Unser weltweiter Dienst

Hilfe zur Selbsthilfe und Nothilfe

Verfolgte Christen haben häufig mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Manche müssen vor Gewalt fliehen und verlieren auf einen Schlag alles, was sie hatten. Wenn Familienväter ins Gefängnis kommen oder sogar getötet werden, müssen ihre Frauen plötzlich allein ihre Familie versorgen. Christen, die in einer auf Stammes- oder Familienstrukturen basierenden Gesellschaft leben, verlieren ihre soziale Absicherung, wenn sie wegen ihres Glaubens von ihrer (Groß-)Familie oder der Gemeinschaft verstoßen werden. In Krisensituationen können sie nicht auf die Unterstützung ihres Umfelds zählen.

So helfen wir – unsere Projekte

Wir helfen immer bedürfnisorientiert. Die jeweilige Notlage bestimmt die Unterstützung.

Unsere Projekte zur Selbsthilfe beinhalten zum Beispiel:

  • Schulungen wie Berufsausbildungskurse und Alphabetisierungskurse
  • Mikrokredite zum Aufbau eines eigenen kleinen Geschäfts oder Handwerksbetriebs
  • Bereitstellung von Saatgut, landwirtschaftlichen Geräten, Vieh

Die Nothilfe, die wir leisten, beinhaltet unter anderem:

  • Lebensmittel
  • Hygieneprodukte und medizinische Güter
  • Zelte und Decken

Das macht Ihre Unterstützung möglich

Vertreibung, Angriffe, Zerstörung ihrer Häuser: Durch Verfolgung verlieren Christen oft ihre Lebensgrundlage. Open Doors unterstützt sie mit Projekten zur Einkommenssicherung und bei Bedarf mit akuter Nothilfe wie folgendes Beispiel zeigt.

In Myanmar herrscht seit vielen Jahren Bürgerkrieg. Christen gehören zu den Hauptleidtragenden des Konflikts. Sie gehören meist ethnischen Minderheiten an und werden deshalb von der Militärführung kollektiv verdächtigt, Widerstandsmilizen zu unterstützen. Außerdem ist das Militär darauf bedacht, die Vorherrschaft der buddhistischen Mehrheit zu sichern. Immer wieder werden wahllos christliche Dörfer angegriffen und zerstört.

Medizinische Hilfsgüter
Medizinische Hilfsgüter

Open Doors unterstützt die betroffenen Christen unter anderem mit Nothilfe. Ein schweres Erdbeben im Frühjahr 2025 verschärfte das Leid zusätzlich. Die lokalen Partner von Open Doors reagierten schnell: Sie fuhren in die Erdbebenregion, verschafften sich einen Überblick über die Lage und versorgten innerhalb von eineinhalb Monaten über 800 betroffene Familien. Gemeinsam mit Gemeinden vor Ort brachten sie den Christen Trinkwasser, Lebensmittel, Hygieneprodukteund Medikamente. Darüber hinaus stellten sie Gasherde, Solarlampen, mobile Toiletten, Notunterkünfte und Baumaterialien für beschädigte Häuser bereit. Sie verteilten jedoch nicht nur Hilfsgüter, sondern nahmen sich bewusst Zeit, den Christen in ihrem Leid persönlich zu begegnen und mit ihnen zu beten. Außerdem boten sie Traumaseelsorge an.

