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China: Erhöhter Druck vor dem Nationalfeiertag

Überwachung von Christen verstärkt, Pastoren gewarnt

(Open Doors, Kelkheim) – Der heutige Nationalfeiertag ist für die Volksrepublik China von großer Bedeutung. Perfekt organisierte Feierlichkeiten sollen der Welt die Macht und den Fortschritt des Landes vor Augen führen. Doch dem Feiertag anlässlich der Gründung der Volksrepublik am 1. Oktober 1949 gehen angespannte Wochen für die chinesischen Christen voraus.

Sich wie diese Gruppe zum Gebet zu versammeln kostet chinesische Christen angesichts der zunehmenden Verfolgung viel Mut.
Sich wie diese Gruppe zum Gebet zu versammeln, kostet chinesische Christen angesichts der zunehmenden Verfolgung viel Mut.

Pastoren von den Behörden gewarnt

Bereits in den vergangenen Jahren war der Monat vor dem Nationalfeiertag für die Christen eine Zeit erhöhten Drucks. Gerade in diesem Jahr, in dem die Kommunistische Partei Chinas am 23. Juli ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert hat, sind kritische Stimmen unerwünscht. Da der christliche Glaube von der Regierung als potenziell gefährlicher westlicher Einfluss betrachtet wird, erhielten seit Juli immer mehr Pastoren Warnungen durch die Behörden: Sie sollten „sich benehmen“ und „still sein“. Pastoren, die man verdächtigte, sie könnten andere kirchliche Aktivitäten durchführen als unauffällige Sonntagsgottesdienste, erhielten von den Behörden eine „Einladung zum Tee“.

Je näher der Nationalfeiertag rückte, desto häufiger wurden die Anrufe. „Pastoren werden gewarnt, kirchliche Aktivitäten auf ein Minimum zu beschränken und zumindest keine öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen zu organisieren, beispielsweise Versammlungen mit großer Teilnehmerzahl oder solche, bei denen Kirchenleiter aus verschiedenen Regionen zusammenkommen“, berichtet eine lokale Kontaktperson gegenüber Open Doors. „Wenn sich die Gemeinden nicht ‚benehmen‘, besteht die Gefahr, dass ihre Treffen unterbunden werden.“ Die einfachen Gemeindemitglieder dürfte man wohl lediglich verwarnen, ihre Personalien aufnehmen und in seltenen Fällen auf der Polizeiwache verhören. Leiter und Pastoren dagegen müssten mit stundenlangen Verhören rechnen. „Sie könnten sogar für einen Tag oder über Nacht inhaftiert und mit einer Geldstrafe belegt werden. Noch schwerwiegendere Konsequenzen drohen, wenn sich die Kirchen den Behörden widersetzen und Unruhe stiften.“

Christen im Nordwesten besonders unter Druck

Besonders angespannt ist die Situation im islamisch geprägten Nordwesten Chinas. Dort werden Christen muslimischer Herkunft seit Juli intensiv beobachtet. Aktive Christen wurden verhört, einige auch für mehrere Tage inhaftiert. Die Regierungsbeamten schärften ihnen ein, die Christen aus anderen Orten zu melden, die sie kennen oder treffen. Viele von ihnen stellten daraufhin ihre regelmäßigen heimlichen Treffen ein. Andere in abgelegenen Gebieten treffen sich weiterhin ein- oder zweimal im Monat.

Die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren lassen hoffen, dass der Druck auf die Kirchen nach den Feierlichkeiten in der ersten Oktoberwoche wieder etwas nachlässt. Dennoch sind viele Christen durch die seit einigen Jahren zunehmende Verfolgung verunsichert. „Manche Christen haben Angst vor den Behörden, manche wagen es nicht einmal, Gemeindeversammlungen zu besuchen. Trotzdem finden entschiedene Christen weiterhin Wege, sich zu treffen, um Gott anzubeten“, berichtet die Kontaktperson weiter. Auf dem Weltverfolgungsindex 2021 steht China an 17. Stelle der Länder, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Quelle: Open Doors

Bitte beten Sie für die Christen in China!

  • Beten Sie für die Gemeindeleiter um Weisheit im Umgang mit den Behörden.
  • Bitten Sie Jesus Christus um Mut und Kreativität für die Christen, trotz Einschüchterung und Restriktionen das Gemeindeleben fortzuführen.
  • Beten Sie, dass die Christen weiter mutig das Evangelium bezeugen und dass dadurch Menschen zu Jesus finden – gerade auch unter den Regierungsbeamten.
  • Beten Sie um Schutz für die Christen muslimischer Herkunft im Nordwesten, die besonders unter Druck stehen, und dass sie durch Gottes Wort gestärkt und ermutigt werden.

Vielen Dank für Ihr Gebet

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