen.

Kamal* aus Zentraljava auf Indonesien wird von seinen Nachbarn häufig unter Druck gesetzt, seinen Glauben an Jesus aufzugeben. Was ihm hilft, standhaft zu bleiben, ist unter anderem die christliche Gruppe, mit der er sich alle zwei Wochen zum Bibelstudium trifft. Diese ist eine von inzwischen 15 Gruppen für Christen muslimischer Herkunft in seiner Provinz. Partner von Open Doors begleiten die fast 200 Teilnehmer und stellen ihnen umfangreiche Materialien zur Verfügung, mit denen sie in der Nachfolge Jesu angeleitet werden. Die Teilnehmer sind begierig darauf, zu lernen – und das Gelernte anzuwenden. „Sie werden immer mutiger, was die Verkündigung des Evangeliums angeht“, berichtet die lokale Partnerin Sarah*. Dadurch wächst der Bedarf an diesen Jüngerschaftsgruppen, denn Menschen finden zu Jesus und neue Gruppen werden gegründet. „Dank der Gruppe wurde mein Glaube gestärkt“, sagt Kamal. „Auch wenn meine Nachbarn mich oft auffordern, zum Islam zurückzukehren, bleibe ich stark. Ich gebe meinen Glauben an Jesus für nichts auf.“

Eine Gruppe Männer sitzt auf dem Boden und liest zusammen Bibel
Gemeinsames Bibelstudium hilft verfolgten Christen, den Glauben zu stärken

Für alle Generationen

Ein weiterer Schwerpunkt sind Programme für Familien, Kinder und Jugendliche. Nicht nur erwachsene Christen, sondern bereits Kinder erleben Verfolgung und müssen ebenfalls fest in der Bibel verwurzelt sein. Damit die christliche Gemeinde auch in Zukunft der Verfolgung standhalten kann, ist es wichtig, dass die nachkommende Generation bereits heute gestärkt wird. In Brunei beispielsweise arbeiten die Partner von Open Doors mit Gemeinden zusammen, um Jugendliche in ihrem Glauben an Jesus zu begleiten und als Leiter auszubilden. Sie werden von erfahrenen Christen in ihrer persönlichen und geistlichen Entwicklung gefördert, und ermutigt, Verantwortung in der Gemeinde zu übernehmen. Dazu gehörte vergangenes Jahr auch, dass sie auf einer Freizeit für Teenager selbst Kleingruppen anleiteten und im Anschluss zu Mentoren für jüngere Christen wurden. Für viele war das eine bestärkende Erfahrung: „Durch die Freizeit habe ich einen noch größeren Hunger nach Jesus bekommen. Nicht nur für mein eigenes Leben, sondern auch damit ich in andere Menschen investieren kann“, sagte ein Jugendlicher. Ein lokaler Partner von Open Doors erklärt: „Zuerst festigen wir sie in der Nachfolge Jesu, dann unterstützen wir sie dabei, andere in Jüngerschaft anzuleiten.“ So sorgen sie dafür, dass die stark bedrängte Gemeinde im streng islamischen Königreich Brunei auch in der nächsten Generation standhaft bleiben und Salz und Licht sein kann.

Eine Gruppe junger Menschen sitzt auf dem Boden und liest zusammen Bibel
Jugendliche werden zu Mentoren und Leitern ausgebildet

Erster Schritt: heil werden

Wie kann man Salz und Licht sein, wenn bereits die Bewältigung des Alltags eine große Schwierigkeit darstellt? Viele verfolgte Christen erfahren schweres körperliches und seelisches Leid. Die Verletzungen, die sie davontragen, beeinträchtigen sie in ihrem Alltag sowie in ihrer Beziehung zu Jesus, ihrer Gemeinde und ihren Mitmenschen. „Ich konnte nicht essen, nicht schlafen, nicht unter Freunde gehen“, erzählt Blessing aus Nigeria. Die 27-Jährige war vergangenes Jahr von islamisch-extremistischen Fulani-Hirten gefangen und schwer misshandelt worden. Nach ihrer Freilassung war sie traumatisiert. Partner von Open Doors ermöglichten ihr Zugang zu medizinischer Behandlung sowie einen Aufenthalt im „Schalom-Traumazentrum“. In dem von Open Doors eingerichteten Therapiezentrum konnte sie ihre Erlebnisse psychologisch und seelsorgerlich aufarbeiten. Für Blessing war der Aufenthalt lebensverändernd. Sie meistert ihren Alltag wieder und konnte seelische Lasten ablegen: „Ich konnte denen vergeben, die mir das angetan haben“, bedankt sie sich. Herzlichen Dank an alle, die vergangenes Jahr dazu beigetragen haben, dass verfolgte Christen seelisch und geistlich gestärkt und für ihren Auftrag zugerüstet wurden.