Weitere Zeugnisse

Eine Frau sitzt auf Steinen
Hilfe in großer Not

„Gott, der alles wenden kann, hat auch aus diesem Erdbeben etwas Gutes gemacht.“

„Gott selbst hat euch geschickt“, bedankt sich die Christin Thien* aus Myanmar. Nachdem sie selbst nach dem schweren Erdbeben im Frühjahr 2025 Unterstützung erhalten hatte, versorgte sie mit ihrer Gemeinde weitere Bedürftige. Ihr Pastor, ein Partner von Open Doors, koordinierte die Hilfeleistungen. Für die erste Zeit nach dem Erdbeben richtete er beispielsweise eine Krankenstation ein. Christen wie Nichtchristen erhielten dort kostenlos medizinische Versorgung. „Viele unserer Mitmenschen waren berührt davon, wie die Kirche sich um sie gekümmert hat“, erzählt Thien. Menschen, die Christen zuvor ablehnten, wurden offener. Einige Gemeinden bieten inzwischen mehrere Gottesdienste pro Sonntag an, weil so viele neue, am Evangelium interessierte Besucher hinzugekommen sind. „Gott, der alles wenden kann, hat auch aus diesem Erdbeben etwas Gutes gemacht“, freut sich Thien. *Name geändert

Ein Guppenfoto von Frauen aus Afrika mit selbstgefärbten Stoffen
Hilfe zur Selbsthilfe

„Ich danke meinen Glaubensgeschwistern, die die Schulung durchgeführt und ermöglicht haben.“

Binta aus Burkina Faso bekam im vergangenen Jahr Hilfe beim Aufbau einer neuen Existenz. Die Christin muslimischer Herkunft war im März 2025 von ihren Eltern und aus ihrem Dorf verstoßen worden. Bei einer befreundeten Christin in der nächsten Stadt fand sie Zuflucht und kam in Kontakt mit Partnern von Open Doors. Im Oktober konnte sie an einer Schulung teilnehmen, in der sie lernte, die landestypischen „Koko Donda“-Stoffe zu färben. Die farbenfroh gemusterten Tücher werden von vielen Menschen als Kleidung genutzt und bieten deshalb eine stabile Einkommensquelle. Für Binta bedeutet das die Chance, sich nach der Verstoßung durch ihre Familie selbst zu versorgen. „Ich danke Jesus, dass er mir diese Gelegenheit geschenkt hat“, sagt sie. „Und ich danke meinen Glaubensgeschwistern, die die Schulung durchgeführt und ermöglicht haben. Möge der Herr sie reich dafür segnen.“

Porträt von einem Mann mit betender Haltung
Ein Unternehmen für Pastoren

„Dank unserem Betrieb können wir unsere Miete bezahlen.“

Pastor Zakaria war mit seiner Familie von Islamisten vertrieben worden und nahm 2023 an einer Schulung von Open Doors teil, die neben Traumaseelsorge auch berufliche Fähigkeiten vermittelte. Anschließend gründete Zakaria gemeinsam mit sieben weiteren vertriebenen Pastoren eine Genossenschaft zur Herstellung von Seife. Lokale Partner von Open Doors unterstützten sie bei der Ausweitung der Produktion. Der Betrieb entwickelte sich erfolgreich und umfasste im Jahr 2025 bereits 40 Gesellschafter. Sie produzieren flüssige und feste Seifen, die nicht nur lokal, sondern inzwischen auch in der Hauptstadt ihres Bundesstaats verkauft werden. Zudem beliefern sie Hilfsorganisationen, die die Seife für Nothilfepakete benötigen. „Dank unserem Betrieb können wir unsere Miete bezahlen, unsere Kinder zur Schule schicken und unsere Familien versorgen“, sagt Zakaria. 

Einige indigene Christen aus Kolumbien treffen sich in der Sierra Nevada.
Eine Plantage für Christen im Untergrund

„Während wir arbeiten, teilen wir das Evangelium.“

In der Sierra Nevada leben mehrere indigene Völker. Für sie ist es ein heiliger Ort, sie verehren „Mutter Natur“, Ahnen und Geister. Wenn herauskommt, dass jemand aus ihrer Mitte Jesus nachfolgt, wird er geschlagen, gefoltert, eingesperrt, von den Schamanen mit Flüchen belegt oder sogar getötet. Bis auf eine einzige Kirche, die gerade so geduldet wird, nachdem jahrelange Verfolgung sie nicht auslöschen konnte, erlauben die Schamanen im Reservat keine sichtbare christliche Gemeinde. Im Untergrund jedoch existiert ein Netzwerk von indigenen Christen. Aber ihre Treffen sind gefährlich. Als die lokalen Partner von Open Doors davon erfuhren, unterstützten sie Tomás* – einen der indigenen Christen – dabei, eine Plantage für Inka-Nüsse anzulegen. Die Plantage bietet den Christen einen Vorwand, um ihre Siedlungen zu verlassen und sich zum Gottesdienst zu treffen – und immer wieder können sie bei der Arbeit auch vorsichtig von Jesus weitererzählen. *Name geändert