*Name geändert

Einblick in ein Traumaseminar
Im Schalom-Traumazentrum erhalten betroffene Christen hilfreiche Informationen über Trauma und den Umgang damit

Weitere Zeugnisse

Junge Menschen sitzen im Kreis mit einer Gitarre
Theologische Ausbildung trotz Verfolgung

„In ländlichen Gegenden ist Verfolgung normal geworden.“

„In ländlichen Gegenden ist Verfolgung normal geworden“, erzählt Thach*, ein Student an einer Bibelschule in Vietnam. „Wenn wir Jesus nachfolgen, dann ist Verfolgung unvermeidbar. Aber in Verfolgung müssen wir auf ihn ausgerichtet bleiben. Deshalb möchte ich mehr über Gottes Wort lernen, damit ich andere Christen anleiten und sie in Verfolgung ermutigen kann.“ Das Bibelschulprogramm richtet sich an Christen wie ihn, die aus abgelegenen Regionen kommen und keine Möglichkeit für ein Vollzeitstudium haben. „Wir nennen es ,Satelliten-Bibelschule‘“, erklärt Daniel*, der zuständige Partner von Open Doors. „Die Ausbildung dauert zwei Jahre, aber die Studenten kommen nur drei Mal im Jahr zusammen, jedes Mal für ein Intensivtraining von 10 Tagen. Am Ende können die Teilnehmer als Gemeindemitarbeiter oder Gründer neuer Gemeinden dienen. Wir wollen starke und fähige Leiter ausbilden, die fest in der Bibel gegründet sind, damit sie ihren Gemeinden helfen können, standhaft zu bleiben – auch wenn Schwierigkeiten kommen. Bitte betet dafür.“ *Name geändert

Menschen sitzen in einem Raum zusammen
Vorbereitung für Verfolgung

„Vor dem Seminar wussten wir oft nicht, wie wir den Verfolgern begegnen sollen.“

„Vor dem Seminar wussten wir oft nicht, wie wir den Verfolgern begegnen sollen“, sagt Mijanur Rahman, Pastor für Christen muslimischer Herkunft. „Jetzt weiß ich, wie ich mit Weisheit und biblischen Prinzipien reagieren kann – auch wenn sie mich provozieren oder grundlos schikanieren. Regelmäßig gebe ich das Gelernte an die Christen in meiner Gemeinde weiter und ermutige auch sie, am Seminar teilzunehmen. Viele haben das inzwischen getan.“ Auch andere Pastoren schicken ihre Gemeindemitglieder regelmäßig zu den Seminaren, denn sie wissen: Wer in Bangladesch das Evangelium verkündet oder wer sich vom Islam abwendet, um Jesus nachzufolgen, wird zwangsläufig irgendwann Verfolgung erleben. Eine Christin erklärt: „Wir erfahren ständig Verfolgung, hatten aber lange kein Material, um unsere Gemeindemitglieder vorzubereiten. Verfolgung ist ein Teil unseres Lebens. Deshalb brauchen wir diese Seminare so sehr.“

Seminar für Christen zum Umgang mit der steigenden Verfolgung in Indien
Seminare zum Umgang mit Verfolgung

„Gott ist nicht taub für die Schreie seiner Kinder.“

„Das Seminar hat mich ermutigt und mir die Gewissheit gegeben, dass Gott nicht blind und taub für die Schreie seiner Kinder ist“, sagt Kamika* aus Indien. Ihr Mann hatte sie wegen ihres Glaubens an Jesus verlassen. Zuvor war sie regelmäßig von ihren Schwiegereltern geschlagen worden, weil sie nicht an hinduistischen Zeremonien teilnahm. Im Seminar wurden Kamika und die anderen Christinnen geistlich zugerüstet, damit sie sich von solchen Verfolgungssituationen nicht entmutigen lassen. Außerdem besprachen unsere lokalen Partner mit den Teilnehmerinnen, was die Bibel zur Rolle der Frau sagt und wie sie als Christinnen Salz und Licht in ihrem Umfeld sein können. *Name geändert

Im Schalom-Traumazentrum können Christen  das erlebte Leid aufarbeiten
Traumatherapie und Seelsorge

„Ich war voller Selbsthass und Scham.“

Damaris und Faith aus Nigeria waren emotional schwer verwundet, weil sie von islamisch-extremistischen Fulani-Hirten vergewaltigt worden waren. „Ich war voller Selbsthass und Scham, fühlte mich schmutzig und wertlos“, erzählt Faith. Als unsere lokalen Partner davon erfuhren, luden sie die beiden jungen Frauen ins Schalom-Traumazentrum ein. Die meisten Angebote dauern etwa eine Woche. Doch der Heilungsprozess dauert häufig länger. So gelang es Faith erst beim zweiten Aufenthalt im Zentrum, ihre Schmerzen und Trauer vollständig bei Jesus abzulegen und von ihm Heilung zu erfahren. „Ich verstehe jetzt, dass Jesus mich als wunderschöne junge Frau sieht – trotz allem, was passiert ist“, sagt sie.

Stärkung von nordkoreanischen Christen durch Radioprogramme
Radioprogramme der Hoffnung

„Wir beten, dass Jesus alle segnet, die uns eine Botschaft geschickt haben.“

In Nordkorea ist es lebensgefährlich, eine Bibel zu besitzen, und nur unter größten Sicherheitsvorkehrungen möglich, darin zu lesen. Aus diesem Grund besteht ein riesiger Bedarf an geistlicher Nahrung. Unsere Partner in Südkorea gestalten Radioprogramme, die auch in Nordkorea empfangen werden können. Mit Bibelarbeiten, Gebeten und geistlichen Liedern sollen die nordkoreanischen Christen gestärkt werden. Immer wieder werden auch Botschaften von Geschwistern aus aller Welt eingebunden, um Christen in Nordkorea zu zeigen, dass sie nicht vergessen sind.

Theologische Ausbildung für Christen an der Hanoi Bible School in Vietnam
Theologische Ausbildung

„Die Bibelschule ist ein guter Ort, um zukünftige Leiter auszubilden.“

Im Norden Vietnams gibt es nur wenige Christen. Oft leben sie weit verstreut in abgelegenen Bergdörfern, sodass es schwierig für sie ist, Zugang zu biblischer Lehre zu erhalten. Deshalb wurde 2013 die Hanoi Bible School gegründet, die seit ihrer Anfangszeit von uns unterstützt wird. So können die Christen theologisch geschult werden, um mit einem festen biblischen Fundament auf Verfolgung zu reagieren – Christen in ländlichen Gebieten sind häufig Druck und teilweise sogar tätlichen Angriffen vonseiten lokaler Behörden und anderer Dorfbewohner ausgesetzt. „Die Bibelschule ist ein guter Ort, um zukünftige Kirchenleiter auszubilden“, sagt ein Pastor vor Ort.

Eine Christin aus Bangladesch

„Wir erfahren ständig Verfolgung, hatten aber lange kein Material, um unsere Gemeindemitglieder vorzubereiten. Verfolgung ist ein Teil unseres Lebens. Deshalb brauchen wir diese Seminare so sehr.“

Weitere Dienstbereiche

Eine Gruppe Menschen steht mit Bibel in der Hand vor einem Gebäude

Mit Projekten, bei denen Bibeln, Material zum Bibelstudium und Bücher für Kinder verteilt werden, helfen wir dort, wo der Druck oder die Weitergabe von Bibeln verboten ist.

Menschen stehen in einer Schlange vor einem Laster mit Hilfsgütern

Durch Verfolgung geraten Christen oft in existentielle Not. Wir helfen durch Nothilfe und Hilfe zur Selbsthilfe, durch Schulungen oder Mikrokredite zur Existenzgründung.

Drei Männer sitzen zusammen an einem Tisch

Letztendlich geht es uns immer um den Einzelnen – deshalb ist es Teil unseres Dienstes, verfolgte Christen zu besuchen, mit ihnen zu beten und sie zu ermutigen.

Ein afrikanischer Mann spricht

Durch die Öffentlichkeitsarbeit in Ländern mit Religionsfreiheit erinnern wir daran, dass mehr als 388 Millionen Christen Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt sind.