Porträt eines Mannes aus Afrika
Hilfe trägt Frucht

„Ihr habt unseren Glauben an Jesus gestärkt.“

Abdu* lebt im Bundesstaat Kano, einem mehrheitlich muslimischen Gebiet. Christen werden dort häufig diskriminiert – von ihren Mitmenschen, aber auch von den Lokalbehörden, die ihnen nicht die gleichen Fördergelder zukommen lassen wie muslimischen Bauern. Abdu erzählt: „Weil wir früher keine eigenen Bewässerungsmaschinen hatten, mussten wir immer welche von unseren muslimischen Nachbarn leihen. Sobald sie merkten, dass unsere Pflanzen gut wuchsen, forderten sie die Maschinen zurück. Dadurch mussten wir verfrüht ernten und hatten weniger Ertrag.“ Dank der Pumpe, die er von Open Doors erhalten hat, konnte er seine Ernte mehr als verdoppeln. „Meine Pflanzungen entwickeln sich sehr gut. Wann immer ich sie anschaue, freue ich mich. Ich bin so dankbar“, sagt er glücklich. „Indem ihr uns geholfen habt, habt ihr auch unseren Glauben an Jesus gestärkt.“ *Name geändert

Poh aus Vietnam wurde angefeindet und vertrieben aufgrund seines christlichen Glaubens
Hilfe beim Aufbau eines neuen Lebens

„Ich bin dankbar für dieses Haus.“

Poh* kommt aus einem animistisch geprägten Dorf im Norden Vietnams, wo jeder, der sich von den Traditionen abwendet, als Verräter angesehen und verfolgt wird. Als sich Poh weigerte, an Opferzeremonien teilzunehmen, weil er Christ geworden war, stellte sich das Dorf gegen ihn – sein Vater versuchte sogar ihn umzubringen. So entschlossen sich Poh und seine Frau Mai* dazu, das Dorf zu verlassen. Unsere lokalen Partner halfen ihnen, sich an einem anderen Ort ein neues Leben aufzubauen. Sie unterstützten die Familie beim Kauf eines Grundstücks und beim Bau eines neuen Hauses. *Name geändert

Lucas (Name geändert) aus Myanmar

„Wir dachten, jeder habe uns vergessen, aber diese Decken und Kleider haben uns daran erinnert, dass es immer noch Menschen gibt, die sich um uns sorgen, für uns beten und uns unterstützen.“

Weitere Dienstbereiche

Eine Gruppe Menschen steht mit Bibel in der Hand vor einem Gebäude

Mit Projekten, bei denen Bibeln, Material zum Bibelstudium und Bücher für Kinder verteilt werden, helfen wir dort, wo der Druck oder die Weitergabe von Bibeln verboten ist.

Eine Gruppe afrikanischer Frauen steht auf einer Wiese im Kreis und hält sich an den Händen

Um in Verfolgung standhaft bleiben zu können, ist es wichtig, dass Christen fest in Gottes Wort verankert sind. Deshalb organisieren wir u. a. biblische Schulungen.

Drei Männer sitzen zusammen an einem Tisch

Letztendlich geht es uns immer um den Einzelnen – deshalb ist es Teil unseres Dienstes, verfolgte Christen zu besuchen, mit ihnen zu beten und sie zu ermutigen.

Ein afrikanischer Mann spricht

Durch die Öffentlichkeitsarbeit in Ländern mit Religionsfreiheit erinnern wir daran, dass mehr als 388 Millionen Christen Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt sind.